Olaf Lüken

Wie viel Individualismus darf es sein ?

Der Individualismus nimmt in unserer Gesellschaft einen sehr hohen Stellenwert ein. Unser Lebensziel ist die Selbstverwirklichung. Nur wenige Geister wissen, was dieses Selbst, das verwirklicht werden soll, eigentlich ist. Gleicht das angestrebte Selbst einem Artefakt, das nur ausgebuddelt werden will ? Oder muss man am Selbst nur beharrlich arbeiten, wie es ein Graveur, ein Uhrmacher oder ein Steinmetz es tun ? Und - endet das Ziel im Einklang mit sich oder ernährt es lediglich den Widerspruch ? Die Selbstverwirklichung diente einst dem Aufbau der Persönlichkeit im Bereich beruflicher Entfaltung. Mittlerweile hat sie an Eigendynamik zugenommen und das Aussehen eines komplexen Mosaiks erreicht. Selbstverwirklichung umfasst unsere Ernährungsgewohnheiten, spirituelle Haltungen und das weite Gebiet der Sexualität.

Auch die Mode hilft bei der Selbstsuche und bietet viele Möglichkeiten, die eigene Individualität auch äußerlich zu betonen. Corona hin, Corona her. Nicht wenige Modehäuser bieten Trenchcoats, Acessoires, Schals und auch Parfumflakons auf Wunsch mit persönlichen Monogrammen an. Gleiches gilt für die zahlreichen Sportmarken, darunter Nike und Adidas. Farbe, Material, Muster und Symbole können frei kombiniert werden. Nehmen wir als weiteres Beispiel Schuhe. Bei Prada können wir zwischen unterschiedlichen Formen, Materialien, Farben, Absätzen und Sohlen auswählen.

Jetzt zeigt es sich, wie schwierig es mit der Individualität in der Mode ist. Wir ziehen uns nicht an, um unsere Einzigartigkeit zu betonen, sondern weil wir dazugehören möchten. Mode verbindet uns. Ich kaufe mit der Hoffnung, dass was mich reizt, auch anderen Menschen gefällt. Damit findet aber die Individualität in der Mode ihre Grenzen. Mode bringt offensichtlich Individuen zusammen, damit sie sich nicht einzeln auflösen.

Ebenfalls interessant zu untersuchen wäre es, ob die Ich-Gesellschaft im Zeitalter digitaler Endgeräte (Laptops, Tablets, Smartphones) nicht ein weiterer Individualismus-Killer ist. Wie immer wir auch in Zukunft kommunizieren werden - ohne ein ICH und ein DU wird es nicht gehen. Ganz gleich, ob verbal oder nonverbal "gesprochen" wird. ALLES ist KOMMUNIKATION !

(c) Olaf Lüken (12.04.2021)

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