Ingrid Baumgart-Fütterer

Lachen zieht den Grauschleier von der Seele

Ein Willkommen dem "inneren Kind"

Lachen ist nahezu ein Allheimmittel. Eine Minute Lachen entspricht einem dreiviertelstündigen Entspannungstraining.
Da der Organismus beim Lachen drei bis vier Mal mehr Sauerstoff aufnimmt als beim Trübsalblasen, wirkt es wie eine
Sauerstoffdusche für Körper, Seele und Geist. Lachen fördert das Zusammenspiel beider Hirnhälften, demzufolge Denken und Handeln kreativer und differenzierter erfolgen. Es aktiviert die Funktion von Herz, Kreislauf und Atmung, steigert die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit, stärkt das Immunsystem, reguliert die Stoffwechselaktivität, dämpft Schmerzen.
Bei sogenannten "Löwenlachen", eine dem Yoga entlehnte Übung, wird die Zunge bei weit geöffnetem Mund maximal ausgestreckt. Dadurch soll über eine Anregung der Tonsillendurchblutung die Abwehrfunktion des lymphatischen Rachenrings verstärkt werden.

Die Vibrationen eines herzhaften Lachens wirken belebend wie eine Ganzkörpermassage von innen. Sie regen die Hirnzellen zur Produktion von Endorphinen, den sogenannten Stress abbauenden "Glückshormonen" an. Wird es einem erst mal leichter ums Herz, kommt auch der Kopf auf klügere Gedanken und trägt durch entspannte Sichtweisen zu einer Steigerung des allgemeinen Wohlbefindens bei. Außerdem strafft regelmäßiges Lachen, so richtig aus dem Bauch heraus, die Muskulatur der Leibesmitte, sodass "Rettungsringe" keine Überlebenschancen haben. Dies kommt nicht nur der Figur, sondern auch dem Gemüt zugute, denn dann tritt man dem eigenen Spiegelbild doch freundlicher entgegen.
Es kann richtig Spaß machen, sich aus vollstem Herzen vor Lachen auszuschütten, sich dabei den Bauch zu halten und die Tränen der Freude über die Wangen kullern zu lassen. Man kann dem jeweiligen Heiterkeitsgrad entsprechend, in allen Tonlagen lachen. Kaum zu glauben, wie vielfältig Lachen sein kann: hinreißend, mitreißend, wiehernd, schallend, stumm, verhalten, verschämt, heiser, glockenhell, keck, übermütig, kichernd, affektiert, freundlich, fröhlich, aber auch hexenhaft - hämisch und diabolisch. Am eigenen Leib kann man dann erfahren, wie selbst eine gespielte Heiterkeit zur Entkrampfung führen kann.


Ein Grund mehr, sich die Erlaubnis zu geben, grundlos zu lachen und dem täglichen "Theater" humorvoll zu begegnen. Wir sollten uns den Einfällen des Augenblicks lustvoll hingeben, albern, fröhlich, "verrückt" sein dürfen, uns gegenseitig necken und somit Dinge aus dem Bauch heraus tun, die uns aberzogen wurden. Wer so sein "inneres Kind" willkommen heißt, um ihm durch Spiel, Spaß, Tanz und Improvisation kreativen Selbstausdruck zu verschaffen, beflügelt die eigene Kreativität und startet durch zu geistigen Höhenflügen.
Jeder von uns weiß aufgrund eigener Erfahrungen, dass Lachen eine befreiende Wirkung hat. Es zeigt sich immer wieder, dass Humor zur Entkrampfung mancher (Konflikt-) Situation führt und dadurch neue Impulse setzt. Aber so wie man im anderen nur entzünden kann, was in einem selber brennt, wird Humor nur auf andere "überspringen", wenn er zur Ausstattung der eigenen Persönlichkeit gehört. Doch kann sich eine (lebens-) lustigere Einstellung durch Bewusstmachen und Ablegen negativer Denkgewohnheiten selbst bei notorischen Schwarzsehern entwickeln.
Auch sie erfahren dann, dass durch Lachen eine Sensibilisierung für die vom Körper ausgehenden Signale und die dahinter stehenden Bedrüfniss erfolgt, sodass die eigenen oft wechselhaften Empfindungen leichter bejaht werden können. Mit anderen Worten: Wer auf die subtilen Bedürfnisse seines Körpers eingeht, nimmt sich selbst ernst und lernt, eigene Reaktionen besser einzuschätzen. Persönlichkeitsanteile, die bisher ein Kellerdasein führten, werden ans Licht gebracht. Spontaneität wird zugelassen, sobald die "Kellerkinder" zum Leben erweckt werden. Ein facettenreicheres Selbstbild ist die Folge.

"Jeder Tag, an dem du nicht lächelst, ist ein verlorener Tag" (Charles Chaplin)


Das Lächeln, die sanfte Schwester des Lachens, erscheint oft vielsagend, geheimnisvoll, verführerisch, unergründlich. Als weltweite Herzenssprache überwindet ein Lächeln Ländergrenzen, überbrückt kulturelle Unterschiede und führt somit Menschen näher zusammen. Mit einem liebevollen Lächeln können wir einander zutiefst berühren und unsere seelischen Kräfte stärken; mit einem
verächtlichen dagegen wird oft der gegenteilige Effekt erzielt. auch macht es in der Wirkung einen großen Unterschied, ob wir
uns von anderen angelacht oder ausgelacht fühlen, zumal unser Denken unsere Gefühle steuert, die wiederum bestimmen, ob wir geneigt sind, uns eher in einen Teufels- oder in einen Engelskreislauf zu begeben. Es ist auf jeden Fall angebrachter über sich selbst zu lachen als über andere, doch wesentlich besser ist es, miteinander zu lachen, denn Lachen ist immerhin die kürzeste Distanz zwischen zwei Menschen.

Breitet sich Heiterkeit im Herzen aus, wird der Grauschleier von der Seele gezogen. Altbekanntes wird dann anders wahrgenommen und erlebt, was die Facetten der eigenen Persönlichkeit belebt und alternative Vorgehensweisen ermöglicht. Im Gleichklang von Körper, Seele, Geist spiegelt sich dann im Gesichtsausdruck statt "Sieben - Tage - Regenwetter" eher ein sonniges Gemüt. Plötzlich merkt man, dass es gar nicht so schwer ist, sich leichten Gemüts selbst auf den Arm zu nehmen und dabei noch eine wohlwollende Beziehung zu sich selbst zu pflegen, gerade so als wäre man sich selbst der beste Freund, die beste Freundin.

 

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