Elke Müller

Amerika....

Als die beiden Freunde zurück kamen, fanden sie das Zelt von Abigail leer vor. Doch bald darauf trat Salida ein. Sie kümmerte sich um den Haushalt von Abigail. Die Frau wirkte rassig und schön. Sie konnte ausgezeichnet kochen, hielt alles sauber und war eine tüchtige Näherin. Auch Akamos hatte sich ohne große Mühe eingelebt. Ständig war er mit anderen Jungen unterwegs und blühte regelrecht auf. Schnell lernte er diese fremdartige Sprache - Lakota.

Nun sahen zwei große braune Augen Redmon plötzlich direkt an. Er wusste nicht so recht, was er mit dieser Frau machen sollte. Kommte er sie hier lassen? Er kannte Salida nicht, wusste nichts von ihren Mut und Entschlossenheit, sowie die Tiefe ihrer Sehnsucht. Ein kratzen an der Zeltwand und eine Stimme erklang. Sie war tief, warm, nicht streng. Abigail war noch ein stattlicher Mann. Obwohl er mager aussah, war sein Körper durchtrainiert. Er hinkte leicht. Lies sich am kleinen Feuer nieder. Wandte sich zu Redmon. Legte einen Moment seine Hand auf dessen Arm. „ Seit mir willkommen in meinem Zelt.“ „ Danke.“

Dann sah er zu Heika. „ Also,… was gibt es.“ „ Es ist eine Angelegenheit, die größte Dringlichkeit bedarf. Mein Freund hier, hat ein Schreiben erhalten, in drei Tagen muss er zurück zum Fort.“ Redmon nickte und zeigte ohne Aufforderung den Brief. „ Vom Stützpunkt… und von einem gewisser Roger, er wird mein Befehlshaber sein. Er ist ein Rassist und Leuteschinder! Kennt keine Skrupel und sein Ehrgeiz keine Grenzen. Er ist mächtig jähzornig und aufbrausend, der nichts im Leben gebacken bekommt “ Abigail nahm das Schreiben und lass, legte es danach wieder zusammen und gab es zurück. Nach einem Moment der Stille stand er auf. Das Leben steckt doch voller seltsamer Schicksalsschläge. Ich werde den Rat einberufen. Wir müssen in Ruhe eine Entscheidung fällen. Leider gibt es ohne Schmerz keine Freude und kein Triumph.Eilte dann hinaus. Heika hatte ein paar bittere Erfahrungen mehr erfahren als Redmon, seufzte. „ Eigentlich zürnt er mir.“ „ Warum?“ Heika verzog den Mund. Redmon war für ihn immer noch ein Rätsel, trotzdem ein anständiger Kerl. Gänzlich gegen ihren Willen waren sie Freunde geworden, anfangs hatten sie sich geweigert es einzugestehen, es war eben einfach passiert und ist zu einen starken Band geworden. Ich war damals zur falschen Zeit am falschen Ort. Habe eine geheime Besprechung belauscht, darin es um einen wohl durchdachten Plan ging.“ Wie lange … weißt du von diesem Komplott schon?“ „ Seit ich meinen Dienst einfach abgebrochen habe. Sie wollen mich töten, damit ich diese Hurensöhne nicht verraten kann.“ Redmon fühlte einen eisigen Schauer über seinem Rücken streichen. Er fürchtete sich ein wenig davor, was ihm erwarten mochte. Im Moment fühlte er sich leer, verbraucht und kraftlos. „ Unsere Lage denk ich, ist noch nicht hoffnungslos.“ Redmon nickte. Wusste er doch, ein Krieg ist immer schmutzig, abscheulich und abstoßend. „ Ich habe noch nicht vor zu sterben!“ Seine Augen trafen plötzlich die von Salida. Sie merkte das sie rot wurde und schüchtern senkte sie den Blick. Dennoch stieg Röte in ihre Wangen, wild pochte ihr Herz.„ Ich habe ein interessantes Mädchen kennen gelernt.“ Sie richtet sich kerzengerade auf. Obwohl wir nur kurz miteinander reden konnten, sind mir einige Dinge aufgefallen. Sie hat fürchterliche Manieren, eine richtige Kratzbürste. Dafür ist sie sehr schön, hat ein mitfühlendes Herz, ist gescheit und klug. Aber mir scheint, es fehlt ihr etwas an Demut. Ich habe ja keine Ahnung von diesen Dingen.“ Mit einem breite, von strahlend weiß blinkenden ebenmäßigen Zähnen, lachte Heika auf. „ Seine Augen sehen nur 1 Mädchen. Aber es wird ein Weg voller Dornen. Es wird euch Misstrauen, Hass und Feinschaft entgegen schlagen. Sie wird in meinem Zelt immer herzlich willkommen sein und Ashley eine gute Freundin werden.“ Erneut kratze es an der Zeltwand und Akamos trat ein. Blieb etwas verlegen am Eingang stehen. Heika gab ihm ein Zeichen, er solle sprechen.

 

Redmon, Heika und Abigail saßen im großen Ratszelt, auch alle wichtigen ausgewählten Regenten mit außerordentlichen Fähigkeiten hatten sich eingefunden. Der Medizinmann bat um das Schreiben von Redmon. Studierte es und gab es an die anderen Würdenträger weiter. Nach einer Weile ergriff er als erster das Wort. Als Hüter der geistigen Welt, besaß er große Macht und Ansehen innerhalb der Gemeinschaft. Oft wird er als erster über den Verlauf zukünftiger Ereignisse befragt. „ Im Moment, ist der Zeitpunkt zu verzweifeln noch nicht gekommen. Aber, wir müssen handeln.“ Alle nickten stumm. Er schwieg ebenfalls einen Moment und schaute die anderen Krieger konzentriert an. Alle hatten die gleiche Botschaft im Gesicht. „ Dies ist gut aber auch schlecht,“ bemerkte der Medizinmann. „ Aber wir sollten die Armee dennoch nicht unterschätzen,warnte Heika. „ Wenn sie erkennen, wie schwach wir sind, dann fallen sie wie Aasgeier über uns her.“ „ Noch ist es nicht so weit,“ erwiderte der Alte gedämpft. „ Sollen diese Usurpatoren doch kommen!“ rief aufgebracht ein anderer Würdenträger. „ Mit ihren dummen Überheblichkeiten, als wenn sie etwas besseres wären. Dann werden wir ja sehen.“ Wütendes tuschelten war zu hören. Ich schäme mich etwas, da mir scheint, niemand nimmt so richtig diese Bedrohung ernst,“ sprach erneut der alte Hüter. Seine Mine gab dabei nicht preis, was er dachte. Hat man uns nicht laufend belogen und nie ein Wort gehalten… noch schlimmer… viele Völker von uns sind vernichtet, weil man sich gründlich geirrt hatte! Ihr seht, wir müssen zu jeder Zeit auf alles vorbereitet sein.“ Alle nickten, redeten dann leise miteinander.

Vorheriger TitelNächster Titel
 

Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Elke Müller).
Der Beitrag wurde von Elke Müller auf e-Stories.de eingesendet.
Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte.
Veröffentlicht auf e-Stories.de am 16.06.2021. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

Die Autorin:

  • Autorensteckbrief
  • elkemueller59googlemail.com (Spam-Schutz - Bitte eMail-Adresse per Hand eintippen!)

  Elke Müller als Lieblingsautorin markieren

Bücher unserer Autoren:

cover

Der Mensch denkt, der Tod lenkt von Waltraud Wickinghoff



Ein Ruhrgebietskrimi mit Blick über den Tellerrand (Mordversuch, Mord und Kidnapping eines Kindes)

Möchtest Du Dein eigenes Buch hier vorstellen?
Weitere Infos!

Leserkommentare (0)


Deine Meinung:

Deine Meinung ist uns und den Autoren wichtig!
Diese sollte jedoch sachlich sein und nicht die Autoren persönlich beleidigen. Wir behalten uns das Recht vor diese Einträge zu löschen!

Dein Kommentar erscheint öffentlich auf der Homepage - Für private Kommentare sende eine Mail an den Autoren!

Navigation

Vorheriger Titel Nächster Titel

Beschwerde an die Redaktion

Autor: Änderungen kannst Du im Mitgliedsbereich vornehmen!

Mehr aus der Kategorie "Fantasy" (Kurzgeschichten)

Weitere Beiträge von Elke Müller

Hat Dir dieser Beitrag gefallen?
Dann schau Dir doch mal diese Vorschläge an:

Liebe, Kampf, SEHNSUCHT von Elke Müller (Fantasy)
Wunschtraum von Edelgunde Eidtner (Fantasy)
Verdummung der Kunden von Norbert Wittke (Glossen)

Diesen Beitrag empfehlen:

Mit eigenem Mail-Programm empfehlen