Peter Kröger

Amanda

 

 

 

 

April. Vier Uhr früh.

Amanda ruft an.

Ich weiß, was sie will.

Unterhaltung, Ablenkung, Leidenschaft.

 

Ich brauche dich.“

Nein.“

Du fehlst mir.“

Nein.“

Ich bringe mich um.“

Nein.“

Ich bringe dich um.“

Schlaf dich aus.“

Ich bin schwanger von dir, du Schwein.“

Was du nicht sagst.“

 

Seit Jahren geht das so. Amanda ist meine Frau, jedenfalls irgendwie, sie hat meine Nummer, aber um vier Uhr schlummern vernünftige Leute, und auch ich drehe mich auf die Seite und schlafe wieder ein. Süßer Schlaf, gute Amanda. Bis September habe ich Ruhe. So Gott will; Seine Wege sind unergründlich. Draußen wartet das Licht.

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Seinen wohlverdienten Urlaub hat sich Kommissar Heinz Kelchbrunner anders vorgestellt: Erst stößt er beim Graben in seinem Garten auf menschliche Gebeine, dann beschäftigt ihn ein weitaus aktuellerer Todesfall in seiner freien Zeit: Anna Einarsdóttír wird beim Spaziergang von einem Ast erschlagen – und das ist, wie sich herausstellt, nicht dem stürmischen Wetter geschuldet. Kelchbrunner und seine Kollegin Katharina Juvanic nehmen die Ermittlungen auf. Die Spur führt schließlich nach Island, die Heimat der Toten, und zum geplanten Bau eines Staudammes, der eine wertvolle Naturfläche akut gefährdet. Dass Kelchbrunner von oberster Stelle dorthin beordert wird, um weitere Nachforschungen anzustellen, kommt dem umweltbewussten Kommissar gerade recht. Vielleicht gelingt es ihm, nicht nur Licht ins Dunkel zu bringen, sondern gleichzeitig seine eigenen Schlafstörungen und einen schmerzhaften Verlust zu überwinden. Kaum in Island angekommen, muss er sich jedoch gleich mit störrischen Behörden und verstockten bis feindseligen Einheimischen auseinandersetzen. Es scheint, als sei niemandem hier an der Auflösung des Falles gelegen …

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