Doris Fischer

Gedanken zum Frauentag

Seit genau 100 Jahren wird am 08. März weltweit für Frauenrechte, Gleichberechtigung und Emanzipation demonstriert. Es gibt Vorträge, Kundgebungen, Zeitungsartikel, die alle das gleiche Ziel haben: einmal im Jahr daran erinnern, dass die Hälfte der Bevölkerung unterrepräsentiert, benachteiligt und unterdrückt wird.

Das Coronajahr ist in dieser Beziehung geradezu eine Offenbarung: Es verdeutlicht, dass es wieder die Frauen sind, die in der Krise besonders gefordert und belastet sind. Die Mehrheit der Frauen arbeiten in den „systemrelevanten“ , aber meist schlecht bezahlten Berufen und sie übernehmen nach wie vor den Großteil der unbezahlten Pflege – und Betreuungsarbeit im privaten Umfeld. Sie kämpfen an vorderster Front als Krankenschwestern und Ärztinnen um schwerkranke Patienten. Als Kassiererinnen halten sie die Läden und Supermärkte am Laufen und als Altenpflegerinnen kümmern sie sich um Gebrechliche und Hochbetagte. Als Erzieherinnen und Lehrerinnen betreuen und unterrichten sie die Kinder in Kitas und Schulen. Diese Berufe sind von großer Bedeutung und man ist voll des Lobes für das was Frauen so alles leisten. Das ist die eine Seite.

Die andere Seite macht die schlechte Bezahlung in diesen Berufen sichtbar und zeigt eine gesellschaftliche Geringschätzung von Sorgearbeit als typisch weibliche Tätigkeit auf. Frauen sind in Krisen von den sozialen und wirtschaftlichen Folgen meist härter betroffen. Das lässt sich auch in ärmeren Ländern beobachten, in denen Frauen und Mädchen immer noch kein Recht auf Bildung und Selbstbestimmung haben. Auch hierzulande bekommen die Frauen die Auswirkungen der Pandemie zu spüren. Im häuslichen Umfeld erleben sie häufiger Gewalt und sind oft von sozialer Armut bedroht, wenn sie Job und Einkommen verlieren. Durch die Krisensituation rutscht eine große Anzahl von Frauen häufig wieder in die traditionellen Rollenbilder hinein. Sie erledigen die Hausarbeit, organisieren das Homeschooling und arbeiten oft gleichzeitig auch noch im Home Office. Viele Männer können dagegen weiterhin ungestört ihrem Job nachgehen, ohne dass sich für sie etwas ändert. Die Zahlen sprechen für sich, wenn man liest, dass nur 11- 15 % der Männer sich an der Hausarbeit und der Kinderbetreuung beteiligen.

Wenn man sich diese Tatsachen bewusst macht, muss man sich wirklich die Frage stellen, was die ständigen Demonstrationen und Forderungen des jährlich stattfindenden Frauentages für die Frauen definitiv verändert und verbessert haben.

Bleiben die Forderung für Frauenrechte und Gleichberechtigung nur „fromme Wünsche“, die sich für die Frauen niemals erfüllen werden?

Sind die alten Rollenbilder in unseren Köpfen immer noch so fest verankert, dass selbst im 21. Jahrhundert noch keine grundlegende Gleichberechtigung und Emanzipation in vielen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens erkennbar wird?

Warum gelingt es uns immer noch nicht, die alten Denkmuster aufzuweichen und zu verändern?

Wie man sieht, gibt es noch viel zu tun und zu verbessern.
Packen wir es gemeinsam an, damit sich die Frauen nicht länger als Verliererinnen der Krise fühlen müssen.

 

 

 

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 12.03.2021. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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