Irene Rabenbauer

Des Pirschers unrühmliche Bekanntheit 🐕

🐕 Des Pirschers unrühmliche Bekanntheit 🐕

Hinweis:

Die Personen und die Handlung der folgenden Kurzgeschichte sind frei erfunden. Etwaige Ähnlichkeiten mit tatsächlichen Begebenheiten oder lebenden oder verstorbenen Personen wären rein zufällig.

„Versprochen ist versprochen“ mit diesen Worten läutete Inga den Abend ein. „Ich wollte euch ja beim nächsten Stammtisch preisgeben, wer der nette Herr vom Nachbartisch war, der mich bei unserem letzten Treffen angesprochen hat“.

Luisa, die Wirtin, kam gerade zum rechten Augenblick mit den Getränken. Inga nahm einen kräftigen Schluck von ihrer Schorle.

„Fängst du schon wieder an, uns auf die Folter zu spannen?“ Leicht grimmig und vorwurfsvoll blaffte Kati ihre Freundin an.

„Ist ja schon gut, meine Liebe. Also der Herr Zeiler ist von der überregionalen Zeitung und ständig auf der Suche nach außergewöhnlichen Geschichten des täglichen Lebens für die Wochenendausgabe. Wir haben, wie verabredet, ein paar Tage nach dem letzten Stammtisch telefoniert und ein Treffen vereinbart. Er hat sich gebannt meine Geschichte angehört und bot mir unverzüglich an, meine Erlebnisse mit den Pinschers als Mehrteiler zu veröffentlichen.“

„Du hast hoffentlich abgelehnt!“ Suse war entsetzt über Ingas Ausführungen.

„Warum sollte ich das äußerst lukrative Angebot ausschlagen, Suse?“

„Weil du den Wahnsinnigen dann gar nicht mehr los wirst, Inga! Ist dir schon bewusst, dass des Pinschers Zorn ins Unermessliche geht, wenn er erfährt, dass du mit der Presse Kontakt hast? Ich habe Angst um dich, Inga. Wer weiß, zu was der fähig ist. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass der Pirscher und sein Lakai vor nichts zurückschrecken. Die Pirschers sind die Ausgeburt des Bösen.“ Nachdenkliche Stille kehrte unter den Mädels ein.

„Das ist mir durchaus bewusst, Suse. Herr Zeiler schreibt nur beweisbare Tatsachen. Zu allem, was ich ihm erzähle, erhält er die Originalbeweise. An der Wahrheit kann der Pinscher nicht drehen. Namentlich wird er selbstverständlich nicht genannt, es gibt keinen Bezug zu ihm und seinem Lakai. Ich bin den Pirscher‘schen Angriffen doch sowieso ausgesetzt, egal, ob ich aktiv bin oder ob ich mich ruhig verhalte. Er klebt an meinen Fersen wie eine Zecke, immer und überall. Vor seinen üblen Geschäftsmethoden muss gewarnt werden.“

„Der Pirscher hat einen Lakai?“ fragte Inka verduzt.

„Ach, Inka, du warst ja das letzte Mal nicht da. Leider hast du deshalb die neueste Geschichte vom Pirscher und seiner Frau verpasst. Mit Lakai ist übrigens des Pirschers Holde gemeint, denn mehr ist sie nicht für ihren Mann. Du hast echt was verpasst. Wir haben uns gekrümmt vor Lachen“, klärte Kati Inka auf.

„Aber jetzt erklär uns, wie das vonstattengeht zwischen dir und dem Zeitungsfritzen.“ Ungeduldig verpasste Kati ihrer Freundin einen freundschaftlichen Seitenhieb.

„Ich werde Herrn Zeiler die Vorkommnisse mit Herrn Pirscher schildern und er fasst meine Ausführungen in Texte. Nachdem wir seine Entwürfe Korrektur gelesen haben, wird jeweils in der Wochenendausgabe ein Teil veröffentlicht.“

„Für mich hört sich das gut an“, pflichtete Evi Ingas Vorhaben bei. „Psychoterror, wie er von den Pirschers betrieben wird, muss publik gemacht werden. Viel zu wenig Betroffene setzen sich gegen Cybermobbing und Cyberstalking zur Wehr. Vielleicht ist deine Geschichte für den einen oder anderen ein Ansporn, sich ebenfalls aufzulehnen gegen all die Psychopathen, die sowohl im Netz als auch in der realen Welt ihr Unwesen treiben und rechtschaffene Menschen in Angst und Schrecken versetzen und psychisch an ihre Grenzen bringen. Meist wird der Psychopath aus Frust über Ablehnung und Widerstand, die ihm durch sein Opfer entgegengebracht wurden, hochgepuscht und er beginnt, sein Opfer systematisch zu verfolgen, zu verleumden, zu beleidigen, zu diffamieren und lächerlich zu machen. Dabei bezieht er nicht selten auch Freunde und Bekannte seines Opfers und oft auch dessen Arbeitgeber, Nachbarn, Behörden in seine Intrigen mit ein und zu guter Letzt, wenn er von denen kein Feedback erfährt, schreckt er auch nicht davor zurück, vollkommen Fremden seine Lügen über sein Opfer zukommen zu lassen. Dabei spielt ihm Zeit und Geld keine Rolle. Er hat ja sonst keine Aufgabe.“

„Evi trifft den Nagel auf den Kopf. Wobei natürlich das Hauptmerkmal des Mehrteilers auf den Pirscher’schen Betrügereien bei der Welpenvermehrung liegt. Mobbing, Stalking und Psychoterror begannen erst, nachdem ich den Pirschers auf ihre üblen Machenschaften mit den Welpen kam.“

„Da fällt mir das Telefonat mit der Dame ein, die ebenfalls einem dreisten Vermehrer auf den Leim gegangen ist. Deren Leidensgeschichte endete ebenfalls im Psychoterror.“ Inga wurde nachdenklich.

„Du meinst die Dame, die von der Drache und ihrem Lebensgefährten Duckdich einen Welpen gekauft hat“. „Genau, Kati. Du hast ein gutes Namensgedächtnis.“ „Naja, ist in diesem Fall nicht schwer. Die Drache macht ja ihrem Namen alle Ehre. Und der Duckdich steht unterm Pantoffel des Drachen“. Die Mädels konnten nicht an sich halten und mussten loslachen. „Die Geschichte wäre übrigens auch etwas für den Zeiler“, bemerkte Kati nebenbei.

Luisa spendierte den Mädels einen Absacker und der Abend fand trotz des bedrückenden Themas einen versöhnlichen Abschluss.

© 2021 Irene Rabenbauer

Weitere Anekdoten vom Pirscher:

http://www.e-stories.de/view-kurzgeschichten.phtml?49401

https://www.e-stories.de/view-kurzgeschichten.phtml?49451

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