Heinz-Walter Hoetter

Die fantastische Story des jungen Leon Kirill

 

Der junge Leon Kirill hatte sich immer für einen ganz normalen Typen gehalten, bis er völlig unerwartet ein außerirdisches Artefakt findet, das ihn binnen Sekunden an jeden beliebigen Ort der Welt teleportieren kann.

Die perfekte Methode, seinem bis dahin tristen Dasein zu entkommen und auch sehr reich zu werden.


 

***

 

Der siebzehnjährige Leon Kirill wusste nicht, was er an diesem Tag machen sollte. Er langweilte sich fast zu Tode. Außerdem hatten erst kürzlich die großen Schulferien begonnen, und die meisten seiner Schulfreunde, die mit ihm das Gymnasium besuchten, waren mit ihren Familien zusammen in den wohlverdienten Urlaub gefahren und irgendwo hin gereist, wo sie sich, völlig losgelöst von der Tretmühle des gewöhnlichen Alltags, endlich mal nach Lust und Laune so richtig entspannen und ihren persönlichen Vergnügungen nachgehen konnten.


 

Leon war wohl einer der wenigen Schüler, die ihre Ferien zuhause verbringen mussten, was natürlich, je nach Lage der Dinge, bei dem einen oder anderen so seine entsprechenden Gründe hatte, wie bei ihm auch.

 

Weil fast keiner seiner Bekannten mehr da war, gammelte Leon jetzt nämlich die meiste Zeit in den Ferien einfach so herum, ging mal hier oder da hin und ließ den lieben Gott einen guten Mann sein. Er fand das eigentlich ganz prima so. Große Alternativen gab es für ihn sowieso nicht, auch nicht in der großen Stadt, in der er lebte.

 

Andererseits wusste der junge Mann nur zu gut, dass seine geschiedene Mutter, die jeden Tag von früh bis spät in einer kleinen Cafeteria arbeitete, nicht das nötige Geld für einen Urlaub aufbringen konnte, denn sie verdiente nicht viel. Ihr schmaler Lohn reichte gerade mal aus, um sie beide einigermaßen vernünftig über die Runden zu bringen. Seinen Vater hatte er schon lange nicht mehr gesehen, aber auch dafür gab es seine ganz bestimmten Gründe, wie er wusste, die bei ihm, wenn er daran dachte, allerdings nur Bauchschmerzen verursachten.

 

Nachdem sich Leons Eltern voneinander getrennt hatten, kam sein Daddy fast jeden Monat mindestens einmal zu ihm nach Hause, um ihn zu besuchen. Und weil Mutter mit ihren Finanzen streng haushalten musste, ließ sein Vater oft reichlich Taschengeld für ihn da. Der junge Mann sparte das geschenkte Geld allerdings eisern und legte alles auf die hohe Kante. Er wollte nicht immer von seiner hart arbeitenden Mutter abhängig sein, wenn er mal irgend etwas für sich persönlich brauchte.

 

Lange Zeit ging das so weiter, bis eines Tages seine Mutter zu ihm sagte, dass sein Vater aus beruflichen Gründen ins Ausland müsse und deshalb auf unbestimmte Zeit nicht mehr zu ihm kommen würde. Leon war von dieser schlechten Nachricht völlig überrascht worden, aber er nahm sie hin, weil er sowieso nichts dagegen tun konnte.

 

Leons schulische Leistungen ließen daraufhin, aufgrund der vielen negativen Ereignisse, die über ihn hereinbrachen, schon bald merklich nach, doch er konnte sich, trotz aller schicksalhaften Widrigkeiten in seinem jungen Leben, im Laufe der Zeit glücklicherweise wieder soweit fangen, dass seine schulischen Noten nach und nach langsam merklich besser wurden. Darüber freute sich besonders seine Mutter, die sich schon wegen seines allgemeinen Leistungsabfalls in wichtigen schulischen Fächern große Sorgen gemacht hatte, weil sie annahm, dass ihr Sohn vielleicht aufgrund der vielen Probleme, denen er durch das schlechte Beispiel seiner Eltern ausgesetzt war, nun möglicherweise auf die schiefe Bahn geraten könnte. Sie machte sich deshalb große Vorwürfe und tat alles, was in ihren Kräften lag, ihrem einzigen Kind ein liebevolles Zuhause zu geben, was ihr allerdings nicht immer im vollen erzieherischen Umfang gelang.

 

Aber Leon war einer dieser unentwegten, harten Kämpfer, die nicht so schnell aufgaben, und er wollte die ganze familiäre Situation eben nicht noch schlimmer machen, als sie jetzt schon war. Trotz seiner erst siebzehn Jahre war er dennoch ein überaus vernünftiger junger Mann, der zuerst nachdachte, bevor er handelte. Es war gerade diese besondere Eigenschaft, die ihm in jeder Hinsicht zugute kam, so auch auf dem Gymnasium.

 

***

 

Es war früher Vormittag. An diesem Tag schien draußen die Sonne von einem herrlich blauen Himmel herab.

 

Leon stand einfach nur so da und schaute schon eine ganz Weile interessiert in der Gegend herum. Viel zu sehen gab es hier draußen am schwach besiedelten Stadtrand allerdings nicht viel, der schon nach ein paar hundert Metern nach und nach in eine schöne, bis zum Horizont reichende Wald- und Wiesenlandschaft überging.


Noch etwas unentschlossen entschied sich der junge Mann dazu, an diesem herrlichen Tag seine Mutter in der Cafeteria zu besuchen. Das schicke Lokal lag mitten in der City an einer stets belebten Hauptstraße. Das Geschäft lief eigentlich recht gut, wie er wusste. Besonders in der Mittagszeit war die Cafeteria immer voll besetzt, weil viele Angestellte aus den umliegenden Büros hierher zum Essen kamen.

 

Auch Leon dachte in diesem Augenblick an eine kleine Mahlzeit, die er sich von seiner Mutter kostenlos geben lassen wollte. Das tat sie immer, wenn er bei ihr vorbeischaute. Vielleicht würde er sich diesmal einen heißen Kakao und ein leckeres Stück Apfelkuchen von ihr servieren lassen, denn gerade Apfelkuchen mochte er besonders gern. Der Gedanke daran gefiel ihm und deshalb marschierte Leon auch gleich los, hinunter ins nah gelegene Stadtzentrum, wo es unter anderem eine Reihe großer Kaufhäuser gab, die er sich heute vielleicht mal wieder von innen ansehen wollte. Besonders die Sportabteilungen interessierten ihn ganz besonders, weil es dort immer wieder interessante Neuigkeiten für Skateboarder wie ihn gab.

 

***

 

Einige Zeit später. Es war bereits kurz nach Mittag.

 

Der junge Mann verabschiedete sich von seiner Mutter und verließ die kleine Cafeteria wieder. Er war gut gelaunt. In der rechten Hand hielt er noch den halbvollen Becher dampfenden Kakaos, den er lieber draußen weiter trinken wollte.

 

An der mit vielen schönen Kuchen und Torten ausgestatteten Selbstbedienungstheke hatte er sich gleich zwei ziemlich große Stücke eines extra für die Gäste bereit gestellten Apfelkuchens ausgesucht und auf einen großen Pappteller legen lassen, aber am Ende nur ein Stück davon gegessen. Das andere Teil hatte seine Mutter für ihn eingepackt, denn sie sollte es nach Ende ihrer Arbeit später mit nach Hause nehmen. Bestimmt bekam er abends wieder Hunger.

 

Leon dachte jetzt darüber nach, wo er den Rest seines Kakaos in aller Ruhe zu Ende trinken konnte, bevor er ins Kaufhaus gehen wollte, das sich nicht unweit der Cafeteria seiner Mutter nur ein paar Häuserblocks weiter unten auf der gleichen Straßenseite befand. Da es ganz in der Nähe einen schönen Stadtpark mit vielen schattigen Plätzen gab, trabte er los, um dorthin zu gehen.

 

Schon bald saß der junge Mann auf einer abgelegenen Parkbank der innerstädtischen Grünanlage und machte es sich dort bequem. Gleich neben der hölzernen Bank stand eine mit einer giftgrünen Schicht Moos überwachsenen Großskulptur, die den römischen Gott Mars darstellte, der im antiken Rom ein Gott des zerstörerischen Krieges und der Schlachten gewesen war.

 

Während Leon genussvoll den restlichen Kakao trank, betrachtete er von der Seite her die in Marmor gehauene antike Gottheit, die auf ihn einen ziemlich lebensechten Eindruck machte, das trotz des überall wuchernden Mooses, welches sogar schon das Gesicht der Skulptur mit seiner dunkelgrünen Farbe überzogen hatte.


 

Leon bewunderte auf seine ganz persönliche Art und Weise die meisterliche Kunst des unbekannten Bildhauers, der diese faszinierende Bildsäule vor langer Zeit mal geschaffen hat. Sie erschien ihm einfach vollkommen. Darüber hinaus genoss er die wohltuende Stille einer absolut ruhigen Umgebung und beinahe wäre ihm der Becher Kakao aus der Hand gerutscht, weil ihn plötzlich die Müdigkeit zu übermannen drohte.

 

Ganz unerwartet wurde der junge Mann von einem lauten, sehr aufdringlichen Geräusch gleich hinter dem wuchtigen Sockel der Statue aufgeschreckt. Es hörte sich fast so an wie der Klingelton eines Handys, nur dass dieser in einer ziemlich seltsam anmutenden Melodie erfolgte, die Leon bis dahin noch nie gehört hatte. Es klang fast so, als würde jemand auf einer Holzflöte spielen.

 

Leons Neugier war schlagartig geweckt worden. Er trank hastig den Becher Kakao leer und warf ihn in den Abfallkorb gleich neben der Parkbank, auf der er saß. Dann stand er mit einem Ruck auf und folgte der seltsamen Melodie. Unmittelbar hinter der wuchtigen Statue entdeckte er zu seiner großen Überraschung einen blinkenden Gegenstand, der aussah wie der schlanke Joystick eines Spiele-PC’s. Oben, auf der oval geformten, wuchtigen Oberfläche des handlich geformten, metallisch glänzenden Griffes, leuchtete allerdings ein kleines blaues Licht, das sich wie im Kreis um einen Mittelpunkt herum zu bewegen schien.

 

Verwundert und vorsichtig näherte sich der junge Mann dem silbrig farbigen Objekt und stieß es mit dem rechten Fuß etwas an. Der schlanke Griff rollte dabei nach hinten und legte die andere Seite frei, die vorher noch dem Boden zugewandt war. In der Mitte befand sich ein runder, erhabener Knopf mit geheimnisvoll aussehenden Zeichen darauf, die kunstvoll eingraviert worden waren. Die Symbole machten auf Leon einen sehr abstrakten Eindruck, und sie sahen wirklich überaus seltsam aus. Er hatte so etwas in seinem ganzen Leben noch nicht gesehen.

 

Vielleicht hatte irgend jemand das komische Ding hier ja nur verloren. Möglicherweise stammte es sogar aus dem Gerätekoffer irgendeines Messtrupps der Feuerwehr, der Gas- und Stadtwerke oder irgendeiner anderen staatlichen Einrichtung, die derart ungewöhnlich aussehende Apparate wohl besaßen, um Messungen irgendwelcher Art damit durchzuführen, dachte sich der Junge so, nahm den etwa zwanzig Zentimeter langen, stabförmigen Griff vorsichtig in die rechte Hand und trug ihn behutsam zur Parkbank zurück, wo er noch vor wenigen Minuten ganz entspannt gesessen und den heißen Kakao seiner Mutter genussvoll getrunken hatte.


 

Abermals nahm er Platz und betrachtete jetzt ausgiebig das leicht gekrümmte Objekt von allen Seiten, das überraschender Weise total griffig in seiner Hand lag, als wäre es ausschließlich nur dafür gemacht worden, es so und nicht anders zu halten. Nur den auffälligen Knopf versuchte er nicht zu berühren. Er kannte ja seine Funktion nicht. Jedenfalls noch nicht.

 

Ein leichter Windstoß kam plötzlich auf und eine rücksichtslos weggeworfene Zeitung rutschte an seinem Platz vorbei. Rein zufällig schaute der junge Mann der Zeitung hinterher und erblickte dabei gleichzeitig ein buntes Foto mit den ägyptischen Pyramiden von Gizeh auf einer der ihm zugewandten Seite.

 

Verursacht durch die ruckartig drehende Bewegung seines Körpers berührte Leon ungewollt den leicht erhabenen Knopf in der Mitte des geheimnisvollen Gegenstandes, wobei sich sogleich das Leuchten des blauen Lichts oben auf dem verdickten Griff intensivierte, das kurz darauf unaufhaltsam stärker und stärker wurde, bis es den jungen Mann schließlich von Kopf bis Fuß völlig erfasste und ihn bald wie eine große Seifenblase komplett umhüllte.

 

Leon konnte wegen der sich überstürzenden Ereignisse nicht sofort begreifen, was da mit ihm geschah. Schon im nächsten Augenblick gab es einen lauten Knall und der junge Mann war mit dem Ding zusammen verschwunden, als hätte er sich von einer Sekunde auf die andere einfach so in Luft aufgelöst. Sein Platz auf der Parkbank, gleich neben der römischen Gottheit, war leer und nichts deutete darauf hin, dass er hier noch vor wenigen Sekunden gesessen hatte. Nur die alte Zeitung, erneut erfasst von einer leichten Windbö, trieb auf dem geteerten Gehweg weiter und blieb bald im dichten Geäst eines Strauches hängen.

 

***

 

Für Leon veränderte sich die Umgebung schlagartig. Plötzlich stand er mit dem Ding in der Hand vor den ägyptischen Pyramiden. Heißer Wüstensand rieselte in seine ausgetretenen Halbschuhe. Noch völlig benommen schaute er sich um. Er kannte diese gewaltigen, steinernen Monumente, die hier wie selbstverständlich in der Wüste standen und zu den sieben Weltwundern gehörten. Ein ägyptischer Pharao Namens Cheops ließ sie sich als ein Denkmal für die Ewigkeit bauen, eben diese unfassbaren Bauwerke, die Pyramiden von Gizeh in Ägypten, die zu den bekanntesten und ältesten erhaltenen Bauwerken der Menschheit gehörten.

 

Leon bekam es mit der Angst zu tun, als er in der Ferne einen aufkommenden Sandsturm erblickte, der den Tag zur Nacht machte. Außerdem war die Luft unerträglich warm, und er fing am ganzen Körper heftig an zu schwitzen. Er war dieses trocken heiße Klima einfach nicht gewöhnt, obwohl er in einer ziemlich guten körperlichen Verfassung war. Dann bemerkte er eine Karawane, die direkt auf ihn zuhielt. Er konnte schon die aufgeregten Stimmen der Kamelreiter hören, die lauter und lauter wurden, je näher sie kamen. Sie klangen hektisch und aufgebracht. Hatte man ihn möglicherweise entdeckt? Der junge Mann geriet in Panik. Fast instinktiv drückte er auf den halbrunden Druckknopf in der Mitte des schlanken Gegenstandes und noch im gleichen Augenblick umgab ihn wieder diese seltsam bläuliche Aura, die sich schnell zu einer mannshohen Blase ausformte. Es knallte abermals fürchterlich, dann verschwand er von der Bildfläche und tauchte nur Sekunden später wieder am gleichen Ort neben der Parkbank auf, haargenau dort, wo er vor seinem Sprung nach Ägypten gestanden hatte.

 

Ein absurder Gedanke schoss ihm schlagartig durch den Kopf, der ihm sagte, dass dieser seltsame Teleporterstab auf gar keinen Fall menschlichen Ursprungs sein konnte, sondern aller Wahrscheinlichkeit nach ein Artefakt irgendwelcher Alien sein musste, die sich damit offenbar auf die gleiche Art und Weise durch Raum und Zeit bewegten. Er selbst hatte das ja durch einen dummen Zufall heraus gefunden. Dem jungen Mann wurde bei diesem Gedanken schwindlig, denn alles kam ihm bei weiterem Nachdenken doch irgendwie ein bisschen unheimlich und äußerst gefährlich vor. Er wusste außerdem nicht, was dieses Ding noch alles so konnte.

 

Trotzdem wollte er das außerirdische Artefakt behalten und mit nach Hause nehmen, denn Leon begriff sofort, welche unglaublichen Möglichkeiten es ihm bot. Er konnte hinreisen, wohin er wollte, bis ans Ende der Welt, wenn ihm danach war. Er brauchte sich offenbar nur ein schönes Bild oder irgendein buntes Foto, aus welcher Ecke der Erde auch immer, mit dem Blick seiner Augen genauer ansehen und fixieren, dann den Knopf auf dem Stab drücken und schon war er im nächsten Augenblick ohne Zeitverlust am Ort seiner Wünsche.

 

***

 

Als Leon zu Hause angekommen war, ging er sofort auf sein Zimmer und schloss es vorsichtig hinter sich ab. Manchmal kam nämlich seine Mutter etwas früher zurück von der Arbeit und er wollte nicht, dass sie etwas davon erfuhr, was er da mitgebracht hatte. Dann suchte er in den Schubladen seines Zimmerschrankes nach irgendwelchen bunten Illustrierten und Büchern mit farbigen Fotos aus aller Welt. Schon bald stapelten sich mehre Zeitschriften und Bücher auf seiner bequemen Sofa Couch.

 

Darunter war auch ein Buch mit zahlreichen Bildern der NASA von allen Planeten des Sonnensystems. Doch an einer Reise zum Mond und zum Mars oder zu einem anderen Ort im näheren und ferneren Universum..., nein, daran war er nun wirklich nicht interessiert. Da draußen waren die Lebensbedingungen für einen Menschen auf einem fremden Planeten mit Sicherheit sowieso tödlich. Ihnen daher einen Besuch abzustatten, und sei er noch so kurz, erschien ihm sinnlos und mithin undurchführbar.

 

Leon entdeckte auf einmal ein farbiges Bild, das einen Ausschnitt der Rocky Mountains zeigte. Sofort konzentrierte er seinen Blick darauf, drückte ohne lange zu zögern den Knopf des Alien-Teleporterstabes und im nächsten Moment verschwand er im Nichts.


 

Doch nach weniger als einer Minute war er allerdings schon wieder zurück und landete etwas unsanft auf seiner Couch.


 

Der junge Mann wiederholte den Vorgang gleich mehrmals hintereinander, jedes Mal mit einem anderen Bild. Das Teleportieren klappte bald reibungslos und verursachte auch keinerlei gesundheitliche Probleme. Mal war Leon für wenige Minuten in Moskau, dann wieder in Paris, Berlin oder London. Aus Versehen geriet er sogar mal in die Antarktis und wäre beinahe mit einem Eisbären zusammengestoßen, der plötzlich vor ihm stand und wohl genauso erschrocken war wie er. Routiniert hatte der junge Mann aber sofort auf den Knopf des außerirdischen Wunderstabes gedrückt und erschien wenige Sekunden später wieder in seinem Zimmer, wenngleich auch von der arktischen Kälte leicht unterkühlt.

 

Für diesen Tag hatte Leon jedenfalls genug vom Teleportieren und stellte das geheimnisvolle Ding in das Regal neben dem Fenster seine Zimmers. Von dem vielen Hin- und Herspringen durch Raum und Zeit war er total müde geworden. Außerdem roch er nicht gut, weil er oft heiße Länder besucht hatte, die ihm das Schwitzwasser aus den Poren getrieben hatten. Deshalb wollte sich der junge Mann erst einmal ausgiebig duschen und ein wenig frisch machen. Also ging er rüber ins Badezimmer und machte sich schon mal für die kommende Nacht fertig. Er hörte noch, wie seine Mutter nach Hause kam und mit lauter Stimme seinen Namen rief, aber da stand er schon längst unter der Dusche, drehte an der Mischbatterie herum und ließ alsbald das wohltuend warme Wasser über seinen Körper fließen. Mutter würde es schon bemerken, dass er da war, dachte Leon so für sich und machte einfach weiter. Als er mit allem fertig war, legte er sich ins Bett und schlief bald ein.

 

***


Am nächsten Tag wachte Leon ziemlich spät auf. Er zog sich an und ging nach unten.


 

Seine Mutter hatte extra für ihn einen kleinen Zettel auf den Küchentisch gelegt, mit der Bitte, er möge doch gegen Mittag zu ihr kommen, damit sie ihm in der kleinen Cafeteria etwas zu essen geben könne, da sie selbst kein Geld mehr zum Einkaufen besaß und der Kühlschrank leer sei, was ihr sehr leid täte.


 

Resigniert wollte der Junge die Küche verlassen.


 

Da entdeckte der junge Mann plötzlich auf der Vorderseite eines Werbeprospektes auf dem Tisch vor ihm das Bild eines geöffneten Banktresors einer bekannten Bank, die sich direkt im Zentrum seiner großen Stadt befand. Er kannte diese Bank, die in einem monumentalen Gebäude untergebracht war.


 

Im gleichen Moment schoss ihm ein verwegener Gedanke in den Kopf, den er augenblicklich realisieren wollte.


 

Er holte sich den Alien-Teleporterstab aus seinem Zimmer, fixierte mit seinem Blick das Bild von dem Banktresor, drückte dann den Knopf auf dem Stab und stand im nächsten Augenblick im wuchtigen Tresor dieser Bank, wo das Geld bündelweise in den Regalen lag. Schnell stopfte er sich den mitgebrachten Stoffbeutel mit so viel Geld voll, dass es für ein gutes Leben für mindesten ein Jahr reichen würde.


 

Ab heute, das wusste er jetzt, würde er nie wieder Geldprobleme bekommen, dank diesem außerirdischen Artefakt, das er im städtischen Park hinter der Statue der Gottheit Mars gefunden hatte. Er durfte sein Geheimnis nur mit keinem teilen, das war für ihn wichtig. Verschwiegenheit stand an erster Stelle. So gesehen stand seiner eigenen Zukunft in Reichtum und Wohlstand nichts mehr im Wege.


 

Und so kam es auch.


 

ENDE


 

(c)Heinz-Walter Hoetter


 


 


 


 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 08.04.2021. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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