Christian Scheffel

Airfighter: Overwatch (Teil 1)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

AIRFIGHTER – OVERWATCH

 

 

 

 

 

Teil 1

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vorwort:

Diese Geschichte setzt die Ereignisse aus „Gang durch´s Feuer“ fort: Bill kehrt nach Green-Stone-Town zurück, um mit dem übrigen Airfighter-Team gemeinsam gegen Carl Schwartz´ Organisation vorzugehen. Es kommen Ereignisse im Schatten aller beteiligten Mächte in Gange, die sich über mehrere Länder erstrecken und sowohl auf als auch hinter der Bühne der politischen Entscheidungsfindungen der Weltmächte ablaufen, um nicht der totalen Überwachung und Kontrolle durch Schwartz´ Organisation anheim zu fallen...







 

  • 1 –

     

Unter der strahlenden Sonne am wolkenfreien, blauen Himmel ragt ein großes Plateau hoch aus dem Green-Stone-Forest heraus: die im warmen Sommerwind rauschenden grünen Blätter der schier unendlich vielen Bäume erstrecken sich bis zum Horizont. Ein großer Schatten überfliegt das Plateau in gleitender Geschwindigkeit: auf der Oberseite steht Bill Brown, der das Plateau soeben über eine große steinerne Treppe bestiegen hat, die auf der Rückseite des Plateaus weit nach unten in den Green-Stone Forest zurückführt, wo auf einem sich zwischen den grünen Bäumen windenden Fluss ein Hovercraft gerade wieder von der hinaufführenden Steintreppe ablegt. Chris Hawk ist soeben mit Airfighter einmal über das Plateau hinweggeflogen und setzt auf der Vorderseite zur Landung an: Raffael winkt Chris von weit unten aus einmal zu, als er schon wieder mit dem Hovercraft ablegt. Chris steigt aus und geht auf Bill zu, der mittig auf der Plateau-Oberseite wartet: im Hintergrund bietet sich der Anblick eines glänzend weißen Pavillons mit Tischen und Bänken für Rastende und einem unglaublichen Anblick über die weit unten liegenden Naturstriche hinweg.

Chris und Bill umarmen sich freundschaftlich.

Chris: „Gut, dass du zurück bist, Bill.“

Bill: „Ich bin froh, wieder zurück zu sein, Chris.“

Chris: „Es tut mir leid, was in Metro-City geschehen ist.“

Bill: „Danke, Chris. In M.C. geht es jetzt auch erst richtig los – aber das nächste Mal werden wir zusammen dorthin zurückkehren.“

Chris: „Das werden wir, und als Team werden wir mit den Commodores aufräumen.“

Bill: „Aber jetzt bin ich hier, um euch beizustehen.“

Chris: „Wir brauchen dich auch mehr denn je in unserem Team.“

Bill: „Und vielen Dank für deine aufbauenden Worte, Chris – sie kamen in genau dem richtigen Moment.“

Chris grinst: „Sehr gern, Bill.“

 

  • 2 –

     

Mit Airfighter donnern Bill und Chris zurück nach Green-Stone-Town: als die endlos erscheinende grüne Fläche aus Baumwipfeln der Silhouette Green-Stone-Towns am Horizont weicht, sehen Bill und Chris mit erschrockenen, aber zugleich gebannten Blicken, wie die große Zwischenbasis, einem schwebenden Berggipfel gleich, umgeben von dem blau leuchtenden Graviton-Feld über der Stadt bedrohlich Stellung bezieht.

 

In der durch das neongrün leuchtende Laserfeld überdachten Einsatzzentrale befiehlt General Steele mit kalt entschlossenem Blick, indem er sich über die Schulter zu dem Posten hinter sich an den Kontrollen dreht: „Es wird nun Zeit, das Geschwader aus der Wolf Gorge zu aktivieren!“
Der Posten bestätigt: „Aye General“ und tippt eine Befehlsfolge in sein Keyboard ein.

 

Aus einem getarnten Höhleneingang tief unten in der Wolf Gorge, der sich soeben öffnet, startet eine ganze Schwadron an schwerbewaffneten und gepanzerten Drohnen.

Jessica Ricks, Ned Burton und Luke Rimes befinden sich noch auf ihren an der Peripherie von Green-Stone-Town verteilten Positionen, wo sie Mister Wright und die anderen beiden feindlichen Piloten erledigt hatten: die drei sehen, wie die jeweils vor ihnen platzierten Graviton-Emitter zusammen mit der bedrohlich hoch über den Baumwipfeln heran geschwebten Zwischenbasis eine riesige, blau schimmernde Blase bilden, die sich an der Peripherie von G.S.T. entlang aufzubauen beginnt. Im selben Moment setzen die von den dreien erledigten Piloten aber zu neuen Angriffen an und gehen wieder auf Jessica, Ned beziehungsweise Luke los.

 

Im Airforce-Hauptquartier unten in G.S.T. ist Alarmstufe Rot ausgelöst worden, und ein Abwehrgeschwader aus Hyperschall-Kampfjägern startet sogleich.

 

An Bord von Police-Airbase_002, die ebenfalls über G.S.T. schwebt, wird die Einsatzzentrale vom Heulen der Alarmsirene und dem roten Schimmern der Alarmleuchte überflutet.

Captain Towers ruft gegen den Lärm an: „Initiieren Sie sofort die Notfall-Evakuierung von 002! Voller Beschuss auf das feindliche Flugobjekt!“

Der taktische Offizier gibt in blitzschneller Präzision sämtliche notwendigen Kommandos in sein Computerterminal ein: „Aye, Captain!“

In Außenansicht werden an etlichen Stellen der großen Police-Airbase die Rettungskapseln für die Besatzung abgesprengt, während sämtliche Zellenblöcke automatisch versiegelt und ebenfalls als Rettungskapseln abgeschossen werden: draußen werden diese direkt wieder an die sich in Sicherheit bringenden Evakuierungs-Flieger angedockt.

 

Chris und Bill stürzen sich mit Airfighter auf die Zwischenbasis.

Bill: „Einen Angreifer dieser Größe und Waffenstärke haben wir seit Dirk Gastners Anschlag damals nicht mehr gehabt, Chris!“

Chris: „Traurig, dass wir uns immer noch so gut daran erinnern können – Frontalkurs von oben auf anvisiertes Ziel und alle Geschosse Feuer, Bill!“

Bill: „Schon erledigt, Commander!“

 

Durch den neongrün leuchtenden Laserschild über seinem Kopf sieht General Steele den herabstürzenden und mehrere Raketen abschießenden Airfighter.

Steele, unbekümmert: „Das ist ja sogar richtig lustig.“

An dem Schirm aus umgelenkten Gravitonen wird Airfighter brutal bei voller Geschwindigkeit aus seiner Flugbahn in eine andere Richtung geworfen, so dass Bill und Chris im Cockpit mit den Helmen gegen die Armaturen schlagen. Sämtliche Raketen werden ebenfalls abgeschmettert und schlagen an verschiedenen Stellen in den Green-Stone-Forest ein.

Steele: „Und jetzt lassen Sie uns hervorholen, was unter der Oberfläche verborgen liegt!“

„Graviton-Traktorstrahlenbündel wird aktiviert, General!“

 

Die rund um G.S.T. erzeugte blau schimmernde Graviton-Blase bündelt einen von allen drei platzierten Emittern gleichzeitig ausgehenden und an der Zwischenbasis reflektierten Strahl genau in die langgezogene und tiefe Wolf Gorge, so dass hier ein riesiges Felsmassiv, langsam schwebend, abgetragen wird und darunter ein großer metallgepanzerter Komplex zum Vorschein kommt, der jetzt ebenfalls langsam nach oben schwebt. Während dieser Komplex im Hintergrund der gegen ihren jeweiligen Kontrahenten kämpfenden Jessica, Ned und Luke in die Höhe schwebt, beobachten Bill und Chris, wie der Komplex am unteren Ende an die Zwischenbasis andockt.

Bill: „Ich registriere eine ganze Reihe weiterer Energieechos, die aus der Wolf Gorge aussteigen.“

Chris: „Bestätige – das sind Kampfdrohen!“

Airfighter: „Ihre Energiesignaturen waren zuvor durch die Felswände der Gorge abgeschirmt.“

Chris: „Das hat Priorität!“

Bill: „Ein Teil der Drohnen dreht zum Rande von G.S.T. ab.“

Airfighter: „Dort sind Jessica, Commander Burton und Agent Rimes in Nahkämpfe verwickelt.“

Zwischen Bill und Chris genügt lediglich ein kurzer Blick, und beide wissen, was zu tun ist.

Bill: „Es musste ja wieder so kommen...“

Chris: „Willst du etwa jetzt schon meckern?“

Bill: „Wer bezahlt die nächste Runde im Blue Mountain?“

Chris: „Mach die Augen zu, Bill...“

Bill lacht: „Ich habe das ehrlich vermisst, Chris!“

Chris: „Geht mir genauso, Partner!“

Bill bemannt die Beigondel und trennt diese von der Airfighter-Haupteinheit ab: beide fliegen den Kampfdrohnen über der Wolf Gorge entgegen, während die gestarteten Airforce-Jäger das Feuer auf die übrigen Drohnen eröffnen.

Chris geht mit der Haupteinheit an den Rand der Wolf Gorge hinunter, springt ab und rennt in noch vollem Tempo am Rande der langgezogenen Schlucht entlang, wobei er sich mehrfach überschlägt, abrollt und sofort in den Stand zurückspringt, um weiter zu rennen und dabei das ununterbrochene Feuer auf die selbst feuernden Drohnen zu eröffnen, die aus der Schlucht aufsteigen. Indem hinter ihm der Felshang durch den Beschuss der Drohnen mehr und mehr zusammen bricht, rennt Chris bis zum Ende und springt dann ab. Airfighter, der nach Chris´ Absprung in die Schlucht hinunter gezogen ist, ist parallel zu Chris durch diese hindurch geflogen, um ebenfalls die Drohnen zu beschießen, und taucht nun genau bei Chris´ Absprungstelle wieder auf, so dass Chris sich an der Kuve festhalten kann und mit aller Kraft zurück ins Cockpit klettert, wo er außer Atem wieder die Kontrolle übernimmt.
Bill zieht mit der Airfighter-Beigondel, als diese als Ziel der Drohnen ausgemacht wird, senkrecht nach oben, bis er hoch genug über Green-Stone-Town schwebt, um sich ruckartig nach kurzem Abschalten der Triebwerke rückwärts nach unten stürzen zu lassen: in der Sekunde, als er die Drohnen im freien Fall passiert, feuert er einen Rundum-Raketenbeschuss ab, sodass die komplette Drohnen-Schwadron über ihm explodiert – sofort startet er die Triebwerke erneut, um den freien Fall abzufangen.
Chris wird in der Airfighter-Haupteinheit von einer ganzen Drohnen-Schwadron verfolgt, die ihn ins ununterbrochene Kreuzfeuer genommen haben: nach einem erneuten Beschleunigungsmanöver stellt Chris die Düsen aus und richtet sie einander entgegengerichtet aus. Sich mit aller Kraft im Cockpit festhaltend, aktiviert er diese nun einmal kurz, sodass er durch den entgegengerichteten Schub mit Airfighter in eine rasendschnelle Rotation versetzt wird, wobei er mit dem Kopf einmal fest gegen die Cockpitscheibe schlägt, die dabei tatsächlich Risse bekommt. Auf diese Weise rotierend, durch die Drohnen-Schwadron hindurch rasend, öffnet Chris das Dauerfeuer, das somit alle Drohnen ringsherum erwischt und zerfetzt. Als die Rotation langsamer wird, kann Chris die Airfighter-Haupteinheit wieder unter Kontrolle bringen.
Bill sieht sich ebenfalls von einer Drohnen-Schwadron umzingelt, die ihn unter Dauerfeuer setzt. Da die Beigondel nicht in alle Richtungen das Feuer erwidern kann, lässt sich Bill, am Gurt festgeklemmt, aus dem Cockpit fallen und hängt an der Seite der Beigondel. Während die Gondel nun das Dauerfeuer auf die linke Seite richtet, hält Bill seine eigene Schusswaffe in die andere Richtung, wodurch in beide Richtungen auf die Drohnen-Schwadron gefeuert wird. Als eine Salve aus scharfen Trümmern auf Bill und die Beigondel zu schießt, ändert der Bordcomputer den Kurs in einer scharfen Wende entgegen Bills Richtung, sodass die scharfen Trümmer knapp zwischen der Gondel und dem auspendelnden Bill hindurch rasen.

 

Während Jessica, Ned und Luke in die handfesten Nahkämpfe mit ihren Kontrahenten verwickelt sind, beginnt durch die gewaltigen seismischen Erschütterungen aus der Wolf Gorge der Boden unter ihnen aufzubrechen und abzurutschen. Ned wirft seinen Gegner, dessen Schwung ausnutzend, einfach über sich hinweg, so dass dieser mit den abrutschenden Erdmassen in die Tiefe der einstürzenden Wolf Gorge gerissen wird.

Luke wehrt die Attacke seines Gegners ab und versetzt diesem drei schnelle Kinnhaken nacheinander, so dass dieser nach hinten stürzt und ebenfalls von dem abrutschenden Erdreich mit in die Tiefe der Schlucht gerissen wird.

Jessica befindet sich erneut mit Wright im brutalen Nahkampf, als auch hier der Boden abzurutschen beginnt, weil die Wolf Gorge in sich zusammen stürzt. Als ein gebündelter Laserstrahl von einer der Kampfdrohen genau zwischen Jessica und Wright brennend durch den Erdboden schneidet, springt Jessica mit einem Tritt gegen Wright rückwärts weg, sodass Wright in die andere Richtung weggestoßen wird. Der Laserstrahl schlägt in einen ebenfalls in die Tiefe stürzenden Baumstamm ein, den er, das innere Holz verbrennend, komplett aushöhlt. Als Wright die Erdmassen auf sich zu stürzen sieht, springt er reaktionsschnell in den vorbei stürzenden ausgehöhlten Baumstamm und stürzt in dessen Innerem mit der Erdlawine nach unten in den reißenden Fluss auf dem Grunde der Wolf Gorge, wo der Stamm jetzt mitgetrieben wird.

 

Aus der Zwischenbasis, die bedrohlich hoch über Green-Stone-Town schwebt, fahren drei teleskopartige, gigantische Stahlbeine aus, die sich um G.S.T. herum in den Boden bohren: eins zerstört das Airforce-Start- und Landefeld, das wie in einem gigantischen Erdbeben durch den gewaltigen Einschlag des Beines in den Boden zerschmettert wird. Das zweite Bein schießt genau auf Police-Airbase_002 zu, die inzwischen vollständig evakuiert worden ist: Captain Towers, der sich als letzter noch in der verlassenen Zentrale befindet, blickt gebannt auf den großen Überwachungsschirm, der das von oben heran schnellende, riesige Teleskop-Bein zeigt. Towers blickt gebannt auf, und sein Körper verkrampft sich. Das Teleskop-Bein donnert senkrecht von oben zentral in Police-Airbase_002, so dass das komplette Treppenhaus ringförmig auseinander fliegt: während die einzelnen Sektionen, sich gegenseitig zerschmetternd, in alle Richtungen davon fliegen, werden die Treppenstufen explosionsartig auseinander katapultiert. In der Mitte detoniert der große Kernreaktor und aus einem blendenden Explosionsball, der Flammen speiende und rauchende Trümmer verschleudert, indem er in Form zweier auseinander laufender Trichter anwächst, schnellt das zerstörende Bein weiter nach unten und bohrt sich in den Boden.

  • 3 –

     

Chris und Bill senken sich mit Airfighter und -Beigondel bis dicht über den Erdrutsch in die ursprüngliche Wolf Gorge hinab: Im Tiefflug kann Chris zuerst Jessica und unmittelbar darauf Ned an Bord holen, indem beide mit einem gewagten Sprung der Erdlawine entgehen können; Bill holt Luke an Bord, der ebenfalls mit Anlauf in die Beigondel im Tiefflug hineinspringt.

Über dem Szenario der Erdmassen verschlingenden Wolf Gorge docken Airfighter und -Beigondel wieder aneinander an, um anschließend an Bord der Airfighter-Basis zu landen.

 

Dort treffen sich Chris, Bill, Jessica, Ned und Luke in der Einsatz-Zentrale: Die metallene Wandverkleidung fährt in den Boden und gibt den Blick durch die Glasscheibe frei auf Green-Stone-Town, das sich nun unter der Zwischenbasis im Graviton-Feld eingeschlossen befindet.

Jessica: „Sie haben es tatsächlich geschafft, innerhalb kürzester Zeit die komplette Stadt abzukapseln!“

Chris: „Computer, gibt es eine Möglichkeit, das Graviton-Feld zu durchdringen?“

In der Kontrollwand zeigt ein Bildschirm die Konturlinien der Graviton-Felder an: „Negativ, das Feld ist schon stabilisiert und aufgrund der verschiedenen Emitter mehrfach abgesichert.“

Chris blickt wieder zu den anderen:

„Also müssen wir einen anderen Weg finden und von woanders zuschlagen!“

Ned: „Drei Airforce-Jäger konnten hier an Bord landen, ebenso drei Flieger des CIA.“

Luke nickt: „Die Agenten und Airforce-Piloten stehen bereit, Commander.“

Chris: „Offiziell sind Juan, Manuel und ich zu Carl Schwartz´ Organisation übergelaufen, und ich habe President Brunt erschossen.“

Luke blickt Chris groß an.

Chris: „In Wirklichkeit ist dieses Vorgehen mit dem Präsidenten abgesprochen, und Manuel und Juan sind gerade in Schwartz´ Geheimquartier, wo sie dafür sorgen, dass die Politiker-Delegation in London in Sicherheit gebracht wird. Ich musste einen Elite-Piloten abschießen, um zu verhindern, dass er den kompletten Gipfel bombardiert.“

Bill: „Was in Metro-City vor sich geht, ist ebenfalls sehr beunruhigend, aber muss gerade hinten anstehen, bis wir das hier aus der Welt geschafft haben.“

 

Bill erinnert sich in einem Flashback daran, wie er im Flussbett hinter dem Rathaus von Metro-City liegt, in das er aus dem Bürofenster Bürgermeister Kilpatricks in einem der oberen Geschosse gesprungen ist. Bill liegt erschöpft und tief atmend auf dem Rücken, als er den Motor eines Hovercrafts hört, das sich ihm über den Fluss nähert. Als Bill wieder die Augen aufschlägt, sieht er Raffael neben sich im Flussbett, der vom Hovercraft aus zu Bill ans Ufer herabgesprungen ist und Bill hoch hilft.

Raffael: „Alles ok bei dir, Bill?“

Bill: „Ich bin noch ganz – danke dir, Raffael.“

 

Jessica: „Schön, dass du zurück bist, Bill!“

Auch sie umarmt den Freund einmal.

Bill: „Danke, Jessie. Über den Rest müssen wir später sprechen. Es ist auf jeden Fall schön, wieder bei Euch zu sein.“

Ned: „Was schlägst du vor, Chris? An verschiedenen Fronten zuzuschlagen?“

Luke: „Und wie sieht der mit President Brunt abgesprochene Plan weiter aus?“

Chris: „Es muss für die Basis dort draußen aussehen, als ob Airfighter hier an Bord geblieben wäre; ebenso darf niemand dort drüben erfahren, dass ich mit hier gewesen bin! Jessica, Bill und ich werden mit Airfighter in einem Blitzstart von hier weg fliegen und uns aufteilen: der Gipfel der Politiker wird über Berlin nach Washington verlagert werden. Ich selbst bin von Schwartz ebenfalls dorthin beordert worden – und nach seinem Kenntnisstand gerade auf dem Weg dorthin –, um sein Ultimatum direkt an den verbliebenen Sicherheitsstab des Präsidenten zu überbringen.“

Luke, der blitzschnell mitgedacht hat: „OK, dann haben CIA und Airforce offiziell die Airfighter-Basis übernommen und antworten auf die nächsten Funknachrichten dieser Zerstörer-Basis.“

Chris nickt bestätigend.

Ned: „Vernünftig klingender Plan.“

Jessica: „Der Kommandant der Zwischenbasis heißt General Steele.“

Luke: „Vielleicht können wir etwas über ihn herausfinden.“

 

  • 4 –

     

Nach der Zerstörung von Police-Airbase_002 und dem Hineinrammen der Teleskopbeine in den Erdboden werden Unmengen an Staub aufgewirbelt, sodass statische Entladungen stattfinden und Blitze sowie Donnergrollen Green-Stone-Town in eine düstere, unheilvolle Atmosphäre packen.


Die Computerzentrale wird durch einen Blitzschlag kurz erhellt, und Chris blickt sofort zu den anderen auf: „Das ist unsere Chance, ungesehen von hier zu starten!“

Bill und Jessica reagieren sofort und eilen mit Chris zurück zur Luftschleuse, während Ned und Luke in der Zentrale zwei taktische Terminals besetzen.
Auf der Startbahn bemannen Chris, Jessica und Bill sogleich das Airfighter-Cockpit, während sich das Außenschott bereits öffnet; als ein weiterer Blitzschlag die Umgebung erhellt, als zwei große Staubwolken sich in einem unheimlichen Anblick miteinander zu vereinen scheinen, blickt General Steele unheilvoll mit einem beinahe dämonischen Blick auf, indem der Blitz sein Gesicht erhellt: zeitgleich blickt Chris im Airfighter-Cockpit auf, und in seinen Augen spiegelt sich der Blitzschlag wider. Es macht den Anschein, als sähen Steele und Chris sich für eine Sekunde mit eisernen Minen direkt entgegen. Inmitten des aufgleißenden Blitzes reagieren ebenfalls Jessica und Bill im Cockpit und aktivieren die Raketen-Schubdüsen.
Chris hält sich fest: „Okay, Start!“

Im nächsten Augenblick schießen Chris, Jessica und Bill mit Airfighter im Verlaufe eines Raketenstarts aus der Basis hinaus: durch das Zünden der Raketentriebwerke noch innerhalb der Landebucht wird die metallene Wandverkleidung einmal die komplette Rampe entlang zerfetzt. Durch den mit hoher Geschwindigkeit durchgeführten Start bleibt Airfighter inmitten der elektrostatischen Entladungen nun aber tatsächlich für die Zwischenbasis unregistriert. Im Cockpit erhellen immer wieder grelle Blitze die Gesichter Bills, Jessicas und Chris´, indem sie mit Airfighter inmitten ihres Raketenstart-Manövers durch das Gewitter hindurch donnern.

 

Gebannt verfolgen Ned und Luke das waghalsige Startmanöver durch die Panzerglasscheibe des Hauptschirmes, bis Airfighter inmitten der dunklen und übermächtig erscheinenden Staubwolken, die immer wieder von Blitzen durchzuckt werden, verschwunden ist.

Luke: „Tatsächlich registriere ich keinerlei Echos von weiteren Abfangjägern.“

Ned: „Werten wir das als ein Gelingen des Planes!“

 

Chris ist nach hinten in die Airfighter-Beigondel gestiegen, und in ausreichender Entfernung zu Green-Stone-Town trennt Chris diese ab: beim hermetischen Verschließen des Doppelschotts blickt Chris Jessica und Bill entschlossen in die Augen, und sie nicken einander noch einmal zu. Während Chris überschallschnellen Kurs auf Washington setzt, um in Carl Schwartz´ Zeitplan zu bleiben, fliegen Bill und Jessica mit der Airfighter-Haupteinheit ebenfalls überschallschnell zurück nach London.

 

  • 5 –

     

Das zum Teil zertrümmerte Hauptquartier des MI6 in London am Themseufer:

In einem Geschoss unterhalb des Hauptquartiers öffnen sich die Aufzugstüren, aus denen Juan und Manuel zusammen mit dem Agententrupp des MI6 Bundeskanzlerin Meitner und Premierminister Farrell in eiligem, aber nicht überstürztem Tempo nach draußen führen. Während Juan und Manuel die Nachhut bilden, führen die Agenten des MI6 die Delegation durch den unterirdischen Sicherheitsgang, der sich getarnt innerhalb einer dicken Steinmauer am Themseufer entlang erstreckt. Von weiter vorne kommt aus dem nur spärlich erleuchteten Gang Collin Bancroft wieder zu dem Trupp zurück:

Der Weg zum zweiten Saferoom ist frei, und alles verläuft bisher nach Plan.“

Andrea Meitner und Premierminister Farrell zeigen verwirrte Blicke.

Bancroft, der dies sofort bemerkt hat, beruhigt beide: „Keine Sorge, der Kampf mit Commander Hawk war fingiert und auch President Brunt ist noch am Leben – ich erkläre Ihnen alles in Kürze, wenn wir uns im nächsten Safefrom befinden.“
Meitner und Farrell zeigen beruhigte Blicke und Zustimmen, sich erst einmal in Sicherheit zu bringen.
Die Delegation geht eiligen Schrittes den geheimen Gang durch die Mauer weiter entlang, bis sie zum London Tower gelangen: der Gang führt in die Gewölbe unter dem Tower, in dem sich viele Verliese befinden.
Juan und Manuel scannen unterdessen, während sie die Nachhut bilden und die Umgebung im Auge behalten, immer wieder auf mögliche Funksignale. Manuels Watchcomm detektiert ein verräterisches Signal: Manuel blickt sofort zu Juan, der seinen Blick schon erwidert. Unauffällig schließt Juan zu Collin Bancroft auf und lässt diesen ebenfalls einen Blick auf das verräterische Signal werfen, das auf dem Watchcomm-Display angezeigt wird. Bancroft wiederum nickt zweien seiner Agenten zu, und zusammen mit Manuel am Ende der Delegation können nun die Eingeweihten von verschiedenen Positionen aus die Delegation einmal durchscannen, sodass sie erkennen, dass zwei der Agenten tatsächlich ein Peilsignal aussenden: durch einen Blick Collins werden die beiden vermeintlichen Agenten sofort von den übrigen Truppmitgliedern ins Visier genommen. Als die beiden jedoch zur Waffe greifen, werden sie niedergeschossen.

Zur Beruhigung und Aufklärung teilt Collin Bancroft mit:

Das Airfighter-Team hat uns gerade darauf aufmerksam gemacht, dass durch die beiden ein Peilsignal ausgesendet wurde.“

Juan ergänzt: „Es konnte bisher allerdings das Mauerwerk noch nicht durchdringen.“

Manuel vervollständigt: „Ich kann auch noch keinerlei Verfolger registrieren.“

Bancroft: „Wir gehen davon aus, wir haben noch früh genug reagiert – also schnell weiter!“

Farrell nickt Juan, Manuel und Collin zu: „Sehr gute Arbeit.“

Meitner bestätigt dies ebenfalls: „Ja, sehr gut.“

Inmitten der Verliese unter dem London Tower öffnet der Agenten-Trupp durch eine versteckte Schaltvorrichtung in einem vermeintlichen Mauerstein ein großes, schweres Gitter, das in Wirklichkeit viel stabiler und besser gewartet ist, als sein verrosteter Anblick glauben machen will. Die Delegation geht ins Innere des Verlieses, auf dessen Rückseite sich ein schwerer Felsbrocken einfach drehen lässt und dadurch in einen weiteren komfortabel eingerichteten, mit Sanitäreinrichtungen ausgestatteten und warm beleuchteten Saferoom führt.
Zur angenehmen Überraschung aller erwartet MI6-Chief Andrew Young-Smith die Delegation hier bereit: sein Arm ist verbunden, aber ansonsten wirkt er wohlauf. Meitner und Farrell bekommen je ein Glas Wasser angereicht.

Meitner: „Nun schulden Sie uns aber bitte eine Erklärung!“

Collin Bancroft wechselt mit Juan und Manuel einen Blick, und Andrew Young-Smith nickt ihm gewährend zu.

Collin: „Es war zunächst notwendig, da der Anschlag durch Carl Schwartz´ Organisation nicht abzuwenden war, dass das Airfighter-Team die Organisation infiltriert. Deshalb hat President Brunt den Plan geschmiedet, dass er zum Schein von Commander Hawk erschossen wird, sodass anschließend das Überlaufen des Airfighter-Teams in Carl Schwartz´ Organisation glaubhaft wird.“

Farrell: „Jetzt ergibt das alles einen Sinn.“

Meitner: „Eine sehr gute Strategie – wenn auch zunächst etwas irritierend.“

Diesmal antwortet Young-Smith: „In der Tat – entschuldigen Sie dies bitte, aber der Geheimdienst muss zuweilen zu solchen Mitteln greifen.“

Juan und Manuel sind in die Mitte des Raumes und damit der hier Versammelten getreten.

Juan: „Und der nächste Schritt im Plan ist, dass Manuel und ich jetzt wieder in Carl Schwartz´ Organisation zurückkehren. Dort sollte niemand wissen, dass wir Ihnen gerade bei der Evakuierung geholfen haben, sondern das letzte, was Schwartz von uns sehen konnte, war der gerade ausgeführte Anschlag auf das MI6-Hauptquartier.“

Manuel: „Anwältin Ricks und Lieutenant Brown werden in Kürze mit Airfighter hier eintreffen, um Ihre weitere Evakuierung durchzuführen.“

Meitner und Farrell nicken einverstanden.

Collin: „Viel Glück Ihnen beiden!“

Juan: „Danke.“

Manuel: „Davon werden wir Gebrauch machen!“

Indem Juan und Manuel den Saferoom durch den versteckten Ein- und Ausgang wieder verlassen, setzen sich Meitner und Farrell hin, um nach der viertelstündigen Hast erst noch einmal wieder zur Ruhe zu kommen.

Young-Smith positioniert seine Agenten um den Saferoom und wendet sich dann zwecks Lage-Update an Collin Bancroft.

 

  • 6 –

     

Nachts senkt sich Chris mit der Airfighter-Beigondel auf Washington DC herab: dabei überfliegt er einen kleinen, künstlich angelegten See vor einer riesigen im Dunkel der Nacht unter dem Sternenhimmel beleuchteten Galerie, deren Obergeschoss ein Hotel mit großer integrierter Schwimmhalle darstellt. Christ landet ungesehen mit aktiviertem Hovercraft in einer Tiefgarage unter dem Gebäude: von draußen strahlt ein beleuchteter Tannenbaum in das mit Beton versehene Innere.

Chris nimmt die Rolltreppe und fährt hoch ins Erdgeschoss der riesigen Galerie, wobei er nun erkennt, dass die ersten Geschosse eine große Kaufgalerie darstellen.
Indem Chris die Rolltreppe hinauffährt, trifft sein Blick den eines grauhaarigen Mannes mit strenger, ernster Miene, der oben zwischen den Kaufhäusern steht: die Statur des Mannes wächst aus Chris Perspektive von oben an immer weiter heran, indem Chris die Rolltreppe hinauffährt.

Als Chris am oberen Ende der Rolltreppe angekommen ist, stellt sich der andere ihm vor:

„Thorndike, aus dem Sicherheitsstab des Präsidenten.“

Chris: „Commander Hawk, ich bin im Auftrage von Mister Schwartz zu Ihnen geschickt worden.“

Thorndike: „Sie überbringen uns das Ultimatum.“

Chris: „So ist es – Mister Schwartz lässt Sie wissen, dass er im Begriff ist, weltweit das Computernetzwerk zu übernehmen.“

Thorndike: „Das ist natürlich eine gewagte Drohung.“

Chris: „Dessen ist er sich bewusst – deshalb...“

Christ aktiviert einen Knopf an seinem Watchcomm, und plötzlich fällt in ganz Washington der Strom aus: alles wird dunkel und finster. Wenige Sekunden später springt die Elektrizität wieder an, und alle Lampen leuchten wieder. Von draußen waren quietschende Reifen und ein kurzes Geschrei zu hören: zum Glück ist aber nirgendwo etwas passiert.

Thorndikes Gesichtsausdruck zeigt, dass er Chris´ Drohung ernst nimmt; Chris ist beim kurzen Wegsehen anzusehen, dass er zutiefst besorgt ist.

Beim Blick zurück zu Thorndike aber setzt Chris wieder seine ernste und unterschwellig drohende Miene auf: „Sie sehen, es kann sehr gefährlich werden.“

Thorndike: „Sie haben Ihren Standpunkt klargemacht.“

Chris: „Mister Schwartz´ Standpunkt.“

Thorndike: „Was fordert Mister Schwartz?“

Chris: „Wenn die Politiker-Delegation hier ist, wird er in Verhandlungen mit den Landesvertretern treten bezüglich einer globalen Souveränität: es soll eine exekutive Weltmacht eingeführt werden, die in ihrer Entscheidungsgewalt über sämtlichen Regierungen der Welt steht.“

Thorndike, sarkastisch: „Wenn es nichts weniger ist!“

Chris: „Das wäre alles.“

Thorndike: „In Ordnung – Sie haben Schwartz´ Forderungen den notwendigen Nachdruck verliehen. Ich bespreche dies so mit dem Sicherheitsstab des Präsidenten. Wie informiere ich Sie?“

Chris: „Mister Schwartz´ Organisation wird es mitbekommen, Sie müssen sich nicht weiter bemühen. Anschließend werde ich Ihnen Mister Schwatz´ Antwort wieder hier in Washington mitteilen.“

Thorndike nickt: „In Ordnung.“

Beide gehen inmitten der großen Galerie wieder auseinander: im Zurückgehen zeichnet sich jetzt deutlich in Chris´ Gesicht ab, dass er sehr mit sich hadert. Zurück, in die Airfighter-Beigondel eingestiegen, nimmt Chris eine Funknachricht der Airfighter-Haupteinheit an.

Bill: „Wir treffen gerade in London ein und sind bereit, die Politiker-Delegation an Bord zu nehmen, Chris.“

Jessica: „Juan hat uns bestätigt, dass die Delegation wieder in Sicherheit ist – Manuel und er sind auf dem Weg zurück zu Schwartz´ Organisation.“

Chris lehnt sich aufatmend im Pilotensitz zurück:

„Sehr gut – wir müssen dieses Spiel noch eine Weile mitspielen.“

Bill und Jessica nicken auf dem Bildschirm mit dem gleichen Blick wie Chris: aber alle drei verstehen völlig die Notwendigkeit ihres Handelns.

  • 7 –

     

In dem Saferoom sind Meitner und Farrell mittlerweile wieder gestärkt. Andrew Young-Smith blickt abwartend zu Collin Bancroft, bis dieser nach einem Blick auf seine Uhr bestätigt:

„Es ist soweit.“
Andrew Young-Smith nickt seinen Agenten sowie Meitner und Farrell zu:

„Frau Bundeskanzlerin, Mister Prime Minister, das Airfighter-Team steht nun bereit, um sie abzuholen.“
Farrell nickt: „Sehr gut, da fühle ich mich in sicheren Händen.“

Andrea Meitner bestätigt beruhigt: „Das Airfighter-Team genießt auch mein vollstes Vertrauen.“
Collin Bancroft, in bestätigendem Tonfall: „Dem habe ich nichts hinzuzufügen; und das Airfighter-Team wird Sie sicher weiter transportieren.“
Young-Smith nickt seinen Agenten zu: „Lassen Sie uns aufbrechen!“
Collin Bancroft betätigt einen weiteren geheimen Mechanismus, und ein großer Felsbrocken versinkt im Boden: dahinter erscheint eine Treppe, und auf einen Knopfdruck wird ein Gang in die Tiefe elektrisch beleuchtet. Der Agenten-Trupp nimmt die Politiker-Delegation mit und geht in den Gang hinunter, der sie schmal einige Meter weiter in die felsige Unterwelt Londons führt, bis er im Inneren einer dicken Mauer bis direkt ans etwas tiefer gelegene Themseufer führt, wo die Delegation den unterirdischen Gang durch eine zweite getarnte Tür verlässt und sich versteckt unter einer großen Brücke wiederfindet, die über die Themse führt.


Durch die Cockpitscheibe sehen Bill und Jessica, wie sie eine weiße Wolkenfront überschallschnell durchfliegen.

Airfighter: „Wir erreichen die Zielkoordinaten in fünf Sekunden.“

Jessica liest von ihrem Ortungs-Terminal ab: „Ich habe das Peilsignal des MI6 registriert.“
Bill: „Zielkoordinaten sind programmiert – wir gehen runter.“

Airfighter: „Hypersystem wird deaktiviert.“

In einem imponierenden Anblick verlangsamt Airfighter über der Skyline Londons auf Untermach-Geschwindigkeit und stürzt sich, bevor er registriert werden kann, „kopfüber“ nach unten in die Themse, wo er sich sofort wieder umdreht und dann im Gegenschub seiner starken Positionstriebwerke unter der Brücke schweben bleibt: in beide Richtungen sind trichterartig zwei große Wellenberge gegen die Brückenpfeiler geschwappt.

Meitner und Farrell zeigen beide ein angenehm überraschtes, freudiges Lächeln.

Jessica steigt aus der geöffneten Cockpitscheibe auf eine Kufe und reicht Meitner und Farrell die Hand entgegen: „Sie haben einen Flug gebucht, Frau Bundeskanzlerin, Mister Prime Minister?!“

Bancroft und zwei der Agenten helfen den Polizikern zu Jessica auf die Kufe, während Young-Smith die Umgebung unter der Deckung gebenden Brücke genau im Visier seiner Waffe behält.

Bancroft: „Guten Flug – der nächste Kommunikations-Checkpoint steht?!“

Bill, von weiter vorn aus dem Cockpit: „Wie vereinbart, Herr Verteidigungsminister!!“

Jessica ist wieder ins Cockpit gestiegen, wo sie Farrell und Meitner beim Anschnallen und beim Aufziehen der Helme hilft.

Bill dreht sich zu ihnen: „Willkommen an Bord!“

Nachdem die Agenten des MI6 wieder in der getarnten Tür verschwunden sind, startet Bill Airfighters Triebwerke unter der Brücke erneut durch, und in einem gewaltigen Beschleunigungsmanöver schießt die große Flugmaschine unter der Brücke hervor und zieht sekudenschnell wieder steil in den Himmel hoch, um zurück auf Übermach-Geschwindigkeit zu gehen: der donnernde Schallmauerdurchbruch und die kegelartig auseinander schießenden Wellen in der Themse sind das einzige, was auf den Raketenstart Airfighters noch hinweist.

 

  • 8 –

     

In seinem geheimen Hauptquartier geht Carl Schwartz durch die Abteilung unter dem Glaskuppeldach, über dem sich die Wassermassen der Themse befinden. Er tritt an Bastian Byron heran und teilt diesem mit:

„Leider sind unsere Agenten in den Reihen des MI6 enttarnt und eliminiert worden.“

Bastian blickt nicht von seinem Monitor auf und nickt nur kurz, indem er sehr auf seinen Monitor fixiert ist. Carl fixiert ihn mit einem schweigenden Blick: auf dem Monitor ist eine Flut von Daten aus einem Scan-Search-Program zu sehen, in das sich Bastian hinein gehackt hat. Carl erkennt, um was es sich dabei handelt, und bleibt jetzt ebenfalls wie gebannt stehen – abwartend, was Bastian ihm als nächstes mitteilen wird. Gerade blinkt ein Treffer auf: ein rotes Signallicht wird in Bastians Augen reflektiert. Carl trifft blitzartig die Erkenntnis, was dies zu bedeuten hat. Carls Pupillen weiten sich beunruhigt. Bastian dagegen zeigt einen eiskalten Blick, indem er lediglich seine Pupillen zur Seite vom Monitor weg zu Carl dreht, sodass sich ihre Blicke treffen. Ohne hinzuschauen, gibt Bastian dabei einen weiteren Befehl in den Computer ein, und beim Drücken der Enter-Taste zuckt er kurz mit einem Auge, weiterhin Carl fest entgegenblickend. Carl löst sich aus Bastians Blick und lässt seinen eigen Blick jetzt, gebannt abwartend, durch die Einsatzzentrale unter dem wasserüberfluteten Glaskuppeldach schweifen: plötzlich ertönt an einem der Computerstationen ein schriller Alarmton, und der Bildschirm wird mit rotem Aufleuchten gesperrt. Carl blickt sofort zweien seiner Wachen zu, die ihre Waffen auf den Kontrollposten ausrichten. Doch der enttarnte Posten selbst zieht reaktionsschnell eine Pistole aus seinem Stiefel, springt vom Stuhl, so dass die Schüsse der Wachen daneben gehen, und erschießt beide durch präzise Kopfschüsse innerhalb von nicht einmal einer Sekunde. Doch schon im nächsten Augenblick ist ein weiterer schallgedämpfter Schuss zu hören, und der enttarnte Posten wird brutal nach hinten zurück gegen seinen Stuhl geschleudert: der Bildschirm an seiner Station ist plötzlich voll Blut gespritzt. Carl dreht sich zurück zu Bastian, der die rauchende schallgedämpfte Waffe in der Hand hält und nach wie vor den eiskalten Blick eines Killers zeigt.

Carl nickt Bastian zu: „In doppelter Hinsicht erstklassige Arbeit, Mister Byron – und vielen Dank!“

Bastian, emotionslos: „Das gehört zu meinem Job, Mister Schwartz. Allerdings ist es schade um den teuren Computermonitor.“

Im Hintergrund flackert der blutrote Bildschirm.

Schwartz: „Ich verspreche Ihnen, den gibt das Budget noch her.“

Beide beginnen jetzt, kalt zu grinsen.

 

  • 9 –

     

Die waffenstarrende Zwischenbasis schwebt über dem nun abgekapselten Green-Stone-Town.

In der dunklen Einsatzzentrale blickt General Steele entschlossen Mister Wright entgegen, der mit dem Rücken zu einem ganzen Trupp Bewaffneter steht: „Schicken Sie Ihren Kampftrupp nach unten in die Stadt, um die Zivilbevölkerung zusammenzutreiben!“
Wright bestätigt: „Ich werde den Trupp mit Vergnügen anführen, General.“

An der Unterseite der bedrohlichen Metallbasis öffnet sich eine große Start- und Landebucht, aus der sich einige Kampfgleiter auf die Stadt herabsenken. Wright schießt in seinem Gleiter voraus, und in seinen Augen funkelt die Vorfreude:

„Geschwader, folgen Sie mir zur Kaninchenjagd!“

Bedrohlich aufheulend, stürzen sich die Kampfjäger von der großen Zwischenbasis aus auf G.S.T. herab und jagen im Tiefflug durch die Straßen, womit sie die in Panik fliehenden Zivilisten vor sich entlang treiben: mit Warnschüssen hetzen sie die Zivilbevölkerung zusammen Richtung Zentrum, wo sich das Main Policedepartment befindet.

Wright lacht böse: „Ich korrigiere mich: Kaninchen zu jagen, macht nicht halb so viel Spaß!“

Im Einsatz-Besprechungsraum des Policedepartments sehen Captain Carter, Jake und die hier zum Briefing versammelten Police Officers auf dem großen Wandschirm das Geschehen in den Straßen: alle Officers blicken Carter einsatzbereit an und können es sichtlich nicht länger abwarten zuzusehen.

Carter, entschlossen: „Schicken wir unsere Truppen nach draußen, um den Zivilisten zu helfen. – Wir evakuieren sie hierher auf´s Revier!“

Alle Officers antworten in einem einstimmigen, fest entschlossenen Chor: „Aye, Sir!“

Carter und Jake bleiben im Besprechungsraum zurück, nachdem die Officers innerhalb weniger Sekunden nach draußen gestürmt sind: beide blicken wieder gebannt auf den Wandschirm.

Jake flüstert den Zivilisten zu, die ihn natürlich nicht hören können:

„Durchhalten – nur noch wenige Minuten!“


Wright fliegt im starken Gegenschub seiner Positionstriebwerke dicht über der Mainstreet entlang und jagt mit Warnschüssen einige Zivilisten die lange Straße entlang: die sichtliche Freude in seinem Gesicht schwindet abrupt, als von der Seite mehrere Stangen gegen sein Cockpit prallen und von oben von ein paar Hausdächern Geröll abgeworfen wird, so dass er die Maschine nur noch mit Mühe unter Kontrolle halten kann und sogar kurz gegen den Boden schlägt.

Wütend schimpft Wright vor sich hin: „Was soll der Scheiß denn? Verdammt!“

Als er die Maschine wieder bis über die Hausdächer hochgezogen hat, sieht Wright einen Trupp Zivilisten, der aber sofort im Innern der Häuser verschwindet: das Ziel für seine Wut gefunden, kneift Wright seine Augen, das große, mehrstöckige Haus fixierend, zusammen.

Im Inneren des mehrstöckigen Hauses hasten die Zivilisten ein Treppenhaus hinunter ins Kellergeschoss: es ist jetzt erkennbar, dass Dave und John Monroe die Leute anführen:
„Schnell nach unten in die Kellergewölbe – wir wissen nicht, ob sie doch noch scharf schießen, nachdem wir sie jetzt gereizt haben!“
„Auf jeden Fall haben Sie uns Zeit verschafft – vielen Dank dafür!“
„Mit dem größten Vergnügen – und jetzt schnell weiter!“
 

Indem Wright das Gebäude mit seinem Kampfflieger mehrfach umrundet, sieht er auf dem sich vervollständigenden Gebäude-Scan, dass alle Etagen menschenleer sind. Vor Wut schlägt Wright auf die Waffenkontrollen und feuert somit ein paar Raketen in das Gebäude, die dieses unter donnerndem Getöse zum Einsturz bringen.
Sofort geht in Wrights Cockpit ein Funkspruch ein.

General Steele, hörbar wütend: „Verdammt noch mal, was tun Sie da, Mister Wright?!“

Wright antwortet: „Keine Sorge, General, das Gebäude ist völlig leer gewesen, aber ich wollte noch meine Visitenkarte hinterlassen und zeigen, dass die Zivilisten besser nicht mit uns Katz und Maus spielen sollten!“

Steele: „Na gut – aber jetzt Schluss damit und besinnen Sie sich wieder auf Ihre Aufgabe!“

Wright, grinsend: „Natürlich, General.“

 

  • 10 –

     

Juan und Manuel begeben sich im Schatten der Steinmauer, die sie zum Themseufer hin abgrenzt, zurück zur Tower Bridge, wo in einem der Pfeiler der versteckte Eingang geöffnet wird und zwei bewaffnete Posten die beiden mustern und ihnen dann zunicken. Juan und Manuel werden durch das abwechselnde Hell und Dunkel der Beleuchtung nach unten ins Mauerwerk geführt zurück in die Zentrale unter der Themse.

Carl Schwartz tritt ihnen entgegen: „Sie sind die einzigen ihres Trupps, die übrig geblieben sind?“

Im Hintergrund blickt Bastian Byron skeptisch auf.
Manuel entgegnet schlagfertig: „Sie sollten die strategischen Fähigkeiten in dieser Organisation für Einsatztrupps weiter ausbilden, Mister Schwartz.“
Carl funkelt Manuel mit einem kalten Blick entgegen.

Juan ergänzt, Manuel unterstützend:

„Wir können mit den Kampftechniken aus dem Airfighter-Team abhelfen.“

Nun beginnt Carl, zufrieden zu grinsen: „Dann ist ja gut, dass wir Sie immer noch unter uns haben und weiterhin von Ihren Fähigkeiten profitieren können.“

Im Hintergrund beobachtet Bastian das Ganze schweigend mit einem funkelnden, kalten Blick.
Schwartz widmet sich wieder den zahlreichen Computer-Überwachungskontrollen:

„Folgen Sie mir, meine Herrn, blicken wir nach vorn: es liegt jetzt der nächste wichtige Schritt vor uns!“

In Schwartz´ Augen wird das Bild eines großen Wandschirms reflektiert: darauf sehen Juan und Manuel jetzt, wie ein Peilsignal überschallschnell in den schematisch dargestellten Luftraum über London eindringt.

 

Fließend geht die schematische Darstellung in eine echte Ansicht über:
Chris geht mit der Beigondel aus dem Überschallflug in einem enormen Bremsmanöver zurück auf Unterschall und stürzt sich auf London hinab. Im Tiefflug taucht er ungesehen auf einem alten Fabrikgelände in einer Halle unter. Kaum hat Chris die Triebwerke deaktiviert und die Cockpitscheibe geöffnet, sieht er, wie ein Trupp von Schwartz´ Leuten aus der Dunkelheit der Fabrikhalle heraustritt und ihn umzingelt. Christ tritt ihnen mit festem Blick entgegen. Die Bewaffneten führen Chris durch eine verrostete Stahltür zu einer weiteren versteckten Treppe in den Untergrund, die in einen mit Felsbrocken ummauerten, mittelalterlich anmutenden Gang bis unter die Themse in Schwartz´ Hauptquartier führt. Nach dem Sicherheits-Scan gelangt Chris ein weiteres Mal zusammen mit den Bewaffneten in die große Halle, die Schwartz´geheimes Hauptquartier darstellt und über deren Glasdecke sich die Themse erstreckt. Schwartz kommt Chris von dem erhöhten Steg die Treppe herab entgegen, während Chris ihm über die glänzenden Fliesen entgegenkommt, in denen sich Chris´ Schritte und seine entschlossene Mine widerspiegeln. Von der Seite her, wo sie offenkundig an Computerterminals über den Weiterverlauf der Mission instruiert worden sind, treten auch Juan und Manuel in die Mitte der Halle.

Chris hebt vor Schwartz den Blick, als dieser ihm zur Mission gratuliert:

„Ich möchte nun, dass Sie, Commander Hawk, zusammen mit Juan und Manuel Gutierrez erneut nach Washington fliegen.“

Chris, nachforschend:

„Sie haben bereits eine Antwort vom Sicherheitsstab des Präsidenten erhalten?“

Schwartz: „In der Tat: Mister Thorndike, zu dem Sie bereits den Kontakt hergestellt haben, hat uns signalisiert, dass man zumindest unserer ersten Forderung nachkommen will – dem Treffen in Washington.“

Juan: „Wissen Sie, wie es um die restliche Politiker-Delegation steht, die uns hier entgangen ist?“

Schwartz mustert Juan einen Moment lang schweigend, dann setzt er fort:

„Diesbezüglich hat sich Mister Thorndike sehr bedeckt gehalten.“

Manuel: „Wenn sie London vielleicht noch nicht verlassen haben, hätte wir noch eine Chance, sie aufzuhalten.“

Schwartz grinst: „Ich freue mich sehr über Ihre Ambitionen – aber ich sehe Sie am effektivsten direkt in Washington eingesetzt.“

Chris: „Erwarten Sie Komplikationen, die ein Intervenieren unsererseits erforderlich machen würden?“

Schwartz grinst jetzt noch breiter: „Im Grunde genommen, geht es um mehr als bloß das.“

Schwartz dreht sich zu Bastian Byron und nickt diesem zu: auf eine Computereingabe hin erscheint General Steele in überdimensional großer Ansicht, in der Zentrale der Zwischenbasis stehend, auf einem großen Wandschirm.

Schwartz: „Ich erwarte Sie dann in Washington, General, wo das Airfighter-Team hier zu Ihnen stoßen wird.“

Steele nickt entschlossen: „Verstanden, Mister Schwartz. Sobald Mister Wright zurück an Bord ist, übergebe ich ihm dann das Kommando über die Zwischenbasis, um mit Green-Stone-Town fortzufahren.“

Chris, Juan und Manuel bemerken, ohne dass es jemandem aus Schwartz´ Organisation auffällt, ihre mit Besorgnis erfüllten Blicke, die sie sofort wieder überspielen.

Schwartz: „Sehr gut, General – machen Sie es so.“

Steele nickt noch einmal, bevor der Wandschirm erlischt: „Washington wird eine zentrale Rolle in der Demonstration unserer Macht darstellen, Mister Schwartz.“

Schwartz dreht sich mit zufrieden funkelndem Blick zurück zu Chris, Juan und Manuel.

Im Hintergrund grinst Bastian hinterhältig, indem er sich wieder seinem Computerterminal widmet.

Juan: „Sie planen gar nicht, dass es zu einfachen Verhandlungen in Washington kommt?“

Schwartz: „Wie gesagt, Näheres erfahren Sie, wenn Sie sich vor Ort einsatzbereit eingefunden haben.“

Manuel: „Es soll ja schließlich spannend bleiben.“

Schwartz: „Absolut.“

Chris: „Dann wissen wir, was wir zu tun haben, Mister Schwartz.“

Schwartz: „Sehr gut, Commander.“

Er nickt den dreien zu, woraufhin Juan, Manuel und Chris sich umdrehen und von zwei bewaffneten Posten Schwartz´ aus der Halle hinaus eskortiert werden.

Schwartz tritt zu Bastian an dessen Computerterminal, während Steele Schwartz auf dem großen Wandschirm mit seinem Blick folgt.

Bastian erklärt:

„Hier sehen Sie die Software für ein Uplink, das über die Zwischenbasis eingerichtet werden soll.“

Der Wandschirm mit General Steele wird geteilt und zeigt eine überdimensionale Abbildung eines von der Regierung geschützten Datennetzwerkes.

Steele sieht diese Abbildung selbst in diesem Moment:

„Das wird ganz großes Kino, Mister Schwartz!“

Schwartz, zufrieden: „Ich freue mich, dass Sie auch Spaß daran finden.“

Bastian grinst: „Und Spaß ist doch das Allerwichtigste an unserem Job, nicht wahr?!“

 

Etwa zwanzig Minuten später steigen Chris, Juan und Manuel, erneut in Pilotenuniformen, in einen schwer gepanzerten Kampfgleiter ein, der zusammen mit einigen weiteren in einer anderen Fabrikhalle in einem verlassenen Gebäude am Themseufer überdacht gestanden hat. Zusammen mit ihnen starten auch die übrigen Maschinen, so dass nun ein kleines Geschwader Kurs auf Washington nimmt. Im Cockpit ist auf den Anzeigen zu sehen, wie die Radarabtastung aufgrund der Stealth-Beschichtung so von den Flugzeugen abgelenkt wird, dass sie sich in ihren eigenen Interferenzen selbst auslöscht.

  • 11 –

     

Vor dem imponierenden Bundeskanzleramt in Berlin wehen die Fahnen im starken Wind, als Airfighter auf dem Vorplatz landet. Bill und Jessica eskortieren Meitner und Farrell aus dem Cockpit nach draußen, wo sie sofort von einem großen Sicherheitstrupp der deutschen Regierung in Empfang genommen werden. Eilend werden sie durch das Erdgeschoss des Kanzleramtes mit dem Foyer und der großen Treppenanlage bis hinauf in die vierte Etage gebracht, wobei Meitner ihren Stab informiert sowie Bill, Jessica und Farrell mit den notwendigen Sicherheitsprotokollen des Kanzleramtes vertraut gemacht werden. Im vierten Geschoss begibt sich die Delegation anschließend in einen geheimen, abhörsicheren Raum, wo normalerweise der Krisenstab tagt.
Meitner erklärt: „Und aufgrund dessen ist das Airfighter-Team zusammen mit der amerikanischen Regierung dem Komplott um Schwartz im Moment einen Schritt voraus.“
Farrell ergänzt: „Offiziell gilt der amerikanische Präsident also als liquidiert durch das Airfighter-Team, das wiederum zu Schwatz´ Organisation übergelaufen ist.“
Jessica: „Und nun wird das entscheidende Szenario in Washington D.C. stattfinden, wo offiziell davon ausgegangen wird, dass man Schwartz´ Bedingungen zustimmt.“
Bill fährt fort: „Man geht also davon aus, Chris sei dort, um die Kapitulation der US-Sicherheitsbehörden entgegenzunehmen, in Wirklichkeit jedoch soll der Umsturz dort durch einen gezielten Anschlag auf den US-Sicherheitsapparat in die Wege geleitet werden.“
Meitner: „Dadurch haben wir nun ein kleines Zeitfenster, um hier die Lage zu beraten.“
Farrell: „Und unseren Entschluss im Einvernehmen mit der britischen Regierung anschließend der US-Regierung zu überbringen.“
Bill: „Denn dann gibt es für Sie den einen sicheren Konferenzort, wo Sie sich mit President Brunt treffen können, solange er noch als liquidiert gilt.“
Meitner und Farrell blicken hellhörig auf, ebenso auch Meitners Berater des deutschen Geheimdienstes mit in diesem Besprechungsraum.
Jessica: „Und das wird Sektion Alpha sein – die offiziell gar nicht existiert.“

 

  • 12 –

     

Im Main Policedepartment of G.S.T. spricht plötzlich ein Annäherungsalarm an: sofort eilt Captain Carter nach draußen, wo ein Verteidigungsring durch die Police Officers errichtet worden ist.

Carter: „Bericht?!“

„Wir wissen noch nicht, wer es ist – aber eine große Gruppe nähert sich uns.“

Carter: „Bisher noch keine offensiven Absichten erkennbar?“

„Negativ, Sir – und wer auch immer es ist, muss wissen, dass er allmählich genau in unser Visier läuft.“

Carter: „Dann warten wir noch ab, bis wir erkennen können, um wen es sich handelt.“

„Verstanden, Captain.“

Auf einem der Überwachungsmonitore, der eine Distanz von ca. 100 Metern heranzoomt, sind jetzt die Zivilisten erkennbar, die Dave und John evakuiert haben: die beiden winken bereits in Richtung der Polizisten.

„Alles klar, es ist unsere Zivilbevölkerung.“

Carter: „Schicken Sie Ihnen einen Trupp entgegen, um sie schnellstens sicher hierher zu bringen!“

„Aye, Sir.“

Als der Polizeitrupp die Zivilisten auf halbem Wege erreicht hat, bricht von der Seite eine gepanzerte Flugmaschine durch die Mauern und nimmt die Polizisten ins Automatikvisier ihrer Bordgeschütze. Die Officers bleiben stehen und heben ihre Hände: ihre Blicke aber zeigen, dass sie bereit sind, sich, wenn ihnen kein Ausweg bleibt, auf diesen ungleichen Kampf einzulassen. Dave und John blicken angespannt auf die sich genau im Visier der Flugmaschine befindlichen Polizisten: auch sie sind bereit, sich auf den Kampf einzulassen. Da fegt von hinten eine Granate gegen die Maschine, deren Panzerung dem Einschlag zwar standhält, die aber trotzdem abtrudelt und zur Landung in den Mauertrümmern gezwungen wird. Inmitten der großen Rauch- und Staubwolke wird jetzt Captain Towers sichtbar, der den abgefeuerten Granatwerfer, den er aus seinem Rettungsgleiter ausgebaut hat, gerade wieder senkt.

Freudig funkt der Anführer des Polizeitrupps das Revier an: „Ich freue mich, mitteilen zu können, dass wir nun auch Gewissheit über Captain Towers´ Verbleib haben – seit der Zerstörung von Police-Airbase_002.“

 

  • 13 –

     

Während Jessica und Bill vor dem imponierenden Gebäude des Kanzleramtes gerade wieder mit der Airfighter-Haupteinheit starten, ist im abhörsicheren Besprechungsraum ein Bild-Funkkanal nach London geöffnet: Premierminister Farrell spricht mit Verteidigungsminister Bancroft, neben dem MI6-Chief Young-Smith steht.

Young-Smith: „Dank dem Airfighter-Team haben wir nun die genauen Koordinaten von Schwartz´ geheimem Hauptquartier und sind bereit zum Zuschlagen.“

Bancroft bestätigt dies mit einem fest umschlossenen Blick.

Nachdem Farrell einen Blick mit Meitner ausgetauscht hat, nickt er bestätigend:

„Sie haben grünes Licht für die Operation!“

Bancroft: „Verstanden, Sir.“

Nach dem Beenden des Kontaktes dreht sich Farrell zurück zu Meitner und deren Sicherheitsstab. Meitner, entschlossen: „Dann sollten wir uns, da wir jetzt um ihre Existenz wissen, umgehend auf den Weg zu Sektion Alpha machen – und zwar genau so diskret, wie wir aus London abgereist sind.“

Farrell nickt mit einem leichten Grinsen.
 

14 –


Die über Washington unheilvoll untergehende Sonne am vom Abendrot erfüllten tiefblauen Himmel spiegelt sich im künstlich angelegten See vor dem bekannten großen Gebäude wider, als sich plötzlich die Airfighter-Beigondel und das kleine Geschwader aus Schwartz´ Flugmaschinen in der Wasseroberfläche spiegeln, die in diesem Moment den See überfliegen und im starken Gegenschub ihrer Manövriertriebwerke in der Tiefgarage unter dem Gebäude zur Landung ansetzen.

Chris: „Es wird nicht einfach, das durchzuziehen.“

Manuel: „Dummerweise haben wir jetzt Schwartz´ Leute im Nacken.“

Juan: „Selbst wenn wir diese sofort ausschalten, ist die Gefahr zu groß, dass Schwartz noch über unser Handeln informiert wird.“

Chris: „Jessie und Bill sind auch schon auf dem Weg – wir müssen das Spiel nur lange genug mitspielen.“

Juan und Manuel klopfen Chris mit einvernehmlichem Blick auf die Schultern. Dann steigen die drei aus und werden sofort von Schwarz´ bewaffnetem Trupp eskortiert.
 

Im Airfighter-Cockpit werden Bill und Jessica vom Airfighter-Computer informiert:

„Laut der Fernabtastung sind mehrere Flugmaschinen von London aus gestartet, das heißt, Schwartz lässt Chris, Juan und Manuel eskortieren und überwachen.“

Jessica: „Anders wäre es ja auch zu einfach und langweilig geworden.“

Bill grinst zurück: „Dann müssen wir den Plan eben noch genauer durchdenken.“
 

Chris, Manuel und Juan treten an der Spitze von Schwartz´ Trupp aus der Tiefgarage und fahren mit der Rolltreppe in die große Galerie hinauf: die verschiedenen Läden, Lebensmitteltheken und Kiosks sind zwar noch geöffnet, aber es befinden sich kaum noch Kunden darin jetzt am Abend. Chris, Manuel und Juan durchschreiten zusammen mit dem Trupp eine ganze Einkaufsetage und fahren anschließend mit einer zweiten Rolltreppe in das nächsthöhere Geschoss, wo sich hauptsächlich Restaurants und Cafés befinden: auch diese sind inzwischen leer und werden nur noch gesäubert. Oben in der Etage taucht Thorndikes Kopf auf, der jetzt körperabwärts immer mehr zu sehen ist, indem Chris die Rolltreppe ihm entgegen hinauffährt: Thorndikes und Chris´ Blicke fixieren einander.

Am oberen Ende der Treppe angekommen, tritt Chris Thorndike entgegen, während sich Juan und Manuel direkt links und rechts hinter Chris mit entschlossenen Blicken positionieren; zeitgleich verteilt sich Schwartz´ Trupp um die Rolltreppe herum in dieser Etage: der Anblick wirkt bedrohlich aus Thorndikes Sicht.

Thorndike: „Wie ich sehe, untermauern Sie diesmal Ihren Standpunkt noch ein weiteres Mal.“

Chris schweigt mit festem Blick. Juan und Manuel wissen, wie sehr Chris mit sich hadert, dies aber nach außen nicht im Geringsten erkennen lässt.

Thorndike fährt auf Chris´ Schweigen hin fort:

„Nun, erfreulicherweise bin ich diesmal in der Position, Ihnen zu versichern...“

Chris, Manuel und Juan spannen sich unbemerkt für Schwartz´ Trupp immer mehr an.

Thorndike: „..., dass der CIA Ihnen die überzeugenden Gegenargumente liefert!“

Auf dieses Kommando Thorndikes hin, ziehen die überall arbeitenden Reinigungskräfte plötzlich ihre Automatikwaffen und beziehen Schussposition hinter den Stühlen, Theken und Kassentischen – offenbar alles CIA-Agenten!

Juan, Manuel blicken zu Chris, ihre zur Schau gestellte Standfestigkeit beibehaltend, gleichzeitig richtet Schwartz´ Trupp seine Waffen zurück auf die Agenten.

Thorndike: „Nun demonstriere ich Ihnen die Deeskalationsstrategie des CIA.“

Jetzt lässt Chris seine Fassade fallen: „Mister Thorndike, wir sind auf Ihrer Seite, das Airfighter-Team operiert nach wie vor im Auftrage des amerikanischen Präsidenten!“

Thorndike merkt sofort verwirrt und völlig überrascht auf. Doch in diesem Moment eröffnet Schwartz´ Trupp das Feuer auf die CIA-Agenten, und diese erwidern das Automatikfeuer. Chris, Juan und Manuel springen sofort hinter das Treppengeländer in Sicherheit und Chris stellt wieder den Augenkontakt zu Thorndike her. Dieser hat zunächst überrascht und kurzzeitig unentschlossen gewirkt, fasst nun aber wieder einen Entschluss und ruft Chris gegen den Schusslärm zu:

„Dann will ich es wagen, Ihnen zu vertrauen!“

Im nächsten Moment erkennt Chris in Thorndikes Miene den entsetzten Ausdruck und dreht sich sofort in die andere Richtung, wo einer von Schwartz´ Männern gerade einen Granatwerfer auf die Schützen des CIA ausrichtet: Reaktionsschnell wirft sich Chris zurück und schießt selbst auf den Mann, so dass dieser den Schuss verreißt, der aber noch abgegeben wird, sodass die Granate nach oben in die Decke einschlägt und diese komplett zerfetzt und sogar die Schwimmhalle des Hotels im Obergeschoss des Gebäudes sprengt – das Wasser aus dem großen Schwimmbecken flutet, einem gigantischen Wasserfall gleich, die gesamte Galerie und strömt die Rolltreppen wie eine Kaskade hinunter! Indem das komplette Szenario weggespült wird, können sich Chris, Juan und Manuel reaktionsschnell noch die schweren Oberteile ihrer Uniformen ausziehen, bevor diese ebenfalls weggespült werden und sich voller Wasser saugen.

 

  • 15 –

     

In London verfolgt Andrew Young-Smith auf einem transportablen Überwachungsbildschirm im Safe House, wie ein Trupp von bewaffneten Agenten zusammen mit Collin Bancroft den Geheimgang in der Tower Bridge zu Carl Schwartz´ verstecktem Hauptquartier stürmt: der Trupp wirft eine Handvoll Rauch- und Leuchtgranaten die Treppenstufen hinunter und zerschmettert mit einer Panzerfaust die dicke Schleusentür, die in die große Halle mit den zahlreichen Computerabteilungen führt. Als der Trupp das Hauptquartier von Schwartz´ Organisation gestürmt hat, stellen sie jedoch fest, dass hier alles geräumt worden ist: stattdessen zeigen auf einmal alle Computerbildschirme gleichzeitig das Gesicht Bastian McByrons an, der von sämtlichen Bildschirmen gleichzeitig einmal mit listigem, charmanten Lächeln zu zwinkert.

Böses ahnend, schreit Collin noch dem Trupp durch die komplette Halle zu: „Raus hier, schnell!“

Da explodieren mehrere Zünder gleichzeitig unter der Decke der Halle, und das dicke Glasdach zerplatzt, sodass jetzt Unmengen an Wassermassen aus der Themse nach unten in die Halle stürzen.

 

 

 

Ende des 1. Teils

 

 

Story by Christian Scheffel

 

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 17.01.2021. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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