Elke Müller

Amerika....

Redmon bekam eine Nachricht von einem Boten gebracht, vom Stützpunkt. Man rief ihn zurück. Was sonst. Anwesenheit sofort erwünscht. Wut stieg in ihm hoch. Er ist erneut ein Gefangener der Armee geworden. Man ist wieder plötzlich Risiken, Enttäuschungen sowohl Niederlagen ausgesetzt. Trotzdem hieß es reiten, wieder kämpfen und jedes mal reitet der Tod mit.

Er nahm seinen Rotfuchs an die Zügel, schwang sich auf, er wollte jetzt allein sein und ritt ein Stück in die Prärie hinaus. Dort stieg er vom Pferd, band es an einem Busch fest und setzte sich auf einen Felsen.

Er hatte die ebenholzfarbige Haut seiner Mutter geerbt und dachte so viel an die Indianer, das er mit ihnen leben wollte, ihre Lebensweise lernen und ein guter Freund für sie sein. Die Kavallerie sieht aber in der Selbstverteidigung der Indianer einen Aufstand. Er hasste das Sterben und diese sinnlose Vernichtung, in diesen erbarmungslosen Krieg zwischen den Weißen und Indianer. Hinzu kam, das die Weißen sich nicht an ihre eigenen Worte, geschweige an die Worte ihres Gottes halten, welche sie so gerne zitierten. Was zählen da Verhandlungen oder Abmachungen, bei denen das eigene Wort nichts wert ist.

Er hatte schon lange die Weite, die Leere der Landschaft gemocht. Hier konnte man sich verlieren ohne gefunden zu werden. Er hat schon öfter daran gedacht, einfach alles hinter sich zu lassen. Die Sehnsucht nach einen Ort, wo er endlich

Wurzeln schlagen konnte, wo er Freunde fand und jemanden in Liebe, in den Arm hielt, tauchten immer mehr auf. Redmon wusste genau, in Heika einen Freund gefunden zu haben, welcher mit ihm durch dick und dünn marschiert. Er hatte die Tugenden bei den Lakota kennen gelernen, wie Aufrichtigkeit, Weisheit, Mut sowie Demut. Er wusste das sie ihn achteten und ihm vertrauten. Sie waren gar nicht groß anders als wir Weiße. Dennoch war er ein Indianer und Weißer zugleich. Sein Blick wanderte in die Ferne. Ein schnauben von seinem Pferd warnte ihn. Heika schlenderte heran, setzte sich zu ihm auf den Felsen. Eine Weile saßen sie schweigend nebeneinander. Ich hörte, du hast dich entschieden?“ versuchte Heika Redmon aus der Reserve zu locken. Dieser versuchte verständnislos drein zu schauen, aber sein Blick flackerte nervös. Alles hier war unendlich groß, unendlich verheißungsvoll, unendlich fremd und aufregend, aber auch unendlich schön. Ich stelle plötzlich fest, das ich dieses Land mag. Ja, ich könnte mich auch nicht mehr irgendwo anders wohl fühlen, als wo man hingehört… Hier, ich habe diesen Brief erhalten, lies und du wirst verstehen… Ich habe nicht vor, die heißen Kastanien aus dem Feuer zu holen, um dann dafür ins Gras zu beißen. Und wenn, dann will ich wenigstens wegen meiner Idealen dies tun… Was tun wir jetzt?“ fragte Redmon und strich sich mit den Fingern durchs Haar. Denn alles was nach Ungesetzlichkeit aussah lehnte er grundsätzlich ab. Als er hoch sah, schauten ihn zwei fesselnde dunkle Augen an. Heika seufzte tief. Ja, es ist bitter. Der weiße Mann erhebt immer mehr seinen Anspruch auf unser Land. Sie zerschneiden mit ihrer Eisenbahn unsere Jagdgebiete, töten unsere Gundlage die Büffel und vertreiben uns aus unsere Heimat, berauben uns unserer Vergangenheit, sowie bringen unsere Zukunft in Gefahr. Obwohl dies die Basis für einen großen Gewinn der eigenen Persönlichkeit, für die Kraft, das Schicksal in die eigenen Hände zu nehemen ist.“ Es ehrt dich, aber du kennst die Reservate nicht!“ Heika sah plötzlich zu Boden, schluckte schwer. „ Hoh! Mein Freund, du irrst. Es gab genügend Übergriffen von euch Weißen. Auch kenne ich all die gegebenen Versprechungen, die nicht einmal ein paar Stunden gehalten haben.Dann brach plötzlich alles aus ihm heraus. Tränen standen ihm dabei in seinen Augen, welche er mühsam zurück hielt. „… ihr ( Weiße, Blauröcke ) habt nicht nur unsere Dörfer überfallen, sondern ebenso die von viele andere Stämme wie Crow, Pawnee, Irokessen, Blackfeet, Apachen… . Habt ein gnadenlosen Kampf gegen uns geführt, so viele wurden rücksichtslos getötet… Kinder, Greise, schwangere Frauen, Mütter, Großeltern, Frauen mit Babys, junge und alte Männer, Freunde, Bekannte…“ Redmon hatte den Kopf gesenkt, ihm war unbehaglich. Er wünschte, er hätte niemals dies erfahren müssen. Sein Gefühl sagte ihm, das den Indianern furchtbares Unrecht angetan wurde. „ Oh mein Gott!“ Betroffen blicke Redmon in den wolkenlosen Himmel. Es tut mir unendlich Leid und ich weiß, dafür gibt es keine Entschuldigung.“ Heika nickte. Es legen immer mehr Schiffe an unseren Küsten an und spucken Menschen wie Heuschrecken aus… Unsere Lebensweise, die wird es bald nicht mehr geben, nur noch in den Herzen und Gedanken derjenigen, die sich daran erinnern. Aber, dann haben wir etwas von unermesslichen Wert zutage gefördert.“ Was ist mit der Großmutter von Ashley, kann Sie nicht etwas tun?“ „ Ich glaube, eher wenig. Obwohl es eigentlich unser Land ist welches die alte Lady gekauft hat. Aber damit hat unser kleines Dorf einen gewissen Schutz. Hier können wir noch nach unseren Sitten und Bräuche leben, aber wie lange noch, weiß keiner zu sagen… Lass uns mit meinen Vater reden, er wird eine Ratsversammlung einberufen und sicher zu einer Lösung kommen.“ „ Trotzdem, … werde ich wohl oder übel bald zum Stützpunkt zurück gehen müssen.“

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 23.04.2021. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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