Torsten März

Die Hoffnung geht durch die Stadt

"Die Hoffnung geht durch die Stadt" Der letzte „Funken Hoffnung" ging allein durch die große Stadt. Aus Versehen ging der Funken die falsche Straßenseite entlang, entgegengesetzt der Pfeile. Eine gut gekleidete Frau sah den letzten „Funken Hoffnung" von oben herab böse deswegen an. Der „Funke Hoffnung" wusste Bescheid und ging die andere Straßenseite entlang. Warum konnte keiner sehen, dass er der letzte „Funke Hoffnung" hier war. War er etwa schon genauso wie die anderen. Waren die anderen zu viele geworden, dass er es selbst nicht mehr wahrnehmen konnte. Er hielt die Hand hoch und ein Taxi hielt an. Der Taxifahrer starrte ihn mit toten Augen an, aber etwas länger als ob er ihn erkennen würde. Der Taxifahrer sagte: „Seltsam, Sie sehen aus wie ein „Funken Hoffnung". Der „Funken Hoffnung" stieg ein und sagte gleichgültig: „Fahren Sie einfach los, ich habe 1000 Euro dabei". Nach ein paar Sekunden der absoluten Stille schaute der Taxifahrer in den Rückspielgel und sagte: „Also sind Sie es doch. Der letzte „Funke Hoffnung". Meinen „Funken Hoffnung" habe ich vor kurzem verloren. Ich weiß nicht wo. Ich glaube bei einer Frau zu Hause, die ich glaubte zu lieben, die ihren Ehemann mit mir betrog. Auf einmal wurde es so seltsam und ich fühlte mich so fremd in meiner Haut. Ich habe überall gesucht, vielleicht lag er im Bad oder ist er als wir uns liebten, hinter die Couch gefallen. Vielleicht lag er auf dem Boden und die Flasche Rotwein, die wir aus Versehen umkippten, ist auf ihn gefallen und er ist dabei ertrunken. Der „Funken Hoffnung" war einfach weg. Und...Warum laufen Sie alleine hier auf der Straße rum? Hat man sie vergessen?" fragte der Taxifahrer. „Ich weiß es nicht" und der Funken Hoffnung fing an zu weinen. Der Taxifahrer wusste nicht, was er tun sollte, er hat noch nie in seinem Leben einen Funken Hoffnung" weinen gesehen. Und verdammt, er hatte kein Taschentuch für den Funken dabei. Das ist das Ende der Welt, wenn jetzt auch noch „Funken der Hoffnung" anfangen zu weinen", dachte er und steckte sich beim Fahren nach nirgendwo eine Zigarette an. Dem Funken wurde dabei auch noch ganz schlecht. Er verlor an Farbe. Der Taxifahrer sah es, aber er konnte nicht aufhören, zu viele Gefühle in einer einzigen Taxifahrt konnte er jetzt nicht mehr verkraften. Er musste alles was Hoffnung, Trauer oder Mut gab, vernebeln. Der Taxifahrer fragte mit Herzrasen: „Hat Sie jemand aufgegeben oder sind Sie selbst fortgegangen, weil sie glaubten, da draußen ist irgendwas von Bedeutung?". Der „Funken Hoffnung", dem immer noch die Tränen liefen, sagte: „Ich musste gehen. Wir sahen in den Spiegel und wir erkannten uns nicht mehr. Früher war alles anders, da sahen wir uns ständig an und erkannten uns. Wir hatten so viel Spaß. Doch dann kam irgendein anderer Gedanke dazwischen. Und man erkannte mich nicht mehr oder fing es damit an, dass ich mich nicht mehr erkennen konnte, wer ich bin? Und jetzt laufe ich die ganze Zeit durch diese Stadt. Dort, wo ich herkomme, erinnert man sich an mich schon gar nicht. Ich will nicht mehr leben", sagte der „Funken Hoffnung". Der Taxifahrer dreht sich nach hinten und wollte gerade trösten und versuchen, ihn mit der rechten Hand zu berühren als der Funken Hoffnung schrie: „Passen Sie doch auf, das Kind...". Der Taxifahrer dreht sich wieder um und sah, ein Kind auf der Straße und konnte gerade noch bremsen. Eine Frau rannte in Panik auf die Straße und holte das Kind von der Straße und schrie: „Gott sei Dank ist alles gut". Die Frau umarmte das Kind und der „Funke Hoffnung", der schon viel zu weit fort war, sah einen kleinen Splitter der Hoffnung in der Szene und sagte: „Bitte fahren Sie mich sofort nach Hause! Es ist n icht ihre Schuld, keiner hat Schuld, aber ich muss zurück in mein altes Leben und wieder der „Funke Hoffnung" sein. Es ist ein undankbarer Job, aber irgendeiner muss es ja tun, auch wenn man uns oftmals übersieht und ich oftmals alles hinwerfen will". Der Taxifahrer schaute ihn vom Rückspielgel aus an und lächelte ein wenig.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 16.04.2021. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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