Elke Müller

Amerika....

Ein metallisches Klicken war zu hören. Plötzlich stand Ben Harper breitbeinig auf der Türschwelle, seine Augen waren gerötet und blickte wild und ungeduldig herum, in den Händen hielt er eine abgesägte Schrotflinte. Lauernd verharrt er. „ Das Weib gehört immer noch mir, auch wenn sie keine große Bedeutung für mich hat....,“ brüllte er mit verzerrten Gesicht. Bekommt ein Hustenanfall der ihn durchschüttelte, er fror, obwohl es warm war. „ So lasse ich mich von niemanden behandeln!... Was dieser kleine Bastard da betrifft,“ keuchte er dann, „ … der hat Wolfsblut in den Adern und bringt es fertig, eines Tages jemanden umzubringen.“ Dann sah er Salida durchdringend an und dieser Blick sagte ihr alles. Sie hatte noch nie solche verschlagene und tückische Augen gesehen. Sie schloss die Augen, konnte diesen Blick nicht mehr sehen. „ Hör zu du Hundesohn,“ in den dunklen Augen von Redmon tritt Härte ein, er ist sogar noch einen halben Kopf größer als Ben Harper, „ ich verstehe keinen Spaß, schleiche dich, wenn du keinen Ärger haben willst.“ Heika stand bis jetzt ruhig an der Ecke des Stalles an einem Stützpfeiler und tauchte nun in dessen Schatten ab. Als Ben Harper die Waffe hob, lies er sein Messer durch die Luft wirbeln. Die Klinge fuhr in den linken Oberarm und nagelte ihn am Türpfosten fest, der nun vor Schmerz aufbrüllte. Die Flinte entfiel ihm und landete auf den Dielenboden. „ Du elender verdammter roter Hund!“ Salida drehte sich mit einem katzenhaft fauchenden Laut herum, sie zwang sich ruhig zu bleiben, trotzdem war ihr Gang leicht und geschmeidig. Langsam trat sie an ihren Peiniger heran. In ihren Augen lag Hass, unversöhnlicher blanker Hass. In ihren Gedächnis existierte Kälte, Angst, Armut und mehrfach erlittene Gewalt. Sie möchte am liebsten weinen, doch sie darf es nicht, obwohl ein maßloser Hass sich in ihr ausbreitet. Mit zittrigen Lippen antwortete sie. „ Ich war eine Häuptlingstochter vom Stamm der Chickasaw und habe keine Angehörige mehr und weiß was Krieg bedeutet. Ich war noch ein Kind, als ich bei einem Überfall von Weißen, welche wie ein Heuschreckenschwarm über unser Volk hergefallen waren, in dessen Hände geriet. Es ist schrecklich machtlos und untätig mit ansehen zu müssen, wie geliebte Menschen niedergemacht wurden. Es war die reinste Hölle. Viele Demütigungen musste ich ertragen.... Ich hasse den Krieg und ich hasse das Töten.... Ich sah zu Tode gemarterte Männer, erschlagene Kinder, vergewaltigte Frauen und Blut zieht Blut nach sich.“ Sie trat nah an Ben Harper heran, spuckte ihn ins Gesicht. „ Gemordet hat eure Sippschaft, wie Wölfe seit ihr, die ohne Rücksicht über ihre Opfer herfallen, zu viel Blut klebt schon an euren Händen. Wie viel gemarterte Menschen müsst ihr Halunken schon auf euren Gewissen haben... Ich weiß nicht warum Menschen andere Menschen als ihr Eigentum betrachten....“ Sie warf ihn einen eisigen Blick zu. „ Man hat mich einfach verkauft, wie ein Stück Vieh! ... Er da,“ und tippte mit den Finger gegen die Brust ihres Peinigers - „ er da, hat mich gekauft. Er ist ein widerlicher Versager, der nichts auf die Reihe bekommt und alles verkommen lässt. Ist nachtragend, heimtückisch und unberechenbar, einer, der alles kurz und klein schlägt, wenn ihm etwas nicht in den Kram passt und... über Leichen geht. Ich durfte für ihn Tag und Nacht schuften, dabei bin ich für ihn nur der letzte Dreck und bekam nur Verachtung und Schläge, egal was ich machte… Irgendwelche dunkle Grenzgeschäfte betreibt er, verschiebt verbotene Waren, danach verjubelt er alles, was nicht angenagelt ist, für Alkohol… Ich habe genug von ihm! Ich will frei sein! Ich will Leben können wie ich will, ohne verachtet zu werden, weil man anders ist als die anderen. Nur weil ich hier geboren bin.... gelten die Grundrechte der Verfassung nicht für uns!“ Da stand sie, mit dunklen zornigen Augen, braunen Teint und langen blauschwarzem Haar. Sie war eine wilde Schönheit. Die Liebe und Enttäuschung kannte, aber ihren Stolz bewahrt hat. Ben Harper ballte die Hände. Seine Stimme war voller Wut und Verachtung. „ Hol euch alle der Teufel, verschwindet endlich von meiner Farm!“ In seinen Augen tritt Verschlagenheit und Brutalität hervor. „ Hör zu, du Ratte! Rate dir, fange besser nichts an... ich habe noch nie daneben geschossen,“ sagte Heika grimmig. Er wollte nicht, hier und heute, einen Kampf mit ihm ausfechten.


 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 24.01.2021. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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