Swen Artmann

Die silberne Katze

Der kleinwüchsige Mann blickte sich lauernd um, während sein Körper unter höchster Anspannung stand.

Seine Augen beobachteten, scannten die Umgebung, seine Nasenflügel bebten, seine Ohren vernahmen jedes noch so unbedeutende Flüstern des Windes, jedes noch so bedeutungsvolle Rascheln nicht vorhandenen Laubes.

Wie ein einsamer, gejagter Wolf, wie ein Schakal während eines nächtlich einsamen Raub- und Beutezuges.

Ein Raub- und Beutezug, der über alles entscheiden sollte.

Über das Leben – und über den Tod.

 

Nirgends war auch nur eine Menschenseele zu sehen, zu riechen, zu hören.

Keine Gefahr!

 

Dann schlich er gebückt und leise keuchend weiter über den stillen, dunklen und verlassenen Parkplatz vor dem Autohaus. Er ging um das Hauptgebäude aus modern schimmerndem Glas und Stahl herum, in dem eine Vielzahl von polierten Neuwagen stumm und gelangweilt vor sich hin glänzten, und gelangte schließlich zu dem Bereich, in dem sich die verschlossenen Rolltore der Werkstatt und die Fahrzeuge befanden, die entweder noch auf ihre Reparatur warteten oder schon für die Kunden zur Abholung bereitstanden.

 

Der kleine, gebeugte Schatten musste nicht lange suchen.

Das Ziel seiner Begierde war das größte, luxuriöseste und teuerste Auto auf dem gesamten Hof.

Krömer wusste, dass der silberne Jaguar nicht mehr in die Werkstatt musste. Und er wusste zudem, dass er am nächsten Tag um die Mittagszeit von seinem Besitzer abgeholt werden würde. Er wusste es so genau, weil er es persönlich gewesen war, der die Inspektion an diesem mehr als 100.000 Euro teuren Schlitten durchgeführt hatte.

 

Er hatte es in der ihm zur Verfügung stehenden Zeit nicht geschafft, mit den Arbeiten an dem Fahrzeug fertig zu werden und sich somit einen Rüffel von seinem Chef eingehandelt. Dabei hatte er es nur deshalb nicht geschafft, weil der arrogante und perverse Besitzer der Karre bei der Übergabe zahlreiche Extrawünsche geäußert hatte, die ihm auf seinem Zeitkonto nicht gutgeschrieben wurden.

Krömer trat an den Wagen heran und sah sich noch einmal aufmerksam um.

Schnuppernd, riechend.

Nichts!

Er war definitiv alleine auf dem Hof.

 

Dennoch war er so nervös und kurzatmig, dass er routiniert und fast schon unbewusst nach dem Asthmaspray in seiner Hosentasche griff, mehrere Sprühstöße in seinen trockenen, ausgedörrten Rachen feuerte und tief inhalierte.

Augenblicklich spürte er, wie sich seine Atemwege erweiterten, wie er deutlich leichter Luft bekam. Und endlich zog er den Schlüssel des Jaguars, den er kurz vor Feierabend vom dafür vorgesehenen Brettchen im Büro genommen hatte, aus der Innentasche seiner Jacke, öffnete die Fahrertür, zog an dem kleinen Hebel, der die Entriegelung der Motorhaube aktivierte, wuchtete diese unter größten Anstrengungen in die Höhe, langte in seinen Umhängebeutel, beförderte einige Werkzeuge heraus und machte sich ans Werk.

 

Dabei lag ein kaltes, aber zugleich auch seltsam jungenhaftes Lächeln auf seinem Gesicht.

 

„Jetzt werde ich dir mal beweisen, dass ich mich mit deiner Scheißkarre auskenne, du Bastard“, wisperte er erregt in die Dunkelheit hinein. „Und du wirst dich nie wieder über einen Menschen wie mich erheben oder dich am Leid und an den Qualen anderer ergötzen und aufgeilen. Nie wieder!“

 

***

 

Die Stimmung war mies. Die Mechaniker, Verkäufer und sonstigen Mitarbeiter starrten entweder zu Boden, in ihre leeren Kaffeetassen oder einfach nur ins unendliche Nichts. Gerade hatte ihnen der Chef verkündet, dass sie alle wegen der Coronakrise ab der folgenden Woche auf Kurzarbeit gesetzt würden. Dass aber ihre verbleibende Arbeit darunter natürlich nicht leiden dürfe. Weder bei Telefonaten noch im Verkauf oder in der Werkstatt.

„Jetzt geht es darum, die beste Leistung zu liefern, die möglich ist“, hatte der Inhaber des Autohauses vollmundig und naiv zuversichtlich verkündet. „Und nicht vergessen: Immer lächeln! Der Kunde ist und bleibt schließlich König. Und wer in der Krise mit uns zufrieden ist, kommt danach auch wieder zu uns zurück.“

 

Arschgeige, dachte der von Geburt an kleinwüchsige Krömer, der fühlte, dass sich sein Asthma bemerkbar machte. Nach der Besprechung benutzte er auf der Toilette kurz seinen Inhalator und schlurfte schließlich verstimmt und desillusioniert zurück in die Werkstatt.

 

Lächeln!

Der soll mir mal erklären, wie ich mit den paar Kröten des Kurzarbeitergeldes meine Mutter, meine Schlangen und mich selbst ernähren soll. Und wer versichert mir denn, dass es ein Danach überhaupt gibt?

 

***

 

Eine halbe Stunde später bemerkte er den silbernen Jaguar, der langsam und gemächlich bis dicht vor eines der geöffneten Tore rollte. Er beobachtete, wie ein weißhaariger älterer Mann übertrieben würdevoll aus dem Fahrzeug stieg, die Tür nahezu geräuschlos ins Schloss fallen ließ und mit einem Zettel in der Hand auf ihn zukam. Dabei wirkte er so, als schritte er die breite, grandios illuminierte Showtreppe einer Fernsehsendung aus den 80ern herab.

„Herr Krömer?“

Der Angesprochene rieb sich die ölverschmierten Hände an einem Papiertuch ab, warf dieses anschließend in einen Abfalleimer und nickte aufmerksam.

„Was kann ich für Sie tun?“

Der Ältere betrat hochnäsig und gewollt weltmännisch die Werkstatt, während seine schwarzen Designerschuhe harte und kaltlaute Geräusche auf dem nackten Hallenboden erzeugten.

„Mir wurde gesagt, dass ich mich bei Ihnen melden soll. Es geht um die Inspektion an meinem Wagen“, gab er mit tiefer, sonorer Stimme von sich, während er mit einem seltsam anmutenden Gesichtsausdruck auf den Angestellten herabsah, der mindestens 30 Zentimeter kleiner war als er selbst.

Dieser streckte sich unbewusst ein wenig und erwiderte geflissentlich:

„Da sind Sie bei mir genau richtig.“

 

Der Mann blieb etwa anderthalb Meter vor Krömer stehen und hielt diesem den Zettel hin. Erst jetzt sah der Mechaniker, dass der Jaguarfahrer braune Wildlederhandschuhe trug.

Um den Corona-Sicherheitsabstand zu wahren, streckte Krömer einen seiner kurzen Arme weit nach vorne und nahm das Papier in Empfang.

Der Ältere musterte sein Gegenüber skeptisch. Der Blick verharrte dabei zunächst auf dessen kleiner Gestalt, danach auf der gedrungenen Körperhaltung und wahrscheinlich zuletzt auch auf dem deutlich sichtbaren Buckel.

„Fühlen Sie sich imstande, die erforderlichen Arbeiten an meinem Fahrzeug durchzuführen? Ich meine, kennen Sie sich mit einem Jaguar aus?“

Krömer inspizierte den Werkstattauftrag, nickte und lächelte pflichtbewusst professionell in Richtung König Kunde. Es war nicht neu für ihn, dass Menschen ihn wegen seiner äußeren Erscheinung für untalentiert, unfähig und sogar bemitleidenswert hielten. Im Gegenteil: Dieses Gefühl der absoluten und totalen Herabstufung begleitete ihn nun schon sein gesamtes Leben.

„Selbstverständlich! Es handelt sich hier ja nur um einen 45.000er Routinecheck. Das bekomme ich hin.“

Der Mann mit den teuren Handschuhen zog die Stirn in Falten.

„Wenn Sie meinen. Aber passen Sie mit den Sitzen auf. Die sind handgenäht, und das Leder eines einzigen Bezuges dürfte Ihr Monatsgehalt bei weitem übersteigen.“

Krömers Lächeln fror ein wenig ein.

„Selbstverständlich“, wiederholte er sich dann. „Ich werde entsprechende Schutzmaßnahmen ergreifen.“

Nachdem er dieses gesagt hatte, zog er sein Spray hervor, um seine erneut langsam beginnende Atemnot mit dem heilbringenden Aerosol zu mildern.

 

Der König blickte seinem Diener scharf in die Augen.

„Sind Sie etwa krank?“

„Nein, natürlich nicht“, antwortete der Werkstattmitarbeiter eine Spur zu schnell. „Ich bin nur Asthmatiker und benötige zuweilen mein Spray.“

Der Mann zuckte mit den Schultern.

„Nehmen Sie es nicht persönlich, aber ich möchte nicht, dass Sie in der aktuellen Krisensituation während der Inspektion Ihre Viren und Bakterien im ganzen Auto verteilen. Ich bitte Sie also, einen Mundschutz und saubere Handschuhe zu tragen, wenn Sie sich ins Wageninnere begeben.“

„Wenn Sie es wünschen, werde ich das tun.“

„Und es wäre nett, wenn Sie vorher nicht rauchen würden. Ich hasse den Geruch von Zigaretten in Autos.“

Krömer schenkte dem König das falscheste und künstlichste Lächeln seines Lebens.

„Ich bin, wie schon erwähnt, Asthmatiker. Da wäre Rauchen tödlich.“

Der Mann mit den weißen Haaren nickte bedächtig.

„Gut! Ach ja, und noch etwas. Ich hatte während der letzten Woche das Gefühl, dass der Spurassistent irgendeine Macke hat. Vielleicht könnten Sie das auch noch überprüfen.“ Er hob die rechte Hand und kratzte sich mit seinem ledernen Zeigefinger am Ohr. „Und die Kameras vorne und hinten müssten unter Umständen neu justiert werden.“

Krömer räusperte sich und blickte zu seinem Kunden empor.

„Sind die denn falsch eingestellt?“

Der Mann rümpfte die Nase.

„Das fragen Sie mich? Sehe ich aus wie ein gemeiner Autoschrauber?“

„Natürlich nicht“, beeilte sich Krömer zu sagen. „Ich dachte nur, Sie hätten vielleicht etwas bemerkt.“

„Schauen Sie einfach nach“, erwiderte der ältere Mann komplett emotionslos. „Natürlich nur, wenn es Ihnen keine Umstände macht.“

„Ich werde sehen, was sich machen lässt“, meinte Krömer und warf erneut einen Blick auf den Laufzettel. Ihm war schon jetzt klar, dass er diesen Auftrag niemals in der dafür vorgesehenen, sowieso schon viel zu knapp bemessenen, Zeit schaffen würde.

„Sonst noch etwas?“

Der Ältere nickte kaum wahrnehmbar.

„Ja! Es ist doch richtig, dass Ihre Werkstatt Autos, die in die Inspektion kommen, anschließend noch einmal durch die Waschstraße fährt, oder?“

„Das ist korrekt“, antwortete der Angesprochene.

König Kunde verschränkte die Arme vor der Brust und säuselte bittersüß:

„Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie das bei meinem Kätzchen unterlassen und es stattdessen mit der Hand waschen würden.“ Und mit einem widerlichen Augenzwinkern: „Sollten Sie nicht an das Dach herankommen, können Sie ja jemanden um Hilfe bitten.“

 

Krömer spürte, wie in ihm kalte Wut emporstieg. Doch er beherrschte sich und schluckte den Ärger mühsam herunter.

„Verzeihen Sie, aber dieses hier ist eine Werkstatt, und ich bin KFZ-Mechatroniker auf Akkordbasis. Ich wasche hier eigentlich keine Fahrzeuge von Hand.“

Der Fremde legte den Kopf auf die Seite. Seine Augen hatten sich in schmale Schlitze verwandelt.

„Ach ja? Ihr Name war Krömer, nicht wahr?“

Der Kleinwüchsige zuckte kaum merklich zusammen, zwang sich aber schließlich erneut, den Mann anzulächeln.

„Es tut mir leid. Ich werde dafür sorgen, dass Ihr Auto ordentlich gereinigt und gewaschen wird.“

Der Kunde lächelte selbstgefällig, während er seine behandschuhten Hände wie zum Gebet gegeneinander drückte.

„Dann ist ja alles in Ordnung. Was doch so ein bisschen Druck alles bewirken kann, nicht wahr? Manchmal muss jeder von uns daran erinnert werden, wo er steht und vor allem daran, wer … über ihm steht.“

Er lachte schallend auf, und sein Gewieher hallte markerschütternd durch die gesamte Werkstatt. „Nichts für ungut, mein Freund. Dann würde ich Sie jetzt bitten, mich zurück nach Hause zu fahren. Ihr Chef meinte, das sei bei Kunden wie mir kein Problem.“ Und mit einem sarkastischen Unterton: „Natürlich nur, wenn Sie schon einen Führerschein besitzen und über das Lenkrad gucken können.“

 

***

 

Das Messer drang tief in seine Haut und hinterließ einen blutigen, leicht auseinanderklaffenden Schnitt. Die Schmerzen waren dabei so grausam, so mächtig, dass er fast zu atmen vergaß. Obschon ihm dieses während der letzten Minuten sowieso keinen nennenswerten Sauerstoffgewinn eingebracht hatte, so stark, wie sich seine Luftröhre inzwischen verengt und verkrampft hatte.

 

Sein Peiniger roch nach Schweiß. Nach ekelig süßlichem Achselschweiß.

Seltsam, dachte er.

Dass ich das in dieser Situation überhaupt wahrnehme.

 

Unbewusst vernahm er das Gelächter, und er war sich nicht sicher, ob es das Messer oder das Gegröle war, was dafür sorgte, dass sein Herz wie ein totes, nutzloses Stück Fleisch auseinandergerissen wurde.

Er schloss die Augen, sein Atem rasselte. Und während sein Peiniger zu einem weiteren Schnitt ansetzte, spürte er endlich die sich langsam nähernde Ohnmacht.

 

Danke Gott!

Danke vielmals!

 

***

 

Krömer war vor allen anderen Mitarbeitern im Betrieb. Er stempelte seine Karte in der Werkstatt ab, griff sich einen neuen Arbeitsauftrag aus dem entsprechenden Schubfach, betrat die Verkaufsräume, grüßte seinen Chef, der an einem Computer hinter dem Empfangstresen an einem Schreibtisch saß, und betrat das unverschlossene Büro der Sekretärin. Dort hängte er den Jaguarschlüssel rasch wieder an seinen alten Platz zurück und langte nach einem neuen. Zurück im Verkaufsraum hob er diesen in die Luft, schwenkte ihn ein wenig herum und meinte zu dem am Rechner Sitzenden:

„Ich habe mir dann schon mal den Schlüssel für den Jeep geholt, okay?“

Sein Chef blickte nicht einmal auf, während er antwortete:

„Du bist früh dran heute.“

Krömer lachte laut auf.

„Nur der frühe Vogel fängt den Wurm, Boss. Nur der frühe Vogel!“

 

***

 

Er war so aufgeregt wie noch niemals zuvor in seinem Leben. Konnte es wirklich wahr sein, dass sich Meike mit ihm verabredet hatte? Ausgerechnet mit ihm, dem kleinwüchsigen Freak und furchteinflößenden Zwerg?

Dem Gespött der gesamten Schule?

 

Johannes blickte noch einmal auf den Brief und las ihn zum wiederholten Mal.

Doch!

Da stand es.

Schwarz auf weiß.

Meike, der Schwarm aller Jungen in seiner Stufe, wollte sich mit ihm treffen. Und zwar in 30 Minuten auf dem kleinen Spielplatz direkt hinter der alten Turnhalle.

 

Er legte den Brief auf den Schreibtisch zurück und trat vor die Spiegeltüren seines Kleiderschrankes. Was er sah, erzeugte in ihm denselben Ekel und dieselbe Abscheu wie jedes Mal, wenn er diesen krummen, buckeligen und hässlichen Gnom sah. Doch diesmal versuchte er krampfhaft zu lächeln.

Vielleicht würde sich sein Leben heute ja ändern.

Vielleicht würde er tatsächlich mal so etwas wie Zuneigung, Nähe und Liebe erfahren.

Hatte er es nach all den Jahren des Schmerzes, der Demütigungen, der Sonderbehandlungen und der Herabsetzungen nicht auch einmal verdient, wie ein normaler Mensch behandelt zu werden?

Wie ein ganz normaler Junge?

Wie ein ganz normaler Heranwachsender?

Wie ein Wesen aus Fleisch und Blut mit Herz, Verstand und Gefühlen?

Und nicht wie eine absonderliche Kreatur, die nur durch ihre bloße Erscheinung bei allen scheinbar Normalen Unsicherheit, Angst, Mitleid und Ekel erzeugte?

 

Entschlossen zog Johannes Krömer den Reißverschluss seines gebraucht gekauften Bundeswehr-Parkas hoch und betrachtete sich ein letztes Mal im Spiegel.

„Ich habe es verdient!“, sprach er schließlich mit nach vorn gerecktem Kinn zu sich selbst.

„Und heute wird der schönste Tag meines Lebens!“

 

***

Als er mit seinem Fahrrad um die Halle bog, sah er Meike schon auf der Schaukel sitzen. Sie trug ein blaues Sommerkleid und hatte ihre Haare zu einem hübschen Zopf gebunden. Mit klopfendem Herzen stellte er sein kleines Rad ab und tapste unsicher auf sie zu.

 

„Schön, dass du gekommen bist“, sagte sie und lächelte dabei so zuckersüß, dass Johannes alle Zweifel und Befürchtungen verlor. Er wollte ihr gerade die Hand reichen, so wie er es von seiner äußerst strengen und stets überkorrekten Mutter gelernt hatte, als er aus den Augenwinkeln heraus eine Bewegung hinter der hölzernen Kletterburg wahrnahm. Er drehte den Kopf und sah sie auch schon auf sich zukommen.

„Hey!“, rief der größte und stärkste von ihnen. „Hat Mama den Krüppel für sein erstes Rendezvous fein gemacht?“

Johannes wich erschrocken ein paar Schritte zurück, bis er in seinem Rücken eine eiserne Turnstange fühlte.

 

Sie waren zu fünft, und alle grinsten und lachten sie, während sie auf ihn herabsahen und einen Halbkreis vor ihm bildeten.

„Oh, schaut ihn euch an“, gluckste der Größte und kicherte vergnügt. „Ich glaube, er hat sich sein Treffen mit der schönen Meike etwas anders vorgestellt.“ Er trat ganz dicht an Johannes heran und begann damit, diesem heftig und grob die Wange zu tätscheln. „Hast wohl gehofft, dass sie dich heute mal ordentlich ranlässt, was, du Spasti?“

 

Johannes traten die ersten Tränen in die Augen. Dabei drückte er sich so fest gegen die Turnstange, dass sein verwachsener Rücken noch mehr schmerzte als sonst. Zudem spürte er, wie sich sein Asthma meldete. Das Atmen fiel ihm immer schwerer, aber er traute sich nicht, nach dem Spray in seiner Hosentasche zu greifen.

 

„Schaut mal, was er für ein putziges Kinderfahrrad hat“, ertönte plötzlich eine weibliche Stimme. „Wenn man das so sieht, kann man gar nicht glauben, dass unser kleiner Gollum schon 15 ist.“ Meike durchbrach den Halbkreis der Jungen, Johannes` Fahrrad neben sich herschiebend. Kurz vor dem in die Enge Getriebenen blieb sie stehen und schleuderte das Rad zu Boden.

„Huch!“, rief sie scheinbar erschrocken. „Jetzt ist es mir doch glatt hingefallen.“

Ihr normalerweise so nettes und wundervolles Gesicht hatte sich in eine garstige, abstoßende Fratze verwandelt. Johannes sah sie verständnislos, verletzt und schwer atmend an.

„Warum tust du das, Meike?“, keuchte er. „Ich dachte …“

„Halts Maul, du Freak!“, schnitt ihm der Größte das Wort ab. „Du redest gefälligst nur, wenn du etwas gefragt wirst!“

 

***

 

Krömer öffnete das Handschuhfach des Jaguars, griff hinein und zog das Scheckheft hervor. Er schlug es auf, legte es auf die Knie und begann damit, seine Eintragungen bezüglich der Inspektion vorzunehmen.

 

Nach der schweigsamen, unterkühlten Fahrt mit dem Jaguarbesitzer im größten und neuesten Vorführwagen des Autohauses, den langwierigen und schlussendlich doch komplizierten Arbeiten und dem anschließenden Rüffel von seinem Chef fühlte sich der Mechatroniker ausgelaugt, antriebslos und noch immer innerlich aufgewühlt. Am liebsten hätte er diesem arroganten Wichser zuerst den Lack an seiner beschissenen Protzkarre zerkratzt und danach die teuren Lederpolster aufgeschlitzt, doch er war Profi und zugleich leidgeprüft genug, um es nicht zu tun.

 

In diesem Augenblick vernahm er plötzlich und wie aus dem Nichts heraus ein Geräusch, das ihn binnen einer Zehntelsekunde zu einer leblosen Statue erstarren ließ. Es klang wie das leise Weinen oder Wimmern eines Kindes, dabei jedoch so blechern und hohl, als käme es aus einer tiefen Höhle, einer finsteren Schlucht oder einem alten, feuchten Keller heraus. So schnell und unangekündigt das Geräusch erklungen war, so schnell und unangekündigt war es auch schon wieder verschwunden.

 

Krömer versuchte krampfhaft, seinen Schock zu überwinden, legte Scheckheft, Kugelschreiber und Firmenstempel, nun am ganzen Körper heftig zitternd, auf den ledernen Beifahrersitz und blickte sich um. Und dann war es auf einmal wieder da, dieses fürchterliche, grausame Weinen und Schluchzen. Und erneut hielt der Spuk nur für zwei, vielleicht drei Sekunden lang an.

 

Obschon Krömer vor Angst und inneren Schmerzen, trotz des kaum kontrollierbaren Zitterns, noch immer wie gelähmt wirkte, hatte er verstanden, dass das sich wiederholende, beinahe bestialische Geräusch aus dem geöffneten Handschuhfach gekommen war. Er beugte sich widerwillig und mit dem Anflug von Panik ein wenig zur Seite, langte erneut in den dunklen, unheilvollen Schlund des Faches und durchsuchte dieses mit blinden, bebenden, nahezu tauben Fingern.

Als die markerschütternden Töne ein drittes Mal erklangen, spürte Krömer eine leichte Vibration an der Kuppe seines rechten Zeigefingers. Er griff zu, und seine Hand umklammerte ein Smartphone, welches ganz hinten im Fach unter mehreren Packungen Taschentüchern und Papieren gelegen hatte.

 

Krömer betrachtete das Display, das im Inneren des Jaguars in der dämmrigen Werkstatt so unangenehm hell leuchtete wie der nächtliche Suchscheinwerfer eines Polizeihubschraubers. Das Hintergrundbild zeigte ein etwa 10-jähriges Mädchen in einem weißen Unterhemd, welches den Betrachter mit großen, traurigen Augen anstarrte. In der Mitte des kleinen Bildschirmes befand sich ein Kästchen, das dem Mechatroniker penetrant blinkend signalisierte, dass eine neue Nachricht eingegangen war.

Krömer hielt den Atem an, obwohl sein gesamter Körper verzweifelt nach Sauerstoff schrie und lechzte. Er rechnete damit, dass das Weinen und Schluchzen jede Sekunde wieder von neuem ertönen würde, doch das Telefon blieb stumm.

Es schwieg.

Endlich!

 

Danke Gott!

Danke vielmals!

 

Er blickte sich abermals nervös und verunsichert um und erkannte, dass alle seine Kollegen in der Werkstatt mit ihren jeweiligen Aufgaben beschäftigt waren. Niemand beobachtete ihn. Niemand nahm Notiz von ihm – oder von der außergewöhnlichen Situation, in der er sich befand.

Er drückte, halb entschlossen, halb unsicher, auf das Symbol mit der neuen Nachricht und befand sich eine Sekunde später in einem Ordner, der allem Anschein nach ausschließlich Fotos und Videos beinhaltete.

Während er sich noch darüber wunderte, dass das Smartphone nicht passwortgeschützt war, sprang ihn das vollkommene Grauen unvermittelt und mit unfassbar scharfen Krallen und Klauen an. Wie ein gewalttätig rasendes Tier, das sich binnen eines Wimpernschlages durch sein Herz, seine Seele, seine Eingeweide und sein gesamtes Bewusstsein fraß und wütete.

 

***

 

Johannes schluckte. Mittlerweile liefen ihm die Tränen völlig unkontrolliert übers Gesicht.

„Schaut mal, wie der Kleine heult“, raunte der Größte. „Ich bin mal gespannt, wie er flennt, wenn wir mit ihm fertig sind. Ich wette, der Krüppel pisst sich am Ende noch ein.“

 

Er drehte sich zu den anderen Jungen und Meike um. „Ricky, schneide dem Spasti doch mal die Reifen auf. Sein komisches Puky-Rad kann der gleich sowieso nicht mehr benutzen.“

Der Angesprochene, ein dürrer Kerl mit enorm vielen Pickeln und einem dümmlichen Grinsen in der Visage, trat vor, zog ein dünnes Klappmesser aus der Tasche, öffnete es und tat, wie ihm befohlen. Als die Luft zischend aus den Schläuchen strömte, begann die Gruppe begeistert zu grölen und zu applaudieren.

„Und nun wieder zu dir“, flüsterte der Größte nach einigen Sekunden. Er griff Johannes an den Hals und drückte so stark zu, dass dem Kleineren die Luft nun fast komplett wegblieb.

„Ich glaube, dass du die Meike heute hier auf dem Spielplatz vögeln wolltest. Wolltest du doch, oder?“ Die letzten Wörter hatte der Größte so laut und aggressiv geschrien, dass Johannes unzählige Speicheltropfen ins Gesicht stoben.

 

Er versuchte erfolglos, noch weiter zurückzuweichen. Sein Atem kam inzwischen nur noch stoßweise und schwer. Zudem hörte es sich so an, als hätte er eine Trillerpfeife verschluckt.

„Nein!“, stöhnte der Kleinwüchsige schließlich kraftlos. „Das wollte ich nicht. Das müsst ihr mir glauben.“

Der Größte lachte herzlos.

„Das müssen wir ihm glauben“, rief er seiner Gruppe enthusiastisch zu. „Der Freak meint, wir müssen ihm das glauben.“

Und wieder blickte er Johannes tief in die geröteten, feuchten Augen.

„Weißt du, was ich glaube, du kranker Zwerg? Ich glaube, dass du ein geistesgestörtes, perverses Monstrum bist. Eine verkrüppelte Missgeburt, die heute ein unschuldiges Mädchen auf einem Kinderspielplatz ficken wollte. Ein unschuldiges, kleines, jungfräuliches Mädchen!“

Johannes stotterte unbeholfen und panisch ein paar unverständliche Wörter, doch der Größte schlug ihm ohne Vorwarnung so hart in den Magen, dass er wie ein nasser Sack in sich zusammensank und vornüber in den weißen Sand kippte.

 

Und während er wimmernd und nach Luft schnappend auf dem Boden lag, drehte sich der Größte zu seiner Meute um, hob die Hände und faltete sie großtuerisch vor seiner Brust.

„Also, meine Freunde“, stieß er zischend und gefühlskalt hervor. „Ich bin der Meinung, wir zeigen dieser Missgeburt jetzt einmal, wie ordentliche und verantwortungsbewusste Menschen mit perversen, geistesgestörten und kranken Monstern umgehen sollten. Was denkt ihr?“

Gejohle, klatschende Hände, geifernde Münder, primitive Fratzen voller brutaler, animalisch urtrieblicher Vorfreude.

 

„Ich werte das mal als Zustimmung“, kommentierte der Größte das chaotische, menschenunwürdige Tohuwabohu sichtlich vergnügt. „Dann soll es geschehen!“

Er senkte den Blick, drehte den Kopf und betrachtete den im hellen, unschuldigen Sand liegenden, keuchenden und weinenden Jungen mit einer Mischung aus Abscheu und Genugtuung.

„Tom, Ralle und Steve! Ihr haltet den Perversen fest und zieht ihn komplett aus. Seine Klamotten könnt ihr direkt da hinten im Mülleimer verbrennen. Meike, du holst die Kamera aus meinem Rucksack. Und Ricky, ich glaube, wir brauchen dein Messer nochmal.“

 

***

 

Während der Mittagspause ging er erneut in den Verkaufsraum. Sein Chef saß noch immer so auf seinem Platz, als hätte er diesen während der letzten Stunden nicht für eine Sekunde verlassen.

„Ist der Jaguar eigentlich schon abgeholt worden?“, fragte Krömer wie beiläufig, während er sich scheinbar lässig gegen den für ihn viel zu hohen Tresen lehnte. Natürlich hatte er längst bemerkt, dass das Luxusauto nicht mehr an seinem Platz stand. Leider war er während des ganzen Vormittages so beschäftigt gewesen, dass er es nicht mitbekommen hatte, wie der arrogante und perverse Scheißer sein graues Kätzchen vom Hof gejagt hatte.

Der Inhaber des Autohauses blickte kurz in seine Richtung.

„Ja! Vor etwa einer Stunde.“

„Und?“, wollte Krömer wissen, dessen Herzschlag sich rasant beschleunigte. „Irgendetwas Besonderes?“

„Nö“, nuschelte sein Boss gedankenverloren. „Alles normal.“

„Hat er Trinkgeld dagelassen?“

Der Chef sah erneut zu seinem Mitarbeiter, und diesmal verharrte sein Blick ein wenig länger auf dem Gesicht des Mechatronikers.

„Wovon träumst du nachts? Wir sind unterprivilegierte, ölverdreckte Handlanger – keine Edelnutten.“

 

***

 

In dem Ordner befanden sich ausschließlich Fotografien und Filme von Kindern in den unterschiedlichsten pornografischen Situationen und Stellungen. Alle waren sie spärlich bekleidet oder vollständig nackt, alle wurden sie grausam misshandelt, vergewaltigt oder missbraucht – und alle erlitten sie Höllenqualen.

Während die Jungen und Mädchen, allesamt ungefähr zwischen drei und fünfzehn Jahre alt, stets vollends im Bild und in ihrem Leid für den Zuschauer gut und deutlich sichtbar waren, traten die aktiven, agierenden, quälenden Erwachsenen, die aktiven, agierenden, quälenden Teufel nicht in Erscheinung, nicht ins Bild.

Da und dort sah Krömer nur einzelne erwachsene, ausgewachsene Körperteile.

Da einen behaarten Rücken, dort einen glatzköpfigen Hinterkopf.

Aber niemals ein Gesicht.

Niemals eine ganze Person.

 

Dem Mechatroniker schossen glühend beißende Tränen in die Augen, während er wie in Trance, wie unter Zwang, ein Foto und Video nach dem anderen betrachtete.

Die Aufnahmen waren von unterschiedlicher Qualität. Einige schienen neu und mit hochwertigen Kameras aufgenommen worden zu sein. Andere hingegen wirkten sehr viel älter, verwackelter und grobkörniger. Es gab sogar Schwarz-Weiß-Fotos mit ausgefransten Rändern und Rahmen in diesem absurd brutalen Sammelsurium der menschlichen Schande.

 

Krömer fühlte, wie sich ihm die Luftwege verengten, wie sein Atem zu rasseln begann. Er wollte gerade nach dem Spray in der Hosentasche greifen, als sein Herz explodierte, als es ihn zerriss, als er zum wiederholten Male in seinem Leben elendig verreckte, krepierte und innerlich starb.

 

Beim fahrig verschwommenen Blick auf den Jungen, der da mit weit aufgerissenen Augen und blutenden Genitalien heulend auf dem Bildschirm zum Leben, zum Sterben erwachte, spürte Krömer, dass er in einen Strudel hineingerissen wurde, aus dem es kein Entrinnen mehr gab. Er begann zu keuchen, begann zu husten, bemerkte, wie sein Mageninhalt brennend und bitter in seine Mundhöhle schoss, realisierte nicht, dass er diesen krampfhaft wieder herunterschluckte, und realisierte schon gar nicht, dass er nun gemeinsam mit dem Jungen auf dem Bildschirm weinte, heulte und litt.

 

Erneut weinte, heulte und litt.

 

Mit dem blutenden, schreienden, schwer atmenden Jungen auf dem Bildschirm, der nicht nur Krömers kleinwüchsige, verwachsene Gestalt besaß, nicht nur dessen auffälligen Buckel, sondern auch sein Gesicht, seine Augen und sein vergewaltigtes Herz.

 

***

 

Daheim hängte er seine Jacke nachlässig an die Garderobe, zog das Asthmaspray aus der Hosentasche und hastete beinahe stolpernd ins Wohnzimmer, vorbei an schäbigen, alten Möbeln und den vier Terrarien, in denen seine Schlangen schläfrig und unwissend selig vor sich hin dösten.

Krömer wusste, dass seine Mutter um diese Uhrzeit tief und fest in ihrem Zimmer schlief, ihn also mindestens während der nächsten halben Stunde nicht stören würde.

 

Er warf sich nervös und mit wild rebellierendem Herzen auf das durchgesessene, fleckige Sofa, schleuderte den Inhalator auf den Beistelltisch, griff nach der Fernbedienung und wählte einen Sender, der gerade Lokalnachrichten brachte.

Und das Leben wollte, dass es bereits der zweite Beitrag war, auf den Krömer den ganzen Tag lang gewartet hatte.

Auf dem Bildschirm war ein brennendes Auto zu sehen, welches mitten auf der Straße vor einer Bushaltestelle stand. Die Filmaufnahme wirkte so, als sei sie mit einem privaten Smartphone aufgenommen worden.

 

„In der Berliner Innenstadt ereignete sich heute Mittag ein folgenschwerer Unfall. Auf einer vielbefahrenen Straße explodierte aus noch unbekannten Gründen ein PKW, der anschließend komplett ausbrannte.“

 

Krömer ballte die Fäuste, sprang in die Höhe und schrie wie von Sinnen mit atemloser Stimme:

„Du alter, beschissener Bastard! Verrotte in der Hölle!“

 

„Wie ein Polizeisprecher mitteilte, ereignete sich die gewaltige Explosion direkt in der Nähe einer Bushaltestelle, an der sich zum Zeitpunkt des Unglücks etwa zwanzig Personen aufhielten. Zehn Personen wurden zum Teil schwer verletzt, eine Mutter und ihr 3-jähriger Sohn verstarben noch direkt am Unfallort.“

 

Krömer sank mit schockgeweiteten, ungläubigen Augen wie in Zeitlupe zurück aufs Sofa, während sich seine Atemwege so schlagartig verengten, als hätte jemand dickflüssigen, zähen Beton in sie hineingegossen.

 

„Ebenfalls ums Leben kam der einzige Insasse des explodierten Autos. Wie unser Sender aus zuverlässiger Quelle erfahren hat, handelte es sich bei dem Fahrer des silbergrauen Jaguars um einen 19-jährigen Schüler, der während der letzten Wochen zu einer lokalen Berühmtheit in Berlin und Umgebung geworden war, da er im Internet eine Corona-Hilfsgruppe mit inzwischen mehr als 3500 Mitgliedern gegründet hatte, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, ältere und infizierte Mitbürger im Alltag zu unterstützen. Diese Quelle teilte uns ebenfalls mit, dass dieser Schüler heute Mittag den Wagen eines Coronainfizierten von einer Werkstatt abgeholt hatte. Der Besitzer des Jaguars, ein erfolgreicher Bauunternehmer aus der Stadt, befindet sich seit gestern Abend in häuslicher Quarantäne. Auf Anfrage unseres Senders ließ er über seinen Anwalt mitteilen, dass er geschockt sei und sich nicht erklären könne, wie es zu dem Unglück habe kommen können. Er selber sei vergleichsweise wohlauf und habe nur leichte Krankheitssymptome.“

 

***

 

Mit der Ohnmacht kam die Macht.

Und der Traum.

Und es war derselbe Traum wie immer.

 

Danke Gott!

Danke vielmals!

 

Er stand wuchtig, unbesiegbar, muskulös und hoch aufgerichtet in einem eisern schimmernden Kettenhemd auf einem Berg aus Leichen. In der rechten Hand hielt Johannes Krömer ein glänzendes Schwert, in der linken eine riesige Streitaxt.

Er reckte das verwegene Kinn, während der Wind ihm sein langes Haar ins blutverschmierte, bärtige Gesicht wehte.

Am Horizont verschwand die Sonne in einem Meer aus fauchendem Feuer, und die Hitze der gelebten Rache durchfloss seinen gestählten Körper wie 1000 Grad heiße Lava.

Schließlich senkte er den Blick, betrachtete die verstümmelten, zerfetzten Toten und lächelte beinahe sanftmütig.

„Ihr werdet euch nie wieder über einen Menschen wie mich erheben. Euch nie wieder an dem Leid und der Angst anderer ergötzen und aufgeilen. Nie wieder!“

 

Und die Erde, der Himmel, die Meere, das Universum und das große Alles vereinigten sich zu einer globalen, überglobalen, nie dagewesenen göttlich teuflischen Macht und sogen und zogen den siegreichen und doch für immer und für alle Zeiten verlorenen Kämpfer und Ritter direkt in ihr leuchtendes Innerstes, in ihre warme, lebensspendende, pulsierende und doch menschenleere Mitte hinein.

 

Um von nun an endlich und für alle Ewigkeiten auf ihn achtzugeben – und um ihn niemals mehr wieder loszulassen.

 

So, wie er es verdiente und immer verdient hatte.

So, wie es ihm vom Leben stets vorausbestimmt war.

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