Katja Baumgärtner

Meine Mama ist die Beste

Meine Mama ist die Beste 2004

 

 

Meine Mama ist für mich immer da, besonders seit dem ich krank geworden bin.

Für meinen 18. Geburtstag kaufte sie mir einen großen Teddy, den ich jetzt immer noch habe und bei mir in meinem Bett liegt.

Ich ging damals an meinem 18. Geburtstag nicht in die Schule, sondern meine Mama und ich tauschten den Teddy damals gegen einen Teddy um, der nicht so fusselte. Die Stimmung trog. Einen Moment lachte ich mit ihr, den anderen Moment weinte ich und war traurig.

Seit meiner Krankheit ist meine Mama immer für mich da, wenn es mir schlecht geht. Auch wenn ich was machen wollte, was ihrer Meinung nicht so richtig war, unterstützte sie mich und half mir.

In der letzten Oberstufenklasse ging es mir besonders schlecht. Meine Mama saß an meinem Bett und rieb meine Beine ein, die weh taten. Ich war sehr erschöpft und konnte nicht mehr stehen. Ein anderes Mal streichelte sie meinen Kopf, weil ich so traurig war und so weinte. Ich beruhigte mich. Mich hatte damals ein junger Mann sehr verletzt, und ich regte mich unheimlich darüber auf. Meine Eltern waren gerade geschieden.

Ich schmiss nachts Bücher gegen die Wand und zerriss die selbstgemalten Bilder, die ich meiner Mama geschenkt hatte. Ich war sehr ekelhaft zu ihr, und sie hatte Angst vor mir. Sie verzieh mir alles und war weiterhin immer für mich da.

Sie besuchte mich später nach dem Abitur in der Klinik. Sie kam so oft es ging. Meine Mama fuhr dreimal die Woche 100 Kilometer hin und zurück. Für sie war es sehr anstrengend, immerhin war sie schon 60 Jahre alt. Meine Tante Gudrun sagt immer zu ihr, dass sie nur deswegen so eine weite Strecke fahren konnte, weil sie wegen mir fahren musste, sonst wäre ich allein gewesen. Wir gingen dann nachmittags in ein Cafe oder in die Eisdiele. Es kostete alles sehr viel - die Fahrten und ich brauchte Nachthemde. Einmal durfte ich mir sogar ein Kostüm kaufen. Das Geld war sehr knapp.

Als ich aus der Klinik entlassen wurde und sie mich abholte, weinte sie.

Manchmal wenn es mir schlechter ging und nachts nicht schlafen konnte, blieb sie wach und hörte mit mir zu, obwohl sie todmüde war. Das macht sie jetzt auch noch.

Vor kurzem erst hat sie mir es ermöglicht, dass ich meine Ausbildung beenden konnte. Sie holte mich jederzeit von der Arbeitsstelle ab, weil die Busverbindung so schlecht war und weil es so teuer war, mit den öffentlichen Verkehrsmittel zu fahren.

Meistens hält sie zu mir und verteidigt mich. Sie lässt mich nicht einfach stehen, und sie lässt mich nicht alleine.

Als ich unschuldig die Schule verlassen musste, geigte sie dem Direktor die Meinung. Es tut mir

mir immer noch weh, wie ich ausgeschlossen wurde, aber sie redet mir immer gut zu und

sagt mir auch sonst nette Dinge.

Zwar macht sie auch vieles falsch, aber bei so einer Mama kann ich das übersehen!

Meine Mama ist einfach die beste Mama der Welt!!!


 

Muttertag, 2005 Deine Dich immerliebende Tochter Katja

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