Volker Walter Robert Buchloh

Alles klar

Alles Klar? - Alles klar!

 

von Volker Buchloh

1998

Das Wartezimmer war gut besucht. Harald Sterzen schaute sich kurz um. Neben der dicken Frau mit den strähnigen Haaren war noch ein Sitzplatz frei. Oder neben dem Dicken, der aussah als sei er Doktor Krankheit persönlich? Sterzen setzte sich wortlos neben der Strähnigen und vertiefte sich in eine Zeitung, die da herumlag. Er interessierte sich zwar nicht für die Zeitung AutoBild, aber er glaubte nicht, hier etwas besseres zu finden. Erfahrungsgemäß gab es in solchen Praxen nur Frauenzeitschriften (wozu er auch den Stern zählte) und manchmal Automobilzeitschriften. Das musste daran liegen, dass die Frauen viel mehr Zeit hatten, zum Arzt zu laufen. Man müsste so etwas mal untersuchen, schoss es durch seinen Kopf. Es war sicher, dass die Frauenbewegung solche Untersuchungen verhinderte.

Die Dicke mit den strähnigen Haaren versuchte tatsächlich, mit ihm ein Gespräch anzufangen. Das hatte ihm noch gefehlt, diese unsympathische Alte zu unterhalten. Da hätte er vielmehr neben der Schwarzhaarigen mit dem modischen Kurzhaarschnitt gesessen, aber die kümmerte sich auch nur um ihre Tochter. So beantwortete er die Äußerung seiner Nachbarin auf die doch lange Wartezeit mit einem knappen „Ja!“ und fand gerade einen Artikel über den neuen Service bei Opel so interessant, dass die Fragestellerin einfach begreifen musste, er stände als Thomas Gottschalk nicht zur Verfügung.

Er hatte gerade die Zeitschrift mehr durchgeblättert als gelesen, da wurde sein Name mit einer Reihe anderer vorgelesen. Im Wartezimmer entstand kurzzeitig Unruhe, als die drei Menschen sich geräuschvoll erhoben. Dennoch konnte er den Protest hören, den seine Nachbarin vor sich her murmelte. Er war nach ihr gekommen und nun vor ihr dran. Aber sie war unsicher, ob er nicht einen bestellten Termin bekommen hatte, der vor ihrem lag. So schwieg sie.

Die Schwarzhaarige mit der Tochter gehörte auch zu der Gruppe der Auserwählten, die schon zum „Onkel Doktor“ vorgelassen wurden. Sterzen musste warten, weil die Tochter vor ihm herumalberte und den Raum nicht verlassen wollte. Die Mutter hatte alle Hände voll zu tun, sie zu überzeugen, dass sie nicht zur Schlachtbank geführt wurde. Hinter den beiden Frauensleuten betrat er den Arbeitsraum der Sprechstundenhilfe. Er hatte sich noch nicht richtig umgesehen, als eine der Arzthelferinnen seinen Namen nannte. Stolz durchflutete seinen Körper. Es lohnte sich immer, privat versichert zu sein.

Der Herr Doktor hat gesagt, wir müssten noch einmal Ihren Arm röntgen, bevor Sie zu ihm rein gehen.“

Die Kleine mit dem etwas zu großen Hintern ließ aber keinen Zweifel. Ein Nein würde sie nicht akzeptieren. Sterzen trottete brav hinter ihr her. „Kabine 1“, wurde befohlen.

Machen Sie den Oberkörper frei! Uhren ab, Kette ab! Tragen Sie Metall?“

Ehe er etwas antworten konnte, war sie schon wieder verschwunden. Sterzen tat, wie ihm befohlen. Mit bloßem Oberkörper harrte er dem, was da kommen könnte. Wer nicht kam, war die Röntgenschwester. Was kam, war die Kälte. Eine Zeitlang hockte er in dem viel zu kleinen Raum, ehe er sich entschloss wenigstens sein Unterhemd wieder anzuziehen. Mit einem Male wurde die Türe aufgerissen. Vor ihm stand die gleiche Kleine mit dem etwas zu dicken Hintern. Missbilligend schaute sie Sterzen an. Es kostete wieder Zeit, bis Sterzen das Hemd auszog und die hatte sie nicht. Sterzen war versucht zu erklären, warum er sein Unterhemd wieder angezogen hatte, aber dafür interessierte sich die Kleine sichtlich nicht. Wie ein Wirbelwind fegte sie durch den Röntgenraum während sie an einigen Geräten einige Einstellungen vornahm.

Sterzen versuchte die etwas peinliche Situation dadurch zu überbrücken, in dem er begann, Süßholz zu raspeln. Die Kleine hatte zwar einen etwas zu dicken Hintern, aber schöne blaue Augen. Während er gerade bereit war, die Form des Hinten zu ignorieren, vernahm er ihre Stimme.

Tragen Sie eine Zahnprothese oder etwas metallisches?“

Sterzen war sprachlos. Er war 27 Jahre alt und dann eine Zahnprothese. „Nein!“, war seine enttäuschte Antwort. Mit der Kleinen war er fertig. Wortlos ließ er sich hin- und herschieben. Ruck zuck waren die Aufnahmen gemacht. Es kam noch das Kommando: „Nicht Wackeln!“, dann durfte er sich wieder anziehen. Wieder betrat er den Raum der Arzthelferinnen, allerdings durch eine andere Türe.

Herr Sterzen! Warten Sie bitte im Wartezimmer, bis Ihre Aufnahmen entwickelt sind?“

Er merkte der Tonlage der Kleinen mit dem dicken Hintern an, welchen Spaß ihr diese Zurechtweisung machte. Als er das Wartezimmer durch die Türe betrat, aus der er es vorhin verlassen hatte, musste er in die Augen der strähnigen Dicken schauen. Seine Degradierung erfüllte sie mit großer Genugtuung. Er war offenkundig noch keinen Schritt weiter gekommen, als sie selbst. Sterzen hatte das Gefühl, alle Frauen dieser Welt hätten sich gegen ihn verschworen.

Es dauerte noch über eine Stunde, bis er zum Arzt vorgelassen wurde. Der Weißgekleidete begrüßte ihn mit Handschlag, täuschte dann aber sofort Beschäftigung vor. Er griff zu den Röntgenaufnahmen und klemmte sie unter die Leiste einer Lichtfläche. Der hat sie noch gar nicht angesehen, dachte Sterzen. Der Arzt schüttelte bedächtig sein Haupt hin und her. Die kurzen Haare machten dabei diese Bewegung nicht mit. Es ist toll, wenn jemand mit Halbglatze seine Haare kurz schneidet, statt sie mit dem Ziel wachsen zulassen, um sie auf dem Kopf zu garnieren, dachte Sterzen.

Jawohl!“ Sterzen fühlte sich aus seinen Gedanken gerissen. „Die Befestigung muss aus ihren Körper!“ Die Tonlage des Arztes unterstrich die Bedeutung seiner Diagnose. Im Grunde war sie weniger Information, denn Anweisung. Dennoch fuhr er fort: „ Ihre Armbewegungen werden dadurch wahrscheinlich schmerzfreier sein.“

Wie er dieses Wort wahrscheinlich hasste. Keiner wollte sich festlegen. Vor der Operation hatte man ihm auch gesagt, wahrscheinlich könnte er seinen Arm wieder voll bewegen. Aber daraus war nichts geworden. Er konnte seinen rechten Arm nur auf einen Winkel von 170 Grad öffnen. Er war sich aber mit dem Arzt einig, die Platten und Schrauben mussten raus. Wenn er die Muskeln seines rechten Armes betätigte, dann fuhr jedes mal ein schmerzhafter Stich durch seinen Körper. Für seine Arbeit als Lagerarbeiter bei einem Baumarkt war dies eine nicht zumutbare Begleiterscheinung. Sterzen nickte aus diesem Grunde zustimmend, weil er nicht wusste, was er hier noch sagen sollte.

Wann wollen Sie die denn heraushaben“, vernahm er nach seiner Zustimmung.

So schnell, wie möglich“, rutschte es aus seinem Mund. Im gleichen Moment, wie er dies sagte, tat es ihm leid. Er hätte eigentlich noch ein bisschen länger den Krankenschein gehabt.

Der Arzt ahnte von all dem aber nichts. Er blätterte in einer dicken Kladde hin und her, wo bei er etwas in seinen Bart murmelte. „Kommen sie morgen um 10 Uhr in das St. Johannes Hospital Station B4. Wir operieren dann am Mittwoch.“

Die Beteiligung des Patienten bei dieser Terminabsprache war wohl nicht erwünscht. Auf jeden Fall wurde seine Hand geschüttelt. Sterzen befand sich auf der Straße, bevor er einen klaren Gedanken fassen konnte.


 

Sterzen fand sich schon eine viertel Stunde vor dem befohlenen Termin auf der Station ein. Die Schwestern hatten aber keine Zeit für ihn. Noch keine Zeit für ihn muss man fairer Weise sagen. Laufend klingelten entweder die Summer der Patienten oder der Vierklang-Gong des Telefons. Die eine Schwester suchte laufend die Kollegin, die gerade nicht anwesend war. Sterzen hatte den Eindruck, dass hier zu viele Informationen in zu kurzer Zeit verarbeitet werden mussten. Es war weit hinter halb Elf, als sich eine Schwester um ihn kümmern konnte.

Sterzen trug sein Anliegen vor. Eigentlich hatte er bei diesem Durcheinander gehofft, man könnte ihn in den Listen nicht finden, um ihn dann nachhause zu schicken. Das würde einen Tag mehr Freizeit für ihn bedeuten. Aber er wurde enttäuscht. Er war avisiert, und die Schwester wusste schon, wo sein Bett war.

So! Dann geben Sie mir mal ihre Daten an!“, wurde er von der Blonden mit der großen Oberweite aufgefordert.

Sterzen sprudelte los.

Moment!“ Nicht so schnell!“, bremste die mit dem großen Busen seinen Redefluss. „Ich muss die Daten doch alle eingeben. Also: Name!“

Sterzen hatte sich zwar vorgestellt, aber vielleicht hatte die Schwester diesen bei diesem Trubel schon wieder vergessen. Er nannte seinen Vor- und Zunamen. Die Blonde drückte eine Taste an dem Computer und wiederholte das Gehörte. Während sie mit den Tasten kämpfte und krampfhaft versuchte, irgend etwas auf dem Bildschirm hin zu bekommen, konnte Sterzen ungeniert auf ihren Busen schauen. Ein Busen, wie für ihn gemacht. Nach dem Sterzen sein Geburtsdatum und seine Adresse genannt hatte und sich das Spiel von Frage, Antwort, Kampf mit dem Bildschirm und Busenbesichtigung immer wiederholte, versuchte er einen persönlichen Ton in diese Situation zu bringen. Es erschien ihm am einfachsten, wenn er sie auf ihre Arbeitsbelastung hin ansprechen würde. Deshalb fragte er, warum sie nicht alles aufschriebe oder wenigstens nicht tippe.

Das brauchen wir hier nicht mehr“, wurde er belehrt. „Wir arbeiten hier nach dem neusten Stand der Technik. Ich kann Ihre Daten mit meiner Stimme eingeben.“ Sie erklärte aber nicht, warum sie das in diesem Fall nicht tat. Um zu unterstreichen, wie bedeutsam sie die Aussage ihrer Worte eingeschätzt, atmete sie tief durch. Dadurch nahm ihre Oberweite an weiterem Umfang zu. Sie erschien Sterzen damit noch verführerischer. Im Grunde war ihm der neuste Stand der Technik egal, wenn sie doch nur weiter so durchatmen würde. Aber auch der Busen mit einer großen Oberweite benötigt neuen Sauerstoff. Die Massen unter dem Kittel senkten sich. Nur am Rande vernahm Sterzen die selbstkritische Ausführung der Schwester.

Aber bei mir klappt das noch nicht so ganz.“

Sterzen nickte zustimmend. Schließlich wollte er ja die Verbindung mit der Kleinen nicht abreißen lassen. So ließ er in seinem Gesicht einen Gesichtsausdruck des Erstaunens und des Beeindrucktseins entstehen, als die Schwester erklärend fortfuhr:

Unser Computer ist mit der Hauptverwaltung verbunden Wenn ich hier etwas eingebe, dann weiß das die Hauptverwaltung auch sofort. Der Computer bekommt alle Ihre medizinischen Daten. Von mir! Jede Stelle im Haus kann darauf zurückgreifen oder neue Daten dazu eingeben.“

Sterzen war nun wirklich beeindruckt. Nicht, weil er alles verstanden hätte, aber der Tonfall der Blonden klang so belehrend, dass er ihr einfach glauben musste. Und, eine Frau mit einen solchen Busen, die konnte einfach nicht Lügen. Davon war Sterzen überzeugt. Die Aufnahmeformalitäten waren wirklich schnell abgeschlossen. Vor allem, als die Schwester seine Chipkarte dem Lesegerät zuführte, waren alle versicherungstechnischen Fragen geklärt.

Sterzen hatte geglaubt, die Großbusige würde ihm den Weg zu seinem Zimmer zeigen. Er würde dann schräg hinter ihr gehen, um einen Einblick auf ihren Busen zu haben.

Raum 458“, hörte er sie sagen. „Sie können sich ein Bett aussuchen, das frei ist.“ Sie drehte sich von ihm ab und wendete sich einer Reihe von Ampullen zu.

Verstimmt griff Sterzen zu seiner Tasche und begab sich auf die Suche nach seinem neuen zuhause.

Der Raum 458 war hell und geräumig. An der linken Wand standen drei Betten. Nur eines war allerdings frei, so dass er gar nicht wählen konnte. Es lag direkt am Eingang, also weit weg vom großen Fenster. Er hatte Glück. Die beiden Männer, die in den belegten Betten lagen, waren so in seinem Alter. Er stellte sich vor und erfuhr, dass die beiden Zimmergenossen Gerd und Peter hießen. Sterzen packte unter der Beobachtung seiner neuen Gefährten seine Tasche aus. Der Schrank war zwar schmal, aber für die wenigen Sachen, die er mitgebracht hatte, ausreichend.

Die Türe öffnete sich. Wie ein Windhauch stand eine Schwester in Weiß mitten im Raum.

Wie!“ Wurde er angeblafft. „Liegen Sie noch nicht im Bett?“

Die Antwort, die Sterzen mit Schwierigkeit über seine Lippen brachte, wollte sie nicht hören. Sie tauschte bei dem jenigen, der Peter hieß, eine Blutauffangflasche aus. Dann verließ sie das Zimmer so schnell, wie sie es betreten hatte.

Hier muss du parieren“, sagte Gerd und griente. „Die haben hier alle keine Zeit. Die arbeiten hier nach Doktor Optimum oder so.“

Peter stöhnte zustimmend. Er war wohl erst kürzlich operiert worden. Sterzen erfuhr, das man Peter heute Morgen den Blinddarm herausgenommen hatte. Gerd lag schon drei Wochen hier seit seinem Beinbruch. Während Sterzen seine Waschsachen auspackte, ließ er sich über die Regeln auf dieser Abteilung informieren. Diese konnte man auf die beiden Punkte zusammenfassen: wenig stören und keine Widerworte.

Sterzen hatte sich gerade ins Bett gelegt, als sich wieder die Türe öffnete. Drei Schwestern stürzten ins Zimmer. Auf den Händen trug jede ein Tablett, welches auf dem Rolltisch am Bett abgestellt wurde.

Sie bekommen heute nur das Standard-Menü, weil sie gerade erst angekommen sind“, wurde ihm erklärt.

Da der etwas unfreundliche Tonfall hier wohl üblich war, überhörte Sterzen das Gesagte. Der Begriff Menü war ihm aber nicht entgangen. Voller Spannung hob er die Kunststoff-Abdeckung seines Tellers hoch. Es war ein Schmorbraten mit Lauchgemüse. Es sah sehr appetitlich aus, war aber zu wenig. Dies war keine Portion für die arbeitende Bevölkerung. Seine Augen fielen auf das Tablett seiner Vorderleute. Die löffelten gerade an ihrer Suppe. Da wusste Sterzen, dass Suppe wohl nicht zum Standard-Menü gehörte.

Sterzen hatte gerade begonnen ein Stück vom Braten abzuschneiden, um es in den Mund zu stecken, als sich die Türe wiederum öffnete. Nur diesmal flog keiner in den Raum. Langsam wurde ein schweres Gerät in den Raum geschoben. Es musste schwer sein, denn die Schwester schwitzte wirklich. Es war die Blonde mit dem dicken Busen.

So! Dann wollen wir mal ihre medizinischen Daten aufnehmen!“

Die Blonde verhielt sich so, als hätte Sterzen kein Essen. Wortlos schob die Blonde seinen Rolltisch mit dem Essen zur Seite. Das Analysegerät musste ja Platz haben. Sterzen nahm es gottergeben hin. Er tröstete sich damit, dass die Blonde sich gleich wohl über ihn beugen würde. Er musste seinen Arm in eine Röhre stecken. Auch den Oberkörper musste er frei machen. Er wurde mit dem Gerät verdrahtet. Als er nachfragte, teilte ihm die Schwester mit. Der Apparat messe Blutdruck, Puls Temperatur, Herzfrequenz und noch einiges mehr und sende es sofort an den Hauptcomputer des Krankenhauses. Mit der Herzfrequenz konnte Sterzen nichts anfangen. Deshalb fragte er nur nach seinem Puls und seinem Blutdruck, um sich nicht zu blamieren.

Hundert vierzig zu Hundertzehn“ und „zweiundsiebzig“, wurden ihm entgegen geschleudert. Die Diagnose erfolgte umgehend: „Alles in Ordnung!“. Die Schwester war wohl so unfreundlich, weil sie deshalb auf den Monitor schauen musste und ja eigentlich keine Zeit für Konversation hatte.

Obwohl ihm die Zahlen nichts sagten, schwieg er. Er wollte sich seine Chancen bei der Großbusigen nicht verscherzen. Mit einem Selbstgespräch schob sie ihren Apparat wieder hinaus. Dann erst wagte Sterzen Gerd zu fragen, was die Werte überhaupt bedeuteten. „Hundert vierzig zu Hundertzehn ist dein Blutdruck und zweiundsiebzig der Puls.“

Aha!“ antwortete Sterzen mit einer Betonung als sagten ihm diese Werte nun was. Er traute sich aber nicht nachzufragen, warum man den Blutdruck mit zwei Zahlen angab. Das Essen war nun kalt. Die Blonde fuhr nicht auf ihn ab. Der Aufenthalt in diesem Krankenhaus schien alles andere als erfreulich angelaufen.

Die Zeit danach bedeutete Warten. Sterzen erfuhr, Kaffee und Kuchen gehörten auch nicht zum Standard-Menü. Er bekam nämlich keinen. Die Schwestern tauchten ein paarmal auf, waren aber immer so schnell verschwunden, wie sie gekommen waren. Aber das galt nicht ihm. Nur einmal tauchte eine Hagere auf. Sterzen vermutete nach ihren Alter eine Schwesternschülerin. Sie trug ein elektronisches Notizbuch in der Hand. Darin tippte sie ein, was Sterzen sich zum Abendessen wünschte. Suppe, drei Scheiben Brot mit Butter, Schinken, und Wurst. Dazu wählte er Schwarzen Tee. Endlich war er aus dem Standard-Menü heraus. Wie ein kleiner König stellte er sein Menü für den folgenden Tag zusammen. Jetzt kennt der Hauptcomputer meinen Geschmack, dachte er bei sich.

Um Siebzehn Uhr schaltete Gerd ohne zu fragen das Fernsehen an. Er erklärte Sterzen die Technik, wie man das Gerät einschaltet, ausschaltet und die Programme wählt. Den Commander behielt er aber für sich. Gegen Achtzehn Uhr kam das Abendessen. Es gab Schwarzen Tee. Aber das andere stimmte nicht mit seiner Bestellung überein. Keine Suppe, dafür aber Obst. Keinen Schinken und Wurst, dafür Käse. Sterzen meckerte.

Das habe ich noch nicht gehabt“, antwortete Gerd und Peter stöhnte so zustimmend, wie es eben ging. „Ich würde mich beschweren!“ Dies war sein erster ganzer Satz, den er bislang von sich gegeben hatte.

Sterzen nahm sein Tablett und verließ den Raum. Vor einem mannshohen, kastenförmigen Gerät standen drei Schwestern und zogen dort Tabletts heraus und, wenn sie falsch waren, steckten sie sie wieder hinein. Sterzen wollte sein Anliegen gerade vortragen. Er kam aber nur bis zum Wort „beschweren“, da wurde er abrupt unterbrochen.

Das kann nicht sein!“, beschied ihn eine Kleine mit einem mageren Pferdeschwanz. „Der Computer irrt sich nie!“ Für sie war damit die Angelegenheit erledigt, denn sie begann wieder Tabletts herauszuziehen und wieder hineinzuschieben.

Sterzen schüttelte ergeben seine Schultern. So schlecht ist Käse gegenüber Schinken ja auch nicht, sagte er zu sich selbst. In dem Moment, wo er sich umdrehte sah er am Kopf des Essenswagen ein Display an dem beim Herausziehen der Name und die Zimmernummer des Patienten aufleuchtete. Das magere Mittagessen und der Hunger taten ihr übriges. Sterzen aß alles auf.

Die drei Zimmergenossen hatten sich für eine Vorabendserie im Fernsehen entschlossen. Gerade war der Film von einem Werbeblock durchtrennt, da betrat eilenden Fußes seine Großbusige den Raum. Sie ergriff das Tablett des an der Wand liegenden Peter und verließ wieder die Krankenstube. Dabei blieb die Türe offen. Nach einiger Zeit stand sie wieder im Raum, um das Geschirr von Gerd abzuräumen. Nun bin ich dran, dachte Sterzen.

Das hat aber lecker geschmeckt!“ Ihm fiel auf die Schnelle nichts anderes ein.

Aber, als ob er überhaupt nichts gesagt hätte, vernahm er ihrem Mund die kurze Anweisung: „Das war Ihre letzte Mahlzeit. Zur Operation müssen sie morgen nüchtern sein.“

Sterzen war überglücklich, denn er hatte ein Lächeln in den Zügen seines blonden Engels wahrgenommen. Eine Einbildung war ausgeschlossen. Er hatte doch wohl Chancen bei seiner Angebeteten.

Die Nachrichten im Ersten Programm waren gerade zu Ende gegangen, als erneut der Analyseapparat ins Zimmer geschoben wurde. Der frisch operierte Peter musste seine Hand in das Gerät stecken und wurde verkabelt. Die Schwester schaute auf das Display und murmelte Zufriedenheit. Dann wurde das Gerät an Sterzens Bett geschoben. Sein Einwand, er sei schon heute Morgen untersucht worden, ließ die Weißgekleidete nicht gelten. Ihre Stimme war schnippisch und Sterzen stellte mit Befriedigung fest, dass sie eine schiefe Nase hatte. Willenlos steckte er seinen Arm in die Vorrichtung und ließ sich verkabeln. Aber so schnell wie bei Peter ging es bei ihm nicht. Die krumme Nase wurde mehrmals hochgezogen, der Mund schien Flüche zu murmeln.

Das gibt’s doch nicht!“

Sein Arm wurde zuerst hin- dann herumgedreht, schließlich herausgezogen und wieder hineingesteckt. Die schiefe Nase bekam rote Backen zum Besuch. Die Bedienung klopfte zuerst bedächtig, dann ärgerlicher gegen die Apparatur . Das hatte wohl Erfolg. Die Schwester betätigte einen Knopf, um das Messergebnis an den Hauptcomputer zu senden. Sie machte dabei ein so unzufriedenes Gesicht, dass Sterzen es nicht wagte, nach seinen Werten zu fragen.

Die drei Kranken hatten sich auf einen Krimi auf RTL geeinigt. Sterzen empfand die Unterbrechung durch die Werbeblöcke als angenehm, konnte er doch in dieser Zeit seine Beine vertreten, um Mineralwasser zu holen. Als er zurückkehrte stand jemand an seinen Bett, den er anhand des Stethoskops sofort als Arzt ausmachte. Er machte einen übermüdeten Eindruck und Sterzen wunderte sich, dass um diese Zeit noch ein Arzt Dienst hatte. Er stellte sich als Narkosearzt vor. Er würde ja morgen operiert und er müsse ihn deshalb vorher über den Ablauf informieren. Sterzen verstand nur die Hälfte von dem, was der Arzt ihm mitteilte. Er war nur verwundert, dass der Arzt morgen bei der Operation nicht anwesend sein würde, obwohl Sterzen dennoch eine Narkose bekommen würde. Es wurde ihm aber so mitgeteilt, als sei es das Normalste auf der Welt. Nur einmal war Sterzen zu einer Entscheidung gezwungen. Wollte er eine lokale oder eine totale Narkose. Nachdem ihm der Arzt ausführlich beschrieben hatte, wie sein Arm aufgeschnitten, die Platten abgeschraubt und die Wunde wieder zugenäht werden sollte, entschied er sich für eine Vollnarkose. Der Arzt griff in die Seitentasche seines Kittels und entnahm ihm ein gefaltetes Stück Papier. Er klappte es auf, machte darauf einige Notizen und mehrere Kreuze und legte es Sterzen zur Unterschrift vor. Die andere Hand hielt einen Kugelschreiber, der aus der Brusttasche entnommen wurde. Sterzen unterschrieb, ohne durchzulesen auf der Bettdecke. Sterzen legte wieder seinen Kopfhörer an. Das Gespräch hatte ihn des wichtigsten Teil des Krimis versäumen lassen. Heute war bestimmt nicht sein Tag.


 

Um sechs Uhr war die Nacht zu Ende. Die Deckenbeleuchtung des Raumes wurde eingeschaltet. Das Licht blendete Sterzen und schmerzte in seinen Augen. Unsanft wurde er an seinem kranken Arm gerüttelt, als er Anstalten machte wieder einzuschlafen. Das machte ihn nun ganz wach. Sterzen öffnete die Augen und richtete sich im Bett auf. Jetzt wusste er wieder, wo er war. Drei Schwestern schwirrten wie eifrige Helfer im Raum herum. Während Peter schon mit dem Analysegerät verbunden war, wurde Peters Bett von zwei Schwestern gemacht. Nein! Eine der beiden wusch den Bettlägrigen. Der Wechsel zwischen den beiden Arbeitsgruppen erfolgte wie eingeübt. Nur das nun beide Schwestern über das Bett herfielen. Dann musste Sterzen aus dem Bett. Sofort stürzte sich die Bettenmachgruppe auf seinen Schlafplatz. Er wurde sitzend ebenfalls mit dem Analysegerät verbunden. So schnell wie sie gekommen waren, so schnell waren sie wieder verschwunden. Bevor die letzte Schwester das Zimmer verließ, drehte sie sich um und forderte die Insassen auf, nicht wieder einzuschlafen.

Die einkehrende Stille war wie eine Erholung.

So! Nun müssen wir warten bis halb Acht“, sagte Gerd, „dann gibt’s Frühstück.

Sterzen wusste ja, dass er keines bekam. So legte er sich wieder auf das gemachte Bett. Er war wohl eingenickt. Jemand rüttelte an seinem Arm. Ganz benommen richtete Sterzen sich auf. Er vernahm, dass es mit der Operation heute nichts werden könnte. Seine Werte seien dafür zu schlecht. Sterzen begriff nichts mehr.

Aber!“, begann er. „Mein Blutdruck und Puls waren doch gestern in Ordnung. Hundert vierzig oder so.“ Sterzen nannte bewusst die größere Zahl, weil sie ihm bedeutsamer schien.

Der Arzt war irritiert. Er schaute auf seinen Monitor, tippte ein paar mal auf die Tastatur. Dann schüttelte er den Kopf. „Nein! Er lag bei ein hundertachtzig. Und das ist die Grenze. Auch ihr Puls von 87 ist zu hoch.“

Sterzen begriff die Welt nicht mehr. Hatte die Schwester ihm gestern falsche Werte genannt, oder hatte er nicht richtig hingehört? Sterzen verschluckte seine Antwort. Das sichere Verhalten seines Gegenübers verunsicherte ihn.

Auch die Werte von gestern Abend und heute Morgen lagen darüber.“ Der Mann in Weiß unterstrich seine Bemerkung, in dem er mit der rechten Hand sein Stethoskop in kleine Kreise versetze. Er nannte aber keine Werte, als ob Sterzen damit sowieso nichts anfangen könnte. „Kommen sie nachher noch einmal zur Untersuchung. Ich werde sie dann noch einmal untersuchen.“ Er verschwand, ohne mitzuteilen, ob es nun mit der Operation etwas würde oder nicht.

Das Frühstück kam kurz vor Acht. Nur Sterzen musste nüchtern bleiben. Das mit der Operation war ja immer noch offen. Sterzen harrte der Dinge, die da kommen sollten. Er hatte sich von Peter einen Western-Roman ausgeliehen. Seine Gedanken wanderten in den Wilden Westen. Vor seinen geistigen Augen war er bei dem Aufgebot. Man hatte es aufgestellt um die Mörder des Ranchers Tom Hewitth und seiner Familie zu verfolgen. Vor seinem inneren Auge erblickte er die malerische Landschaft, die der Autor beschrieb. Er sah die Schlucht zu Füßen der Reiter, den See in der Ferne, eingerahmt von schneebedeckten Bergen im Hintergrund. Er merkte förmlich, wie heiß die Sonne brannte. Seine Zunge befeuchtete die Lippen und er verspürte den Durst, der die Verfolger plagte. Eine Lautsprecherstimme riss ihn aus seinen Träumen.

Herr Sterzen! Kommen Sie bitte zu Raum 472!“

Er sprang aus dem Bett. An der Türe von Zimmer 472 klopfte er an. Er hörte keine Aufforderung. Deshalb wartete er noch eine Zeitlang und drückte dann die Klinke herunter. Der Arzt von heute morgen saß an einem Schreibtisch und las in Unterlagen, die er in der Hand hielt. Sterzen betrat den Raum und grüßte. Nach einigen Minuten legte der Arzt die Unterlagen beiseite.

Herr Sterzen.“ Es war nicht klar, ob es sich um eine Frage handelte, oder um eine Feststellung. Weil Sterzen nicht widersprach, war die Frage der Personenfeststellung abgeschlossen. „Guten Tag! Ich bin Doktor Henningmeier“, spulte der Weißkittel herunter. „Na! Dann wollen wir mal ihren Blutdruck messen!“ Seine Stimme war so, als spräche er mit einem Kind, dem man Gutes tue und von dem man keinen Widerspruch erwarte. Er erhob sich, bewegte suchend seinen Kopf hin und her. Dann verließ den Raum. Im Nebenzimmer hörte Sterzen den Arzt eine Person fragen: „Wo ist der Analysator?“

Schweigen. Dann eine weibliche Stimme: „Schwester Beate braucht ihn bei dem Schwerverletzten auf 436.“

Wieder Schweigen. Mit einem Gemurmel, das seinen Widerwillen nicht verbergen konnte betrat der Arzt wieder den Untersuchungsraum. Mehr zu sich, als zu Sterzen gewandt sagte er: „Na! Dann müssen wir es eben von Hand machen.“

Er ging zu einem Schrank. Sterzen konnte nicht sehen, was er machte, aber irgend etwas wurde verschoben oder angehoben und wieder abgesetzt. Die Schranktüre wurde geschlossen und eine andere geöffnet. Hier geschah das Gleiche. Auf einmal hielt der Arzt in seiner Bewegung inne. Er schloss den Schrank, wendete sich seinem Schreibtisch zu und öffnete die unterste Schublade. Er zog sie so weit auf, wie es möglich war. Seine Hände hoben ein paar medizinische Geräte hoch. Dann ergriffen sie eine schwarzes Knäuel. Es bestand aus einem Gewirr schwarzer Kabel die an einer kleinen Box angeschlossen waren. Sterzen sah erst als der Arzt eine Ordnung in dem Gewirr herstellte, dass es sich nicht um Kabel sondern um Gummischläuche und um einen Gummiball handelte. Auch eine Manschette war daran befestigt. Das sorgenvolle Gesicht des Arztes heiterte sich auf. Er legte die Manschette um den rechten Oberarm von Sterzen und verhakte sie. Er schob das flache Ende seines Stethoskops unter die Manschette und begann letztere aufzupumpen. Nichts geschah. Der Arzt griff zu einem silbernen Rad unterhalb des Ballons. Mit jeder Betätigung des Ballons füllte sich die Manschette. Sterzen glaubte, sie würde bald platzen, so unangenehm presste sie ihm den Arm ab. Da drehte der Arzt an dem Rädchen und ließ die Luft stoßweise wieder hinaus. Dabei beobachtete er eine Skala, auf der ein Zeiger nach links schwang. Sterzen glaubte bei einhundert vierzig ein Verharren des Zeigers zu bemerken. Gleichzeitig fühlte er den deutlichen Pulsschlag seines Blutes. Der Arzt schüttelte ungläubig den Kopf, als glaube er nicht, was er messe. Er wiederholte die ganze Prozedur noch einmal und kam wohl zum gleichen Ergebnis. Der Kopf des Weißkittels wurde geschüttelt, als wollte man ein Kind in den Schlaf wiegen. Das Anzeigegerät wurde beklopft. Vielleicht hakte der Zeiger irgendwo? Die Prozedur wiederholte sich erneut. Das Ergebnis war aber etwas erhöht, aber nicht viel. Ein neues Gefühl stellte sich ein. Eigentlich geschah es, weil sich Sterzen langsam unheimlich fühlte. Es gab aber glücklicherweise dem Arzt das Gefühl, dass die Unterschiedlichkeit der Messergebnisse doch nicht zu groß ausgefallen war , wie zu Beginn der Untersuchung. Deshalb konnte der Weißkittel seine Bemühung einstellen.

Doch!“ Es kam trocken über seine Lippen. „Ihre Werte sind in Ordnung.“

Kann es denn am Computer gelegen haben?“, fragte Sterzen schüchtern. Das hätte er aber nicht sagen sollen. Seinen ganzen Frust entledigte der Arzt mit der Antwort. Sterzen hätte keine Ahnung. Der Analyst arbeite fehlerfrei. Er würde pro Tag über hundert Mal eingesetzt. Außerdem enthielte das Gerät einen automatischen Fehlercode. Dann folgten noch irgendwelche medizinischen Ausdrücke, die Sterzen aber nicht verstand. Und als ob hier Rache im Spiele ,sei kündigte der Arzt an, er wolle als Schiedsrichter seiner Messung den Analyst nachher nochmals heranziehen. Dann erst würde er über die morgige Operation entscheiden.

Sterzen verließ den Untersuchungsraum, als trage er Mitschuld an dem Durcheinander der Messergebnisse. Seine Überlegungen wurden aber schnell in eine andere Richtung gelenkt. Der Essenswagen stand im Flur vor seinem Zimmer. Da meldete ihm sein Magen, dass er immer noch nüchtern war. Ein Hungergefühl machte sich in seinem Körper breit. Sterzen hatte es sich gerade im Bett gemütlich gemacht, als die Schwestern das Essen brachten. Er hatte sich Rundfleischbraten mit Erbsen bestellt. Statt dessen lag ein Stück Fisch in heller Soße auf dem Teller. Dazu gab es Spinat. Nur die Kartoffeln stimmten. Eine der Schwestern hatte den Raum noch nicht verlassen. Deshalb nahm Sterzen seinen ganzen Mut zusammen. Er wusste vom letzten Mal, wie verhängnisvoll das Wort „Beschwerde“ angekommen war. Deshalb versuchte er es diesmal anders.

Das habe ich nicht bestellt.!“

Wider Erwarten kam diesmal keine barsche Antwort. Die Braunhaarige mit den langen Beinen lächelte. „Ich werde das checken!“ Sie verließ den Raum und kehrt sehr schnell zurück. „Doch!“ wurde ihm beschieden. „Ihr Essen stimmt mit der Angabe auf dem Monitor überein. Sie lächelte noch einmal, wünschte „Guten Appetit!“ und schloss die Türe von außen.

Obwohl Sterzen Fisch nicht besonders mochte schlang er das Essen in sich hinein. Während er den ersten vollen Mund leer kaute, hörte er Gerd sagen:

Das ist Schwester Gudrun. Sie ist die Netteste von allen hier. Mit der möchte ich mich mal privat treffen.“

Sterzen war im Moment nicht nach flirten zu Mute. Sein Magen meldete ihm die Gefahr einer mittleren Hungersnot. Nach dem Abräumen der Reste des Mittagessens geschah nichts mehr. Sterzen las in seinem Western und litt mit, bei den Gefahren, die das Aufgebot zu durchleiden hatte. Er wurde müde, legte das Heft aus der Hand und war bald eingeschlafen.

Das Geräusch von aneinander schlagendem Porzellan weckte ihn. Es gab Kaffee und Kuchen. Diesmal auch für Sterzen. Es erschien ihm als sei der Aufenthalt im Krankenhaus in Wirklichkeit die Wartezeit zwischen den Essenszeiten. Schwester Gudrun, die Freundliche, schenkte den Kaffee aus.

Da haben Sie aber viel zu tun“, versuchte Sterzen ein Gespräch.

Durch Seufzer unterbrochen antwortete sie: „Da haben sie aber recht.“ Willig griff sie die Äußerung von Sterzen auf, um ihrem Herzen Luft zu machen. „Die Ausgaben im Krankenwesen steigen immer mehr. Und woran wird gespart?“, stellte sie an sich selbst die Frage, um sie dann ebenfalls selbst zu beantworten: „Bei uns! Vor drei Jahren hatten wir noch doppelt so viele Schwestern auf dieser Station. Heute hat man keine Zeit mehr, sich ausgiebig um die Patienten zu kümmern.“ Sterzen nickte aus eigener, leidvoller Erfahrung. „Die glauben, mit Computern könnten sie das wettmachen“, fuhr Schwester Gudrun fort.

Sie hatte gerade angefangen, über den Computer als Krankenschwesternersatz zu schimpfen, als eine Stimme auf dem Flur etwas rief. Schwester Gudrun verstummte sofort und verließ den Raum. Allerdings nicht, ohne vorher zu lächeln.

Ich glaube , die steht auf mich“, frohlockte Gerd.

Sterzen glaubte, Gerd habe nichts von dem verstanden, was Gudrun gesagt hatte. Er zeigte aber ein so verklärtes Gesicht, dass Sterzen es nicht übers´s Herz brachte, ihn zu korrigieren.

Irgendwann, nach dem am Nachmittag Kaffee ausgeschenkt worden war, wurde Sterzen zum Stationszimmer beordert. Man sah der Schwester an, wie wenig Freude ihr diese zusätzliche Arbeit machte. So schwieg er ebenfalls eisern. Er wurde erneut mit dem Analyst verkabelt. Emotionslos bediente die Schwester das Gerät. Nachdem man alle Kabel von ihm entfernt hatte wagte Sterzen nach den Ergebnissen zu fragen. Ihm wurde aber angedeutet, der Arzt würde ihm das heute Abend mitteilen. „Basta!“

Die Zeit bis zum Abendessen war langweilig und verging viel zu langsam. Er hatte den Western ausgelesen. Einen weiteren hatte Gerd nicht. So blätterte Sterzen in einer Zeitschrift, die ein Vorgänger in der Leseecke der Abteilung zurückgelassen hatte. Das Abendessen stimmte zwar auch nicht mit seiner Wunschliste überein, aber es schmeckte zumindest. Sterzen fügte sich in sein Schicksal. Der Computer und er waren wohl keine guten Freunde.

Es war wieder während des Serien-Spezial des Nachmittagsprogramm im RTL, als ein Arzt das Krankenzimmer betrat. Es war es aber nicht der abgekämpfte Narkosearzt sondern Doktor Henningmeier persönlich. Diesmal wurde Sterzen mit Handschlag begrüßt. Alles sei in Ordnung, wurde ihm mitgeteilt. Morgen früh um 7.20 Uhr würde er operiert. Der Weißkittel verlor kein Wort über das Messdesaster vom Vormittag. Er reichte Sterzen wieder die Hand. Dann verschwand er so schnell, wie er gekommen war. Die Fragen, die sich Sterzen vorgenommen hatte zu stellen, blieben unbeantwortet. Er hatte sie ja auch gar nicht gestellt. Na, dann wird ja morgen früh wieder nichts mit dem Frühstück, dachte Sterzen. Er war aber mit seinem Schicksal versöhnt, als er feststellte, dass er von der Handlung des Spielfilms kaum etwas versäumt hatte. Kurze Arztbesuche haben auch ihren Vorteil.

Sterzen konnte nicht einschlafen. Aus diesem Grunde ließ er das Fernsehprogramm laufen, obwohl es ihn nicht interessierte. Er musste immer daran denken, wie man seinen Arm aufschneiden würde. Vor seinen Augen sah er den Arzt mit einem Werkzeugkasten kommen. Der Arzt versuchte vergeblich, mit viel zu großen Schraubenschlüsseln, die Schrauben zu lösen. Er schwitzte und der Schweiß tropfte in die Wunde. Das Blut lief aus der Wunde tropfte auf den Boden und bedeckte ihn immer mehr. Eine Schwester in Schwarz versuchte mit einer Art Staubsauger, das Blut zu entfernen. Sie kam aber bei diesen Mengen nicht nach. Unsanft wurde er an seinem kranken Arm gerüttelt. Nur weit entfernt drangen die Worte zu ihm vor.

Wenn sie müde sind, dann machen sie gefälligst das Fernsehen aus! Ich habe was anderes zu tun, als aufzupassen, ob Sie ihren Fernseher ausmachen.“ Erhobenen Kopfes verließ die Nachtschwester das Zimmer.

Sterzen war nun wieder hellwach. Er konnte lange nicht einschlafen. Immer wieder musste er daran denken, ob er den Arm wieder so bewegen könnte wie früher. Könnte er die gleiche Arbeit machen, wie er sie vorher getan hatte? Würde sein Chef ihn feuern, wenn er nicht mehr so zupacken konnte, wie bisher? Was war mit den Schmerzen bei seinen Armbewegungen? Er schlief schließlich übermüdet ein und träumte unruhig.

Um halb Sechs war für Sterzen die Nacht wieder zu Ende. Die Abläufe des Vortages wiederholten sich. Analysegerät, Bettenmachen und Waschen brachten Leben in die müden Knochen der Zimmerbewohner von 458. Auch diesmal sagten die Schwestern nichts über die gemessenen Ergebnisse. Der Hauptcomputer wusste mehr als der Patient, dachte Sterzen. Im Zimmer kehrte wieder Ruhe ein. Man lag auf dem Bett und duselte im Halbschlaf. Die Türe öffnete sich und die Blonde mit dem großen Busen trat ein. Sie wandte sich an Sterzen und forderte ihn auf mitzukommen. Es ging also los. Sterzen empfand es als ein gutes Zeichen des Himmels. Auch deshalb, weil die Blonde wohl im Moment noch nicht so gestresst war und auf dem Weg zum OP sich nett mit ihm unterhielt. An einer mit glänzendem Edelstahl verkleideten Wand endete der Spaziergang. Die Schwester betätigte einen Knopf. In der Wand bewegte sich eine Edelstahlplatte nach oben. Dadurch wurde eine bettgroße Öffnung frei.

Dies ist der Eingang zum OP“, vernahm Schwester Busen.

Auf dem Boden dieser Öffnung lag ein grünes Stück Stoff. Die Schwester deutete Sterzen an, seinen Schlafanzug aus- und den grünen Kittel anzuziehen. Sterzen zögerte. Sich vor seiner Traumfrau auszuziehen, behagte ihm ganz und gar nicht. Die Großbusige machte auch keine Anstalten, den Raum - und sei es nur kurzzeitig - zu verlassen. Nach wie vor ruhte ihr Blick auf Sterzen.

Ist es Ihnen zu kalt hier?“ kam es zynisch über ihre Lippen. Ihre Augen lachten.

Sterzen händigte als erstes dem Busenwunder sein Oberteil aus. Dann zog er, als sei das alles nichts, die Schlafanzughose aus. Als er sie der Blonden reichte stelle er mit Befriedigung fest, dass ihre Augen Anerkennung signalisierten. Das grüne Kittel bestand nur aus zwei Stoffflächen, die ihn notdürftig vorne und hinten bedeckten. Sterzen merkte auf einmal, wie kalt es doch in diesem Raum war. Er war dankbar darüber, denn die Kälte verhinderte, worauf die Blonde wohl erpicht war. Das Gefühl in seinem Unterleib erstarb in dem Maße, wie die Kälte von ihm Besitz ergriff.

Legen Sie sich da hin!“ Hatte die Stimme des blonden Engels einen enttäuschen Unterton?

Sterzen verfolgte diesen Gedanken aber nicht weiter, denn als er sich auf die Edelstahlunterlage legte, merkte er, wie die Kälte von ihm erneut Besitz ergriff. Sterzen legte sich widerwillig hin. Er schauderte. Der Edelstahl muss wohl aus hygienischen Gründen sein. Ein letzter Blick von der Blonden kreuzte den seinen.

Auf der anderen Seite wird man sich um Sie kümmern.“ Bei diesen Worten hatte sie wohl wieder einen Knopf gedrückt, denn die Stahlplatte senkte sich.

Er befand sich in einen Edelstahlsarg. Sterzen ging es durch den Kopf: So muss sich der Müll fühlen, wenn er aus der Mülltonne im Entsorgungsfahrzeug entleert worden ist. Es war unüberhörbar. Die Luft aus seiner Kammer wurde herausgezogen. Er stellte aber keinerlei Luftmangel fest. Folglich strömte an einer Stelle unmerklich andere Luft ein. Sein metallenes Grab öffnete sich nun an der anderen Seite und gab den Blick frei auf die moderne Hobbywerkstatt des Dr. Frankensteins. Überall standen glitzernde Geräte. Lichter unterschiedlichster Farbe und Intensität leuchteten auf. Arme bewegten sich. Das Gespenstische war die Geräuschlosigkeit bis auf die Signale über das, was sie überwachten. Sterzen blieb verunsichert bewegungslos liegen. Er hätte auch nicht gewusst, wohin er sich hätte hinbewegen können. Er fror in seinem kurzen und wie sich nun herausstellte viel zu kurzen Kittel. Wie von Geisterhand glitt ein Türe zur Seite, die er bislang nicht bemerkt hatte. Eine schmale Liege wurde in sein Blickfeld geschoben. Sie bestand ebenfalls aus einer Edelstahllatte, die von einem glänzenden Rohrgestell getragen wurde. Sterzen stellte fest, dass sich im unteren Bereich eine besondere Mechanik befand, deren Sinn er aber nicht begriff. Mit dem Ende der Liege betrat ein junger Mann den Raum. So froh war Sterzen noch selten gewesen, einen Menschen anzutreffen.

Willkommen im Eiskelle!“ Der junge Mann lächelte bis über beide Ohren. Er selbst trug ebenfalls einen ähnlichen Kittel wie Sterzen, hatte jedoch noch eine wenn auch viel zu kurze Hose an. Seine Arme waren unbekleidet und in dem tiefen V-Ausschnitt des Kittels schauten dunkle Brusthaare hervor.

Sterzen versuchte, die unangenehme Situation mit Scherzen zu überbrücken. Jetzt begriff er, warum man im dunklen Wald sang.

Frieren Sie nicht?“, fragt er deshalb den Mann mit dem Brusttoupet,“

Nein!“ erhielt er zur Antwort. „Ich arbeite hier.“ Und, um das Gespräch nicht abzubrechen, fügte er erklärend hinzu: „Das ist mein Standardwitz. Die Leute, die hier her kommen frieren alle und einige fürchten sich auch und dann erheitert sie meine Bemerkung.“ Er hatte die Liege in den Durchlass geschoben und forderte nun Sterzen auf, sich auf die Liege zu legen. „Aber bitte nicht den Boden mit den Füßen berühren. Hier sei alles steril und ihre Füße sind schmutzig.“ Auch hierbei trat ein breites Lächeln in sein Gesicht. „Das ist auch der Grund, warum es hier so kalt sein muss.“

Sterzen fiel zu diesem Spaß keine Erwiderung ein, er robbte auf die andere Liege, wie ein Gicht geplagter Opa.

Die Liege war schmal und ebenfalls kalt Der Spaßvogel bückte sich und hatte plötzlich ein Band in den Händen.

Ich muss Sie anschnallen. Damit Sie nicht nach der Narkose vom Schlitten fallen. Zu Ihrer Sicherheit! Sie verstehen?“ Es war mehr eine Information, als eine Frage nach Erlaubnis. Sterzen war schneller an Hände und Füßen untrennbar mit dem Schlitten verbunden, als es ihm bewusst wurde. Sterzen musste lächeln. Die Assoziation von Schlitten bei dieser Kälte fand er gelungen.

Der Schlitten setzte sich in Bewegung. Sterzen nahm von der Umgebung kaum etwas war. Er konnte nun aus der neuen Perspektive viel besser Decke und Beleuchtung betrachten. Seine Halsmuskulatur war durch die Kälte verkrampft. Er hätte den Kopf extrem nach rechts oder links drehen müssen, um überhaupt etwas sehen zu können. So blieb ihn nichts anderes übrig als weiterhin die quadratischen Platten der Deckenbekleidung zu betrachten. Es lastete auf ihn ein ungutes Gefühl. Er wollte es loswerden, in dem er seinerseits einen Scherz machte.

Nicht, dass man mir hier nicht die Leber herausnimmt.“ Sein Lächeln glich dem des jungen Mannes.

Es gefror aber, als er die trockene Antwort vernahm: „Nein, sie bekommen die Niere gewechselt.“

Blut schoss in den Kopf von Sterzen. Mit unsicherer Stimme fragte er und er merkte bei jedem Wort wurde sein Mund trockener: „Das ist wohl ein Scherz?“ Dabei zwang er sich zu einem Lächeln, von dem er wusste, es war verunglückt.

An der Decke tauchten plötzlich Schienen auf. Der Schlitten stieß gegen etwas Hartes, - Metall! Der Ruck lenkte die Aufmerksamkeit Sterzen ab. Ein metallisches Klicken war zu hören.

Ich habe sie nun eingeklinkt“, hörte er die Stimme des anderen. „Von nun an geschieht alles automatisch.“

Hören Sie!“, sagte Sterzen eindringlich. „Stimmt das mit der Niere?“

Der junge Mann zeigte sein verlegenes Lächeln. „Wissen Sie!“, versuchte er zu erklären. „Ich brauche das Geld. Außerdem bin ich nur zwei Tage hier. Die 600 Euro sind für mein neues Motorrad. Das alte habe ich vor einem Jahr …“

Sterzen kreischt so laut auf, dass der andere erschreckt zurück wich. „Was! Da sitzt ein geringfügig Beschäftigter im OP. Ich will, dass das aufhört! Sofort!“ In Sterzen machte sich Panik breit.

Hören Sie.“ Der junge Mann kam näher und beugte sich über Sterzen. „Beruhigen Sie sich doch endlich. Ich weiß wirklich nicht, was mit ihnen geschieht. Ich muss hier nur die Betten einklinken. Mehr weiß ich nicht. Mehr is´auch nicht.“

Sterzen war aber so erregt, er konnte sich nicht mehr beruhigen. „Stoppen Sie das alles! Sofort! Ich will, dass alles aufhört. Verstehen Sie: Aaallleeess!“ Während seine Stimmbänder das Wort in die Länge zogen, arbeitete sein Gehirn weiter. „Drücken Sie sofort den Notschalter! Das Notaus!“ Mit dieser Lösung kehrte etwas Ruhe in seinen Gefühlen ein. Als er in das fassungslose Gesicht seines Gegenübers sah.

Dieser stammelte: “Herrgott! Herrgott! Was mache ich nur? Das ist mir noch nie passiert.“

Die Stimme von Sterzen überschlug sich: „Ausschalten! Ausschalten Mann! Drücken sie doch um Himmels Willen auf den roten Knopf, den roten erleuchteten Knopf. Bitte! Bitte!“ Er versuchte es mit Flehen. „Den Notausschal...!“ Sterzen beendete den Satz nicht mehr.

Eine glühende Nadel fuhr in seinen Arm. Er merkte es erst, als diese schon wieder seinen Körper verlassen hatte. Im gleichen Moment ertönte über ihn eine schnarrende Stimme aus einem Lautsprecher, die ihn aufforderte, langsam von zehn aus rückwärts zu zählen. Sterzen zählte nicht. Vor seinen Augen begann sich der Raum immer schneller zu drehen. Er hatte das Gefühl, als befände er sich in der Schleudertrommel einer Waschmaschine. Dann nahm sein Gehirn keine äußeren Reize mehr wahr.


 

Das Gefühl war unangenehm. Zuerst schien es, als beträfe es nicht ihn. Aber es blieb. Und je länger es blieb, um so unangenehmer wurde es. Zweifellos betraf es ihn. Der Wille erwachte, das Unangenehme möge doch aufhören. Er wollte nicht aufwachen. Er wollte schlafen, nur schlafen. Aber das Gefühl hörte einfach nicht auf. Sein Gehirn meldete das Gefühl als Schmerz. Der Schmerz war penetrant und unangenehm. Deshalb versuchte sein Gehirn, den Schmerz zu lokalisieren. Es war unmöglich. Die Gedanken kamen zu schleppend. Sterzen schüttelte den Kopf, damit der Schmerz aufhören möge. Zwecklos! Der nicht nachlassende Schmerz machte ihn wütend. Die Wut brachte seine Gedanken auf Trab. Je mehr er sich bemühte, den Schmerz zu lokalisieren, um so mehr registrierten seine Ohren, dass auch gesprochen wurde. Warum hörte dieser verdammte Schmerz nicht auf? Sein Gehirn nahm nun wahr, die gesprochenen Laute galten ihm. Schmerz, - Laute, - Schmerz. Zwischen den Lauten und dem Schmerz bestand ein Zusammenhang. Es gelang ihm nicht, die Gedanken zu ordnen. Er wollte nur schlafen. Aber dieser verdammte Schmerz hörte nicht auf. Schlafen, - Schmerz, - Schlafen. Die Laute formten sich zu Worten. Er vernahm „auf“ und „her“. Sein Kopfe versuchte, den Schmerz abzuschütteln. Zwecklos. Seine Bewegung war zu langsam. In die Laute kam mehr Sinn.

Herr Sterzen! Herr Sterzen!“, vernahm er eine fremde Stimme.

Sein Gehirn arbeitet immer schneller. Endlich war der Schmerz lokalisiert. Als man ihm wieder ins Ohr kniff, vernahm er eine ruhige weibliche Stimme.

Aufwachen! Herr Sterzen, aufwachen!

Mühsam versuchte er, die Lider zu heben. Weil der Schmerz an seinem Ohr nicht nachließ, bemühte er sich erneut, seine Lider zu heben. Mit einer großen Anstrengung gelang es ihm, seine Lider zum Zucken zu bringen. In diesem Moment lies der Schmerz nach. Er hatte aber noch nicht ganz dem Wunsch zum Schlafen aufgegeben, als der Schmerz erneut einsetzte. Er wusste, nur das Bewegen seiner Lider würde den Schmerz stoppen. Richtig! Kaum hatte er die Lider bewegt, hörte er auf. Endlich konnte er schlafen. Der erneut einsetzende Schmerz öffnete die Lider soweit, dass Licht in seine Augen fiel. Die Blendwirkung schloss wieder die Lider. Die Wechselwirkung zwischen dem Scherz und dem Blenden hielt an. Schließlich gelang es ihm, seine Augen offen zuhalten. Die Stimme wiederholte den Satz, als gäbe es keinen anderen. Je mehr er den Schmerz im rechten Ohr wahrnahm und je mehr ihm die endlose Wiederholung der Worte auf den Geist ging, um so mehr erwachten seine Lebensgeister. Gleichzeitig nahm die Blendwirkung des Lichtes ab und er konnte, unscharf zwar, ein Gesicht erkennen. Eine Frau!, schoss es durch sein Gehirn. Eine Frau befand sich an seinem Bett. Das gab ihm seine Lebensgeister vollständig zurück. Das Bild wurde klarer. Ein Mädchengesicht mit dunklen Haaren und weichen Gesichtszügen wurde in seinen Augen immer schärfer abgebildet. So hübsch, fuhr es ihm durch den Kopf, könnte nur ein Engel sein. Die Zeit zum Träumen war schon zu Ende, bevor sie überhaupt angefangen hatte.

Herr Sterzen! Sie dürfen nicht wieder einschlafen.“

Und als er das Wort „Aufwachen“ erneut vernommen hatte, bemerkte er, wie man in seine Hand kniff.

Der erneute Schmerz ließ den Wunsch nach Schlaf nun endgültig versiegen. Sterzen richtete seinen Kopf so weit auf, wie es ihm möglich war. Wer ihm so zusetzte, der konnte kein Engel sein. Die Schwester hatte nun zweifelsfrei festgestellt, dass Sterzen aus der Narkose aufgewacht war und sobald nicht wieder einschlafen würde. Mit dem Satz: „Nicht wieder einschlafen.“ verließ sie den Raum.

Das Verschwinden der Schwester lenkte die Aufmerksamkeit des Patienten auf den Raum, wo er sich befand. Seine Gedanken wanderten zur Decke, zum Fenster. Sterzen kam alles irgendwie bekannt vor. Er versuchte, seine Gedanken zu ordnen. Sterzen stellte befriedigt fest, er befand sich in seinem Raum im Krankenhaus.

Der Gedanke „Krankenhaus“ setzte einen Prozess von Gedankenschlüssen in Gang. Krankenhaus – Arm – Operation – OP. Er tastete mit seinem gesunden Arm zu dem kranken. Er fühlte keinen Verband. Kein Verband! Warum hatte man ihn nicht am Arm operiert? Die Gedankenkette setzte sich fort: Vorbereitungsraum – Niere! Bei dem letzten Wort setzte seine Logik aus. Panik befiel ihn. Er war starr vor Schreck. Er brachte es nicht fertig, seine Hand zu bewegen. „Man hatte ihm seine Niere entnommen. Statt die Platten aus seinem Arm zu nehmen hatte man ihm die Niere herausgenommen. Sie hatten es tatsächlich getan! Panik machte sich in ihm breit. Sein OP-Hemd sog sich mit Scheiß voll. Seine Augen starrten an die Decke, nahmen jedoch nichts wahr. Er stöhnte auf. Seine Zimmergenossen werteten dies als Teil seines Aufwachens. Als sie seine offenen Augen sahen, waren sie beruhigt und ließen ihn in Ruhe. Mit der Dauer des Gedankens, nicht mehr vollständig zu sein, begann sich Hoffnungslosigkeit in ihm auszubreiten. Er empfand sich als Wrack und alles erschien ihm so egal. Die Gleichgültigkeit beherrschte seinen Körper nun vollständig. Selbstmordkandidaten hatte er nie verstehen können. Nun begriff er, dass auch dies für ihn eine Möglichkeit sein könnte. Aber da, wo Hilflosigkeit ist, gibt es auch Hoffnung. Sie breitete sich ihn ihm in dem Maße aus, wie er der neue Gedanke durchdrang. Er diktierte: „Keine Hand bewegen! Solange man diese Hand nicht bewegt, ist es offen, ob die Niere raus ist oder noch drin. Erst wenn deine Hand den Verband berührt, dann ist es unumstößlich. Dann erst hast du eine Niere weniger. Ein Mensch ohne Niere erschien ihm als nicht lebensfähig. Sein Leben war praktisch schon beendet.

Sterzen hatte schon über eine lange Zeit bewegungslos dagelegen. Die Gedanken wiederholten sich, als hätte man sie auf eine Schallplatte gesprochen. Sterzen war nicht bereit, mit seinen Zimmergenossen über sein nun verpfuschtes Leben zu sprechen. Sie würden es ja so wie so nicht verstehen können. Auch war es ihm peinlich, was ihm widerfahren war. Er würde nur Spott ernten und für dumme Witze über seinen Zustand war er im Moment nicht stark genug. Also schwieg er. Er spielte den von einer Operation erschöpften. Dies fiel ihn nicht besonders schwer, denn das Narkosemittel zirkulierte noch in seinen Blutbahnen. Nach außen spielte er den Erschöpften, der er aber im Innern nicht war.

Der Gedanke oder der Wunsch nach Gewissheit stellte sich erst zaghaft ein, gewann aber immer mehr an Stärke. Wenn sein Leben nun einmal verpfuscht ist, dann kann man, ja muss man sich dann nicht Gewissheit darüber verschaffen? Seine Hand nahm endlich die Wanderung wieder auf.

Seine Haut hatte sich bei den letzten Gedanken mit einem Netz kleiner Schweißperlen überzogen. Auch die Innenfläche seine rechten Hand war mit einer feinen Schweißschicht überzogen. Mit relativ kleinem Kraftaufwand konnte die Hand über die Haut seines Oberkörpers gleiten. Die Wandergeschwindigkeit war gering, noch zaghaft, immer darauf bedacht, beim kleinsten Anzeichen eines Verbandes zurückzuzucken. Die Hand berührte die Schamhaare. Hier, da war sich Sterzen sicher, war seine Niere nicht. Aber wo ist sie denn? Schlagartig fiel Sterzen ein, er wusste überhaupt nicht, wo sich seine Niere im Körper befand. Auch herrschte bei ihm Unsicherheit darüber, ob es eine Niere oder Nieren besaß. Er verwechselte Niere auch immer mit Leber. Sicher war er nur, beides konnte man essen. Zwar nicht häufig, aber doch in größeren Zeitabständen. Du bist doch kein Schwein, schimpfte er mit sich selbst. Aber er ärgerte sich, weil er nicht wusste, wo der menschliche Körper seine Niere versteckte. Abgelöst wurde dieser Gedanke von der Frage, was nun geschehe, wenn er nur eine Niere hatte und diese nun fort sein. Sein Körper entspannte sich erst bei dem Gedanken, dass er nachweislich noch lebe. „So schlimm kann es dann doch nicht sein“, formulierten seine Lippen, um sich durch das gesprochene Wort zu überzeugen.

Die Handbewegung wurde wieder aufgenommen. Zuerst noch zögernd, dann immer schneller. Als ob er nicht sicher war, dass die Hand eine Stelle noch nicht kontrolliert hatte, glitt sie immer wieder über Brust und Bauchdecke ohne einen Verband zu finden. Er entspannt sich zunehmend. Aber sein Gehirn wollte den Gedanken >Niere< einfach nicht fallen lassen. Der Gedanke an Organhandel entstand in seinem Kopf und breitete sich darin aus, bis er ihm vollständig im Griff hatte. War er professionellen Organhändlern in die Falle gegangen? Und er war ihnen entkommen – oder noch nicht? War so etwas in einem deutschen Krankenhaus überhaupt möglich? Die Magazine im Privatfernsehen waren doch voll davon, was in Deutschland so alles möglich war. Er im Fernsehen? Seine Gefühle schwankten zwischen Selbstdarstellung und Betroffenheit. War er ohne Niere noch fähig, zu arbeiten? Oder zu Leben? Er schielte nach rechts und links. Irgendwelche medizinischen Apparate konnte er an seinem Bett nicht ausmachen. Bedeutete dies nicht, dass man ihn Nichts herausgenommen hatte? Er lebte auf jeden Fall ohne diese medizinischen Geräte. Dies beruhigte ihn zwar, schaltete aber das Band, welches seine Gedanken zu einer endlosen Wiederholung geknüpft hatten, nicht ab. So sehr er sich auch bemühte, die Gedankenkette ließ sich durch ihn nicht zerstören. Nur auf die Reihenfolge der einzelnen Gedanken hatte er Einfluss.

Sterzen merkte, wie sich sein Bettzeug mit Schweiß tränkte. Er ließ das Laken bis auf seine Brust herunterrutschen. Erst als er auch seine Beine links und rechts aus dem Bettbezug streckte, fühlte er seine Temperatur sinken. Nur auf seinem Rücken tränkte nach wie vor der Schweiß seinen OP-Kittel. Rücken! Der Gedanke daran ließ seine Gedanken Makulatur werden. Rücken! Daran hatte er überhaupt nicht gedacht. Lag die Niere nicht im Rücken? Es war ihm völlig egal, ober er eine oder Zwei Nieren hatte. Er ärgerte sich auch nicht mehr, dass er im Biologieunterricht nicht aufgepasst hatte. Er musste seinen Rücken auf einen Verband hin kontrollieren. Er setzte seine gesunde Hand langsam in Bewegung. Er schob sie zischen Haut und Schlafanzug unter sein Gesäß um sie dann so weit nach oben zu bewegen, wie es ihm anatomisch möglich war. „Kein Verband!“ signalisierten die Gefühlszellen des Kundschafters. Keine Entwarnung, befahl sein Gehirn. Es gab ja noch eine andere Körperseite. Es fiel ihm schwer, die Bewegungen dieser Hand zu koordinieren. Der Handrücken hatte gerade die Gesäßhälfte verlassen, als er den Verband spürte. Sterzen erstarrte. Hatte er im Stillen immer noch gehofft, er käme mit einem blauen Auge davon, nun überfiel ihn Apathie. Man hatte ihm seine Niere geklaut.

Während sein Gehirn begann, Wege zu suchen, um sich damit abzufinden, begann seine Hand, den Verband genauer in Augenschein zu nehmen. Sein Unterbewusstsein registrierte es zuerst. Es war kein Verband im eigentlichen Sinne. Es war ein Pflaster, ein etwas großes zwar, aber ein Pflaster. Es war auch nicht so groß, dass man aus der Wunde eine Niere entnehmen konnte. Er schätzte es auf drei bis vier Zentimeter. Als sein Gehirn dies begriff, entspannte sich sein Körper merklich. Ein solches Glücksgefühl durchströmte seinen Körper, wie er es lange nicht mehr gekannt hatte. Er beschloss, für seine Zimmergenossen auf zu wachen und begann sich zu bewegen. Er hob seinen Kopf. Das Bett von Gerd war leer. Peter schlief. Sterzen richtete sich auf. Er fühlte sich wie neu geboren.

Er war so in angenehmen Gedanken verloren, dass er die hereinkommende Schwester erst bemerkte, als sie neben ihm stand und ihn ansprach.

Sie sollen bitte nach Raum 472 kommen. Man erwartet sie dort schon.“

Darf ich denn schon aufstehen?“, entgegnete Sterzen verwundert. Er schaute dabei genüsslich auf ihre Brustwarzen, die sich unter ihren Kittel abzeichneten.

Die Worte „Stellen Sie sich nicht so an!“ erreichten sein Ohr.

Sterzen fühlte sich wieder als ganzer Mann. Vor der Kleinen wollte er sich nicht blamieren. So schnell er konnte, sprang er aus dem Bett. Die abrupte Lageveränderung machte ihn schwindelig. Er überspielte seine Schwäche, in dem er sich lässig am Bett festhielt, um seinen Jogginganzug überzustreifen. „Begleiten Sie mich?“ Er legte so viel Charme in seine Stimme, wie er konnte. Die Schwester drehte sich wortlos um und verließ den Krankenraum.

472!“, war der einzige Kommentar, den er hörte.

Unterhalb des Schildes 472 klopfte Sterzen an. Er vernahm wieder kein Wort, das ihm den Zutritt gestattete. Weil er nicht sicher war, dass er das „Herein!“ überhört hatte, öffnete er langsam die Türe. Am Schreibtisch saß Doktor Hennigmeier. Nachdem Sterzen den Raum betreten hatte, erhob sich dieser und begrüßte ihn noch freundlicher als am Vortage. Auch die Hand bekam er diesmal gereicht. Sterzen war verunsichert. Doktor Henningmeier bat ihn, Platz zu nehmen. So freundlich war der Doktor gestern nicht gewesen. Bevor Sterzen seine Fragen loswerden wollte, übernahm der Arzt die Gesprächsführung. Er sprach von einem bedauerlichen Computerfehler. Er könne sich das auch nicht erklären, aber er wäre nur bei Sterzen aufgetreten und das auch zum ersten Mal. Es wäre aber nichts passiert. Man hätte nur seine Operation leider abbrechen müssen. Aus Zeitgründen war es während seiner Narkose nämlich nicht möglich gewesen, den Fehler zu beheben. Sicherheit ginge bei ihm eben vor. Im Moment würde jemand versuchen, die Ursache für diesen Absturz - wie er es nannte - zu finden. Er könne aber nicht ausschließen, dass Sterzen noch einmal wegen der Daten an den Analysten angeschlossen werden müsste. Wenn, dann geschehe dies noch heute, wahrscheinlich am Nachmittag. Die Operation könne dann morgen früh endgültig über die Bühne gehen. Die Ausführungen des Arztes beruhigten Sterzen, denn sie stimmten mit seiner Gefühlslage überein. Und ehe sich Sterzen versah, wurde er heraus komplimentiert und befand sich auf dem Flur wieder. Alles hatte sich zum Guten gewendet. Fehler konnten jedem einmal passieren. Diese Operation war eine reine Routinesache. Morgen um diese Zeit war alles vorbei. Sterzen atmete tief durch. Sein Körper entspannte sich merklich.

Er hatte den halben Weg zu seinem Zimmer schon zurückgelegt, als ihm das Pflaster auf seinem Rücken einfiel. Darüber hatte er mit Doktor Hennigmeier noch sprechen wollen. Er machte kehrt und stand kurz darauf wieder vor dem Schild 472. Sein Zeigefinger trommelte zaghaft gegen den Kunststoffbezug der Türe. Er war sich unsicher, ob er damit den Arzt überhaupt behelligen könnte. Wiederum vernahm er keine Aufforderung, den Raum zu betreten. Ebenso zaghaft wie vorhin öffnete er die Türe. Der Raum war leer. Der Arzt musste ihn wohl zwischenzeitlich verlassen haben. Er drehte sich um und wollte gerade unverrichteter Dinge den Raum verlassen. Seine Frage könnte er auch bei der nächsten Visite stellen. Da hörte er Stimmen. Sie mussten aus dem Nebenraum kommen. Im gleichen Augenblick sah Sterzen eine Türe, die zu einem angrenzenden Raum führte. Sie war nicht vollständig geschlossen. Trotzdem wollte er anklopfen. Seine Hand hatte gerade den Zeigefinger gekrümmt, als er deutlich seinen Namen vernahm. Er hielt mit der Handbewegung inne. Statt dessen bewegte er seinen Kopf noch näher an die Türe. Dadurch konnte der die gewechselten Worte deutlicher verstehen. Sein Arzt, das entnahm er dem Gespräch sofort, unterhielt sich mit einem Kollegen über ihn.

Hennigmeier schien ungehalten. Der andere Gesprächspartner versuchte, ihn zu beruhigen. „Das ist der zweite Fall in diesem Monat bei mir. Bei mir! Weißt Du, was das bedeutet? Bei den anderen OP-Tischen tritt dies mit Sicherheit auch auf.“ Das war zweifellos Hennigmeier.

Bei allen Operationen, die du durchführst ist das doch zu vernachlässigen. Außerdem ist doch nichts passiert.“ Die Stimme des anderen war leise und beruhigend.

Nichts passiert!“ echote Hennigmeier und erhob seine Stimme, als wolle er sich nicht beruhigen: „Ich habe diesen verdammten Fehler bemerkt. Ich! Und nicht dieser verdammte Computer.!“

Du weißt doch, dass diese Software noch neu ist. Man wird diesen Fehler schon finden“, versuchte der andere sichtlich, Hennigmeier weiter zu beruhigen.

Dann hätte man eben noch ein wenig warten müssen“, setzte Hennigmeier nach. „Immer diese Rentabilität! Ich kann dieses Wort schon nicht mehr hören. Behandeln wir hier Menschen, oder operieren wir hier an Dosen herum?“ Diese Frage schien rhetorisch, denn er ging selbst nicht mehr darauf ein.

Du kannst dich nicht einfach bei einer Operation in den Pausenraum setzen und eine Tasse Kaffee trinken, während Kollege Com für dich puttet“, wurde dem entgegnet.

Hör´ doch auf mit deinem Golfscheiß“, entgegnete Hennigmeier. „Ich gehe ins Gefängnis, während du weiter an deinen Knöpfen herumspielst.“

Red´ keinen Mist“ wurde dem entgegnet. Der beruhigende Ton war einer Aufgeregtheit gewichen. “Du weißt genau, dass der Com auch bei meinen Geräten das Oberkommando hat. Ein falscher Wert und der ... „ Es folgte eine Reihe von lateinischen Ausdrücken, die Sterzen nicht verstand. Er wollte sich schon zurückziehen, da fanden die beiden Ärzte wieder zur deutschen Sprache zurück.

... ich habe ihn umgedreht.“ Dies war zweifellos Hennigmeier.

Du meinst Sterzen?“, vernahm man den anderen.

Wer denn sonst! Du hast doch da nicht gelegen!“ Die Äußerung Hennigmeiers war kurz und bellend.

Wieso lag der denn auf dem Rücken?, wurde ihm entgegengehalten.

Das weiß ich doch nicht. Wenn ich mich nicht an seine Fraktur erinnert hätte, dann ...“, Hennigmeier wollte den Satz wohl nicht beenden.

Sterzen musste daran denken, wie der Arzt wegen des fehlenden Analysten ihn von Hand diagnostizieren musste.

Du hast doch den Com abgeschaltet“, entgegnete der andere versöhnlich.

Sterzen hatte genug gehört. Er verließ den Raum, so leise wie möglich. Wortlos betrat er sein Zimmer. Die flapsigen Bemerkungen seiner Zimmernachbarn überhörte er. Er packte seine Sachen zusammen. Wortlos verließ er die Station und dann das Krankenhaus. Es war ihm völlig egal, ob der Arzt in seinen Krankenbericht hineinschreiben würde: >Patient hat auf eigenen Wunsch eine weitere Behandlung abgelehnt.<

Vorheriger TitelNächster Titel
 

Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Volker Walter Robert Buchloh).
Der Beitrag wurde von Volker Walter Robert Buchloh auf e-Stories.de eingesendet.
Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte.
Veröffentlicht auf e-Stories.de am 01.06.2021. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

Der Autor:

  • Autorensteckbrief
  • buchloh-volkergmx.de (Spam-Schutz - Bitte eMail-Adresse per Hand eintippen!)

  Volker Walter Robert Buchloh als Lieblingsautor markieren

Bücher unserer Autoren:

cover

Philippo oder die Meise auf dem Blechschrank von Swen Oliver



In diesem Roman schildert der Autor authentische Erlebnisse über sexuellen Missbrauch und die Folgen davon. Schicksale, die unter die Haut gehen, werden begleitet von psychologischen Erläuterungen. Die Mechanismen, die durch sexuellen Missbrauch ausgelöst werden, befinden sich meist im Abseits der konventionellen Gesellschaft, an und jenseits der Grenze der Legalität.

Möchtest Du Dein eigenes Buch hier vorstellen?
Weitere Infos!

Leserkommentare (0)


Deine Meinung:

Deine Meinung ist uns und den Autoren wichtig!
Diese sollte jedoch sachlich sein und nicht die Autoren persönlich beleidigen. Wir behalten uns das Recht vor diese Einträge zu löschen!

Dein Kommentar erscheint öffentlich auf der Homepage - Für private Kommentare sende eine Mail an den Autoren!

Navigation

Vorheriger Titel Nächster Titel

Beschwerde an die Redaktion

Autor: Änderungen kannst Du im Mitgliedsbereich vornehmen!

Mehr aus der Kategorie "Satire" (Kurzgeschichten)

Weitere Beiträge von Volker Walter Robert Buchloh

Hat Dir dieser Beitrag gefallen?
Dann schau Dir doch mal diese Vorschläge an:

Die Alte gibt nicht auf von Volker Walter Robert Buchloh (Krimi)
Drei Minuten nach Fünf von Klaus-D. Heid (Satire)
" Träume sind nicht nur Schäume !" von Christina Wolf (Wahre Geschichten)

Diesen Beitrag empfehlen:

Mit eigenem Mail-Programm empfehlen