Marion Schanné

Killerflöhe

Killerflöhe 

Winzig kleine Komplizen für die scheinbar fahrlässig begangene Körperverletzung bis hin zum perfekten Mord...



Hinweis:
Die Personen und die Handlungen der folgenden Kurzgeschichte sind frei erfunden. Etwaige Ähnlichkeiten mit tatsächlichen Begebenheiten oder lebenden oder verstorbenen Personen wären rein zufällig. 


 

Killerflöhe

Samantha blinzelt desorientiert, während sie aus der Narkose erwacht. Unendlich langsam erwacht auch ihre Erinnerung an den Grund für ihre Operation.

Wegen Kopfschmerzen war Samantha zu ihrem Hausarzt Dr. Berger gefahren. 

„Samantha, ich mache mir Sorgen um Dich.“ 
Der erfahrene Dr. Berger kennt Samantha seit ihrer Geburt. Jetzt ist Samantha 23 Jahre alt und schwanger. Ihr Wunschkind wird im kommenden Herbst das Licht der Welt erblicken.

Die Geburt des Baby´s wird ein Freudenfest für´s ganze Dorf! 

Samantha´s Familie und Freunde sind hellauf begeistert von der Aussicht auf den Nachwuchs. 
Kinder sind die Zukunft. 
Besonders für den Fortbestand von einem Dorf ist es wichtig, dass jede Familie möglichst 2 oder mehr Kinder bekommt.

Der bekümmerte Blick des Arztes machte Samantha Angst.
„Mein Baby! Bitte, es darf ihm nichts geschehen; ich bin doch erst in der 9. Woche!“
„Samantha, bitte geh´ rüber zu Schwester Sophie und laß´ Dir Blut abnehmen. Dann gehst Du direkt nach Hause und legst die Beine hoch. Übermorgen werden wir das Ergebnis deiner Blutuntersuchung vom Labor bekommen, dann wissen wir mehr.“
„Okay, Doktor Berger, hoffentlich ist meine Angst unbegründet.“
„Grüß´ bitte deine Mutter von mir. Deinen Vater sehe ich heute Abend in der Stadtratsitzung.“ 
„Mach´ ich.“ Samantha war Dr. Berger für die kleine Ablenkung sehr dankbar.

Ein paar Tage danach, im St. Navidly Hospital an der Isar

„Meningitis“ eröffnet Professor Dr. Werner, nachdem er Samanthas Wirbelkanal punktiert und die Nervenflüssigkeit untersucht hatte. 

Samantha leidet an Fieber, ihr Nacken ist steif und unaufhaltsam kullern Tränen der Angst um ihr ungeborenes Baby über ihre Wangen.

„Hirnhautentzündung! Oh mein Gott! Mein Baby! Mein Baby!“ Samantha fiel in Ohnmacht. Ihre schreckliche Angst, das Kind in ihrem Bauch zu verlieren und jetzt obendrauf noch die Gewissheit ernsthaft erkrankt zu sein, waren zu viel für die junge Frau.

Am Tag danach erwacht Samantha aus ihrer Narkose. An ihrem Bett sitzen Dr. Berger, ihre Mutter und der Krankenhaus-Seelsorger.

„Mama, ist es wahr?“
„Ja, mein Kind,“ schluchzte Ina, die Mutter von Samantha, „Du hast dein Baby verloren. Unser ungeborenes Enkelkind ist tot.“

Ina umarmt Samantha und würde alles geben, um ihrer Tochter diesen Schmerz abzunehmen. Dabei ist diese Hiobsbotschaft erst der Anfang.

„Samantha,“ Dr. Berger spricht leise, „ich habe Prof. Dr. Werner bei deiner Op assistiert. In deiner Gebärmutter hatten sich Meningokokken eingenistet. Deshalb warst du in akuter Lebensgefahr. Um dich am Leben zu erhalten, war eine Totaloperation unumgänglich.“

Die Tränen versiegen. Samantha und Ina schauen sich erstarrt in die Augen. 
Als Mutter und Tochter beginnen die Tragweite zu verstehen, nämlich dass Samantha nie im Leben Kinder bekommen könnte, überwältigt schrecklicher Kummer die beiden Frauen.

Am nächsten Tag liegt Ina in einem Krankenbett neben dem ihrer Tochter. 

„Mama, wieso ich? Warum ist das Baby in meinem Bauch gestorben? Ich liebe Kinder über alles und Du hast Dich doch auch so sehr auf Enkelkinder gefreut!“

„Liebes, ich weiß nicht, warum Gott uns dieses Schicksal aufbürdet. Gemeinsam werden wir es überstehen. Irgendwie. Nachher kommen Papa und Dr. Berger. Ist das für Dich in Ordnung?“
„Ja Mama, das ist gut.“

„Samantha, wie geht´s Dir heute?“ Fragt Dr. Berger besorgt.
„Danke, lieber Doktor, können Sie mir bitte erklären, warum mein ungeborenes Baby gestorben ist? Und warum ich diese gefährliche Hirnhautentzündung bekommen habe?“

„Wir sind zu 99,9% sicher, dass die Ursache für deine Fehlgeburt wegen der Meningitis ein Floh ist.“

„Ein Floh???“ Ruft Samantha ungläubig und auch ihre Eltern trauen ihren Ohren nicht.

„Ja, ein Floh. Samantha hat vermutlich einen Hund gestreichelt, der Flöhe hatte. Einer dieser Ektoparasiten sprang über und benutzte Samantha als Zwischenwirt. Der Floh biss Samantha und nahm eine Blutmahlzeit.“ Gebannt hören alle den Ausführungen des Mediziners zu.
Samantha kratzt sich an der linken Wade, dort wo die drei roten Punkte noch immer an den folgenschweren Flohbiss erinnern. 

„Oh Gott!“ Warf Ina ein, „laut Statistiken stirbt jeder 10. Meningitis Erkrankte trotz Behandlung. Das ist schrecklich. Wo ein infizierter Floh Hirnhautentzündung überträgt, dort ist eine leidvolle Epedimie zu befürchten! Ich möchte gar nicht an all´ die Schulen denken, die bereits wegen Flohbefall einige Zeit geschlossen wurden.“

„Der Floh saugte Blut,“ ergreift Dr. Berger erneut das Wort, „und hinterließ Meningokokken. Samantha, kannst Du dich erinnern, welchen Hund Du in den vergangenen Tagen gestreichelt hast? War einer dabei, der sich gekratzt hat?“  

Samantha wird kreidebleich. „Ja, das war die Cara. Die Mischlingshündin sass zwischen den Kindern auf der weichen Sitzbank in Andy´s Gelateria. Cara war beim Wandertag mit der Kindergartengruppe in der Eisdiele... 

Vorheriger TitelNächster Titel
 

Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Marion Schanné).
Der Beitrag wurde von Marion Schanné auf e-Stories.de eingesendet.
Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte.
Veröffentlicht auf e-Stories.de am 05.03.2021. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

Die Autorin:

  • Autorensteckbrief
  • supportmarion-schanne.de (Spam-Schutz - Bitte eMail-Adresse per Hand eintippen!)
  • 1 Leserinnen/Leser folgen Marion Schanné

  Marion Schanné als Lieblingsautorin markieren

Bücher unserer Autoren:

cover

Gedichte der Liebe. Drum laß mich weinen von Barbara Priolo



Von Liebe und Verletzlichkeit sprechen die Gedichte Barbara Priolos in immer neuen,überraschenden Variationen. Sie benennen die Süße erwachender Zuneigung, die Inbrunst fraulichen Verlangens nach Zärtlichkeit, und sie wissen zugleich von herber Enttäuschung, von Trennung und Leid des Abgewiesenwerdens. Deswegen aufhören zu lieben wäre wie aufhören zu leben. ** Das Schönste ist,was man liebt **, bekennt die griechische Lyrikerin Sappho auf Lesbos. Diese Einsicht-aus beselingender und schmerzlicher Erfahrung wachsend-ist Ausgangspunkt der sapphischen Dichtungen.

Möchtest Du Dein eigenes Buch hier vorstellen?
Weitere Infos!

Leserkommentare (1)

Alle Kommentare anzeigen

Deine Meinung:

Deine Meinung ist uns und den Autoren wichtig!
Diese sollte jedoch sachlich sein und nicht die Autoren persönlich beleidigen. Wir behalten uns das Recht vor diese Einträge zu löschen!

Dein Kommentar erscheint öffentlich auf der Homepage - Für private Kommentare sende eine Mail an den Autoren!

Navigation

Vorheriger Titel Nächster Titel

Beschwerde an die Redaktion

Autor: Änderungen kannst Du im Mitgliedsbereich vornehmen!

Mehr aus der Kategorie "Einfach so zum Lesen und Nachdenken" (Kurzgeschichten)

Weitere Beiträge von Marion Schanné

Hat Dir dieser Beitrag gefallen?
Dann schau Dir doch mal diese Vorschläge an:

Bellen - Beißen - Verklagen ★ Fluch der 3 Hexen | Teil 1 von Marion Schanné (Spannende Geschichten)
Sie nannte ihn Schnucki von Christiane Mielck-Retzdorff (Einfach so zum Lesen und Nachdenken)
Die Frau ohne Hund von Margit Farwig (Wahre Geschichten)

Diesen Beitrag empfehlen:

Mit eigenem Mail-Programm empfehlen