Günter Weschke

Nur noch fünf Minuten

Nur noch fünf Minuten


Der Zug fährt in den Bahnhof ein, kommt zum Stehen. Mein Gott, Abschied nehmen auf dem Fernbahnhof. Unsere Hände berühren sich, halten sich fest. Mit tränennassen Augen blicken wir einander an. Endlich, unsere Lippen nähern sich, berühren sich, um sich dann fest aufeinander zu pressen. Wir ertasten, wir schmecken, es sind glühend heiße Küsse, unsere Zungen berühren, fühlen, küssen, küssen, küssen. "Einsteigen bitte!" Noch einmal pressen wir uns aneinander, dann lösen sich unsere Münder, ein letzter Händedruck, ein letztes Umarmen. Jetzt schließen sich die Türen. Dein Gesicht presst sich an die Scheibe, verschwindet. Ich stehe wie betäubt, verloren, auf dem jetzt leeren Bahnsteig. Alles, was uns verbunden hat, haben wir einander in den letzten fünf Minuten gegeben. Es war sehr schön, aber es war viel zu wenig.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 04.04.2021. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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