Jürgen Malodisdach

Alles Faulheit

Glück in der Faulheit

Mit siebzehn hat man noch Träume, dachte ich mir. Trotzdem ich als Lehrling nur ein kleines Einkommen hatte, glaubte ich doch daran ,eines Tages etwas mehr davon zu haben. Auto fahren war ein Traum für mich. Dafür brauchte man aber eine entsprechende Erlaubnis. Also zur Schule gehen.

Weil auch die Zeit noch da war und die Preise für den Erwerb einer Fahrerlaubnis noch erschwinglich waren., wollte ich mir so ein Ding anschaffen.

Natürlich für die Genehmigung einer Erlaubnis zum Fahren oder auch Führen eines PKW. Das ging in der DDR damals ziemlich schnell und war ja auch nicht teuer, schon nach vier Wochen hatte ich den ersten Unterrichtstag.

Einmal in der Woche für drei Stunden wurde Verkehrsrecht geübt. Also Verkehrszeichen, Vorfahrtsregeln und so diese ganzen Theorie . War kein Problem für mich. Danach wurde Technik gelehrt. Also alles was am Auto technisch so funktionieren sollte. War auch kein Problem für mich, das zu begreifen. Außer einer Sache.

Da die Schule tagsüber statt fand, mußte ich in meiner Arbeitsstelle für diese Zeit eine Freizeit oder Arbeitszeitverlagerung beantragen. Das war fast immer möglich. Nur einmal klappte die Sache nicht. Eine plötzliche betriebliche Situation verhinderte das. Ich war natürlich sauer.

Aber was solls. Also fehlte ich beim Unterricht und bekam beim nächsten Schultag vom Fahrlehrer den Auftrag im Selbststudium alles über Funktion, Teile, Zusammenwirken , Aufgaben usw. der Lenkung beim PKW zu erlernen.

Naja, habe ich pro Forma gemacht. Jedenfalls habe ich das durchgelesen. Aber natürlich nicht verinnerlicht. Gut dachte ich, du hast alles Andere gefressen. Warum sollte ich ausgerechnet bei der Prüfung genau das Thema Lenkung bekommen.

Dachte ich. Mein Fahrlehrer hatte da eine ganz andere Meinung. Der erkannte seine Schweinchen am Gang und prüfte in der Kommission jeden Schüler genau in dem Bereich, in dem er die Schwächen des Einzelnen kannte.

Und so bekam ich die Prüfungsfragen natürlich über das Thema Lenkung zugeschoben. So betitelte ich diese Situation.. das natürlich erst eine Zeit später.

Ich hatte bei keiner der Fragen irgend ein Problem. Nur diese eine Frage, die ich schriftlich ausführlich beantworten mußte, brachte mich zur Verzweiflung. Ich stotterte so einen technischen Unsinn zusammen, daß das Ergebnis natürlich lautete, Frage nicht beantwortet. Wiederholung der Prüfung in vierzehn Tagen. Ich war stinksauer. Über mich.

Also setzte ich mich hin und büffelte ausführlich das Thema Lenkung beim PKW durch. Wohl darauf bedacht, das es unwahrscheinlich ist, den gleichen Fragenkomplex wie beim ersten mal zu bekommen. Dachte ich.

Da kannte ich die Meinung meines Prüfers noch nicht. Aber der war hart. Ich jetzt aber auch. Und so war das Ergebnis mehr als positiv und er sagte mit einem Lächeln, warum nun nicht gleich so. du bist ab sofort für den praktischen Teil des Lehrganges, das Fahren, zugelassen. Auch ohne Probleme. Denn Auto fahren ist eine wunderbare Sache für mich . Schon immer gewesen . So war das damals vor vielen Jahren.und ich bin stolz darauf, noch nie einen Unfall selbst verschuldet zu haben.

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