Günter Weschke

Mein Leben mit Wauzele

Wauzele, Leben mit einer Katze


Es war ein warmer Sommertag, als ich vom Einkaufen zu meiner damaligen Wohnung ging, den Aufzug betrat und beinahe über einen kleinen Karton gestolpert wäre. Irritiert blickte ich auf den Karton, aus dem ein leises Miauen zu hören war. Ich nahm den Karton auf und öffnete vorsichtig ein klein wenig den Deckel, als Erstes sah ich ein Paar blaugrüne Augen, die mich ansahen. Ein junges, Kätzchen war hier ausgesetzt worden, Ich nahm den Karton mit in unsere Wohnung. Meine Frau war fassungslos über Menschen, die ein hilfloses Kätzchen, einfach aussetzen konnten. Aber immer hin, es gibt ja auch solche Menschen, die junge Kätzchen einfach ertränken. Unser Kätzchen hatten wir von Anfang an in unser Herz geschlossen. Sie war verschmust und sehr neugierig, gern saß sie auf einen Stuhl am Küchentisch und sah meiner Frau zu, wenn sie das Essen zubereitete. Meine Frau ließ dann mal gern ein kleines Stück rohe Kartoffel oder ein Gemüsestück auf den Boden fallen, Wauzele sprang sofort hinterher, um es auf Essbarkeit zu prüfen oder um damit zu spielen.

Am schönsten für Beide war die Zeit, als Wauzele etwas größer war, wenn sie dann am Morgen auf leisen Sohlen bis zur leicht angelehnten Schlafzimmertür kam, ihren Kopf ins Zimmer steckte und zu meiner Frau blickte, die tat natürlich so, als wenn sie noch schliefe. Wenn sich meine Frau nicht rührte, tappste sie langsam zum Bett, dabei sah sie meine Frau unverwandt an, um dann mit einer Pfote sie leicht anzustupsen, wenn dann meine Frau leise sagte "nun komm schon rein!", sprang sie mit einem Satz auf das Bett und legte sich schnurrend zu ihren Füßen. Dieses Ritual wiederholte sich an jeden Morgen. Als sie sich zum ersten Mal im Spiegel sah, stand sie ganz steif davor, um dann aber mit der Pfote nach dem Bild zu schlagen. Bald hatte sie aber herausgefunden, dass das Bild kein Feind war und beachtete den Spiegel nicht mehr. Ihr Lieblingsplatz war im Sommer ein Hocker auf dem Balkon, hier konnte sie stundenlang sitzen, um die Leute zu beobachten, die unten vorübergingen. Kam ich am Abend nach Hause, schmiegte sie sich eng an meine Beine und genoß lange Zeit das Streicheln von mir. Eines Morgens stand sie nicht an der Schlafzimmertür, viel zu früh verstarb sie plötzlich. Ja, unsere Trauer war sehr groß, wir weinten um unser liebes Wauzele, ja, sie fehlte uns sehr.

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