Irene Rabenbauer

Der Zorn des Psychopathen - Teil 5 - Cyberstalking

Hinweis:

Die Personen und die Handlung der folgenden Kurzgeschichte sind frei erfunden. Etwaige Ähnlichkeiten mit tatsächlichen Begebenheiten oder lebenden oder verstorbenen Personen wären rein zufällig.

Teil 5: Cyberstalking

Wider Erwarten wurde Ines‘ Seite sehr gut besucht. Ihre Beiträge fanden großen Anklang und die Zahl ihrer Abonnenten stieg stetig. Ihre ehrlichen und unverblümten Schilderungen der negativen Erfahrungen, die sie mit dem Betrüger, dem sie aufgesessen war, gemacht hat sowie auch ihre Ratschläge im Umgang mit Heuchlern wurden gut angenommen.

Natürlich dauerte es nicht lange, und Stalker-Jonny, wie er mittlerweile von Ines und ihren Freundinnen genannt wurde, hatte auch ihre DingDoing-Seite im Visier. Kurzerhand erschuf er eine Hetzseite auf DingDoing, die sich gegen Ines richtete. Der Name seiner Seite war fast namensgleich mit Ines‘ Seite. Auf die Seite von Stalker-Jonny wurde Ines von mehreren ihrer Fans hingewiesen, denen durch die Eingabe von Ines‘ Seitennamen in die Suche bei DingDoing automatisch auch die Seite von Stalker-Jonny vorgeschlagen wurde. Daraufhin benannte Ines ihre Seite kurzerhand um.

„Die Wut dieses perfiden Menschen nimmt ungeheuerliche Formen an“. Ines telefonierte mit Amelie, ihrer engsten Vertrauten. „Stell‘ Dir vor, heute hatte ich eine Rundmail von Psycho-Jonny im Postfach mit folgender Drohung:

‚Mädel, merke Dir: ich werde es immer erfahren WANN & WO Du dich bewegst und wo Du deine Lügen und Boshaftigkeiten über mich verbreitest.‘

„In der E-Mail spricht er mich wie immer nicht mit Namen an. Dadurch, dass er die Mail wie immer als Rundmail verschickte, kann ich nicht beweisen, dass tatsächlich ich mit der Bedrohung gemeint bin.“

„Psycho-Jonny läuft langsam zur Hochform auf. Der gibt sich alle Mühe, dich zu treffen und weichzukochen und dabei nicht aufzufliegen“, erwiderte Amelie. „Der hat absolut kein Unrechtsempfinden. Andererseits postet er Beiträge auf seiner öffentlichen Seite, in denen er sich selbst als „Opfer“ darstellt. Ganz ehrlich, Ines, Psycho-Jonny hat dezent einen an der Waffel...“

Nur zwei Tage später erhielt Ines erneut eine E-Mail von Psycho-Jonny:

‚Na, hast du deine Hamser um s Eck gebracht, du Tierschenderin? Oder sind die eines natürlichen Totes gestorben? Was unlogish ist. 50 Hamser sterben nicht auf einmal auf normalen Weg. Viel Erfolg beim verkaufen der Hamstereinsträu. Da folgen doch jetzt bestimt noch mehr Anzeigen für Hamsterlibhaber.‘

Sie leitete die E-Mail an Amelie weiter und beide telefonierten erneut. „Wir sollten Jonny einen Deutschkurs spendieren. Orthografisch und grammatikalisch hat er nicht gerade viel auf dem Kasten. So miserabel hat er sich noch nie artikuliert.“ Amelie und Ines mussten beide herzhaft lachen.

„Nein, Ines, jetzt aber ernsthaft“. Amelie klang besorgt. „Der stalkt dich tatsächlich rund um die Uhr und auf jeder erdenklichen Plattform im WWW. Der muss doch minütlich die Suche nach deinem Namen auf Search aktualisieren. Die E- Mail hat er exakt fünf Minuten, nachdem dein Inserat auf Buy-It veröffentlich wurde, versandt. Sorry, aber dieser Typ gehört in psychiatrische Behandlung“.

„Interessant finde ich, dass er auch in meine Anzeige auf Buy-It seine eigenen, wirren Gedanken hineininterpretiert und mein Inserat vorsätzlich falsch auslegt. Das Buy-It-Inserat habe ich im Auftrag meiner 76-jährigen Nachbarin aufgegeben, die kein Internet hat. Sie wollte mir ursprünglich die drei Sack Einstreu für Ninas Hamster schenken. Aber es ist leider kein Allergie-Einstreu und eignet sich deshalb nicht für uns. Ich habe Frau Friese angeboten, die Einstreu über Buy-It für sie zu verkaufen und sie war sehr dankbar dafür. Der Irre schließt nun aufgrund meiner Verkaufsanzeige, dass unsere Hamster verstorben sind.“ Ines musste lachen und Amelie stimmte ein. „Ich mutiere dank Psycho-Jonny noch zum VIP, wenn das so weitergeht.“ Lauthals lachend machten sich die beiden noch ein wenig lustig über den sonderbaren Perfido, wie sie ihn, wenn sie unter sich waren, nannten.

Die E-Mail mit dem grotesken Hamstertext veranlasste Ines dazu, eine Collage über Mobbing zu veröffentlichen. Natürlich konnte sie sich einige provozierende Worte als Erklärung für die Collage nicht verkneifen.

                    SCHMACH

                  BEDROHUNG

                          BULLYING

                  HERABWÜRDIGUNGEN

                        NIEDERTRÄCHTIGKEIT

                          NACHSTELLUNGEN

     VERLEUMDUNGEN

Ihre satirische Interpretation von Mobbing und Stalking wurde von den Besuchern ihrer Seite zahlreich mit „I like it“ oder mit einem lachenden Gesicht versehen. Dies brachte Stalker-Jonny zur Weißglut und er begann, Fehler zu machen.

 

To be continued…

 

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