Volker Walter Robert Buchloh

Die Felsen-Nische

Die Felsen-Nische

eine Weihnachtsgeschichte

von Volker Buchloh

2020


 

Der Weg war steinig und zog sich zwischen Strauchwerk ziemlich direkt den Berg hoch. Hier hatte keine Schaufel, kein schweres Gerät eine Einebnung versucht. Vielleicht hatte man Schotter gestreut, um die groben Unebenheiten zu verringern. Aber das war nur eine Mutmaßung. Präparierte Wanderwege wollte man im Böhmer Wald nicht. Das war mir Recht, denn Wandern auf präparierter Piste war nicht so mein Ding. Mein Blick prüfte die Bodenbegebenheiten, ich atmete tief durch, dann begann ich den Aufstieg.

Ich hatte mir zum Ziel gesetzt, von Tirschenreuth, im Oberpfälzer Wald, bis nach Wolfstein im Böhmer Wald zu wandern. Die Entscheidung war kurzfristig gefallen. Die Zeit war zu kurz, um nach Gleichgesinnten zu fragen. Außerdem war der Zeitpunkt, Gleichgesinnte zu finden, äußerst ungünstig. Es war die Woche vor Weihnachten und jeder vernünftige Mensch würde die christlichen Feiertage im Kreis seiner Familie verbringen, nicht in der Abgeschiedenheit der süddeutschen Bergwelt. Mir aber war danach, denn es war Einsamkeit, was meine Psyche forderte. So hatte ich mich kurz entschlossen, den Jahreswechsel dort zu verbringen, wo es mir am besten gefiel. Nun hatte ich schon vier Tage hinter mich gebracht. Wie viel Tage ich noch mir hatte wusste ich nicht. Es war mir auch ziemlich egal und feste Termine brauchte ich im Moment nicht.

Tief durchatmend und mit kurzen Schritten setzte ich einen Fuß vor den anderen, den Hang aufwärts. Die Zufuhr des Sauerstoffs für meine Lungen erforderte meine gesamte Konzentration. Dies verscheuchte meine trüben Gedanken.

Ich liebte das Wandern. Schon in früher Kindheit hatte mein Vater mich auf ausgedehnten Spaziergängen mitgenommen. Es waren nur kurze Strecken, die wir zurücklegten. Mehr durfte mein Vater nicht. Es drohte sonst Familienkrach. „Du kannst doch nicht mit einem so jungen Menschen so riesige Wanderungen machen!“ Die Worte meiner Mutter klingen mir noch heute in den Ohren. Aber meinem Vater machte es Spaß und für mich war es eine Herausforderung für Neues. Um den programmierten Ärger daheim zu vermeiden, verschworen wir uns. Er behauptete stets, immer lange Pausen gemacht zu haben. Deshalb wären wir so lange unterwegs gewesen. Und ich verriet ihn nie. Gottseidank missbrauchte mich meine Mutter nie als Zeugen gegen meinen Vater. Mit der Zeit wurden die Routen in dem Maße immer länger, wie meine Kondition zunahm. Ich denke noch gerne an diese Zeit zurück.

Der Anstieg war geschafft. Ich hatte vermutet, die endgültige Höhe des Anstiegs erreicht zu haben, aber es ging nur einige Schritte auf gleichem Niveau weiter. Dann ging es erneut aufwärts. Eine Pause, die Landschaft zu betrachten, war nicht sinnvoll, denn die umstehenden Tannen verhinderten eine Rundumsicht. Das war nichts Neues und so ging ich mächtigen Schritts voran.

Eigentlich war sie viel zu kurz gewesen, die Wanderzeit mit meinem Vater. Mein Vater erkrankte. Ob er unglücklich oder glücklich darüber war, ich weiß es nicht. Jedenfalls gab es solche Wanderungen nun nicht mehr. Für mich ergab sich daraus ein Dilemma. Einerseits wollte ich von diesem Hobby nicht Abstand nehmen, andererseits war das Hobby Wandern in meinem Freundeskreis nicht beliebt. Wenn man Landschaften erkunden wollte, dann mit Fahrrad, später mit Motorrad oder Auto. Zu Fuß sich bewegen wollte fast keiner. Zwar gab es einige Mädchen, die ich zum Spazierengehen überreden konnte, aber nach zwei Kilometern war garantiert Schluss. Und Schluss war es dann mit der Beziehung ebenfalls. So begann ich Wanderungen, bei denen ich auf mich allein gestellt wurde. Zunächst waren es Tagestouren, wie ich sie mit meinem Vater unternommen hatte. Dann aber wurden sie länger. Es machte mir nichts aus, auch mal eine Nacht in einem verlassenen Schober, einer Höhle oder gar auf dem nackten Waldboden zu verbringen. Heute, ich bin jetzt über Sechzig, ist mir eine weiche Unterlage lieber.

Was früher undenkbar für das Bewegen in fremder Landschaft erschien, ist heute eine Klacksache. Wandernavigationsgeräte vereinfachen die Positionsbestimmung und Wegfindung. Mobiltelefone sichern ab, wo man die nächste Nacht verbringen kann. Ich hatte heute keine zwanzig Kilometer mehr vor mir, und wenn alles normal lief, würde ich heute Nachmittag am heutigen Ende meiner Wanderung in meiner Unterkunft ankommen. Es spielte für mich keine Rolle, dass heute Heilig Abend war. Auf mich wartete keiner, ich brauchte keinen und diesen Festschnickschnack lehnte ich sowieso ab. Die Gedanken von Hermann Hesse gingen mir durch den Kopf. Sinngemäß hatte der damals geschrieben: >Meinst du der Jäger ist ein Sünder, weil er nicht fromm zur Kirche geht. Im tiefen Wald, ein stiller Blick zum Himmel, ist besser als ein falsch´ Gebet. <

Der Weg wurde unwegsamer. Heraustretendes Wasser verschlammte den Weg. Ich musste mich konzentrieren, wohin ich meinen Fuß setzte.

Die Aussicht von einer Bergspitze belohnt immer die Anstrengungen, denn Mühen waren es für mich nie. Die Gelegenheit auf die umgebende Hügellandschaft zu blicken, befreite mich von meinen trüben Gedanken, die sich auch hier nicht so ganz vertreiben ließen. Musste es sein? Nein, es musste nicht sein. Ohne auf die Uhr zu schauen, entschloss ich mich weiterzugehen. Es ging nun bergabwärts, eine Zeit für die Erholung meiner Beinmuskulatur. Der Weg abwärts war noch steiniger als der Aufstieg.

Es musste doch nicht sein. Ich hatte doch alles getan. Immer. Obwohl ich den Urlaub am Strand nicht mochte, ich hatte mich nie gesträubt. Ich hatte dann eben Strandwanderungen gemacht, wenn meine Frau sich in der Sonne drehte. Eine Stunde oder zwei, um mir die Beine zu vertreten. Im Winter machten wir Skiwandern, eine Sportart, die mir schon besser gefiel. Aber das Ablaufen vorgespurter Loipen war für einen, der sich am liebsten durch die Wildnis schlug, nur ein spärlicher Ersatz. Dennoch war ich mitgefahren. Ohne zu murren. Jahr für Jahr. Unsere Kinder teilten meine Ambitionen nicht. Sie tendierten in die Richtung meiner Frau. Bewegung ja, Anstrengungen nein danke. Wenn sich die Gelegenheit ergab, dann nahm ich mein wirkliches Hobby wieder auf. Allerdings nicht, ohne den Aufenthalt meiner restlichen Familie so angenehm wie möglich zu organisieren. Meine Tätigkeit kostete so viel wie nichts. Ich hatte aber nie Probleme, mir deren Urlaub etwas kosten zu lassen. Meine Wanderungen wurden kürzer. Sie dauerten fortan nur zwei, drei Tage. Die restlichen Urlaubstage verbrachte ich dann im Kreise meiner Familie, machte all das, war von mir verlangt wurde. Meine Frau hatte nie über meine Touren gesprochen, geschweige denn gemeckert. Auch wenn ich kein schlechtes Gewissen hatte, so versuchte ich doch, es allen alles Recht zu machen. Ich half im Haushalt, übernahm Besorgungen, von Reparaturen aller Art ganz zu schweigen. Ich chauffierte die Kinder, wann immer ich Zeit dazu hatte.

Die Neuigkeit teilte sie mir nach einer Wanderung in der Rhön mit. Sie hatte jemanden kennengelernt, der besser zu ihr passte. Sie wollte den Rest ihres Lebens, wenn die Kinder groß waren, nur noch am Meer verbringen, um sich in der Sonne zu drehen. Sie wollte einen Mann, der immer bei ihr sein würde und nicht Tage in der Wildnis verschwand.

Als ob meine Gedanken es herausgefordert hatten, der Weg teilte sich. Während ich mich meiner traurigen Gedanken hingegeben hatte, hatte ich die Orientierung vernachlässigt. Ich machte mir die Sache einfach. Das Navi fuhr hoch, zeigte mir die Richtung, wo es langging. Ich entschied mich für die Linksabbiegung. Sie würde mich auf die tschechische Seite des Böhmerwaldes führen. Hier oben auf den Bergrücken gab es keinen Zoll, keine Grenzkontrollen. Man musste zwar bei Kontrollen Ausweispapiere bei sich haben, aber bei einer Grenzüberschreitung von ein, zwei Kilometern machte keiner einen Aufstand. Ich hatte auch nichts Verbotenes dabei, außer ein paar Lebensmitteln. Bei dem Gedanken an Lebensmittel bekam ich Durst. Ich kramte eine Wasserflasche hervor und nahm einen tiefen Schluck, wollte ihn vielmehr nehmen, aber ich merkte, dass der Inhalt für den Rest der heutigen Tour nur schwerlich reichen würde. Es galt zu haushalten.

Dieser Weg bot aber den Anreiz einer noch wilderen und anspruchsvolleren Wanderung. Das reizte mich. Hier oben gab es keine Grenzmarkierungen, aber nach meiner Karte musste ich mich im Ausland befinden. Der Weg war nicht gepflegt. Jedenfalls hatte niemand in den letzten Jahren hier Wildwuchs beseitigt. Auch legten die Tschechen wenig Wert auf die Kennzeichnungen von Wanderwegen. Hier oben würde ich niemanden finden, den ich fragen konnte. Da mein Navigationsgerät mir die genaue Richtung angab, brauchte ich das auch nicht. Ich war gewohnt, außerhalb von Wegen eine Richtung zu finden. Unbeeindruckt der Wegbeschaffenheit schritt ich kräftig voran. Die Richtung war einfach zu folgen, weil die hohen Bäume den Unterwuchs behinderten. Ich musste zwar manchmal über vermodernde Baumstämme klettern, aber eine solche Herausforderung hatte ich gesucht.

Der Zustand meiner Ehe, die wohl keine mehr war, schlich sich wieder in meine Gedanken. Ich war in diese Ehe geschliddert aus Verantwortungsgefühl und nicht aus Liebe. Meine Frau hatte das Wandern nie gemocht, aber auch nie ernstlichen Widerstand gezeigt, wenn ich mal verschwand. Ich hatte gedacht, ihre Liebe zu mir hielt eine solche Trennung aus. Das war wohl ein Schuss in den Ofen. So hatte ich nie die Chance, nachzudenken, ob mein Hobby sich nicht anders bestreiten ließe. So mir nichts dir nichts…

Vor Wut trat ich auf einen morschen Ast, der mir im Wege lag. Es knallte laut. Kleineres Buschwerk wuchs in meine Wanderrichtung. Mit gehobenen Beinen war alles zu überwinden.

Ich hatte mir nie etwas zu Schulden kommen lassen. Wenn meine Frau mal Andeutungen in diese Richtung machte, dann wischte ich das mit der spöttischen Bemerkung beiseite: Glaubst du denn mitten im Wald lauern geile Weiber, die nichts anderes im Sinn haben, als mich zu vergewaltigen. Wortlos drehte sie sich dann um und verließ den Raum.

Ich hatte mich die letzte Zeit auf gleichbleibendem Niveau bewegt. Zwar ging es mal hundert Meter runter, dann ging es auch wieder neunzig Meter oder mehr aufwärts. Nun zeigte mir die Landschaft vor mir, dass es eine Zeitlang zu klettern galt. Große Felsen versperrten die direkte Richtung. Sie zu umgehen war kein Problem. Aber eine große Fläche von Dornengestrüpp vor mir versperrte ebenfalls den Durchgang. Ich verspürte keine Lust, mir Kleidung und Haut zu zerreißen. Also verfolgte ich eine abwärts gehende Richtung. Für die zusätzliche Zeit für eine solche Strecke hatte ich eigentlich nicht gerechnet, aber ein Wanderer musste flexibel sein. Schon von meinem Vater hatte ich das gelernt. Mit den Gedanken an meinen Vater versuchte ich das Dornenhindernis zu umgehen. Ich hatte mir oberhalb einen Fixpunkt festgelegt. Ihm nach zu urteilen kam ich langsam wieder in die gewünschte Richtung.

Das Jammern eines Babys musste schon die ganze Zeit zu hören gewesen sein, aber die Gedanken hatten mich gefesselt und meine Ohren ausgeschaltet. Erst als ich mich wieder orientieren musste, drang es an mein Ohr. Zunächst glaubte ich an eine Sinnestäuschung. Der Wind? Mein überbrodelndes Gehirn? In dieser Wildnis ein Baby? Ausgeschlossen! Nein, dieses Geräusch war real. Ich schaute mich um, sah aber nichts. Das Aussetzen des Geräuschs ließ mich an meinem Gehör zweifeln. Doch dann setzte es wieder ein. Es kam aus der Richtung, in die ich musste, nur ein wenig tiefer.

Eine Frau lehnte sich mit ihrem Rücken an einen Baumstamm. Sie versuchte, das Schreien ihres Kindes durch Wiegen zu beenden. Sie bemerkt mich erst, als hinter ihr Äste knackten, auf die ich trat. Angstvoll schaute sie mich an. Sie erhob sich, um der drohenden Gefahr stehend zu begegnen. Doch die Kräfte versagten ihr. Sie sank wieder in sich zusammen. Nur ihr Kind versuchte sie hinter ihrem Rücken in Sicherheit zu bringen. Mir war klar, dass in dieser einsamen Gegend jede Begegnung eine Gefahr bedeuten musste. Ich hob die Hände um ihr zu signalisieren, von mir drohte keine Gefahr. Aber das beruhigte sie auf keinen Fall. Ich versuchte behutsam ein Gespräch, aber die Kommunikation klappte nicht. Klar, dachte ich, sie kommt aus Tschechien. Aber diese Sprache beherrschte ich überhaupt nicht. Ich versuchte es mit Gesten. Ich bewegte meine Hände, sie den Kopf. Konversation konnte man das nicht nennen. Sie signalisierte mir mit Handbewegungen, die ich als Durst interpretierte. Ich bot ihr meine Wasserflasche an. Bevor sie selbst trank, befeuchtete sie ausgiebig die Lippen des Kindes. Dann leerte sie die Flasche in hastigen Zügen. Das veranlasste mich zu der Gestik, ob sie Hunger hatte. Sie verstand erst, als ich ihr meine Brotzeit hinhielt. Ich hatte mir angewöhnt immer etwas an Speisen und Getränken bei meinen Wanderungen mitzunehmen. Es war weniger für eine Notsituation gedacht. Dort, wo ich mich aufhielt, gab es keine Möglichkeiten zu speisen. Bei dem Gedanken an eine Pommes-Bude im Wald, musste ich lächeln. Hastig griff sie zu Wurst und Brot. Sie aß schnell und rasch. Ihre schmutzigen Finger zitterten leicht, wenn sie kaute und das Essen festhielt. Kaum hatte sie die gekaute Speise heruntergeschlungen, da biss sie hastig schon ein weiteres Stück ab. Mit großer Geschwindigkeit verschwand meine Vesper in ihrem Magen. Ihr schwindender Hunger überwand die Scheu vor mir. Zum ersten Mal zeigten ihre Augen Dankbarkeit. Ein schüchternes Lächel spielte über ihre Lippen.

Während sie mit dem Essen beschäftigt war, hatte ich Gelegenheit sie zu beobachten. Sie trug ein buntes Kopftuch. Wenn es nicht als Schutz gegen Kälte diente, dann könnte sie eine Muslimin sein. Ich verwarf den Gedanken. Hier, mitten im Wald? Ihr langer Rock, ihr schlabberndes Oberteil, der gewebte Stoff und ihr Halsschmuck bestätigen meinen ersten Gedanken. Wie aber kam eine Muslimin in den Böhmer Wald. Zu dieser Jahreszeit? Mit Kind? Und sonst allein? Ich ließ sie essen, bis kein Krümel mehr übrig war. Zwischendurch wiegte sie immer ihr Baby. Da ich sie nicht nach ihrem Willen fragen konnte, hatte ich zu überlegen, wie es weitergehen sollte. Mir war sofort klar, hier konnte ich sie unmöglich allein lassen. Ich musste sie mitnehmen. Wohl oder übel. Den Weg zu wählen, den ich bereits gegangen war, widerstrebte mir. Also beschloss ich, den Weg weiter fortzusetzen. Wenn sie ein Flüchtling war, dieser Gedanke drängte sich nun förmlich auf, dann wollte sie nach Deutschland. Und dorthin wollte ich ja auch. Mein heutiges Ziel lag ja in Deutschland.

Ich gab ihr etwas Zeit, sich noch auszuruhen, dann hielt ich ihr meine Hand hin, als Zeichen des Aufbruchs. Das Angebot meiner Hilfe nahm sie willig an. Das gutgemeinte Vorhaben erwies sich schnell als Fehleinschätzung. Führen Sie mal eine entkräftete Frau durch ein Gewirr vermodernder Bäume oder Dornenranken? Und dann hatte sie ja noch ihr Kind auf dem Arm. Ich ging vorweg, reichte ihr den Arm als Stütze, wenn es einen dicken Baumstamm oder Gestrüpp zu überwinden galt, trat dünnes Gesträuch in den Boden, wenn es galt, ihr den Weg zu ebnen, nahm ihr auch das Kind ab, wenn sie beide Arme brauchte, um ein Hindernis zu überwinden. Ja, sie überließ mir auch für kurze Zeit das kleine Leben, wenn sie ihre Kräfte regenerieren wollte. Da merkte ich, dass es auch für einen so geübten Wanderer wie mich, eine Strapaze war, in einem solchen Gelände vorwärts zu kommen. Ich musste mir was einfallen lassen. Ich hatte ja schließlich den Rucksack. Den galt es als Wiege umzufunktionieren. An einer geeigneten Stelle machte ich Halt. Während ich meinen Rucksack auf einem flachen Felsen entleerte, setzte sich die Frau sofort hin. Ein Kissen kam zu Tage. Auf meinen Wanderungen führte ich immer ein solches Kopfkissen mit mir. Warum sollte ich auf Annehmlichkeiten bei meinen Wanderungen verzichten? Die Ausstattung in den Stationen meiner Reise war immer dürftig. Also gehörte ein Kissen zu der ständigen Ausrüstung, die ich mit mir führte. Es konnte als Polster dafür dienen, wenn man das kleine Wesen in meinen Rucksack bettete. Dafür mussten aber einige Sachen heraus. Da war der Ersatz-Pullover, den ich bei mir führte, wenn Regen mich durchnässte. Ihn hier liegen zu lassen, widerstrebte mir. Kurzerhand zog ich meinen Anorak aus, um den Pullover überzustreifen. Es würde mir Warm werden, aber … Der Gedanke an Wärme brachte mich auf den Gedanken, die Frau könnte vielleicht frieren. Ich bot ihr meinen Anorak an. Er war zwar für sie mehrere Nummern zu groß, aber warm war er allenthalben. Da fiel mein Blick auf ihre Füße. Diese steckten in Riemchensandalen. Sandalen in diesem Gelände und bei diesen Temperaturen? Was für einen Wanderer in den Bergen ein Albtraum war, konnte hier nicht geändert werden. Aber meine Ersatzsocken könnten nützliche Dienste leisten.

Ich zeigte der Frau was ich vorhatte. Zunächst war sie skeptisch, beäugte alle meine Handbewegungen, war ständig bereit, mir in den Arm zu fallen, wenn ich ihrer Meinung nach etwas falsch machen würde. Als sie aber den Winzling in meinem Rucksack gebettet sah, zog ein Lächeln über ihr Gesicht. Viel weicher, als in ihren Armen, genoss der Kleine die Wärme und den geänderten Transport. Ich schnallte die Riemen des Affen so um, dass ich ihn über eine Schulter und unter dem anderen Arm quer vor meiner Brust tragen konnte. Ich genoss es, wie glücklich mein Gedanke diese Frau machte. Vorsichtig band ich mir den Ränzel vor die Brust.

Nun ging es viel schneller voran. Die Frau und ich hatten nun freie Hände, um Hindernisse besser zu überwinden. Es ging zwar schneller, aber doch nicht so schnell, als wäre ich allein gewesen. Ich, der bei seinen Wanderungen immer ein Blick auf die Umgebung hatte, musste mich nun voll darauf konzentrieren, eine Frau durch die Wildnis zu schleusen. Waren solche Naturwälder allein kein Hindernis, so war es nun schwere, körperliche Arbeit. Meist querte ich solche Waldgebiete in direkter Linie, nun lernte ich umzudenken. Ich musste einen Weg suchen, der für die Frau der leichteste war. So legten wir den Weg schweigend zurück, unterbrochen nur durch schweres Atmen und meiner gelegentlichen Flüche. Das Gelände wurde gangbarer, schneller kamen allerdings nicht voran. Das Kind war merkwürdigerweise die ganze Zeit still, obwohl ich es beim Überwinden von Hindernissen recht ordentlich durchschaukelte. Es schlief, was ein gutes Zeichen für mich war.

Die Zeit verrann, aber bald war es offensichtlich, dass wir mein heutiges Ziel vor der Dunkelheit nicht mehr erreichen konnten. Für mich war das kein großes Problem und bei der Frau mit Kind vermutete ich auch nicht. So wie die beiden aussahen, hatten sie schon Erfahrungen mit Übernachtung im Freien gemacht. Die Landschaft änderte sich. Der Waldboden wurde steiniger, bald ragten blanke Felsen aus dem Boden. Es dauerte nicht lange, da türmte sich eine Felsformation vor mir in den Himmel. Ich schaute auf die Uhr. Es wurde Zeit, sich nach einem Lagerplatz umzusehen. Eine Höhle gab es zwar hier nicht, aber bald fand ich eine Nische unter einem Felsvorsprung, welcher der Frau und teilweise mir Schutz für die Nacht sein könnte. Ich legte mein Bündel mit dem Kind in die windgestützte Ecke der Einbuchtung. Der Frau machte ich Zeichen, sich hinzulegen, was sie auch gerne tat. Dann machte ich mich auf die Suche nach Feuerholz. Bei der Rückkehr von einer meiner Sammelrunden bemerkte ich, wie sie die Bluse ihrer Kleidung schloss. Sie hatte meine Abwesenheit genutzt, ihr Kind zu säugen. Na, wenigstens einer, der einen vollen Magen hatte, dachte ich. Ich ging mehrmals und der Holzvorrat wuchs. Als ich glaubte, genug zu haben, begann es zu Dunkeln. Ich hatte alles richtig gemacht.

Ich halte mich gerne in der Natur auf, aber ich bin kein Freak, der in der Wildnis überleben möchte. Ich will nicht nur auf die Früchte des Waldes angewiesen sein. Ich brauchte nicht zwei Feuersteine solange gegeneinander zu schlagen, bis Funken trockenes Laub zum Glimmen brachte. Ich zog ein Feuerzeug aus der Hosentasche, setzte ein Papiertaschentuch in Brand. Bald knisterte ein kleines Feuer in der Felsvertiefung. Ich ließ der Frau den Vortritt, ihre Hände über die Flammen zu halten. Ich steckte mich auf dem Boden aus, bettete meinen Kopf auf die Unterarme und schaute auf die langsam sichtbar werdenden Sterne . Dabei ließ ich die vergangenen Stunden Revue passieren. Legte man die Geschwindigkeit zugrunde, die wir in der letzten Stunde zurückgelegt hatten, dann wären wir morgen nach gut zwei Stunden an der Hütte die eigentlich mein heutiges Ziel gewesen war. Dort würde man weitersehen. Vor meinem geistigen Auge türmte sich ein Frühstück auf, welches ich mir dann gönnen würde. Eier, Brot Kaffee, Käse, Wurst. Bei dem Gedanken daran, begann mein Magen zu knurren. Er würde bis morgen warten müssen und er konnte es auch.

Ich zeigte der Frau, wie man ein Feuer versorgte. Es konnte ja sein, dass ich einschliefe. Dann würde das Feuer herunterbrennen und ausgehen. Mit würde das nichts ausmachen, aber ich glaubte der Frau wohl. Ich weiß nicht, warum ist statt Feuer die englische Bezeichnung wählte. Unbedacht, oder doch mit einem höheren Sinn verbunden? Ich hatte gar nicht versucht, diese Sprache zu verwenden, die sie so hervorragend beherrschte. So entstand am Ende doch, was ich von Anfang an versucht hatte, eine Kommunikation. Schnell erfuhr ich, dass sie aus Syrien kam. Den Ort Deir Es Zor kannte ich nicht. Aber ich muss zugeben, in diesen Teil der Welt kannte ich mich gar nicht aus. Sie fragte nach meinem Namen. Ich sagte ihn ihr, weil ich davon ausging, sie würde ihn spätestens übermorgen vergessen würde. Jürgen Bürger. Den Ort verschwieg ich, weil es mir zu mühselig erschien zu erklären, wo ich wohnte. Mariam war der Ihrige. Aha, dachte ich, Mariam aus … Syrien. Ich hatte den Namen des Ortes schon wieder vergessen. Was sich den Nachmittag als Schweigen gezeigt hatte, mündete nun in einem lebhaften Gespräch. Ich erfuhr, sie war Teil einer Gruppe von Flüchtlingen, die illegal nach Deutschland gebracht werden sollte. Sie kannte nur das Wort Berlin. Es war müßig, ihr zu erklären, wo Berlin lag. Sie war noch nie in Deutschland gewesen, geschweige denn in Berlin. Die Gruppe hatte vor zwei Tagen den Kastenwagen im Tal verlassen müssen und sollte nun zu Fuß über die Grenze gebracht werden. Sie war die einzige Frau und dann mit Kind. Kein Wunder, dass ihr bald die Kräfte fehlten. Es gab nichts zu essen, nur ab und zu ein Schluck aus einer Plastikflasche für alle. Sie hatte auch während der letzten Tage wenig zu verzehren bekommen. Es war somit kein Wunder, wie sie immer wieder zurückfiel. Schließlich stufte man sie als Hemmnis ein und ließ sie zurück. Vorher hatte man ihr die grobe Richtung mitgeteilt: Zunächst da bergauf, dann bergab. Die Hand des Führers gab dabei die grobe Richtung an. Tolle Hilfe, dachte ich und ärgerte mich über solche gewissenlosen Zeitgenossen. Sich erst bezahlen lassen, um sich dann aus dem Staub zu machen. Bei einer ihrer vielen Pausen hatte ich sie dann gefunden. Zufall.

Ach, es war eigentlich gemütlich, so gemütlich, wie man es sich unter solchen Umständen machen konnte. Mein Magen knurrte inzwischen kräftig. Da fiel mir ein, ich hatte – es musste schon Jahre zurückliegen – eine Notfallration in einer der Seitentaschen meines Rucksacks gepackt. Ich wusste nur nicht mehr in welcher. Vorsichtig begann ich mit meiner Suche. Das Kind war so weit eingepackt, es störte sich an meinen Fingerübungen nicht. Meine Erinnerung trog nicht. Eine flache Dose Makrelen und zwei eingeschweißte Scheiben Dauerbrot fielen in meine Hände. Das Brot war zwar arg zerkrümelt, roch aber brauchbar. Als Beilage würde es die Not lindern helfen. Mit Heißhunger machte sich Mariam aus Syrien über die Konserve her. Kein Tropfen Öl ging verloren. Nur mein knurrender Magen musste sich noch ein paar Stunden gedulden.

Wir hatten schon lange nebeneinander gelegen, als Mariam aus Syrien zu fragen begann. Ihr Interesse galt meiner Familie. Zunächst zögerte ich, mein Seelenleben vor ihr auszubreiten. Dann dachte ich mir, sie hat größere Sorgen als ich. Meine Probleme wird sie schnell vergessen. So begann ich meinen Frust vor ihr auszubreiten. Sie hörte aufmerksam zu. Zwischenzeitlich schaukelte sie sacht das Baby. Ich schilderte ihr alles, was mich die letzten Tage meiner Wanderung bewegt hatte. Sie nickte immer wieder, ließ sich von meiner Schilderung nicht ablenken. Sie fragte nach. Vor allem meine Frau interessierte sie, welche Probleme wird hatten. Meine Antwort „Keine“ fand bei ihr keine Zustimmung. Schließlich musste ich zugeben, was ich erfolgreich verdrängt hatte, wie sich meine Frau vor drei Monaten einer Operation unterzogen hatte. Es war lediglich eine Blasensenkung, die korrigiert werden musste. Keine Brust-OP, kein Karzinom, kein Beinbruch, nichts Schlimmes also. Auch nichts Lebensgefährliches. Ich musste zugeben, dass ich eine Wanderung in der Rhön nicht abgeblasen hatte. Ich hatte sie schon des Längeren geplant, war aber nicht bereit, sie wegen eines kurzfristig angesetzten Eingriffs abzublasen. „Aber am Tag der Operation war ich zurück“, verteidigte ich meine Entscheidung. Sie nickte. „Versteh´ ich“, sagte sie, nicht ohne nachzufragen, ob auch ich meine Frau verstanden hatte. Was gab es da zu verstehen? So ein kleiner Eingriff? Ob ich mir vorstellen könnte, dass auch ein so kleiner Eingriff bei dem Betroffenen, in diesem Fall meiner Frau, Sorgen und Nöte auslösen könnte. Narkose, Operation, Angst vor dem Nichterwachen. Nöte, die sie mit keinem teilen konnte. Ich war schließlich nicht da sondern in der Rhön. Nach außen hin spielte ich die Angelegenheit herunter. Im Innern musste ich gegenüber mir selbst zugeben, doch wohl ziemlich egoistisch gehandelt zu haben.

Das Gespräch schlief ein wenig ein. Mariam aus Syrien machte es zusehends Spaß, das Feuer zu unterhalten. Ich fror ein wenig. Der Pullover war nicht so warm wie der abgegebene gefütterte Anorak. Aber gab ja das Feuer, welches Wärme spendete. Ich bemerkte, wie mir die Augen schwerer wurden, als sie erneut ein Gespräch anfing. Meine Frau ging ihr wohl nicht aus dem Sinn. Ob wir denn Probleme in unserer Ehe hätten, wollte sie wissen. Mein „Nein!“ kam spontan. Je länger ich jedoch darüber nachdachte, umso mehr musste ich mir zugestehen, dass es doch welche gab. Ob sie Kleinigkeiten, Belanglosigkeiten, wie es sie in jeder Beziehung gab, meinte? Sie beantwortete meine Frage nicht. Stattdessen stellte sie mir eine Gegenfrage. Waran ich denn dabei dachte? „Na, ja“„ sagte ich, während ich darüber nachdachte. „Streit gibt es immer dann, wenn sie mich um einen Gefallen bittet.“ Ihre Augen weiteten sich, so dass ich mich beeilte ihr zu versichern, dass ich ihr gerne half. Nein, es ist das ewige Spiel von Helfen und Ärgernis. „Ich bin im Gegensatz zu meiner Frau handwerklich geschickt. Sie hat laufend etwas, was ich für sie richten muss. Ich mach´ das auch gerne. Das, was ich mache, das kann ich auch. Kaum habe ich aber begonnen, ihren Wunsch zu erfüllen, beginnt sie, mir zu sagen, wie ich diesen Handgriff machen soll und jenen. Es ist doch ätzend. Sie kann es nicht und sagt mir dann, wie es geht.“ Ich versuchte die Entrüstung in meiner Stimme zu unterdrücken.

Ich legte einen kleinen Ast in die Flammen, die an dem frischen Nachschub gierig zügelten. So wie ich das machte, war es offensichtlich, dass ich mich bei meinen Worten immer noch aufregte. Sie legte beruhigend ihre Hand auf meinen Unterarm. „Ihre Frau will sie nicht bevormunden. Sie will nicht nur Hilfe, sondern mit ihnen ein Projekt durchführen. Sie will ihnen helfen, nicht durch handwerkliche Taten. Sie will anteilnehmen an Sachen, die sie gemeinsam machen.“ So hatte ich das noch nicht gesehen. Es gab noch weitere Streitpunkte, über die wir sprachen. Ich kann mich leider daran nicht mehr erinnern. Ich musste darüber eingeschlafen sein. Mitten in der Nacht wurde ich wach. Ich bemerkte das heruntergebrannte Feuer. Es war für mich ein Leichtes, es wieder zum Lodern zu bringen. Die zündelnden Flammen beleuchteten meine Weggefährtin. Sie hatte den Rücken zum Feuer gewandt, dabei hielt sie ihr Kind fest umschlungen. Dieses Bild war etwas Beruhigendes. Dieser Friede übertrug sich auch auf mich. Ich fühlte mich befreit, wie es lange nicht mehr der Fall war. Schließlich musste ich dann doch wieder eingeschlafen sein.

Die morgendliche Kälte weckte mich. Die Helligkeit des kommenden Tages kündigte sich an. Das Feuer war nur weiße Asche in nicht verbrannten, dunklen Holzstücken. Von dem Anmachholz war noch ein wenig vorhanden. Leise, jedes Geräusch vermeidend, startete ich die Befeuerung erneut. Als die Flammen freudig an dem Holznachschub leckten, erwachte auch sie. Ihre Bewegungen mussten auch ihr Kind geweckt haben, denn es begann zu schreien. Mariam sagte mir, ich sollte doch bitte ein paar Schritte abseits machen. Ich versorgte unsere Heizung, bevor ich ihrem Wunsche nachging. Nach einer kurzen Orientierung unter Zuhilfenahme meines Wandernavigationsgerätes wusste ich, wohin wir gehen mussten. Vor mir sprudelte ein Bach. Bei der aufziehenden Dunkelheit musste ich ihn gestern übersehen haben. Ich füllte meine Wasserflasche auf, trank sie leer, um sie erneut für Mariam aus Syrien zu füllen.

Frühstück gab es keines, ich hatte aber den Eindruck, dass der Kleine schon gefrühstückt hatte. Ich räumte alles in die Taschen meiner Hose, trat das Feuer aus, bevor wir uns auf den Weg machten. Es ist ein nicht zu beschreibendes Gefühl, bei aufgehender Sonne in einem erwachenden Wald sich bewegen zu dürfen. Die Nachtruhe hatte Mariam aus Syrien gut getan. Kräftiger, und damit schneller, schritten wir voran. Es ging nun immer weiter aufwärts. Mit Erreichen des Bergrückens waren wir wieder in Deutschland. Die Frau erfreute dies nicht. Sie tat so, als habe sie nichts anderes erwartet. Auf unsere Gespräche des letzten Abends kamen wir nicht zurück. Ziemlich schweigsam schritten wir voran. Dies gab mir Gelegenheit, meine Gedanken um das gestrige Gespräch schweifen zu lassen. Vielleicht wusste Mariam aus Syrien das, denn sie lächelte in einem fort. Kurz unterhalb eines anderen Berghangs schlängelte sich ein ausgetretener Weg durch die Baumreihen. Wir konnten uns nicht mehr verlaufen. Der Weg würde uns direkt zur Samberger Hütte führen. Meine Einschätzung hatte sich bewahrheitet. Nach anderthalb Stunden tauchte die Hütte auf einem Berggipfel vor uns auf. Mein Magen klatschte in Erwartung des Frühstücks vor Freude in die Hände. Wie leicht einem doch das Bezwingen eines Aufstiegs fällt, bei solch verlockenden Aussichten.

Ich wollte schon mit aller Kraft die grobholzige Außentreppe der Hütte nach oben stürmen, da bemerkte ich das zögerliche Verhalten der Frau. Sie wollte ebenfalls auf den Weg nach oben folgen, aber nicht gleich. Ich dachte mir nichts dabei. Hände- und Gesicht waschen, Notdurft verrichten, Kind säugen, was weiß ich, was eine Frau so vor dem Frühstück so alles machen musste? In der Hütte war schon reger Betrieb. Das konnten nur solche Leute sein, die, wie ich es ja eigentlich vorgehabt hatte, die Nacht hier verbracht hatten. In Gedanken an die Speisekarte brachte ich nur ein müdes „Grüezi“ über die Lippen. Von der Reaktion der Besucher und des Hüttenwirts war ich überrascht. Ein freudiges „Frohe Weihnachten“ schall mir von allen Seiten entgegen. Verblüfft schaute ich in fröhliche Gesichter. Der Schock der Erkenntnis fuhr mir durch alle Glieder. Weihnachten! Daran hatte ich überhaupt nicht mehr gedacht. Nunmehr bemerkte ich die Weihnachtsdekoration um mich. Einfach, aber liebevoll war das Innere der Hütte geschmückt. Die nächste Erkenntnis traf mich wie einen Hammerschlag gegen meinen Kopf. Ich hatte die Heilige Nacht in einer Felsennische verbracht, mit einer Frau, die Mariam hieß. Ich stürmte nach draußen. Außer der aufsteigenden Sonne, die begann die wunderbare Waldlandschaft auszuleuchten, war nicht zu sehen. Ein Danke wurde mir so verwehrt. Während des opulenten Frühstücks hatte ich immer noch die Hoffnung, Mariam würde die Hütte betreten, aber die Hoffnung trog. Kurzfristig änderte ich meine Pläne. Ich brach meine geplante Tour ab. Ich wollte mich so schnell wie möglich bergab bewegen, mich auf den Weg zu meinem Auto machen, das ja in Tirschenreuth auf mich wartete. Ich musste so schnell wie möglich nach Hause. Vielleicht gab es noch etwas zu retten.

 

Frohe und besinnliche Weihnachten

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