Marion Schanné

Kuckuckswelpen - illegaler Welpenhandel mitten in Deutschland

Kuckuckswelpen - grausiges Millionengeschäft
Unseriöse Züchter stocken ihre Würfe
mit illegalen Welpen aus Puppy Mills auf...


Hinweis:
Die Personen und die Handlungen der folgenden Kurzgeschichte sind frei erfunden. Etwaige Ähnlichkeiten mit tatsächlichen Begebenheiten oder lebenden oder verstorbenen Personen wären rein zufällig. 

Wer einen gesunden Hund nicht als solchen wertschätzt, ist es nicht wert, einen Hund sein Eigen zu nennen.


Kuckuckswelpen

Privatdetektiv Povjerenik riet seiner Auftraggeberin, Frau Cagi Pari am Telefon: „Sie sollten Malieńka kaufen, damit Sie endlich das Geheimnis um diese Kuckuckswelpen lösen können.“ 

„Ja, mein lieber Herr Povjerenik, sie haben Recht, das weiß ich wohl, aber mir graut bei dem Gedanken diese Hundehändlerin Frau Chisvetasimba auch noch finanziell zu bereichern. Jeder verkaufte Hund macht Platz für den nächsten Kuckuckswelpen.“ 

„Frau Cagi Pari, bedenken Sie aber doch, wenn Sie Malieńka bei sich haben, können Sie die den dürren Welpen aufpäppeln und sie vom Tierarzt untersuchen lassen. Ich habe Malieńka und auch ihre Wurfschwester Malieńki kennengelernt; ein Elend sag´ ich ihnen, Frau Cagi Pari, ein Elend.“

Cagi Pari seufzt gequält auf. Nie wieder wollte sie aktiv im Tierschutz mitwirken und jetzt steckte sie bis zum Hals in den Ermittlungen gegen einige Puppy Mills, die mit illegalem Welpenhandel Umsätze in Millionenhöhe machten. Eine Professorin der Wirtschaftspolitik an der Uni Göttingen veröffentlichte 2006 und 2014 Studien zum wirtschaftlichen Umfeld der Heimtierhaltung. Diese Professorin schätzt den Umsatz aus Zucht und Erwerb von Hunden auf 300 bis 350 Millionen Euro.

„Okay, Herr Herr Povjerenik, ich mache das. Ich kaufe Malieńka. Hat Frau Chisvetasimba schon gesagt wieviel Geld sie haben will?“

„Frau Cagi Pari, Sie haben das Herz am richtigen Fleck. Frau Chisvetasimba hat Malieńka und ihre Schwester vor ein paar Wochen übers Internet im 900 Kilometer entfernten Neraka bestellt. Die Vermehrerin ist eine Frau Zinotyisova, die einer virtuellen Züchtervereinigung angehört. Da bekam sie für ein paar Euro gefakte Reisepapiere und eine wertlose Ahnentafel. Damit rechtfertigt Frau Chisvetasimba, dass sie 1200,00 Euro für Malieńka verlangt.“

Cagi Pari gelang es ihre Verachtung für die geldgeile Frau Chisvetasimba zu unterdrücken. „Wie dreist ist die denn? Was meinen Sie, Herr Povjerenik, wieviel hat Frau Chisvetasimba an die Puppy Mill in Neraka für die beiden Welpen bezahlt?“ 

„Der Marktpreis liegt momentan bei 250,00 Euro für einen Lavier-Welpen. Also hat sie bestimmt nicht mehr als 500,00 Euro für alle beiden Welpen bezahlt.“

Kopfschüttelnd beauftragte Cagi Pari ihren langjährigen Privatdetektiv, die kleine Malieńka in ihrem Auftrag zu kaufen. „Lassen Sie sich alle Papiere geben; fragen Sie nach DNA-Profilen der Elterntiere, falls Frau Chisvetasimba auch nur einen Funken Züchterehre im Leib haben sollte, wird sie die Karten auf den Tisch legen. Wenn sie die DNA-Profile verweigert, verhärtet sich der Verdacht, dass sie billige, vermutlich kranke, osteuropäische Kuckuckswelpen vertickt.“

„Davon gehe ich aus; ich habe Frau Chisvetasimba persönlich observiert und ihre Nachbarn haben aus dem Nähkästchen geplaudert. Das scheint ein stark frequentierter Welpenumschlagplatz zu sein.“

„Ich werde ihnen die 1.200,00 Euro für Malieńka gleich überweisen. Lassen sie sich bitte eine Quittung mit ausgewiesener Mehrwertsteuer ausstellen. Frau Chisvetasimba ist offiziell als umsatzsteuer-pflichtiger Zuchtbetrieb beim Finanzamt gemeldet.“

„Wie soll ich mich verhalten, wenn Frau Chisvetasimba die Herausgabe der Papiere verweigern sollte?“

„Egal, holen Sie einfach Malieńka da raus. Mein Mann übernimmt sie dann von ihnen und wird sie direkt in einer Tierklinik vorstellen; bevor sie hier in unser kleines Rudel kommen kann. Nicht dass sie Flöhe mitbringt wie Nick oder gar Ohrmilben wie seine  Schwester Minimouse.“ 

„Wie gut für die Hunde, dass sie so verantwortungsvoll mit ihnen umgehen.“

Ein paar Stunden später konnte Herr Cagi Pari die Hündin Malieńka in Empfang nehmen. Der Gesundheitscheck in der Tierklinik war nicht gut, aber auch nicht so schlecht wie befürchtet.

Frau Cagi Pari päppelte Malieńka auf und war entsetzt, als es der Hündin ein paar Wochen später von einen Moment auf den anderen sehr schlecht ging. In Windeseile fuhr sie Malieńka zum Tierarzt. Notoperation! Irgendetwas war in ihrem Bauchraum geplatzt. 

Es stellte sich heraus, dass Malieńka bereits mindestens eine Nabelbruch Operation hinter sich hatte und dass die OP innerlich nicht vollständig abgeheilt war. 

„Mein armes, kleines Mädchen,“ nahm Frau Cagi Pari ihre geliebte Malieńka am Tag nach der Notoperation wieder in ihre fürsorglichen Hände.

Es stand fest, dass Malieńka niemals Welpen bekommen sollte. Dennoch ließ Frau Cagi Pari die Laboruntersuchungen machen, wie sie für Zuchthunde der Rasse Lavier üblich sind. 

Malieńka wurde vom Pech verfolgt. Nicht nur, dass sie von einer Puppy Mill an eine Hundehändlerin verkauft wurde, die sie mit wertlosen Papieren, ohne Quittung weiterverkaufte und kurz darauf eine Notoperation erlitt, nein, die Laborergebnisse bestätigten, dass sie die mutierten Gene der Erbkrankheit NTX trug und Trägerin einer zweiten Erbkrankheit war.

„Verd...., diese elende Welpenmafia!“ Frau Cagi Pari war alleine und ließ ihren Gefühlen freien Lauf. „Jetzt will ich´s wissen!“ 

Frau Cagi Pari inserierte auf allen bekannten Internetplattformen, dass sie für Malieńka in 12 Monaten einen Deckrüden suchen würde. Es meldeten sich viele Deckrüdenbesitzer, denn in der wertlosen Ahnentafel von Malieńka waren besonders wertvolle Hunde als angebliche Ahnen genannt. Die meisten Bewerber wollten Deckakt gegen Welpe und alle scheiterten an dem Labortest.

Malieńka hatte die mutierten Gene NTX/NTX und jetzt kommt das unvorstellbare:
Unter den ca. 30 Deckrüden-Bewerbern war nicht ein einziger Hund, der 100% frei von NTX gewesen wäre! Darüber hinaus waren 21 Deckrüden selbst Träger der Erbkrankheit, von der auch Malieńka Träger war.

„Alles Kuckuckswelpen,“ dachte Cagi Pari traurig, „in renommierten, kontrollierten  Zuchten gäbe es so was nicht. Nicht wahr?“

Malieńka lebte fast 2 Jahre lang fröhlich mit Familie Cagi Pari und ihrem Rudel. Dann kam der Rückfall. Malieńka´s Krankheit war wieder aufgebrochen. Diesmal konnte die Tierärztin ihr nicht mehr helfen. Malieńka starb in den Armen von Frau Cagi Pari.

Ein paar Tage danach, als die erste Welle der schmerzlichen Trauer um Malieńka ein wenig abgeebbt war, rief die Tierärztin bei Familie Cagi Pari an. 

 „Malieńka hatte Glück, dass sie bei ihnen leben durfte. Diese Frau Chisvetasimba ist dafür gefürchtet, dass sie Hündinnen sogar direkt nach einem Kaiserschnitt wieder decken läßt.“ 

„Oh, hat sich die grausige Wahrheit über diese perfide Hundehändlerin schon bis hierher verbreitet?“ staunte Frau Cagi Pari „der Tierschutz ist ihr wegen ihrer dubiosen Geschäfte mit den Kuckuckswelpen aus den osteuropäischen Puppy Mills auf den Fersen. Malieńki, die Wurfschwester von Malieńka lebt noch bei ihr. Dieser Hündin hat sie „echte“ deutsche Papiere besorgt und stellt sie im Internet mit ihrem eigenen Zwingernamen „Malieńki vom Chisvetasimba“ vor. Wegen der mutierten NTX Gene wird Malieńki zur Produktion von Kuckuckswelpen mißbraucht.“

„Werden Sie Malieńki von dort freikaufen?“ 

Frau Cagi Pari nickte entschlossen. „Schon bald. Eine Kollegin von unserem guten Privatdetektiv Povjerenik ...“

Diesen Beitrag empfehlen:

Mit eigenem Mail-Programm empfehlen

 

Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Marion Schanné).
Der Beitrag wurde von Marion Schanné auf e-Stories.de eingesendet.
Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte.
Veröffentlicht auf e-Stories.de am 28.01.2021. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

Die Autorin:

Bücher unserer Autoren:

cover

Dicke Enden von Volker König



Einen Augenblick hatte die Welt ganz anders ausgesehen ... Tiefer, einfacher.
Ein Adventskalender mit 358 Türchen, ein Prost! in die Weiten des Alls oder ein Pfirsich, der nach dem Sinn des Lebens sucht.
Eine haarsträubende Sammlung aus Texten und Zeichnungen, der man gelassen entgegenblicken sollte.

Möchtest Du Dein eigenes Buch hier vorstellen?
Weitere Infos!

Leserkommentare (0)


Deine Meinung:

Deine Meinung ist uns und den Autoren wichtig!
Diese sollte jedoch sachlich sein und nicht die Autoren persönlich beleidigen. Wir behalten uns das Recht vor diese Einträge zu löschen!

Dein Kommentar erscheint öffentlich auf der Homepage - Für private Kommentare sende eine Mail an den Autoren!

Navigation

Vorheriger Titel Nächster Titel

Beschwerde an die Redaktion

Autor: Änderungen kannst Du im Mitgliedsbereich vornehmen!

Mehr aus der Kategorie "Spannende Geschichten" (Kurzgeschichten)

Weitere Beiträge von Marion Schanné

Hat Dir dieser Beitrag gefallen?
Dann schau Dir doch mal diese Vorschläge an:

Alexandra ist neu hier - Teil 1 von Marion Schanné (Leben mit Kindern)
Spitze Zungen von Margit Farwig (Spannende Geschichten)
Seitenschläfer schnarchen selten von Fritz Rubin (Alltag)