Angelika Güth

Awita´s Welt - Arbeitslos, Versuch einer Satire

„Arbeitslos“ Versuch einer Satire

Awita geht nicht mehr aus dem Haus. Sie liebt nur noch die Traumwelten der Telenovela im NDR, nachmittags um viertel nach Vier.

Zigaretten, Wodka und die süßen Feigen aus der Dose kauft sie per Homeshopping. Überhaupt, die Welt außerhalb der Wohnung ist Awita fremd geworden. Hier, in ihrem plüschigen altrosa Wohnzimmer, auf ihrem biedermeiergrünen Diwan liegend, und nur mit einem burgunderroten Satinmorgenmantel von Tchibo bekleidet, hier lebt sie ihre telenovellischen Träume von Liebe, Verrat, Betrug und Versöhnung.

Und sie ist zufrieden mit sich und der Welt, denn das glückliche Ende jeder Telenovela ist so schön, dass es ihr Tränen der Rührung in die Augen treibt. Dann seufzt sie tief und lang, zieht ein Kosmetiktüchlein aus dem Aldi-Karton und tupft über ihre Augen, ganz vorsichtig, dass die Wimperntuche nicht verwischt. Wenn die Tränen versiegt sind, seufzt sie wohlig. Beherzt und kraftvoll spießt sie mit dem giftig grünen Cocktailspieß eine neue Zuckerfeige auf, schnappt mit ihren beerenroten Glitzerlippen zu, zieht den Spieß genüßlich über die glänzende rosa Zunge und beißt wollüstig in die Feige. Mit einem großen Schluck Smirnow-Wodka spült sie sie hinunter. Ihr Satinmorgenmantel raschelt verführerisch wenn sie sich über das lila Lacktischchen beugt, nach einer Slimline-Zigarette greift und einen Hauch ihrer wohlgeformten Marzipanschenkel zeigt.

Der Höhepunkt ihres Abends aber sind „Die Golden Girls“, und wenn die Wodkaflasche leer ist, geht ein erfüllter Tag in Awitas Leben zuende. Sie lebt das wahre Leben, das weiß sie.

Liebe Margitta, schön, wieder von dir zu hören. Ich habe kürzlich deine schöne Ameisengeschichte kommentiert und erfahren, dass du wie ich in Hessen wohnst. Du hast zwar ANITA geschrieben, aber ich weiß, du meinst mich.haha
Danke für deinen Kommentar zur Arbeitslosigkeit. Es ist anders gemeint, als du es wahrnimmst. Arbeitslos zu sein ist nicht schön. War ich selbst mit 57 Jahren und habe 3 Jahre suchen müssen. Die Awita hat sich - um zu überleben - eine eigene Welt geschaffen. Wenn du dich schämst, arbeitslos zu sein, passierr es oft, dass sich Menschen total zurückziehen. Aus Geldmangel nützt auch der Blick auf das Leben machmal nichts, dann ist das Leben gerade nicht schön und sehr belastend, auch finanziell. liebe Grüße Angelika
Angelika Güth, Anmerkung zur Geschichte

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