Hans Fritz

Nutzen vs. Schaden; ein paar Anmerkungen


Lexikalisch kurz und bündig steht der Nutzen für Dinge, Ereignisse und Situationen, die bestimmten Zwecken dienen bzw. der Verwirklichung bestimmter Handlungsweisen förderlich sind. Für die Abwägung Nutzen/Schaden ist für positive wie negative Aspekte zum Einen die Grösse bzw. das Ausmass des Effektes, zum Anderen die Häufigkeit des Vorkommens von Bedeutung. Nach Aristoteles ist das Nützliche relativ gut in Bezug auf etwas anderes. Augustinus bezeichnet die blosse Nutzung einer Sache, die sie eines anderen wegen erstrebenswert sein lässt. Ein individueller Nutzen kann dem Gesamtnutzen im Sinne der Wohlfahrt eines Kollektivs gegenüberstehen.

Besonders durch Menschenhand massiv veränderte oder neu geschaffene ‘künstliche Biotope’ rufen sogenannte Kulturfolger auf den Plan. Allerweltsnager wie Ratten und Mäuse wären da in erster Linie zu nennen. Ein antiquarisches Album über die Vogelwelt Deutschlands bewertet Arten nach Nutzen/Schaden für den Menschen. Insektenfresser wie die Schwalben gehören durchweg zur Kategorie ‘überwiegend nützlich’, z.B. Krähen und Stare, die sich in bestimmten an frisch ausgesätem Getreide bzw. Früchten gütlich tun zur Kategorie ‘überwiegend schädlich’.
So genannte Schadinsekten nehmen dann überhand, wenn hochgezüchtete, ‘optimierte’ Nutzpflanzen, wie z.B. der Mais angebaut werden. Hier kann ein erstrebter Nutzen durch einen zunächst nicht abschätzbaren Schaden nachhaltig beeinträchtigt werden. Notabene - Der mit Hilfe von Chemikalien weitgehend ausgerottete Maikäfer zeigte Jahre später wieder lokales Massenauftreten*.

Eines von tausend Beispielen einer Umkehr von «extrem schädlich» zu «überaus nützlich» liefert das Pflanzengift Digitoxin, ein Glykosid aus den Blättern des Roten Fingerhuts (Digitalis purpurea). In geringer Dosis verabreicht zeigt es Heilwirkung. Allein die Dosis machts**.

Zu Risiken und Nebenwirkungen…» Wer kennt nicht jene, rein rechtlich gesehen obligatorische, doch zum Überdruss präsentierte Werbefloskel. Wobei unter Nebenwirkungen insbesondere unerwünschte Wirkungen zu verstehen sind. «In seltenen Fällen kann es zu diesem und jenem kommen…» heisst es pflichtgemäss im Beipackzettel.

Betreffs ‘Corona-Virus’ SARS-CoV-2 einschliesslich der Varianten stehen mittlerweile mehrere unter Hochdruck entwickelte COVID-19 Impfstoffe zur Verfügung. Die Auswertung und Beurteilung bereits beobachteter schwerwiegender Nebenwirkungen lässt aufgrund der bisher aufgestellten Statistiken über Inzidenzen auf der Basis von Einschätzungen der Experten folgende Aussage zu: Das Risiko gravierender Nebenwirkungen eines Impfstoffs gilt gegenüber der Wahrscheinlichkeit des schweren Verlaufs einer Infektion als vernachlässigbar. Inzwischen hat die Entwicklung einer möglichen Therapie mit Medikamenten (u. a. in Kombination mit Dexamethason) wieder Fahrt aufgenommen. Bleibt zu hoffen, dass daraus ein Erfolg wird. Gerade solche Menschen die aus welchen Gründen auch immer eine Impfung ablehnen, oder in absehbarer Zeit keinen Zugang zu Impfstoffen haben, könnten davon profitieren.

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*Mit einem Produkt auf ‘Pilzbasis’ (Beaupro) können Engerlinge auf natürliche Weise bekämpft werden.
**Zitat Paracelsus (Theophrastus Bombast von Hohenheim (1493 o. 94 - 1541) "Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift. Allein die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift ist."

 

 

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 17.05.2021. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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