Irene Rabenbauer

Des Pirschers Frau – vom Wahnsinn gezeichnet

🐕 Des Pirschers Frau – vom Wahnsinn gezeichnet 🐕

Hinweis:

Die Personen und die Handlung der folgenden Kurzgeschichte sind frei erfunden. Etwaige Ähnlichkeiten mit tatsächlichen Begebenheiten oder lebenden oder verstorbenen Personen wären rein zufällig.

„Wie erbärmlich“. Kati war fassungslos und auch die anderen Damen der illustren Stammtischrunde waren sprachlos, nachdem Inga die neuesten Vorkommnisse über die unendliche Geschichte mit den Pirschers zum Besten gegeben hat. 

Nachdem der Pirscher, von den Stammtischdamen neckisch Pinscher genannt, herausgefunden hat, dass Frau Ehrlich Inga darauf aufmerksam gemacht hat, dass der Pinscher und seine Frau illegal Hunde vermehren und unter Vorspiegelung falscher Tatsachen teuer verkaufen, hatte Frau Ehrlich keine Ruhe mehr.

„Pinschers Gemahlin versucht mit allen Mitteln, Frau Ehrlich öffentlich zu diffamieren und zu verleumden. Doch die Ehrlich lässt sich von des Pinschers Lakai, denn mehr ist die Pinscher nicht für ihren Mann, nicht einschüchtern. Im Gegenteil, je mehr die Pirscher aus der Fassung gerät, desto mehr pikante Details gibt sie über sich und ihren Mann preis.“ Inga hielt inne.

„Spann‘ uns nicht auf die Folter, da ist doch noch was“. Ungeduldig forderte Suse Inga dazu auf, fortzufahren.

„Naja, je mehr die Pinscherin gegen die Ehrlich und mich hetzt, desto mehr offenbart sie ihre eigene Dummheit. Neuerdings behauptet sie öffentlich, dass der ältere Hund der Ehrlichs, Vitus, eine ihrer Zuchthündinnen gedeckt hätte.“

„Versteh` ich nicht“ grübelte Kati. „Der Hund, den die Ehrlich vom Pinscher gekauft hat, lebt doch mittlerweile schon drei Jahre bei ihr. Nach dem Vorfall mit der Notoperation ihres Welpen wegen einer Erbkrankheit hatte sie doch nur noch per Rechtsanwalt Kontakt zum Pirscher, soviel ich weiß. Wie kann da ihr älterer Hund eine Hündin des Pirschers gedeckt haben? Per Fernverkehr, oder wie?“ Die Mädels bogen sich vor Lachen.

„Nein, ihr Lieben. Die Pirscher ist am Ende und es fallen ihr keine wirklich guten Lügenmärchen mehr ein. Deshalb kam sie nun auf die irrsinnige Idee, zu behaupten, der Vitus hätte ihre Hündin Maron gedeckt, als die Ehrlich ihren Welpen abgeholt hat. Das Märchen vom Deckakt soll sich also schon vor drei Jahren zugetragen haben.“

„Und damit fährt sie jetzt, über drei Jahre später, auf?  Wenn meine Hündin von einem Rüden ungewollt gedeckt worden wäre, würde ich sofort einen Rechtsanwalt einschalten und den Hundehalter des Rüden auf Schadenersatz verklagen!“

„Das ist doch genau der springende Punkt, Evi. Wäre die Geschichte der Pinscherin wahr, hätte die doch sofort gehandelt und nicht erst nach drei Jahren. Ganz abgesehen davon stellt sie sich mit dem Veröffentlichen des Ammenmärchens über den Deckakt zwischen Vitus und Maron ein Armutszeugnis sondergleichen aus und schießt sich als Züchterin ins absolute Abseits“. Wieder legte Inga eine Denkpause ein und schlürfte genüsslich an ihrem Caipirinha.

„Wie meinst du das? Du machst mich wahnsinnig! Mach’s nicht so spannend! Raus mit der Sprache, Inga!“ Kati rutschte ungeduldig auf ihrem Stuhl hin und her.

„Mädels, denkt doch mal ganz scharf nach: Welcher Hundezüchter lässt es zu, dass fremde Hunde mit seinen läufigen Zuchthündinnen in Kontakt kommen? Ganz zu schweigen davon, dass KEIN Züchter seine läufige Zuchthündin zu einem Spaziergang mit fremden Hunden mitnehmen würde. Na, macht’s jetzt endlich klick, meine Damen?“ Inga lächelte süffisant.

Verschmitzt fügte sie hinzu: „Jeder normale Mensch durchschaut dieses Ammenmärchen sofort, selbst wenn er von Hunden und Hundezucht keine Ahnung hat. Soviel Dummheit, wie sie die Pirscher mit dieser Lügengeschichte über den drei Jahre zurückliegenden Deckakt an den Tag legt, gehört eigentlich bestraft und ist mit Worten nicht zu beschreiben. Dieses Lügengespinst ist typisch für die Pirscher und ist definitiv geprägt von ihrer psychischen Erkrankung.“

Die Mädelsrunde begann lauthals zu lachen.

„Aber Inga, ganz ehrlich, bei deinen Ausführungen schoss mir sofort folgender Gedanke durch den Kopf: wenn der Vitus tatsächlich die Maron gedeckt hätte, könnte doch die Ehrlich vom Pinscher einen Batzen Geld für den Deckakt oder sogar Schadenersatz fordern. Schließlich wäre in diesem Fall doch der Familienhund Vitus unrechtmäßig von der Pinscherin als Deckrüde verwendet worden. Womöglich hat die Pinscher den Vitus sogar zur Verpaarung mit ihrer Maron gezwungen! Es läge in diesem Fall eine Zwangsverpaarung vor. Jeder Deckakt birgt im Übrigen auch große Risiken. Die Tiere können sich so stark verletzen, dass ein weiteres Decken oder eine Trächtigkeit nicht mehr möglich sind. Die Tiere können große Ängste entwickeln. Es gibt auch Rüden, die nicht decken können. Und und und…. Ich könnte Stunden weitererzählen. Und all diesen Risiken soll eine angeblich so erfahrene Züchterin wie die Pirscher ihre läufige Zuchthündin ausgesetzt haben, indem sie die Hündin mitnimmt zu einem Spaziergang mit Vitus? Wenn dies der Fall gewesen wäre, könnte man ihr zudem auch noch Vorsatz unterstellen. Nie im Leben kauft ihr diese Geschichte jemand ab. Die macht sich mit ihrer Geschichte mehr als lächerlich.“ Suse hatte ihr fundiertes Wissen über das Züchten ihrer langjährigen und innigen Freundschaft mit einer renommierten Labradorzüchterin zu verdanken.

„Stimmt, Suse. Und noch dazu hätte die Ehrlich vom Verkaufspreis der beim Deckakt entstandenen Welpen eine saftige Provision fordern können. Da sollte sich die Pirscher aber mal warm anziehen, wenn sie solche Behauptungen aufstellt“, ergänzte Mimi „da könnte die Ehrlich doch glatt Forderungen geltend machen“. Mimi grinste Inga bedeutsam an und prostete den anderen zu.

Suse fuhr fort: „Der Clou bei der Geschichte ist, dass die Pirscher voller Stolz ihr Märchen über den drei Jahre zurückliegenden Deckakt in den sozialen Medien und ihren Homepages öffentlich propagiert. Und sowas nennt sich Züchterin. Wenn man liest, dass eine Züchterin während eines Verkaufsgesprächs bzw. Verkaufstermins für ihre Welpen fremde Hunde einfach so mit ihren läufigen Zuchthündinnen verkehren lässt, sträuben sich einem die Haare.

„In ihrer übermächtigen Arroganz fühlt sich die Pinscherin allen überlegen. Dabei ist sie ein ganz armseliges Würstchen, dass auf seine eigene Dummheit noch stolz ist.“

„Interessante Geschichte“. Der Herr vom Nachbartisch hatte unbemerkt den Erzählungen der Stammtischrunde gelauscht. „Darf ich Ihnen meine Karte überreichen? Ich würde gern Näheres von Ihrem Erlebnis mit dieser ominösen Hundezüchterin hören“.

Inga war etwas verdutzt, las die Visitenkarte und staunte. „Oh, vielen Dank, Herr Zeiler. Ich werde sicher auf Sie zukommen. Gerne rufe ich Sie in den nächsten Tagen an.“ Sie lächelte Herrn Zeiler freundlich an und wandte sich wieder ihren Freundinnen zu.

„Wer war das?“ Suse brach die Stille. Inga jedoch antwortete nur ausweichend: „Habt Geduld, Mädels. Mehr hört ihr bei unserem nächsten Treffen“. Fragend starrten die sechs Freundinnen Inga an, aber Inga lächelte nur geheimnisvoll und schwieg sich über den fremden Herrn vom Nachbartisch aus.

© 2021 Irene Rabenbauer

Weitere Anekdoten vom Pirscher:

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 21.05.2021. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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