Heinz-Walter Hoetter

Die blaue Tintenblume auf dem Liebesbrief

 

 

 

Als ich noch ein junger Mann war, schrieb ich mal einen Liebesbrief an meine Freundin, die ich beim Tanzen in einer Disco kennen gelernt hatte.

 

Als der Brief endlich fertig war, fehlte nur noch ein Satz, der so lautete:

 

Liebe Gerda, ich freue mich schon auf Deine Antwort!“

 

Als ich gerade meinen Namen darunter setzen wollte, kleckste plötzlich der Füller und ein dicker Tintenfleck fiel auf das weiße Papier.

 

Ich stieß einen hässlichen Fluch aus und fragte mich, wie ich das wieder hinkriegen soll.

 

Schon dachte ich daran, den Brief an meine Freundin noch einmal zu schreiben.

 

Da kam plötzlich meine Mutter ins Zimmer und sah mein betrübtes Gesicht. Eigentlich wollte sie mir nur sagen, dass das Essen fertig sei und alle auf mich warten würden.

 

Ist dir eine Laus über die Leber gelaufen, Walter? Was ist passiert?“

 

Ich deutete auf den vor mir liegenden Brief mit dem fetten Tintenklecks.

 

Oh, das ist aber gar nicht so schlimm, Sohnemann. Da kann man was draus machen. Pass' auf, ich zeig' es dir!“

 

Meine Mutter nahm den Füller in die Hand und begann damit, aus dem blauen Fleck Tinte eine schöne Blume zu malen.

 

Ich war von der Kreativität meiner Mutter einfach begeistert und sagte zu ihr: „Mama, du bist wirklich die Beste.“

 

(c)Heinz-Walter Hoetter

 

 

 

 

 

 

 

Vorheriger TitelNächster Titel
 

Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Heinz-Walter Hoetter).
Der Beitrag wurde von Heinz-Walter Hoetter auf e-Stories.de eingesendet.
Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte.
Veröffentlicht auf e-Stories.de am 15.04.2021. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

Der Autor:

Bücher unserer Autoren:

cover

Vom Glück, Großvater zu sein von Fritz Rubin



Spuren meines Lebens / verwehen nicht vergebens, / lieben und geliebt zu werden, / ist das Schönste hier auf Erden, / Spuren meines Lebens / verwehen nicht vergebens. Ich habe das Glück, Großvater zu sein, und dieses Glück genieße ich!

Möchtest Du Dein eigenes Buch hier vorstellen?
Weitere Infos!

Leserkommentare (0)


Deine Meinung:

Deine Meinung ist uns und den Autoren wichtig!
Diese sollte jedoch sachlich sein und nicht die Autoren persönlich beleidigen. Wir behalten uns das Recht vor diese Einträge zu löschen!

Dein Kommentar erscheint öffentlich auf der Homepage - Für private Kommentare sende eine Mail an den Autoren!

Navigation

Vorheriger Titel Nächster Titel

Beschwerde an die Redaktion

Autor: Änderungen kannst Du im Mitgliedsbereich vornehmen!

Mehr aus der Kategorie "Wahre Geschichten" (Kurzgeschichten)

Weitere Beiträge von Heinz-Walter Hoetter

Hat Dir dieser Beitrag gefallen?
Dann schau Dir doch mal diese Vorschläge an:

Der uralte Geist der Schöpfung von Heinz-Walter Hoetter (Einfach so zum Lesen und Nachdenken)
Das Prekariat... von Paul Rudolf Uhl (Wahre Geschichten)
Menschen im Hotel XII von Margit Farwig (Sonstige)

Diesen Beitrag empfehlen:

Mit eigenem Mail-Programm empfehlen