Irene Rabenbauer

Der Pirscher

🐕 Der Pirscher 🐕

Hinweis:

Die Personen und die Handlung der folgenden Kurzgeschichte sind frei erfunden. Etwaige Ähnlichkeiten mit tatsächlichen Begebenheiten oder lebenden oder verstorbenen Personen wären rein zufällig.

„Wie kann ein Mensch nur so tief sinken“. Die Stammtischrunde hielt erst einen Augenblick inne und die sieben Freundinnen schüttelten die Köpfe, bevor ein schallendes Gelächter ausbrach.

Inga hatte die neuesten Anekdoten ihres Stalkers zum Besten gegeben. Ja, Inga hatte einen Stalker am Hals, der sie mit allen Mitteln dazu zwingen wollte, ihren Kampf gegen seinen kriminellen Welpenhandel aufzugeben.

Väterchen Zufall war es zu verdanken, dass Inga auf Herrn Pirschers betrügerische Vermehrermasche aufmerksam wurde. Eine betrogene Kundin von Herrn Pirscher hatte Inga, die sich ehrenamtlich beim Tierschutz engagiert, über die Missstände bei den Pirschers informiert. Die Dame kaufte für € 1.500,00 einen vermeintlich reinrassigen Welpen von Herrn Pirscher. Die versprochenen Papiere hat sie nie erhalten.

Als bereits nach wenigen Wochen bei ihrem Welpen eine Erbkrankheit festgestellt wurde, wegen der er unverzüglich operiert werden musste, da Gefahr für sein Leben bestand, stellte sie Nachforschungen über den Pirscher an. Sie fand dabei heraus, dass der Hundehändler Welpen, die wegen körperlicher Defizite nicht für die Zucht eingesetzt werden dürfen und deshalb als reine Familienhunde verkauft werden, aufkauft, verpaart und die Welpen für teures Geld verkauft. Er verspricht Papiere, die er niemals liefern kann, da seine Welpen Mischlinge sind und er keinem Hundeverband angehört. Seine Hündinnen lässt er bereits bei der ersten Läufigkeit und ab dann bei jeder weiteren Läufigkeit decken. Seinen Rüden spritzt er Hormone und zwingt sie zum Decken. Taugen die Hunde nicht mehr zur Zucht, werden sie entsorgt, ebenso wie Welpen, für die er keine Abnehmer findet, weil sie von Geburt an einen Mangel haben oder unterentwickelt sind. Er schreckt auch nicht davor zurück, Geschwisterhunde miteinander zu verpaaren. Außerdem gibt er vor, Tierarzt zu sein und stellt Impfpässe aus und chippt die Welpen, obwohl ihm bereits vor einiger Zeit die Approbation entzogen wurde.

„Im Pirscher steckt jede Menge kriminelle Energie. Dieser Welpenhandel de Luxe ist eine ganz neue Masche und muss im Keim erstickt werden, bevor sich Nachahmer finden. Das traurige an der Sache ist der Umstand, dass dies mitten in Deutschland passiert. Da kann ich nur sagen: Pfui Teufel. Über Vermehrerhunde aus dem Ausland spricht jeder. Dass solch unlautere Geschäfte auch hier mitten unter uns und noch dazu von einem Deutschen praktiziert werden, ist kaum jemandem bewusst.“ Inga redete sich in Rage, denn dieses Thema lag ihr sehr am Herzen, hatte sie doch selbst zwei Hunde, die sie abgöttisch liebte.

Inga hatte sich zum Ziel gesetzt, die Pirscher’schen Machenschaften auffliegen zu lassen. Seither wird Inga vom Pirscher gestalkt und gemobbt. Er versucht, Inga durch öffentliche Diffamierungen, Verleumdungen, Anzeigen, Unterlassungsaufforderungen etc. von ihrem Vorhaben abzubringen. Doch je mehr sich der Pirscher in sein Vorhaben, Inga zu schaden und sie dadurch zum Aufgeben zu zwingen, verbeißt, desto mehr Fehler macht er. „Mittlerweile ist er nicht nur in Züchterkreisen und in meinem Freundes- und Bekanntenkreis bekannt wie der sprichwörtliche ‚bunte Hund‘“, konstatierte Inga. Inga begann genüsslich ihren Eisbecher zu verzehren.

„Mittlerweile lacht der ganze Landkreis über die Pirscher‘sche Dummheit. All seine Bemühungen, Inga zu verleumden, werden ins Gegenteil verkehrt. Inga hat so viele Anhänger wie nie. Jeder, den der Pirscher kontaktiert, schlägt sich auf Ingas Seite, denn niemand glaubt das dumme Geschwätz des Pirschers. Ingas Beweise hingegen sind hieb- und stichfest. Er selbst jedoch hält sich nach wie vor für den Überflieger schlechthin. Er ist so von sich eingenommen und selbstverliebt, dass er tatsächlich nicht merkt, wie lächerlich er sich mit seinen makabren Handlungen macht. Viele halten den Pirschen für einen Psychopathen. Ich übrigens auch“, führte Kati Ingas Ausführungen fort. Kati ist Ingas beste Freundin, immer an Ingas Seite und sie unterstützt sie, wo sie kann.

„‚In der Wut verliert der Mensch seine Intelligenz‘, so lautet ein Sprichwort von Dalai Lama“, vervollständigte Suse Inga und Katis Erläuterungen.

„Schönes Sprichwort, Suse, aber nur, wo Intelligenz vorhanden ist, kann man auch Intelligenz verlieren. Aber in Pinschers Fall trifft das Sprichwort nicht zu, denn man kann nichts verlieren, was man nicht hat.“ Katis Statement sorgte für minutenlanges, schallendes Gelächter bei den Stammtischdamen. „Kati, durch deinen Freud’schen Versprecher hast du gerade einen neckischen Spitznamen für den Pirscher kreiert“, feixte Mimi und stupste Kati liebevoll in die Seite. Die anderen Mädels konnten sich das Lachen nicht verkneifen.

„Mädels, ich weiß, der Pinscher sorgt immer für unterhaltsame Stammtischabende, aber langsam neigt sich die Geschichte ihrem Ende zu. Ich habe genug Beweismaterial gesammelt und nun folgt der letzte, ausschlaggebende Schritt im Kampf gegen den Pinscher.“ Sofort griff Inga den Pirscher’schen Spitznamen auf.

„Dann kehrt hoffentlich auch in deinem Leben endlich wieder Ruhe ein“.

„Kati spricht aus, was wir alle dir wünschen“ untermauerte Suse Katis Wunsch.

Nach einem letzten Cocktail klang auch dieses Mädelstreffen aus. Einmal mehr sorgte der Pinscher, wenn auch unfreiwillig und ahnungslos, für amüsante Unterhaltung und viel Gelächter unter den langjährigen Freundinnen.

© 2021 Irene Rabenbauer

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