Istvan Hidy

ES REICHT!

- Hallo, Pizza Don Leone?

- Nein mein Herr, hier ist Ihre neue Google Pizza!

- Es tut mir leid, dann habe ich mich verwählt.

- Nein mein Herr, Sie haben die richtige Nummer gewählt! Nur Google hat den Laden vor kurzen aufgekauft und auf den neusten Stand gebracht. Don Leone, der Mafiosi ließ ihn schleifen, benutzte ihn für Geldwäsche und musste schließlich aufgeben, genauso, wie sein eigenes armseliges Leben. Den Fall hat Google aufgedeckt und Mafiaverbindung nachgewiesen, somit kamen wir ziemlich günstig zu dem Laden. Wir haben jedoch mit der Mafia nichts zu tun, wir haben unser eigenes Knowhow!

- Aber, wenn Sie jetzt Pizza Google heißen, ist dann die Pizzatradition erhalten geblieben und haben Sie dann auch Pizza, oder?

- Selbstverständlich.

- Dann, komme ich nun mal zu meiner Bestellung.

- In Ordnung, mein Herr, wie immer gewöhnlich?

- Wieso, wie immer gewöhnlich? Kennen wir uns?

- Nach Information aus unserer Datenbank, haben Sie die letzten zwölf Mal die Parmapizza mit wenig Rucola, viel Parmaschinken und mit dicken, weichen, nicht verbrannten Brotteig bestellt.

- Tatsächlich, genau, das möchte ich auch diesmal.

Mein Herr, dürfte ich diesmal höflichst etwas anders empfehlen? Unseren delikaten Salatteller ? È la Vita; Grüner Salat mit Rucola, Büffelmozzarella mit Tomaten, Ei, Mais und Thunfisch.

- Was denn ? Was soll es? Ich hasse Gemüse!

- Entschuldigen Sie mein Herr, aber darf ich Sie darauf aufmerksam machen, dass Ihr Cholesterinspiegel seit langen, voll ausgereizt ist!

- Was? Woher nehmen Sie das?

- Durch Ihre Telefonnummer können wir sie sofort identifizieren und so haben wir die Verknüpfung de facto, aus unserer Datenbank, natürlich auch zu Ihren medizinischen Labordaten der letzten fünf Jahre.

- Na, so was. Aber trotzdem will ich keine Gemüse. Ihr braucht keine Angst um mich zu haben, weil ich dagegen längst Medikamente nehme.

- Entschuldigen Sie mein Herr, aber Sie nehmen diese Medikamente nicht regelmäßig. Laut unserer Datenbank haben sie im letzten halben Jahr nur eine 30 Stück Packung gekauft in Ihrer Apotheke um die Ecke.

- Es ist schon richtig, aber es beweist Nichts! Ich habe auch in einer anderen Apotheke meine Medikamente gekauft.

- Bitte nehmen Sie es uns nicht übel mein Herr, aber das kann nicht sein, weil diese Ausgabe nicht aus Ihren Bankkonto ersichtlich ist.

- Ich habe es mit Bargeld und nicht mit Bankkarte gekauft.

- Aber eine Bargeldaufnahme ist auch nicht ersichtlich auf Ihrem Bankkonto.

- Ich besitze auch andere Bargeldquellen.

- Nun aber Mein Herr! Diese Quelle ist bei Ihrer Steuererklärung nicht angegeben. Wir können nur hoffen, dass Sie nicht irgendeine Ihrer Einnahmequellen vorm Finanzamt verschwiegen haben!?!

- Es ist zum Kotzen, scheren Sie zum Teufel, mein Appetit ist weg!

- Ich bedauere mein Herr, aber Sie müssen einsehen, dass wir diese Informationen ausschließlich in Ihrem Interesse sammeln und nutzen!

- ES REICHT! Ich bin satt von Google, Facebook, Twitter und Whatsapp. Ich will nicht digitalisiert zerlegt werden. Ich will aussteigen. Ich wandere aus auf ein unbewohnte Insel, wo keine Internet, Kabel TV gibt und niemand ist, der mich beobachten würde und mir nach spionieren könnte.

- Ich kann es Nachvollziehen, mein Herr! Aber ich möchte nur höflichst erwähnen und sie darauf aufmerksam zu machen, dass zum Auswandern, einen neuen Pass beantragen sollten, weil ihr Altes seit fünfzehn Tagen schon abgelaufen ist.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 30.05.2021. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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"Schmetterlinge im Kopf und Bauch" ist mein holpriger lyrischer Erstversuch. Mit Sicherheit merkt man, dass es keine Lektorin gab, wie übrigens auch bei den anderen beiden Büchern nicht. Ungeordnet sind viele Gedichte, Gedankenansätze, Kurzgeschichten chaotisch vermengt veröffentlicht worden. Ich würde heute selbstkritisch sagen, ein Poet im Aufbruch. Im Selbstverlag gedruckt lagern noch einige Exemplare bei mir. Oft schau in ein wenig schmunzelnd in dieses Buch. Welche Lust am Schreiben von spontanen Gedanken ist zu spüren. Ich würde sagen, ein Chaot lässt grüßen.

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