Marlene Remen

AHH, DA MAMMA 3.Teil

Der Baustellen - Bericht, von dem man hier bei uns noch lange spricht


Hätte meine Tochter mir am Abend nicht noch Einiges feucht abgewischt,
ich hätte es in meinem sogenannten Appartment nicht ausgehalten vor
lauter Staub, man konnte auf dem Küchentisch, den Schränken und überall
malen, solch eine Staubschicht lag drauf. Diese feine Staub hatte sich im ganzen Haus 
verteilt, bis oben hinauf ins Dachgeschoß, da haben auch die Abdeckfolien
nichts gebracht, sie hielten auch gar nicht. Aber, man kann sehr Vieles ertragen, wenn
man weiß, es wird ja auch wieder besser werden ???!!!

Am nächsten Morgen, am sogenannten Ruhetag kam Herr S. dann doch kurz vorbei,
brachte die Wandfarbe, Pinsel und Farbrolle, Abdeckflies und soweiter schon mal rein.
Wir tranken noch einen Kaffee zusammen und er erzählte mir Einiges über sich.
Er lebe schon über 40 Jahre in Deutschland, war mit den Eltern und den Geschwistern
aus der Türkei hier her gekommen, da war er noch ein Kind. Hat hier seine Ausbildung
gemacht und sich etwas aufgebaut und es auch nicht bereut. Wir unterhielten uns über
sehr Vieles, auch über Religion und an was die Menschen glauben, wenn sie glauben.
Er sagte mir, er wäre zwar Moslim, aber ein atheistischer Moslem und respektiere Jeden,
der eine andrere Glaubensrichtung hätte.  Da konnte ich ihm nur beipflichten, an was ein
Mensch glauben will und kann, dies liegt nur bei ihm.

Am nächsten Morgen, 9.30 Uhr kam dann der junge Mann zum Verputzen und glätten 
der Wände und er machte seine Arbeit wirklich gut und gründlich. Bekam von mir natürlich
auch Kaffee und ein Leckerchen, er hatte aber auch sein eigenes Essen mit, war etwas zurück
haltend, aber immer freundlich. Am darauffolgenden Tag würde er mit dem Streichen der
Decke und den Wänden beginnen, dies hatte Herr S. mir noch gesagt. Und der junge Mann kam
wieder pünktlich bei mir an und begann sofort mit seiner Arbeit, nur, was war er für ein Landsmann ?
Zur Frühstückspause brachte ich ihm wieder etwas zu Trinken, aber er lehnte freundlich ab.
"Möchte Sie heute keinen Kaffee ?, fragte ich .  Er lächelte und sagte :  "Nein, Ramadan, du kennen ?"
"Oh, meinte ich, ja, ich weiß, was das ist, aber Sie müssen doch arbeiten, nur etwas trinken ?"
Doch er blieb bei seinem Nein, konnte ihn auch nicht mal mit einem Bonbon überreden, weil er
öfters hustete.  Kam den nächsten Tag auch und strich noch einmal alle Wände und der Raum war nicht
mehr wieder zu erkennen, so hell und frisch, einfach schön. Ich bedankte mich bei ihm und er gab
mir ein breites Lächeln zurück.

Nun waren glaube ich schon fast zwei Wochen herum, bald würde gefliest und der Fußboden verlegt
werden, doch vorher noch die Deckenstrahler angebracht werden. Doch ein noch sehr großes Problem
mußte noch geklärt werden, die Kernbohrung nach draussen, um das Hauptabflussrohr zu finden.
Dies würde noch sehr aufwendig werden und war auch mit Mehrkosten verbunden, die sich aber noch
im Rahmen hielten. Ja, es nahm Gestalt an, mein Traum eines eigenen Badezimmers.


 

Vorheriger TitelNächster Titel
 

Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Marlene Remen).
Der Beitrag wurde von Marlene Remen auf e-Stories.de eingesendet.
Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte.
Veröffentlicht auf e-Stories.de am 02.05.2021. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

Die Autorin:

Bücher unserer Autoren:

cover

flüchtige Schatten im Winter von Franz Preitler



Kurzgeschichten einer stürmischen Zeit
136 Seiten, 1 Abb. Kurzgeschichten beruhend auf Träumereien und Wahrheit.
Mit Zeichnungen aus Tusche.

Möchtest Du Dein eigenes Buch hier vorstellen?
Weitere Infos!

Leserkommentare (0)


Deine Meinung:

Deine Meinung ist uns und den Autoren wichtig!
Diese sollte jedoch sachlich sein und nicht die Autoren persönlich beleidigen. Wir behalten uns das Recht vor diese Einträge zu löschen!

Dein Kommentar erscheint öffentlich auf der Homepage - Für private Kommentare sende eine Mail an den Autoren!

Navigation

Vorheriger Titel Nächster Titel

Beschwerde an die Redaktion

Autor: Änderungen kannst Du im Mitgliedsbereich vornehmen!

Mehr aus der Kategorie "Autobiografisches" (Kurzgeschichten)

Weitere Beiträge von Marlene Remen

Hat Dir dieser Beitrag gefallen?
Dann schau Dir doch mal diese Vorschläge an:

P e t e r c h e n 3. Teil von Marlene Remen (Wahre Geschichten)
Manitoba - dritter Teil - Thompson von Karl-Heinz Fricke (Autobiografisches)
Der falsche und der echte Nikolaus von Ingrid Drewing (Wahre Geschichten)

Diesen Beitrag empfehlen:

Mit eigenem Mail-Programm empfehlen