Marlene Remen

AHH, DA MAMMA 2. Teil

Und weiter gehts mit dem Bericht, glaubt mir, zum Lachen wars oft nicht.


Der nächste Tag, die gleiche Zeit, neun Uhr früh, ich war schon um 6 soweit.
Konnte nicht schlafen und brauche auch eine gewiße Zeit für mich, um Luft
zu bekommen und alles fertig zu haben. Hat, wenn auch mühsam geklappt.
Herr S. und Murat kamen, heute würden die alten Stromleitungen rausgerissen
und der olle Laminatboden. Doch zuerst eine Menge Kartons mit Rohren,
Anschlüssen und so weiter in den Keller gebracht. Murat gab sich dann an den
Fußboden und Herr S. nach Stemmen und Bohren die Stromleitungen aus den
Wänden gezogen. Damit hatten sie einige Zeit zu tun. Nach 2 Stunden war 
Kaffee-Pause angesagt und die gabs dann auch.

Herr S. sagte zu mir : "Frau von und zu, dies sagte er, wenn ihm mein Name
nicht einfiel, Sie hatten ja auch um einen Anschluss für die Waschmaschine 
gebeten und danach kucke ich gleich. Den Abfluss für die Dusche und Toilette,
sowie Waschbecken Zu und Abfluss, den nehme ich mir jetzt auch vor.
Das wird heute soweit sein und Morgen werden die Wände abgeschliffen."
Ich hatte wohl mein Gesicht etwas verzogen, denn das würde einen Dreck
und Riesenstaub geben, war aber notwendig. "Keine Angst, meinte Herr S,
wir haben einen großen Staubabsauger dabei, das wird schon gutgehen !"
Die Beiden waren mit ihrer Arbeit noch bis 16.30 Uhr beschäftigt und dann
war erst mal Ruhe.

Hätte ich da gewußt, was am nächsten Tag auf mich zukam, ich wäre wohl
bis nach Buxtehude geflüchtet, aber dann hätte ich auch all das trotzdem Lustige
nicht erlebt, davon will ich euch nun berichten.

Nächster Morgen, gegen 10 Uhr kam Herr S. mit einem Kollegen, wie er sagte,
der aber kein Wort sagte und  trotzdem verstand,  was S. wollte.
"So, damit ist er jetzt erst mal eine Weile beschäftigt und wir Beide trinken einen
Kaffee, ja ?" Das taten wir und ich fragte ihn, was Kollege für ein Landsmann wäre.
"Hm, nicht so leicht zu beantworten, habe ihn ja vermittelt bekommen, aber ich
glaube, er ist aus Afghanistan, weiß noch nicht mal seinen Namen. Ist aber ein guter
Arbeiter und tut, was man ihm sagt, darauf kommt es ja an, oder ? Muß gleich noch
mal weg, komme aber vor 12 zurück. Bringen Sie ihm auch einen Kaffee, das wäre nett !"
Schon war er zu Tür raus, Kollege schleift, kriegt nix mit, aber er bekommt seinen Kaffee.
Dieses Schleifgeräusch ist schlimm, doch viel schlimmer war für mich, ich saß irgendwie
im Dauerdurchzug, mir war kalt, bekam kaum Luft von dem ganzen Staub, habe mich
nach hinten geflüchtet.

Kollege schleift und schleift, kriegt nix mit. Dann hielt ich es aber nicht mehr aus und sah nach,
was alles offen stand. Tür zum Raum offen, das Fenster darin offen, aber auch die Eingangstür
war sperrangelweit offen, freier Eintritt für Alle. Wollte sie gerade schließen, da kommt aus
dem 1. Stock doch ein Typ runter mit einer Essens-Box und ich frage ganz perplex:
"Wurde oben Essen bestellt ?" Er kuckt wie ein kaputtes Auto : "Essen ja, Keiner da !"
War ja auch Keiner und ich frage nach : "Wer hat Essen bestellt ?" Er schnappt sich sein Handy
und meint : "Chef anrufen, ich überlege, was für eine Nationalität das ist, tippe auf ehemals
Jugoslawien, bin mir aber nicht sicher.  Er lächelt und holt das Essen aus der Box und drückt mir
auch Riesen Getränkeflasche in die Hand . Chef sagt, Essen hierlassen, Mann kommen !"
Wollte kein Geld haben, konnte ihm auch Keins geben, doch zum Erklären ließ er mir keine Zeit,
schon war er weg. 

Kollege schleift und schleift, kriegt nix mit. Ich schließe die Eingangtür, nehme das Essen und 
gehe in die Küche. Kaum dort angekommen, klingelt es an der Tür, Herr S. kommt zurück
und ich frage ihn, wegen dem Essen. "Ach ja, hatte ich bestellt, war auch gerade bezahlen,
ich kenne den Inhaber gut, alles Okay, keine Sorge, Mamma." Nimmt das Essen und geht
damit auf den Hof, holt noch 2 Gläser, sagt Kollege Bescheid und spricht am Handy.
Kollege kommt rein mit diesem bekannten Blick :
"Can anybody tell me, wher the toilets are ?"  Ich zeige es ihm und er lächelt. Nach der Rückkehr
zeige ich ihm die Händewasch-Gelegenheit, lege ihm ein Handtuch zurecht und er wäscht
Hände bis zu den Ellenbogen, auch Gesicht und Hals, alles mit Spüli und geht wieder in den Flur.
Herr S. kommt wieder rein, holt zwei Gabeln und ich meinte : "Mag Kollege nichts essen,
er steht drinnen vor der Eingangstür und schaut in seine Hände?"   "Doch, er betet, ja, Manche beten !"

Nachmittags ging die Schleiferei weiter, mit einer solchen Staubentwicklung, daß der Rauchmelder
im Treppenhaus Alarm geschlagen hat. Zum Glück war der Lebensgefährte meine Tochter schon 
wieder da und hat dieses Ding erstmal abmontiert. Der Tag hat mich ganz extrem geschafft und
darum war für den Nächsten Ruhetag angesagt. Herr S. sagte mir noch : "Dann kommt ein junger
Mann, spachtelt die Wände neu und wird sie verputzen, er macht seine Arbeit sehr gut und allein-
Bis übermorgen dann, Mamma, ruhen Sie sich aus !!"
Erst am Ende des Tages fiel mir ein, war nicht von einem Staubsauger die Rede, war wohl kaputt ??


Fortsetzung folgt.....





 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 29.04.2021. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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