Hannes Gerlach

Die Tasche

Eines Tages wuchs ein Stück Stoff an meiner Wade fest.
So trug ich eben nur noch lange Hosen.
Eines Morgens erwachte ich mit einem Portemonnaie an meinem Unterarm.
So war mir eben warm im Sommer.
Danach eine Bauchtasche an meinem Kopf.
So trat ich dem Islam bei.
Ich ging durch die Straßen, die Stoffe an meinem Körper gewannen täglich an Masse. Doch diese vermummte Gestalt, die ich war, zog niemandes Aufmerksamkeit an. Ich besuchte einen Arzt, doch der erklärte mich für gesund. Kein Reporterteam wollte mich interviewen, kein Wissenschaftler untersuchen.
Nur wenn ich allein war konnte ich die Verkleidung abnehmen und mich betrachten. Mittlerweile befand sich ein Kulturbeutel am Fuß, ein Rucksack an der Hüfte, eine Aktentasche am Rücken.

Eine Weile später wachte ich mit einer Tasche an der rechten Körperhälfte auf.
Wieder ging ich die Straße entlang.
Plötzlich öffnete sich die Tasche und gab einen ohrenbetäubenden Schrei von sich.
Kurz darauf näherte sich ein Passanter und empfahl mir den besten Schneider der Stadt.
Nur meinen Freunden fiel die Tasche auf. Sie wollten sehen, was sich darin befand, doch ich würde sie nie öffnen. Zur Sicherheit befestigte ich erst eins, später zwei und dann zehn Schlösser an der Tasche.

Langsam verformte sich mein Rücken von all dem Gewicht, der Buckel wurde immer größer.
Eines Tages erlitt ich einen Bandscheiben Vorfall. Da erinnerte ich mich an den Passanten.

Ich beschloss, den Schneider aufzusuchen. Vor Aufregung triften all die Schichten vor Schweiß. Sie sammelten sich über die Jahre an.
Als ich dann ankam, schockierte mich der Anblick.

Wohl war ich doch kein Einzelfall.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 07.04.2021. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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