Irene Rabenbauer

Spaziergang mit Hund im Winterwald 🐶

Spaziergang im Winterwald – einfach mal die Seele baumeln lassen

Eine meiner Lieblingsfreizeitbeschäftigungen ist es, mit meinem Mann und unseren beiden Hunden einen ausgedehnten Waldspaziergang zu unternehmen.

„Eintauchen in eine andere Welt“ nenne ich unsere Ausflüge scherzhaft. Obwohl, es ist schon etwas Wahres dran. Raus aus dem Alltag, alle Sorgen und Nöte vergessen und einfach nur die Seele baumeln lassen. Selbst meine Angst vor einer erneuten Ansteckung mit dem Teufelsvirus Corona rückt in den Hintergrund.

Nur die Natur, deren Musik und wir. Egal zu welcher Jahreszeit, der Wald ist etwas Besonderes. Jetzt im Winter scheint es, als würden sich die schneebeladenen Äste der Sträucher und Bäume vor uns verneigen. Der Schnee knirscht unter unseren Füßen und singt eine bizarre, einzigartige Melodie. Jeder Schritt hat seinen eigenen Ton. Die Sonne strahlt von einem wolkenlosen Winterhimmel und wärmt unsere kalten Nasen. Unser Atem steigt in kleinen Wölkchen zum Himmel.

Bobby und Charles, unsere Cavaliere, versinken mit ihren zarten Pfötchen leicht im Neuschnee, sobald sie den festgetretenen Weg kurz verlassen. Die Freude über unseren gemeinsamen Spaziergang ist den beiden anzusehen, hier dürfen sie Hund sein und ihren Urinstinkten nachgehen. Der Schnee übt einen außergewöhnlichen Reiz auf meine beiden Herzbuben aus, denn im Schnee schnüffelt es sich besonders gut.

Charles wälzt sich ausgiebig im Schnee. Anschließend schüttelt er sich und die Schneeflocken, die er aufwirbelt, schimmern wie Diamanten in der Wintersonne, während sie langsam als kleine Eiskristalle zu Boden sinken.

Bobby stürmt voraus, immer die Nase am Boden. Er blickt kurz um, verliert uns nie aus den Augen. ‚Kommt ihr nun endlich, ihr Schlafmützen?‘, scheint er zu fragen, „es ist so schön hier, ich möchte noch so viel erkunden. Aber ich werde euch immer im Blick behalten, wir sind doch ein Rudel‘. Seine Augen sprechen eine deutliche Sprache.

Charles sprintet Bobby hinterher. Die dünne Eisschicht auf einer Pfütze, die er durchquert, berstet knackend, das Wasser spritzt an seinen weißen Pfötchen hoch und hinterlässt seine Spuren. Unerschrocken und unbeeindruckt springt er weiter in Richtung Bobby.

‚Warte auf mich, lass mich teilhaben an deinem Abenteuer‘. Charles sprintet auf Bobby zu und hat ihn bald erreicht. Beide laufen gemeinsam ein paar Meter weiter. Seite an Seite. Ein wunderbares Bild unserer beiden Hunde. Sie sind unzertrennlich. Keiner kann ohne den anderen sein, sie sind ein Herz und eine Seele.

Bobby schnüffelt höchst konzentriert und interessiert an einem Strauch, dreht sich nach einer Weile zu Charles um und scheint ihn einzuladen. ‚Komm her, hier riecht es lecker‘. Charles und Bobby schnüffeln nun minutenlang gemeinsam an derselben Stelle. Schließlich hebt Bobby sein Beinchen und markiert. Sofort markiert Charles hinterher. Dadurch demonstriert er seine Zugehörigkeit zu Bobby, seinem Rudel.

‚Nun gehe ich voraus‘. Mit einer eindeutigen Kopfbewegung deutet Charles die Richtung an und Bobby folgt ihm. ‚Was machst Du da?‘ Bobby bleibt abrupt stehen und beobachtet Charles, der sich erneut ein Stück abseits des Weges genüsslich im Schnee rollt. Dazu würde sich mein eitler Bobby niemals hinreißen lassen. Charles hingegen genießt es, sich immer und überall zu suhlen.

Meine Hunde lassen mich wissen, dass sie jede Menge Spaß haben. Auf Kommando kommen sie angespurtet. Beide sehen mich verheißungsvoll mit ihren großen Kulleraugen an. Charles stupst mich behutsam an und lässt mich dadurch wissen, dass er gestreichelt werden möchte. Während ich Charles sanft am Hals kraule, schmiegt sich Bobby an meine Beine. Nach dieser kurzen Kuschelrunde schicke ich sie wieder auf den Weg, damit die beiden die letzten Meter durch den Wald noch ausgiebig genießen können.

Charles und Bobby laufen nur wenige Meter und halten dann inne, um abermals eine Schnüffelrunde einzulegen. Diesmal ist ein Tannenzapfen das Ziel ihrer Begierde. Nein, an geistiger Auslastung fehlt es den beiden hier im Wald bestimmt nicht. Welche Informationen mögen die beiden von dem Tannenzapfen ablesen? Wir Menschen werden es wohl nie erfahren, aber für Charles und Bobby ist ausgiebiges Schnüffeln das beste Training für ihre hündischen Gehirnzellen.

Schon ein paar Meter weiter erregt die nächste, für uns Menschen vollkommen unspektakuläre Stelle die Aufmerksamkeit meiner Hunde. Wieder legen mein Mann und ich einen Halt ein, sobald wir unsere Hunde erreicht haben oder wir gehen nur langsam weiter, damit die beiden in Ruhe ihre Nasenarbeit beenden können.

Nach zwei Stunden geht dieser wunderbare, ausgedehnte Spaziergang zu Ende. Ausgedehnt heißt dabei nicht unbedingt, dass wir etliche Kilometer zurückgelegt haben. Nein, ausgedehnt bedeutet: wir passen uns unseren Hunden an, lassen sie ihrer Lieblingsbeschäftigung „Schnüffeln“ nachkommen. Nasenarbeit ist für unsere Hunde sehr wichtig, sie lesen ihre Umgebung.

Geht man mit Hunden spazieren, gewinnt das Wort „Spazierengehen“ eine ganz neue Bedeutung. Eigentlich sollte es heißen Spazierenstehen und nicht Spazierengehen.

Zuhause angekommen entspannen sich unsere beiden Herzbuben glückselig bei einem Nickerchen. Ich genieße diese Momente. Wenn meine Hunde glücklich sind, bin ich es auch.

Die Treue und die Liebe eines Hundes sind kostbare Geschenke. Ich liebe meine Hunde und bin dankbar, dass sie an meiner Seite sind 💕🐾.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 12.02.2021. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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