Elke Müller

Amerika....

 

Akamos lief sofort freudig zu den Pferden. Sein Wunsch war immer stärker geworden frei zu sein und jagen zu können. Er versteht sich auf Fährten lesen und kann diese auch richtig deuten. Er wollte sich nicht unterordnen, sondern frei sein, die Welt erforschen und Jäger sein. Heika klopft den Hals seines Schecken, gab einen Furcht erregenden Schrei von sich und ihre Pferde ergreifen die Flucht. Die Route welche sie entlang reiten, ist ein langer, staubiger harter Weg. In einen kleinen Talkessel machten sie halt, denn die Schatten der Nacht krochen immer schneller heran, bald wird man nichts mehr sehen können. Es ist noch immer ein gefährliches Land mit weit verstreuten Ranches und Siedlungen. Es war spät in der Nacht, als sie ein Nachtlager vorbereiten, in dessen Mitte eine Feuerstelle lag. Abseits im Gebüsch stand jemand. Bewegungslos steht er da hechelt und lauscht. Dann bewegt er sich, unruhig hin und her. Bog schließlich den Rücken durch, wittert mit der Nase und verschwindet in der Dunkelheit. Als ein leises Knacken erfolgt, kommt sofort ein Schnauben von den Pferden, die sogleich zur Seite ausweichen. Da war jemand. Eine kurze Bewegung, ein schemenhaften Schatten, ein Rascheln. Was es auch immer war, diese Bewegungen am Rand einer Baumgruppe waren geisterhaft. Im Feuerschein konnte man jetzt eine faszinierende Erscheinung erkennen mit einer Aura von Wildnis. Sein Fell erinnert in Farbe und Struktur den von Canis Lupus. Der Graue schnüffelt erneut in ihre Richtung, versucht alle Düfte, die er war nimmt, einzuordnen und kommt langsam näher. Er gibt einen kurzen warnenden Laut von sich. Legt sich hin und bettet seinen Kopf auf seine Vorderpfoten und starrt zum Feuerschein hinüber. Heika hob überrascht den Kopf, lauschte und weiß es zu deuten. Die Anderen waren zur Zeit zu beschäftigt um es zu bemerken, aber für Laien ist dieser hier, von einen Wolf schwer zu unterscheiden. Man sieht ihm das Wolfsblut an, man spürt es. Zwar äußerlich ein Wolf und doch innerlich ein Hund. Der Wind wehte fremde Gerüche vor sich her, sowohl von Essen. Leise winselt er, leckt sich übers Maul, spitzt die Ohren, aber bleibt sitzen und wartet. Vielleicht, gibt ihm jemand ein paar Brocken zu fressen. Im Gegensatz zu ihm, ist der Wolf ein Wildtier und meidet von Natur aus die Nähe zum Menschen. Das hat er seit Jahrhunderten tief verinnerlicht. Er ist scheu und ängstlich angesichts lauter Geräusche, hektischer Betriebsamkeit und erst recht bei diesen zweibeinigen Massenaufläufen. Dies ist der purer Stress für ihn. Deswegen zieht er sich gewöhnlich zurück, als einen Angriff zu wagen. Heika stand auf, ging ein paar Schritte auf die Büsche zu, lockte leise. Er hatte schon lange so ein inneres Gespür gehabt, das irgendwas sie verfolgte. Hatte aber bis jetzt nichts gehört oder gesehen. Die Muskeln des Grauen waren angespannt, das Nackenhaar aufgestellt und die Zähne gefletscht. Immer wieder wich der Graue einige Meter zurück, kommt dann wieder knurrend Schritt für Schritt auf ihn zu, als wolle er in jeden Moment einen Angriff wagen und ihm an die Kehle springen. Leise redet Heika auf ihn ein. „ Ist ja gut! Braver Hund! Keiner tut dir etwas!Dann schaut er Heika aus seinen bernsteinfarbigen Augen an und nimmt Witterung auf. Redmon, ist mit den Augen Heika gefolgt und hat den Wolf gesehen, griff nach dem Spencer- Karabiner, weil damit ein schnelles Durchrepetieren möglich war und man konnte bis sieben Mal abfeuern, ohne neu laden zu müssen, sowohl traf man noch gut auf gute 200 Meter. Denn in einiger Entfernung hört er lang gezogenes Heulen und Jaulen. Der Graue hebt den Kopf und zieht die Luft durch die Nase, als ob er auf etwas bestimmtes wartet. Plötzlich riecht er etwas. Diesen Geruch kennt er ganz genau. Noch einmal stellt er die Nackenhaare auf und knurrt erneut, obwohl weiter auf ihn beruhigend eingeredet wird. Schließlich legt er sich hin und robbt auf allen vieren auf ihn zu, als wolle er sich anschleichen. Wedelt dann kurz mit den Schwanz und springt fröhlich hoch, leckt ihm mit der Zunge über sein Gesicht. Lachend kraulte Heika sein dichtes Fell. „ Splinter! Splinter, du alter Schelm! Es ist so schön dich zu sehen! Na komm, es geht nach Hause!“ Er läuft ein paar Schritte hin und her und folgt ihm zögerlich mit federnden unbeschwerten Gang, in einem bestimmten Abstand. Für Splinter war es ziemlich verwirrend neue Gesichter zu sehen. Akamos fand die Nähe von Splinter überwältigend. Dessen Atem, das dichte Fell und diese gebändigte Wildheit die jederzeit ausbrechen konnte. Er konnte sich nichts besseres vorstellen, jeden Tag mit dem Grauen zu verbringen.

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