Tina Kaiser

Saskia - Wenn die Liebe Segel setzt

Das kalte Wasser der Dusche tut gut, nach dem Lauf am Morgen. Saskia steht gern in aller Herrgottsfrühe auf um dann laufen zu gehen, wenn jeder noch schläft und die Welt noch unberührt und frisch ist. Das zarte Erwachen des Tages im Morgentau mit einem ausgiebigen Lauf zu begleiten ist vermutlich das Schönste, was es gibt.

Ihr Magen ist erwacht. Er knurrt und möchte frühstücken. Saskia schlüpft in ihre hellblaue Jeans, wirft sich eine lockere, weiße Bluse über und schlendert zum Bäcker des Hafens.
Mit ihren zwei Croissants und einem Cappuccino will sie gerade das Geschäft verlassen, als sie mit jemanden zusammenprallt. Rumps!  Zwei starke, leicht gebräunte Arme halten sie sicher fest. Sie sieht weiter herunter: weiße Turnschuhe, eine helle Jeans, ein weißes Shirt und ein sexy Lächeln. Oh Gott! Schnell weicht Saskia zurück und als sie sich fragt, wie lange sie diesen Mann wie ein pubertärer Teenager angestarrt hat, sagt er: "Tut mir leid, ist alles o.k.?"
Mhhh... er rollt das "r". Verdammt, schon bekommt Saskia eine Gänsehaut. Jetzt geht es ja los! Sie muss hier weg und läuft, ohne etwas zu erwidern, aus dem Laden.

Die ganze restliche Woche muss sie in einem fort an diesen tollen Mann mit dieser sexy Aussprache denken. So ein Mist. Wozu denkt sie immerzu an ihn. Der hat sie bestimmt schon längst vergessen, bzw. bestimmt hat er sie gar nicht richtig wahrgenommen. Und selbst wenn sie sich wieder begegnen würden, würde das nix daran ändern. Das einzige was passieren würde ist, dass sie ihn erstrecht nicht aus dem Kopf bekäme und merken würde, dass er sie wirklich kaum wahrgenommen hat. Nein. Darauf kann sie verzichten, sich zu beweisen, dass er kein Interesse an ihr hat. 

Das reicht jetzt! Sie hatte heute Morgen zwar schon Krafttraining gemacht, aber sie muss jetzt raus und den Kopf frei bekommen. Also rein in die Laufsachen und hinaus in die Abendluft. Das Joggen tut gut und Saskia merkt, wie sie sich allmählich entspannt. 

Nach einer großen Runde läuft sie noch zum Hafen um sich an einen Steg zu stellen und den Blick auf das Wasser zu genießen. Am Steg ist es komplett still, man hört nur das Knarren der Segelboote, die angelegt haben. Sie schließt die Augen und atmet ein paar Mal ein und aus. Dann dreht sie sich um und ... bumms! Was! Verdammt! Saskia erkennt die Arme, welche sie wieder so sicher festhalten. Sie blickt ihm in die Augen. So ein hübscher Mann. "Du schon wieder.", sagt er leise. Mhhh... schon wieder dieses "r". Saskia möchte wieder entfliehen, doch er hält sie fest. Nicht auf eine unangenehme Art und Weise, sondern feinfühlend und zurückhaltend.
Sie sehen sich einen Moment lang an, dann fragt er: "Möchtest du mit mir zu Abend essen?" Wer kann zu diesem gerollten "r" schon nein sagen? "Gern. Ich bin Saskia."
"Es freut mich, dich kennenlernen zu dürfen, Saskia. Ich bin Ricardo."
Mhh... dieses "r" ...

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 19.02.2021. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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