Tina Kaiser

Nero - Cowboy der Philosophie

Tanja stellt ihren Wecker aus. 4 Uhr am Morgen. Sehr gut. Jetzt einmal strecken, raus aus dem Bett, ein Glas Wasser trinken und rein in das Sportoutfit...
Nach dem anstrengenden Frühsport frühstückt sie und geht sich waschen. 6 Uhr. Perfekt, jetzt kann der Arbeitstag starten. Tanja lernt eine Stunde lang Vokabeln der lateinischen Sprache, ehe sie sich zurecht macht und zur Arbeit fährt. Sie ist Lateinlehrerin an einer Oberschule in der Großstadt.

Tanja ist Mitte 30, sehr sportlich und wie die Schüler sagen: "Schwer in Ordnung". Sie gibt sich sehr große Mühe eine gute Lehrerin zu sein und ist stets darauf bedacht so zu sein und den Unterricht so zu führen, dass ihre Schüler gern in die Schule kommen. Das Gleiche erwartet sie jedoch auch von ihren Schülern. Diese engagierte Lehrerin ist seit Jahren single und das soll, in ihren Augen, auch so bleiben, denn sie lebt für ihren Beruf und möchte keine unnötigen Ablenkungen, bzw. Enttäuschungen.

In der Schule angekommen hat Tanja noch eine Stunde Zeit bis ihr Unterricht anfängt. Sie sitzt dann immer im Lehrerzimmer und bereitet den Unterricht vor oder nach und denkt über Verbesserungen nach. Heute muss sie vor Unterrichtsbeginn noch Obst kaufen gehen, denn sie stellt immer eine Schale davon auf ihren Lehrertisch, damit sich die Schüler bedienen können. Tanja ist der Ansicht, dass hungrige Schüler nicht aufpassen, weil sie mit den Gedanken beim Essen sind und um das zu verhindern erlaubt sie ihren Schülern das Essen im Unterricht und mit der Schale Obst versucht sie, die gesunde Ernährung schmackhaft zu machen.

"Guten Morgen Frau Lateinlehrerin." Diese sexy Stimme erkennt Tanja sofort. Das ist Nero. Der Philosophielehrer. "Guten Morgen Herr Philosophie", sagt Tanja und grinst Nero frech an. "Wie war dein Wochenende? Philosophisch?" Sie fragt ihn immer Dinge, auf die er lange antworten muss, denn sie hört ihn so gern reden. Eigentlich ist Nero nicht ihr Typ, aber diese sexy Stimme und diese lockere, coole Ausstrahlung lassen sie dahinschmelzen. Und sein Lachen ist so verfüherisch.
Sie stellt sich dann immer vor, wie er als Cowboy aussehen würde. Hoch zu Ross, mit Western - Chaps, einem Cowboyhut und diesem betörenden Lachen.
Er erzählt von seinem Wochenende, was genau er jedoch sagt, hört Tanja nicht. Sie vernimmt nur die Vibrationen der Klänge seiner Worte. Sie muss sich ein bisschen zusammenreißen cool zu bleiben, aber andererseits  ist er ja bloß irgendein Arbeitskollege, der sowieso nicht auf sie steht. Deswegen sieht Tanja auf ihre Uhr und unterbricht Nero, entschuldigt sich, weil sie noch Obst kaufen gehen muss und verschwindet aus dem Lehrerzimmer.
Kaum ist die Tür geschlossen, denkt sie wieder daran, wie sexy seine Stimme ist. Tanja freut sich schon darauf, Nero irgendwann die Woche wieder zu begegnen und ihn reden zu hören. Sie weiß, dass sie sich irgendwann an seine Stimme gewöhnt hat und sie nicht mehr so sexy finden wird und hofft, dass das endlich mal passieren wird.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 15.02.2021. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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