Angelika Güth

Ver-rückt

VER-RÜCKT
Zerrissene Texte neu zusammengestellt

Seit Wochen versuche ich militärische Brutstätten mit lachender Anschaulichkeit in infantile poetische Rahmen zu bringen. Ich verspeise ohne Gewissensbisse ein Butterbrot mit dem Blick des Kindes. Ich liebe die Grausamkeiten in den Militärschulen der Schweiz, auch wenn es immer wieder sogenannte Helden gibt, die meinen, aus der Reihe tanzen zu müssen. Ich jedenfalls bin von all den Liebesgeschichten und Krisen völlig unbelastet. Sollen sie doch als junge Autoren, von ihrem Schicksal enttäuscht, zugrunde gehen. Es gibt eben keine unübertroffenen Spaßmacher im Kriegsdeutschland, eher Brutstätten sexuell motivierter Ich-Erzähler, die ohne Skrupel Schauerromane mit Zeitkritik verwechseln.

Gefühle werden dämonischen oder skurrilen Mächten zugeschrieben. Die vordergründigen Vorurteile politischer Gegenspieler entbehren jeder kritischen Betrachtungsweise, besonders, was die aus dem Gefängnis entlassenen, innerlich zerrissenen Poeten betrifft, die sich dem Schicksal oder den dunklen Mächten ergeben haben. Ohne Skrupel wird die Epoche der Zwerge mit lachender Anschaulichkeit in einen Roman von unvergleichbarer Skurrilität gebracht.

Mein Lachen ist dämonisch.

Wie in dem Buch „Die Elixiere des Teufels“ erleben die von Schicksal zerrissenen Dichter in den nächtlichen Brutstätten der Jahrzehnte die Enttäuschungen verzweifelter menschlicher Existenzen. Sie bleiben ihrem Thema, der Naivität und Sehnsucht treu

Erst Jahrzehnte später erkenne ich mit zunehmender Lebenserfahrung das Panoptikum des Lebens und des Todes.

 

 

 

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Ein tiefes Blau - Berlin von Heiger Ostertag



Während eines Berlinaufenthalts lockt eine schöne Unbekannte den Schriftsteller Alexander Veldo in die Räume einer Vernissage. Dort wird er mit einem Bild konfrontiert, das ihn völlig in den Bann schlägt. Am nächsten Morgen ist das Gemälde verschwunden. Die Suche nach dem Bild führt Veldo tief in die faszinierende und vielfältige Welt der Kunst. Im Kunstmilieu selbst begegnen ihm Anne, Julia und Antonie, drei sehr eigenwillige Frauen, mit denen bald ein verwirrendes Beziehungsspiel beginnt. Im Hintergrund des Geschehens agiert der Händler Panduli, der Veldo für seine zwielichtigen Kunstgeschäfte zu nutzen sucht. Veldo macht sich in seinem Auftrag mit Julia auf die Suche nach dem verlorenen Bild. Auf der Reise intensiviert sich das kunstvolle Spiel ihrer Verbindung. Doch bald zerstören Pandulis dunkle Geschäfte die Idylle. Julia verlässt ihn und Veldo lebt kurz mit Anne und dann mit Antonie zusammen. Eine unbestimmte Drohung lastet über den Beziehungen, vor der Veldo nach Ägypten flieht. Vergeblich, denn während einer Schiffsfahrt auf dem Nil treten ihm erneut Anne, Antonie und Julia entgegen und Veldo verliert sich mit ihnen in einer surrealen, Angst erfüllten Traumwelt, aus der er nur mit Mühen entkommt. Schließlich kehrt er mit Anne nach Deutschland zurück, aber ihre Beziehung scheitert erneut. Monate vergehen, die er mit der Verarbeitung und der Niederschrift seiner seltsamen Erlebnisse verbringt. Und eines Tages macht Veldo eine eigenartige Entdeckung.

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