Samantha Rhinow

Manipulation

Egal, wie erfolgreich ich bin, es fehlt immer etwas. Egal, wie weit ich renne, wie weit ich fliehe, ich entkomme dir nicht. Deine Gedanken sind in meinem Kopf, ich kann mich nicht wehren. Zu lange hast du mich beherrscht, zu lange habe ich mich nicht gewehrt, zu lange hat niemand etwas bemerkt.

Wir waren immer sehr gut darin, so zu tun, als sei alles ok. Aber das ist es nicht. Du manipulierst mich, du kontrollierst mich, weil du dich selbst und dein Leben nicht kontrollieren kannst. Du bist wütend über deine eigenen Fehler und lässt es an mir aus. Du stößt mich weg und gibst mir die Schuld, dass ich mich entfernt hätte.

Niemals kann ich es dir recht machen, weil nicht das, was ich tue, das Problem ist, sondern ich selbst. Denn egal, wie weit ich in meinem Leben kommen werde, du wirst mich nie loslassen. Du flüsterst mir die Zweifel zu, deine Stimme verhallt in meinem Kopf nach jedem Fehler. Ich wurde leiser, deine Stimme wurde lauter.

Deine Zweifel wurden laut in meinem Herz, sie wurden zu meinen. Deine Verzweiflung hat mich gepackt, lässt mich nicht mehr los. Du hast mich in deinen Bann gezogen, mir jeden Sinn genommen und mir Gedanken eingepflanzt, die nicht meine sein sollten.

Ich kenne dich, sehr gut sogar, und doch hab ich nie gesehen, wie kaputt du wirklich bist – bis du mich auch kaputt gemacht hast.

Und wenn du jetzt zurück schaust auf unsere gemeinsame Zeit, was siehst du? Siehst du, was du uns beiden angetan hast? Siehst du, wie du mein Leben zerstört hast? Siehst du, wie du mich verändert hast? Und sag mir, bist du jetzt zufrieden? Ist dein Werk vollendet?

Wenn ich dich heute sehe, meide ich deinen Blick. Ich will dir nie wieder so nahe sein, wie wir es einmal waren. Denn die Nähe hat mich gebrochen, weil ich dir jedes Wort geglaubt habe.

Doch dann werden die leisen Gedanken wach, die mir sagen, dass ich falsch liege, dass du immer noch meine Mutter bist und dass ich dich lieben muss. Ja, ich liebe dich, denn du hast mich geboren. Seine Mutter liebt man wohl immer bis zu einem gewissen Grad. Aber darüber hinaus will ich keine Zeit mit dir verbringen und dich nicht sehen oder sprechen. Denn egal, wie schlimm mein Leben noch wird, der Mensch, der mir am meisten weh getan hat, wirst immer du sein.

 

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 23.03.2021. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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Ein tiefes Blau - Berlin von Heiger Ostertag



Während eines Berlinaufenthalts lockt eine schöne Unbekannte den Schriftsteller Alexander Veldo in die Räume einer Vernissage. Dort wird er mit einem Bild konfrontiert, das ihn völlig in den Bann schlägt. Am nächsten Morgen ist das Gemälde verschwunden. Die Suche nach dem Bild führt Veldo tief in die faszinierende und vielfältige Welt der Kunst. Im Kunstmilieu selbst begegnen ihm Anne, Julia und Antonie, drei sehr eigenwillige Frauen, mit denen bald ein verwirrendes Beziehungsspiel beginnt. Im Hintergrund des Geschehens agiert der Händler Panduli, der Veldo für seine zwielichtigen Kunstgeschäfte zu nutzen sucht. Veldo macht sich in seinem Auftrag mit Julia auf die Suche nach dem verlorenen Bild. Auf der Reise intensiviert sich das kunstvolle Spiel ihrer Verbindung. Doch bald zerstören Pandulis dunkle Geschäfte die Idylle. Julia verlässt ihn und Veldo lebt kurz mit Anne und dann mit Antonie zusammen. Eine unbestimmte Drohung lastet über den Beziehungen, vor der Veldo nach Ägypten flieht. Vergeblich, denn während einer Schiffsfahrt auf dem Nil treten ihm erneut Anne, Antonie und Julia entgegen und Veldo verliert sich mit ihnen in einer surrealen, Angst erfüllten Traumwelt, aus der er nur mit Mühen entkommt. Schließlich kehrt er mit Anne nach Deutschland zurück, aber ihre Beziehung scheitert erneut. Monate vergehen, die er mit der Verarbeitung und der Niederschrift seiner seltsamen Erlebnisse verbringt. Und eines Tages macht Veldo eine eigenartige Entdeckung.

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