Johann Bolech

Bedauere, dass ich mich daran sehne

KAPITEL 1 - Haftet an mir 


Während Sie vor dem Krankenhaus stand, unter dem Dach, und es regnete, verstand Sie die Nachrichten auf ihrem Bildschirm nicht, weswegen Sie das Handy in die Mülltonne schmiss.

(Makellos, im Schein des Lichts, ersticht Sie sich. Es bewegt sich nicht.)

Ihr war es leid und er ließ Sie in Stich, während der Abtreibung, ohne einen Grund. Wahrhaftig, war es Angst, so verhielt sich der Hase. Durchrammeln, nach dem Vergnügen noch Danke zu sagen. 

Heute wurde Sie entlassen.

(Die Betrachtung der Dauer, der leibhaftigen Qual.)

Sie stand seit vierzig Minuten schon außerhalb des Gebäudes und er kam nicht, schrieb nur seine bescheuerten Textpassagen, in die SMS-Nachricht, in dem er sagte, er verspäte sich.

Zuneigung hatte Sie bei ihm nicht gesehen, auch während der Depression, die Wahnvorstellungen, das Kind zu behalten, gab es nicht die Möglichkeit, finanziell, es zu überstehen. 

Das einzige Mal, als er zuletzt ihre Hand hielt, war, als Sie es ihm beichtete und den Liebesakt verweigerte, Sie es nicht mehr überstehe und der Stress Überhand gewann. 

(Ein Druck der Heiterkeit, im Zweifel, seine Gefühle zu zeigen, sich nicht zu entfalten. Davon wegrennen, sich lieber zu verstecken.)

> „Beruhige dich, wir werden es schaffen. Ich werde immer an deiner Seite bestehen, und niemals von dir weggehen ...". 

Welch emotionalen Worte aus seinem Mund flogen, nur um den Anschein zu erwecken, damit Sie sich nicht für Dreck hält, Sie ihn nicht mehr darauf anspricht und er gelassen und ohne jeden Zweifel an seinem Verhalten, immer weiter von ihr wegtritt. 

Du hast ein Leben geschaffen, dankst der Dame damit, dass Sie sich für einen Moment gut fühlt, Sie aus dem Sicherheitsreflex heraus, mehr von dir hält, an dir haftet, und am Ende das perfekte Bild in zwei Teile gerissen wird, weil durch die Tragfähigkeit, ihr Körper unattraktiv bleibt.

Sie ließ sich von ihm zum Schluss überreden, das Kind nicht zu gebären. Die Tage verstrichen, und verankert war die Vorstellung seit Beginn der Wahrheit, dass irgendwann ein neues Leben da sein wird, und jetzt, erlosch die Existenz, sodass Sie, von sich selbst nichts mehr hält. 

(Durch Mitgefühl dem armen Wesen Hoffnung zu geben. Durch die Hoffnung, eines Schweins, nicht dem Tier gleich, sondern des Menschen, der sich für den Besseren hält. Wird die Welt zerbrechen, durch den guten Willen, der tapferen Leute, die sich wie eine Meute, an deinem Elend ergötzen.) 

Worauf sollte Sie überhaupt noch warten, auf einen wie den ... ? Zufrieden in ein neues Leben starten ... ? Mit einem neuen Kerl ... ? Neue Erfahrungen machen ... ? 

Auf der Pfütze vor ihr, schaute Sie sich ihr Spiegelbild an, und sah eine Person, die nicht ihrem Anblick glich, sondern eine Frau, deren Leben keine Bedeutung mehr hatte, die Scherben ihres zerbrochenen Gesichts, auf dem Boden lagen. 

Es war gegen neunzehn Uhr fünfundvierzig. Sie zog einen Schlussstrich und entschied sich allein zu bleiben, einfach zu verschwinden, mit der Bahn, irgendwohin zufahren, um nie mehr zurückzublicken. 

Sie überquerte mehrere Straßen, beachtete die Beschilderung, kannte sich nicht optimal aus, fand aber den Weg, während es regnete, und blieb bei der Fassung, für Sie war es die richtige Entscheidung. 

(Denken und warten, oder gehen und handeln.)

Ohne Regenschirm, trug Sie nur eine Lederjacke, dabei ihre Handtasche, auf dem Weg zum Bahnhof. 

Auch, dass Sie komplett nass wurde, nach kurzer Zeit, es Sie nicht sorgte krank zu sein, Sie einfach nur wollte, allein zu verweilen. Um die Vorstellung ihres Kindes, vollkommen, aus ihrem Verstand, zu vertreiben. 

Die Seele zerbrach, mit jedem weiteren Schritt nach vorn, zerfiel ein Teil ihrer Emotion. Auch dass Sie über eine rote Ampel ging, auf die Rufe nicht reagierte, weil ihre Welt nicht mehr existierte, Sie nichts mehr interessierte. 

Kein Auto streifte Sie, sondern hupten alle, um ihr aufmerksam zu machen, was gerade geschieht. Sie zog einfach weiter, auch als ein Typ, auf der Beifahrerseite, das Autofenster runterschob, Sie anfauchte, mit vulgären Aussagen, wörtlich versuchte, auf Sie draufzuhauen.

Wie lange Sie überhaupt durch die Straßen zog, Sie selbst besaß kein Gefühl mehr, für Zeit und Raum. Irgendwann befand Sie sich auf einer Wiese, und hatte das Gleis schon in Sicht.

Da bestand das rustikale Bauwerk, dass verweste Spuren aufwies, wie Löcher am Dach, Pflanzenwuchs auf den Gleisen, eine verlassene kleine Hütte, wo sich früher ein Schalter befand.

Dieser altmodische Stil, hatte gewiss eine Ausdrucksweise, Empathie, wo nostalgische Werte, Erinnerungen aufwärmten.

(Allein, dort zu sein.)

Die einzige Beleuchtung, die der Bahnhof besaß, war eine Lampe am Dach, die hinunter schien, wodurch der Lichtstrahl, die Fläche auf dem Boden, kreisförmig beleuchtete. Daneben war der Ticketautomat, auch eines der technisch funktionierenden Geräte, die sich dort befanden und am Stromnetz angeschlossen waren.

Sie ging erst zum Ticketautomaten rüber, tippte auf eine vorgeschriebene Zieladresse, die sich in der Nähe ihres Heimatortes befand. Dann schob Sie mehrere Münzen in den Schlitz hinein, um das Ticket zu bezahlen.

Sie merkte dabei auch nicht, dass einige Münzen zu Boden fielen. Ihr war es egal, auch wenn die Erde mit Goldtalern bedeckt wäre, immer mehr da rein, bis das Ticket bezahlt war und unten im Fach lag.

Sie blickte danach, als Sie das Ticket in der Hand hielt, eine kurze Zeit auf den Monitor des Automaten, und sah dort ein Abbild einer Familie, wo eine ältere Dame ein Kind in die Lüfte hob, dabei lächelte, und auch das Kind glücklich wirkte. 

(Fremd.)

Mit einem Finger streichelte Sie die Abbildung des Sprösslings, und ließ dabei ihren Gefühlen freien Lauf. In dem erst einzelne Tränen über ihre Wangen hinunterflossen, und auf dem Boden aufprallten.

Wie der Regen, wo die Sorgen, vom heiteren Himmel herunterfallen.

Bevor Sie sich vom Ticketautomaten entfernte, schlug Sie mit geballter Faust, gegen den Bildschirm, und wischte sich während dem Gehen, die Tränen vom Gesicht.

Wie im Anschein, einer zarten Blume, stach Sie als einzige Person, unter der Beleuchtung am Dach heraus, die im inneren nur Trauer aufwies, ihre Blüte, die Wahrheit verschwieg.

Obwohl die Nacht längst anbrach, die Kälte stieg, Sie nicht mal zitterte, wie ein lebloses Objekt, Sie sich verhielt. Blieb ihr Blick gesenkt, Sie stand allein dar, wartete auf den Zug, für ihre letzte Reise, von allem hatte Sie genug.

Eine Stunde lang, stand Sie auf derselben Stelle, sah von Weitem die Scheinwerfer auf den Gleisen, und trat nach vorne mit geschlossenen Augen.

Sie fokussierte sich nur auf die Geräusche, die der anfahrende Zug von sich gab. Im Klang, des quietschenden Geschreis, zerquetschte es ihren Verstand. Sie hielt sich ihre Ohren zu, und fiel dabei zu Boden.

Der Lärm durchbrach ihr Trommelfell, sodass das Blut floss. Sie erinnerte sich an den letzten Moment, wo ihr Glück bestand, bevor Sie ihr Bewusstsein verlor.

Es war ein Tag, wo Sie mit „Mama" einkaufen war, als Kind, „Mama" ihr ein Spielzeug-Pferd, zum Geburtstag schenkte.

(Ich war mal wirklich glücklich.)


KAPITEL 2 - Wenn es sich verletzt 

 
 

Innerhalb eines Traums gibt es da überhaupt so etwas, wie den Glauben? Wenn ich nur lang genug bete, ich es eingestehe, es getan zu haben ... wird man mir dann vergeben ... ? Den Druck ..., diese Fesseln ..., endlich von mir nehmen?

(In Wahrheit gefangen.)

>„Nein!", 

schrie Sie, während Sie aufwachte und vom Sitzplatz, hektisch, aufsprang.

Die Umgebung war unbekannt, so war nicht verständlich, wie sie dahin gelang. Im Waggon des Zuges.

Als wäre ein Traum die Realität. Sie zitterte an ihren Händen, blickte auf ihre Handflächen, und betrachtete das Blut darauf. An den Moment am Bahnhof konnte Sie sich erinnern.

Der laute, quietschende Lärm, als würde jemand auf einer Geige schief spielen. Das Publikum in den Wahnsinn treiben, und das Gekreische ihrer Qualen, die Komposition des Musikstückes, untermalen.

Sie wischte ihre blutbefleckten Handflächen, aus der Not heraus, an einem Sitzplatz ab.

Wegen dem verlassenen, finsteren Eindruck, in diesem Behältnis, als wäre man eingesperrt, setzte Sie sofort Fuß, um rauszugelangen. Sie drückte am Griff der Schiebetür, doch sie bewegte sich kein Stück.

Es wirkte ziemlich verrückt, als wäre das ein schlechter Witz. 

> „Spielt man ihr einen Streich, wer hat denn so viel Zeit, für solch einen Mist?",

dachte Sie sich. Sie schaute kurz nach draußen, durch die Fensterscheiben, und fasste auf, der Bahnhof, an dem Sie zusammenbrach, vorher am Ticketautomaten, einen Fahrschein erwarb.

Was aber der realen Tatsache nicht entging, war das Geschehen der Dinge, die außerhalb vor den Türen, passierten.

(Fasziniert, wenn jemand krepiert.)

Ein Pärchen, welches im lustvollen Trieb, sich auf dem Boden wälzte, unter der Dachbeleuchtung, im hellen Schein. Dabei ein kleines Mädchen, im weißen Kleid, stehend am Weinen.

Die Befriedigung zwischen den beiden hautnah mit ansah. Ein dicker Kerl mit schmutzigen Klamotten und einer abscheulichen Visage, sich duckend, hinter dem kleinen Kind bewegte.

Ein Grinsen aufwarf, Tatjana anstarrte, die es nicht schaffte, aus dem Zug zu gelangen.

Er näherte sich immer weiter dem unschuldigen Leben und zog seine Zunge dabei raus. Das Kind fand dem nicht Gehör, dem Übel, was sich heimlich anschlich.

Die Möglichkeit bestand nicht, irgendwie, das Geschehen zu verhindern. Egal wie oft Tatjana gegen die Schiebetüren schlug, es war einfach nicht genug.

Sie schrie umher, bat um Hilfe, doch niemand reagierte, nicht die zwei Liebenden, die vor dem traurigen Kind, ihren Trieben verfielen.

Schlussendlich fuhr der Zug plötzlich los, und niemand setzte sich ein, um die Tragödie zu vereiteln.

(Unschuldig.)

> „Wieso reagiert da niemand! Wieso schauen die denn nur zu!"

Solche Aussagen manifestierten sich in ihrem Gedächtnis, sowie das Bild der Tat, in ihrer Vorstellung, der Engel starb.

Es konnte der Realität nicht entsprechen, und musste eine Illusion gewesen sein. Sie fuhr in einem Zug mit, ein Fahrzeug, das von Menschen erbaut wurde, weswegen es ihr in den Sinn kam, nach dem Zugführer zu suchen.

Während der Fahrt, betrachtete Sie erst die Landschaft außerhalb, um irgendwie nachzuvollziehen, wohin der Zug fuhr.

Die Bahn zog durch eine Stadt, und die Gebäude waren von ihrer Form her erkenntlich. Doch wirkte alles verschwommen, mit einem dunklen Touch, als wäre auf die Welt ein Schatten gefallen.

Sie schritt langsam und vorsichtig weiter, der Fahrtrichtung entlang und blieb öfter stehen, um hinter sich zu blicken, vielleicht hatte Sie jemanden übersehen. 

Mehr als zehn Waggons, durchquerte Sie, ohne jemandem zu begegnen, überhaupt, existierte nur die Stille, ein Gefühl, als würde die Zeit nicht mehr vergehen. 

Der psychische Druck, Klaustrophobie, im engen Raum keinen Ausgang zu erkennen, und die eigenen Sinne, einen in den Wahnsinn treiben, als würde jemand, einem hinterherrennen.

Tatjana verstand die Welt nicht mehr, allein den Unterschied, im Traum oder klar bei Bewusstsein zu sein. Sie hockte sich auf einen der Sitzplätze in ihrer Nähe, und zog Arme und Beine zusammen, als würde Sie sich verkriechen wollen.

Es gab für Sie keine Erklärung, als Sie sich Zeit ließ, den Sinn für all dies, in ihrem Verstand zu suchen.

Sie hatte ihre Tasche nicht mehr bei sich, das war ihr erst jetzt bewusst. Die Jacke hatte Sie noch an, wie normal davor, weswegen Sie in beiden Seitentaschen, nach etwas brauchbarem suchte.

Erleichterung, war in ihrem Gesicht geschrieben, als Sie nach etwas Kantigem fasste, was einer Karte glich, und nach dem Herausziehen, ein Zugticket, in der Hand hielt.

(Fahrt ohne Halt.)



KAPITEL 3 - Es gehört dir 




Das Ticket besaß mehrere Fingerabdrücke, in unterschiedlichen Größen, von klein auf, bis hin zu einer erwachsenen Person.

Das Layout entsprach einer normalen Zugfahrkarte, sowie war unten rechts ein Preis abgedruckt. Es war kein Schmutz, den man sonst auf einem Zugticket, wegen des Gebrauchs auffand.

Die Abdrücke bestanden aus dem Farbmittel des Drucks, und besaßen ebenso den gleichen Farbton, der Schrift, des einzigen Satzes, der mittig auf dem Ticket stand. 

> „Bedauere, dass ich mich daran sehne...". 

(Bedauere, dass so was wirklich existiert.)

Eine unklare Formulierung, die Tatjana nicht nachvollziehen konnte. 

Sie zerquetschte aus der deprimierenden Lage heraus, das Ticket in ihrer Hand und schmiss es auf den Boden.

Darauf machten erst leicht, zuhörende Schläge Sie aufmerksam, als würde jemand in einem bestimmten Rhythmus auf die Fensterscheiben, mit geballter Faust, schlagen.

Sie bewegte sich weiter nach vorn und ging den Geräuschen nach. Mehrmals rief Sie währenddessen, dem Weg entlang, ob sich jemand im Zug befand.

Doch niemand antwortete ihr, wobei die Geräusche immer lauter wurden und somit, Sie sich bewusst machte, dass sich etwas in ihrer Nähe befinden müsste.

(Es steht hinter dir ... ich meine dich ... du, der das hier liest ...)

Irgendwann waren die Schläge so laut, als wäre Sie an der richtigen Stelle.

Plötzlich erklang nichts mehr, und darauf, schaute Sie um sich herum.

> „Hallo? Hallo ...", 

sagte Sie an dieser Stelle, und fragte sich, ob sich vielleicht jemand versteckte. Sie sah nur leere Sitzplätze in ihrem Umfeld, und blieb dann selbst einen Moment stumm.

Niemand war da, als wäre der Zug vollkommen leer. 

> „Habe ich den Verstand nun komplett verloren?", 

fragte Sie sich in dem Augenblick. 

Sie stand vor einem freien Platz, auf der linken Seite, und schaute wegen der erfolglosen Lage, durch die Fensterscheiben raus, auf den verschwommenen, dunklen Schein der Natur. 

(Jetzt siehst du mich ..., nah an dich ...)

Im Spiegelbild vor ihr, konnte Sie die Sitzflächen hinter ihrem Rücken erkennen, und sah ein junges Mädchen, die ihren Kopf gegen die Fensterscheibe lehnte.

Sie drehte sich ängstlich um und starrte auf die unbekannte Person, die plötzlich vor ihr, aus dem Nichts, dasaß. 

Es war ein sehr junges Mädchen, im weißen Kleid, dass dem Kind glich, welches Tatjana vor der Abfahrt, weinend, auf dem Bahnhof sah. 

Auf dem Sitzplatz links neben dem Mädchen, lag ein pinker Schulranzen, auf dem Sterne und Pferde abgebildet waren. Vor ihr lag noch eine Schultüte, die eine Beschädigung an der Öffnung aufwies, als wollte jemand diese mit Gewalt aufreißen.

Obwohl Tatjana starr auf das Kind blickte und nur auf eine Reaktion wartete, sah Sie, dass der linke Unterarm des Mädchens einen Bluterguss aufwies. 

Im zarten und behutsamen Tonfall, während Sie ihre zurückhaltende Körperhaltung behielt, sprach Tatjana sie an:

> „Entschuldige ..., Mädchen ..., wie bist du hierhergekommen? ". 

Tatjana erhielt keine Antwort, so auch wendete das Kind nicht mal den Blick vom Fenster ab, als würde Tatjana in ihrer Welt gar nicht existieren. 

Auf dessen, dass das Kind auf keiner Weise reagierte, setzte sich Tatjana langsam, im Fokus das Kind, auf den freien Sitzplatz, neben der Schultüte. 

Nicht mal, dass Sie sogar jetzt gegenübersaß, bewegte sich das Mädchen keinen einzigen Zentimeter. Tatjana beugte sich vorsichtig nach vorn, und hielt ihre rechte Hand dabei in die Luft, um eine beruhigende Geste anzudeuten.

Umso weiter Sie sich dem Kind näherte, desto schneller wurde ihr klar, dass dieser Körper vor ihr, kein Leben mehr besaß.

Sie erschrak, als Sie allein die roten Blutergüsse am Hals sah, die man vor der linken Perspektive aus, wo Sie noch vor dem Kind stand, nicht erkennen konnte. 

Fassungslos und ohne jedes Wort zog Tatjana ihren Oberkörper zurück, und senkte ihren Blick nach unten. 

(Nicht mit Worten..., sondern es tun, bei ihr zu sein...."Sie festzuhalten".) 

Trauer darzustellen, dafür zu weinen, sich dem Unerklärlichem hinzugeben, um am Ende, wegen all den Quallen, sich das Leben zu nehmen.

Es war nicht zu begreifen, ansatzweise zu verstehen, was in diesem Zug vorging, so was Schreckliches zu sehen.

Während Sie still auf den Boden, vor sich blickte, und die kleinen Beine, in ihrem Blickfeld hatte. Sah Sie ein winziges Büchlein, dass unter den Füßen des jungen toten Mädchens lag.

Tatjana nahm schweigend und ohne jeden Laut, das Buch in ihre Hand. 

Sie erkannte, dass es sich um ein Tagebuch handelte, und auf dem Buchdeckel stand: 

> „Eigentum von Prinzessin Isabell. Zukünftige Königin, vom Sternen-Land". 

Das Buch vibrierte, weil Sie anfing zu zittern. Tatjana hielt es nicht mehr aus, es glich einer psychischen Folter, als Sie anfing zu lesen, um die Gedanken des Mädchens, ihre Träume zu verstehen. 

(Es sind mehr als nur Träume.)

Sie hielt das Tagebuch eines jungen Wesens in ihren Händen, welches dem Ziel folgte, im Alter, wie eine Prinzessin, in einem Schloss zu leben.

Umgeben von denen, die ihr Zuneigung und Liebe gaben. So stand es, während Sie von Seite zu Seite, über die großgeschriebenen Sätze, mit ihren traurigen Augen zog.

Es waren nur wenige Seiten, die Inhalt besaßen, als hatte sie vor, weiterzuschreiben.

Tatjana konnte das Buch nicht weiter in ihren Händen halten, weswegen Sie einfach losließ, und das Buch auf den Boden fiel.

Ihre visuelle Wahrnehmung kam ins Schwanken, sowie machte sich ein Taubheitsgefühl, in ihren Händen bemerkbar, weswegen sie plötzlich nicht mehr ihre Finger bewegen konnte.

Sie versuchte einen Fuß auf den mittigen Gehweg zu setzen, um von der Sitzfläche aufzustehen. Dieses Bild, was sich in ihrem Kopf nun eingefroren hatte, den Anblick eines toten Engels, nicht mehr wahr zuhaben.

Das Gefühl für die Realität, physisch und psychisch, erlosch in seiner Gesamtheit, in ihrem Dasein. 

Weswegen Sie auch wie ein lebloses Objekt stürzte, mit dem letzten Funken ihres Verstandes, für den Sinn des Lebens, daran dachte, allein sterben zu müssen.

(Leid, besteht nicht nur in "Einem".)

 

KAPITEL 4 - Halte es gut fest 

 



Das Wesen des Leidens, woher es auch kommt, hat Sie in jeglicher Hinsicht überwältigt. Aufzustehen war ihr selbst nicht möglich. 

Ihrem Anschein nach, gab es keinen Ausweg mehr, allein aus ihrem geistigen Gefängnis, Bedrängnis, in ihrer Vorstellung: 

> „Es gibt nichts Gutes, auf dieser Welt...", 

dachte Sie sich, schlussendlich.

(Ein Geist, der sich an mir festhält.)

Die emotionale Wucht, die Sie zu Boden schmiss, kam nicht nur durch die Erkenntnis, wegen eines gefallenen Engels. 

Sie selbst, war von sich enttäuscht. Was Sie tat, im Verstand, während Sie da lag, gedanklich:

> „Habe ich es wirklich gewollt?".

Vernünftig und weise, das Alter sagt nichts darüber aus. Die Wahrheit erklärt die Schandtat, weswegen alle sich verstecken. Mit dem Zeigefinger: 

> „Du Abschaum...", 

als würde die Schuld, einen abstechen.

(Sie wartet auf dich.)

> „Kannst du bitte mal aufstehen? Du versperrst den Gehweg...", 

erklang, die zarte und einfühlsame Stimme. 

Ergab sich wieder eine Illusion? 

> „Komm, steh auf. Ich habe langsam genug. Zudem muss ich dich was fragen". 

Es wirkte alles so echt. Sogar das Gefühl, als würde jemand einen antippen, damit drängen, dass Sie endlich aufspringt. 

Tatjanas Bewusstsein war wieder da. Zudem glich diese Stimme einer einfühlsamen Melodie. Als würden die Sinne neu erklingen, während dem Schlaf, getragen von Wolken, aus dem Traum entspringen.

(Der Wahrheit, sollte man nicht entrinnen.)

Sie wirkte positiv überrascht, als Sie das Mädchen, beim Aufstehen, vor sich sah, die locker und lächelnd, ihr ins Gesicht blickte.

> „Du, genau du ... ich weiß, was du hier veranstaltet hast...", 

flüsterte das Kind ihr zu, und hob dabei einen Finger in die Luft, um aufzuzeigen, wie ernst es ihr war. 

> „Du ..., du lebst?", 

fragte Tatjana stotternd, mit einem Grinsen im Gesicht. 

> „Ja! Warum denn auch nicht?!", 

ertönte das kleine Mädchen, mit einer Stimmlage, die auf einer gewissen Weise, einer Symphonie ähnelte.

Tatjana musterte das Kind, und war überwältigt davon, dass diese bezaubernde Maus, doch lebte.

Die kleine Prinzessin schien selbstbewusst und stark zu sein, machte darauf aufmerksam, dass Tatjana ihr Buch in den Händen hielt.

Dazu wie ein Dieb, ihre Träume, die Sie darin verfasste, versuchte zu stehlen, ihr das Recht zu nehmen. Tatjana hüpfte zu ihr rüber, und fasste an ihren Arm, sowie, begutachtete Sie auch den Hals.

> „Sag mal, wonach suchst du überhaupt?!", 

fragte die kleine Dame, während Tatjana etwas hektisch, nach Blutergüssen suchte.

Keine Wunden oder Spuren, die auf einen Missbrauch deuteten, waren zu sehen oder zu erkennen.

Die Erleichterung, die Tatjana spürte, brachte Sie dazu, den kleinen Engel zu umarmen, und ihr dabei zu sagen, während ihre Augen ein wenig tränten: 

> „Ich bin froh, dass es dir gut geht und du bei mir bist". 

Das Kind bedankte sich fragwürdig für die nette Geste und freundliche Erläuterung, dass sie vor Tatjanas Augen, zu leben schien.

Sie war real, und gesprächsbereit. Es musste also doch die Möglichkeit geben, aus diesem Alptraum, irgendwie zu entfliehen.

(Ein gutes Gefühl...)

Tatjana atmete erst aus und machte sich Gedanken darüber, die richtige Frage zu stellen.

Sie fasste sich kurz, und ging direkt auf die Thematik ein. Obwohl dabei anzusprechen. Wie erklärt man das Unbekannte, das Unverständliche, oder stellt eine Frage, die der Vorstellung nicht mal ansatzweise gleicht.

> „Ich verstehe es ehrlich gesagt nicht... aber weißt du wohin wir fahren?".

Das kleine Mädchen zog eine grimmige Grimasse, und antwortete plump und direkt:

> „Nachhause?". 

> „Wie Nachhause, meinst du, zu dir Nachhause?". 

> „Ja wohin denn sonst? Ich fahre nach Hause? Was du machst weiß ich doch selbst nicht",

antwortete zuletzt die kleine Maus, und hob danach ihr Tagebuch, vom Boden auf.

Tatjana deutete darauf, dass Sie keinen Ausweg fand, es nicht herausschaffte, aus dem Zug zu gelangen. 

> „Was erwartest du denn von einer fahrenden Eisenbahn? Dass die Türen während der Fahrt sich öffnen?", 

merkte das Kind an, und blickte verwirrt in Tatjanas Gesicht.

> „Schau mal nach draußen, was siehst du da? Es ist alles verschwommen und dunkel, als wäre ein großer Schatten auf die Erde gefallen".

Mit dem Blick durch die Fensterscheibe, gab die Prinzessin eine klare Antwort in Tatjanas Richtung:

> „Es ist ja auch dunkel draußen, weil wir es spät haben. Schau doch mal auf deine Uhr".

Tatjana zog ihren Ärmel nach hinten und weißte darauf, dass Sie keine Uhr trug. 

> „Aber auf dem Zugticket steht eine Uhrzeit, wann du es bezahlt hast, neben der Preisangabe, unten an der Ecke", 

merkte das Mädchen an, worauf Tatjana sich selbst fragte, was mit dem Zugticket geschah.

(Ein Fahrschein. Für eine Runde im Karussell.)

Sie wühlte in ihren Hosentaschen herum und in ihrer Jacke. Fand aber nichts.

Dann ballte Sie ihre Hand zu einer Faust, und drückte fest, genervt, ihre Finger zusammen. 

Es fiel ihr wieder ein, der Anfang, wie Sie selbst hierher gelang und erst Blut auf ihren Händen sah.

Es folgte ein verstörender Anblick, der draußen auf dem Bahnhof stattfand. 

Die Schiebetüren bekam Sie nicht auf. 

Dann zog Sie nach vorne und setzte sich auf einen Platz, bemerkte, dass sich in ihren Jackentaschen ein Zugticket befand. 

Dieses war befleckt, oder besaß gewisse Abdrücke, an welche Sie sich nicht genau erinnerte.

Mittig stand ein Satz, irgendwas mit „Bedauern". Wegen der deprimierenden Lage zerdrückte Sie das Ticket und ließ es fallen. 

Danach folgten Geräusche, die Schlägen glichen, als würde jemand auf eine Fensterscheibe, mit der Faust hämmern. 

Tatjana machte dem Kind verständlich, dass Sie ein Ticket besaß und es auf den Boden fallen ließ, weil durch den Ort hier, in dem Zug, allein, die Angst stieg. 

Die Situation drehte sich um dreihundertsechzig Grad, worauf die nette Stimmung untereinander, direkt verschwand, die kleine Prinzessin aufschrie, und wie verrückt Tatjana aufforderte, sofort zu fliehen!

(Ich kann kein Mädchen vor mir sehen.)



KAPITEL 5 - Dem nicht zu verfallen 

 


Aufgebracht über die Reaktion des kleinen Mädchens, bat Tatjana um Erklärung, wegen all der Hysterie. 

Das Kind neigte sich sofort zum mittigen Gehweg, und richtete seinen Blick gegen die Fahrtrichtung entlang. 

Sie schaute beängstigend, vom Sitzplatz aus, durch die leeren Waggons, und machte mit ihrem gestörten Verhalten, Tatjana darauf aufmerksam, achtzugeben, als würde sich irgendetwas anbahnen.

(Sehe doch. Welch Kost du mir bereitest. Ich neige zu dem, der Geschmack einer Seele.)

> „Hey ..., was ist los ..., wieso bist du so still?", 

fragte Tatjana leicht empört, wobei das Kind nach hinten schaute. 

Als sich das kleine Mädchen wieder umdrehte, und dabei einen groben Satz von sich gab. Erstarrte sie wie ein Eiszapfen, wegen dem, was sich nun vor ihr ergab.

Es bestand hinter Tatjana, das wahre Grauen, vom Gehweg aus, es sie grinsend mit rot glühenden Augen, beobachtete. 

Eine Gestalt in menschenähnlicher Form. Fein gekleidet, doch das Gesicht in der Finsternis versteckt. 

(Ein Kichern unter dem Bett. Wer wohl da auf „dich" wartet? Auch am Tag, es sich nur nach der Nacht sehnt. Bemerkbar? Es ist längst zu spät.)

> „Das Zugticket musst du bei dir haben, sonst wird ... ... ...", 

waren die letzten Worte, die die junge Dame von sich gab, bevor ihre Augen, das Unheil in Betrachtung nahmen. 

Ihr Gesicht wirkte für Tatjana, als würde sie das größte Übel ihres Lebens ansehen, dem Tod nahestehen. 

Weit offene Augen. Ein verzerrter Gesichtsausdruck. Tatjana verstand nicht direkt warum sie plötzlich vor ihr, regungslos dasaß, nicht Mal einen Mucks von sich gab. 

Sie blickte ihr tief in die Augen, und bemerkte, dass sich der blaue Farbton der Iris, in ihren Pupillen, weiß färbte. Sie dadurch wie leblos erschien. 

Außer sich, fasste Tatjana an die Schultern des Mädchens, und redete auf das seelenlose Gesicht ein. 

Sie versuchte selbst, der Tatsache zu entrinnen, sie nicht zu verlieren. Sie schüttelte aus Verzweiflung den Körper des Kindes, aber hielt in Wahrheit nur noch eine Hülle, in ihren Händen. 

Immer wieder schoss ihr nur ein Wort durch den Kopf 

> „Warum?", 

während es wieder passierte, ihre Sinne verrücktspielten, Sie den Verstand langsam verlor.

(In Not, sich wie ein Schwein auf dem Matsch zu wälzen. Hoffe es verschwindet, wenn man sich dumm stellt.)

> „Wieso muss ich mir so was ansehen, das Schönste im Leben, zu fall bringen? Bin ich schuld? Bin ich wegen all dem schuld? Warum bin ich hier? Wieso lässt man mich nicht gehen ...?", 

ihre Gedanken, hatte sie nicht mehr unter Kontrolle. Dem zu entgegnen, dem emotionalen Verfall, der Augenblick aufzuschreien, ein Wort: 

> „Nein!". 

Die bedrückende Gefühlslage, der Schein der Verdammnis nahe zu sein. Auch wenn es versuchte Sie in den Wahnsinn zu treiben, setzte Sie nicht nur einen Laut aus ihrem Mund frei, sondern auch im Verstand. 

Um aufzuzeigen, damit ihr Geist der psychischen Gewalt, fernbleibt. 

> „Soll es mich holen! Soll es mir all das Leid bringen! Mir mein Leib nehmen, damit ich elendig verrecke. Doch eins weiß ich und verstehe, dass man versucht mein Dasein zu vernichten, damit die Liebe, die ich damals hatte, nie mehr aufersteht", 

war Tatjanas gedankliche Schlussfolgerung, um nicht wieder zu fallen, sondern bei Besinnung zu bleiben. 

Sie hielt während der ganzen bedrückten Lage ihren Schädel fest, und den Blick dabei gesenkt.

Als Sie wieder ihre mentale Verfassung richtete und vor sich blickte, war der leblose Körper des kleinen Kindes verschwunden. Sogar der Rucksack und die Schultüte waren nicht mehr auffindbar. 

(Hoffnungslos, aber auch tragisch. Sich selbst gefunden, vor dem Ruin, als wäre man endlich dem falschen Wege entbunden.)

Eins machte sich aber bemerkbar, als Sie ihre Beine bewegte, um vom Sitzplatz aufzustehen.

Das Tagebuch lag auf ihrem linken Schuh. 

Sie atmete leicht ein und aus, und blieb einen Moment regungslos sitzen. 

Auch wenn das Buch vor ihr auf dem Boden lag, verdrängte Sie in ihrem Verstand die Neigung, die Neugier, dieses Buch aufzuheben. Dem Horror, einer weiteren Folter, die Chance zu geben.

Sie hob ihr Haupt nach oben und setzte Fuß auf den mittigen Gehweg. 

Was das Kind ihr zuletzt sagte, befasste sich mit der Wichtigkeit des Zugtickets, was Tatjana fallen ließ. 

So auch war die Reaktion, das Verhalten des Kindes, ein Zeichen, was Sie mit einer Warnung verglich. 

Also hatte das Ticket an diesem Ort einen Wert, und könnte möglicherweise, ihr zur Flucht verhelfen. 

(Auswege suchen, im Reich des Vergebens, ohne jegliches Benehmen.)

Es schien für Tatjana plausibel und logisch, doch war der Gedanke allgemein, an solch einem Ort, in Wahrheit, vollkommen wertlos. 

Was Sie aber seitdem Verschwinden des Mädchens nicht beachtete, war die Betrachtung, in Fahrtrichtung. 

Sie saß und stand auf, und behielt die gesamte Zeit nur die Sicht vor ihren Augen. Setzte nicht mal für eine Sekunde den Blick, hinter ihren Rücken. 

Sie konzentrierte sich gedanklich nur noch auf das Zugticket und hielt gegen die Fahrtrichtung Ausschau, stellte sich vor wie weit sie gegangen ist, von dort, wo Sie davor, dass zerknüllte Kärtchen auf den Boden schmiss. 

Tatjana zog einen Schritt nach vorne, und zählte in ihren Gedanken die Anzahl der Waggons, die Sie bis dahin durchquerte. 

Ein Geräusch, als würde etwas Kleines, genau in ihrer Nähe, auf dem Boden aufprallen, machte sich bemerkbar, weswegen Sie stehen blieb. 

Erst dachte Sie sich, dass möglicherweise Sie, unbeabsichtigt, aus der Körperbewegung heraus, ein unbekannter Gegenstand, aus ihrer Kleidung flog. 

Sie fasste in ihre Jackentaschen reflexartig hinein, und starte vor sich, auf ihre Beine. 

Eine kleine Papierkugel, rollte von hinten, durch ihre Schenkel, vor ihre Füße. 

Mit einem bedrückten Gesichtsausdruck, und dem Gespür ihrer Sinne, dass irgendetwas nicht stimmte, blieb Sie für den Augenblick einfach nur stehen. Verhielt sich so, als hätte Sie die Papierkugel nicht gesehen. 

Es war etwas da, dass sich die ganze Zeit hinter ihr befand, und Sie anstarrte, auf den passenden Moment, wartete. 

Sie fühlte sich wie Vieh, mit dem man spielte, und genüsslich, in die Enge trieb. Bevor man Kost nahm, wegen Geschmack, in das Fleisch biss, den Körper auseinanderriss. 

Tatjana gab keinen Ton von sich, und hielt die Luft an. 

Doch still blieb es nicht. Das Ding hinter ihr machte sich bemerkbar. Es schien selbst zu atmen, und schmatzte dabei. Wahrscheinlich, wegen Tatjanas Schweigen, und körperlichen Abwesenheit, offenbarte dieses Wesen, langsam sein eigenes Dasein. 

(Zeit, um Dankbarkeit zu zeigen. Unserem Gast, nichts zu verschweigen.)



KAPITEL 6 - Du bist Mein

 
Die kalte Luft des Atemhauchs stieß in ihren Nacken.

Wie eine Schlinge um den Hals, nahm es sich ihrerseits, hautnah, sich zu zeigen.

Worauf soll man warten? Es sich überlegen, nach hinten zu sehen? Die Verzerrung, die sich aus der Angst ergibt, den Verstand übernimmt, einfach wegzulaufen, logisch übereinstimmt.

Sollte es sich unzählige Male wiederholen, der Spaß und die Schadensfreude, applaudieren beim Geheule.

(Zeit sich zu widersetzen.)

Tatjana schritt nach vorne, ohne sich dem, hinter ihrem Rücken, zuzuwenden.

Bemerkbar war das Kichern, was dieses Wesen von sich gab. Es zog mit ihr mit, kopierte jeden Schritt. Atmete tief ein und aus.

Geschmatze, leichtes Gelächter, als würde es sich amüsieren, Tatjanas bedrückte Lage, kontrollieren.

> „Ich, nur ich, bin ich. Ich werde nicht dem verfallen und wieder in ein Loch stürzen."

Tatjanas Gedankengänge, sich all dem zu widersetzen.

(Zeige es mir. Akzeptiere meine Gier.)

Dann fing es an zu knurren, ähnlich wie bei einem Hund.

Tatjana blieb stehen, fasste sich kurz, überwältigte ihre innere Angst.

Es kam immer näher, und Sie selbst spürte den gewissen Gegendruck in ihrer Gegenwart, als würde es schon langsam an ihr haften.

Auch, dass Sie zitterte, leicht winselte, konzentrierte Sie sich darauf bei Sinnen zu bleiben, den angsteinflößenden Geräuschen, nicht zu gehorchen.

Allein ihre gerade Körperhaltung zeigte ein Selbstbewusstsein aus, dass Sie der Furcht nicht folgte.

Es setzte ihr zu, neigte sich zu ihr, fasste an ihre Hüfte.

> „Heute wirst du mein sein, mit mir verweilen, bis zum Ende bei mir bleiben",

flüsterte es ihr, mit einem verzerrten Knurren, ins Ohr.

Solch eine bestialische Zuneigung, allein die Autorität zu untermauern.

Sie hielt dagegen, und setzte ihre Sicht nach hinten, um dem Übel in die Augen zu blicken.

Doch nichts bestand vor ihr. Es war niemand da. Was Sie selbst erkannte, war Rauch, der sich langsam vor ihr auflöste, und keine Person, die sich andrang.

Die Ansage vom Zug selbst, ertönte auf einmal, und machte darauf aufmerksam, dass Halt in den nächsten Minuten besteht.

Tatjana blickte um sich herum, und bemerkte allein, dass sich die Umgebung veränderte. Der verschwommene Anblick, der davor draußen bestand, erlosch. Alles war normal sichtbar.

Sie setzte sich erleichtert auf den nächsten Sitzplatz in ihrer Nähe und machte sich bewusst, dass der Traum, die beklemmende Erscheinung, nicht der Realität entsprach.

(Warten. Unendlich lang Spaß haben.)

Nach wenigen Minuten machte der Zug halt, und ein Bahnhof bestand vor ihren Augen. Mehrere Leute setzten Fuß nach vorn, und schritten in den Zug hinein.

Die Gesichter waren nicht klar zu erkennen, die Nacht bestand in voller Pracht.

Ihr kam es nicht mehr in den Sinn sich über irgendetwas Gedanken zu machen. Das Leid in ihrem Verstand zu halten.

Der gesamte Moment, zeigte sich aus und bewies ihr eher, dass die Tat ihres eigenen Leibs. Sie es sterben ließ. Aus sich raus riss.

> „Ich es einfach nicht wollte..., und es dennoch vollzog...".

Ihr Gewissen, Sie in die Hölle schmiss.

Gegenüber, auf der anderen Fensterseite, setzte sich ein Mann hin, der einen Regenschirm in der Hand hielt.

Er wirkte für Tatjana bescheiden und locker, fokussierte seine Sicht nach draußen, machte sich nicht auffällig bemerkbar.

Sie selbst vermied eher den Kontakt zu jemandem anderen, und wartete nur darauf, dass der Zug weiterfuhr.

Die Atmosphäre wirkte durch den Andrang der Leute erleuchtend.

Die Schiebetüren schlossen sich wieder und der Zug fuhr langsam los.

Der Anschein auf die Welt machte Tatjana irgendwie glücklich. Zudem wie Sie sich davor fühlte, es endlich genügte.

Der ältere Mann gegenüber zog eine Zeitschrift hervor, und blätterte darin etwas herum. Er hielt nicht einmal Augenkontakt zu ihr, sondern behielt einfache Ruhe.

Tatjana zog ihre Beine und Arme beisammen, und verkroch sich an ihrem Sitzplatz.

Ihre Augenlider fielen langsam runter, müde, nach all den Strapazen, ihre Nerven mussten entspannen.

Für einen Moment spürte Sie eine gewisse Wärme in ihrer Nähe, als würde eine Decke auf ihr liegen.

Sie träumte, eher erinnerte Sie sich an einen Moment, vor dem zu Bett gehen, in ihrem Kindesalter. Wo „Mama" Sie zu Bett bringt.

(Die Melodie, die der Teufel spielt.)

Ihre Mutter streifte mit der Hand an ihrer Stirn, und sang ein Lied, damit Sie einschlief.

Der Klang, wodurch man sich behütet fühlt. Keine Angst vor dem Monster unter dem Bett spürt.

Irgendwie wandelte sich der schöne Traum, als die Stimme der schönen Frau, einem winselnden Schweinchen glich. Dann fing sie noch an zu husten, sodass Blut die Bettdecke befleckte.

Tatjana wachte mit einem körperlichen Zucken auf. Der Mann gegenüber wirkte verwundert, und fragte

> „Geht es Ihnen gut? Sie sprachen während Sie schliefen. Erwähnten Ihre Mutter, dass Sie sich schlecht verhielt".

Tatjana fand keine Antwort zu dieser Frage. Sie hatte davor noch nie einen Alptraum gehabt, wo ihre Mutter, einem Monster entsprach.

> „Ich habe nur schlecht geträumt",

antwortete Sie dem älteren Herren, ohne ihm ins Gesicht zu schauen. Sie wollte nicht darauf genau eingehen, eine weitere Last sich eingestehen. Der ältere Herr blickte Sie starr an, obwohl sich Tatjana seinem Anblick entzog.

Sie schaute durch das Fenster nach draußen, und legte ihren Kopf gegen die Fensterscheibe.

Desto trotz, schaute Sie leicht auf die linke Seite, und bemerkte, dass er immer noch auf Sie glotzt.

> „Kann ich Ihnen irgendwie helfen?",

fragte Sie engstirnig und diskret, den älteren Herren.

Er faltete aus der Reaktion heraus, die Zeitung zusammen, und legte diese auf seinen Schoß.

> „Ihre Augen mein Kind. Haben Sie sich ihre Augen mal angesehen? ",

antwortete er entgegen. Tatjana verstand nicht, was er mit den Augen genau meinte.

> „Habe ich was an meinen Augen?"

> „Mein Kind, Sie sehen aus als hätten Sie viel geweint. Allein die Augenringe, den Schlaf verneint."

Tatjana zog ihr Gesicht vor die Fensterscheibe und betrachte ihr Spiegelbild.

Sie sah einer leblosen und trauenden Persönlichkeit gleich.

Allein befanden sich gewaltige Falten an ihrer Stirn sowie an den Wangen, ausgesaugt, wie bei einem Wirt, durch einen Parasiten.

> „Sehen Sie es? Verstehen Sie was ich meine?".

Tatjana erschrak innerlich, blieb aber still.

> „Haben Sie überhaupt schon was gegessen? Schauen Sie mal auf Ihre Hände. Ihr ganzer Körper, knochendünn".

Sie bewegte ihre Arme nach oben vor ihr Gesicht und schaute sich ihre Hände an.

Die Knochenform ihrer Finger war erkenntlich, als würde kein Leben in ihrem Körper mehr bestehen.

> „Ich..., ich..., verstehe es nicht....".

Der Mann wirkte besorgt, neigte sich ihr zu, schlug ihr seine Hilfe vor.

(Irgendwann. Wenn du dich um einen sorgst.)


KAPITEL 7 - Durch das Leid 

 

(Ich..., ich..., bin müde.)

> „Mein Kind, Sie sollten sich etwas mehr ernähren",

sprach der ältere Herr an, wobei er sich nach vorne beugte, um Tatjanas gesundheitlichen Zustand im Auge zuhalten.

Sie zitterte, am ganzen Körper. Ihr war es anzusehen, dass Sie sich selbst nicht verstand, wie ein abgestorbener, dürrer Baum, auszusehen. 

> „Ist Ihnen kalt?",

fragte er. 

Sie betrachtete, ohne ein Wort, nur ihre Hände. Mit weit offenen Augen, und ihren schmalen Wangen, waren ihre Backenknochen ziemlich ausgeprägt. Wodurch ihr Gesicht, einem Skelett glich. 

Sie versuchte ihre offenen Hände, zu einer Faust zu ballen. Aber es fühlte sich für Sie an, wie Rost auf Metall. 

Es knisterte und knackste, als würde ein Holzbrett brechen. Wie bei einer rumpelnden Tür, beim Öffnen. Ähnlich einer Frau, die kreischend wegrennt. 

(Gepriesen, mit sich zutragen. Der an der Last festhält.)

> „Ich weiss es nicht..., ich fühle nichts...", 

sprach Sie im krächzenden, fast unverständlichen Tonfall. 

> „Fühlen Sie sich überhaupt krank?", 

fragte der ältere Herr.

> „Ich kann nicht mal beschreiben was ich genau fühle. Es ist wie, als würde ich innerlich langsam zerbrechen, mein Körper, mein Inneres."

(Im Netz der Spinne. Dem Elend entsprechend.)  

Als wäre der Winter plötzlich eingetroffen, fing Sie am ganzen Körper an zu zittern.

Sie hustete stark und hielt sich die Hand vor dem Mund.

Dann sah Sie noch Blut auf ihrer Hand, begriff es nicht, wohin all das noch führt.

Der ältere Herr griff in seine Jackentasche und hob eine Serviette hervor. 

> „Hier nehmen Sie mein Kind. Ihr Zustand scheint mir mehr als nur etwas schlecht zu sein." 

Sie nahm wie ein gebrochener Mensch, durch Leid geprägt, die Serviette an. An ihren Lippen, sowie die Flecken an ihren Händen, wischte Sie sich ihre roten Partikel weg. 

> „Da.. Dan... Danke...." 

antwortete Tatjana stotternd und sichtlich angeschlagen.

Im Anschein ihrer wackligen Körperhaltung nach, konnte Sie sich nicht mehr halten.

Sie schwang leicht mit ihrem Oberkörper auf die Seite, und fiel daraufhin, auf das Polster der Sitzfläche, links neben ihr.

Sabber floss aus ihrem Mund, während sie liegend, versuchte zu sprechen. 

Der ältere Herr setzte sich auf den Sitzplatz gegenüber von ihr und hielt eine Hand an ihrem Kopf. 

Mit einer neuen, sauberen Serviette tupfte er etwas vom Speichel weg, und versuchte mit angenehm, klingenden Worten, Tatjanas verstörte Wahrnehmung für die Umgebung, zu besänftigen. 

> „Es ist alles in Ordnung mein Kind, alles in Ordnung."

Obwohl Sie nur noch verschwommene Flecken, mit ihren Augen erblicken konnte. War Sie auf einer Weise beruhigt, dass überhaupt jemand ihr half. 

Nach und nach verschwand ihre Sehstärke, bis nur noch eine große, dunkle Leere vor ihren Augen bestand. 

Doch der alte Mann, verschwand selbst nicht, und Sie spürte, die Hand, die Wärme an ihrem Schädel. Als würde jemand ihren Schmerz, mit sich tragen. 

(Der Weg ins Licht.) 

> „Können Sie mich hören. Hören Sie mich überhaupt? Sie wirken sehr leblos, und blicken starr geradeaus.",

merkte der ältere Herr an.

Tatjana konnte seine Stimme wahrnehmen, obwohl Sie nichts vor sich sehen konnte.

Dieses Mal war der Klang seiner Stimme, dieses Mannes, vollkommen anders. Es wirkte, wie ein Schall, in einem großen Raum.

Aber gleichzeitig, obwohl diese Stimmlage eine solche Kraft besaß. Wirkte sie im wahrsten Sinne „Rein". Die Tonlage, der Klang. Als würde die „Wahrheit" in der Hülle eines Menschen, zu einem sprechen. Jedes weitere Wort, die Qualen besänftigen. 

> „Ich..., ich..., höre Sie. Ja ich höre, aber sehe nichts. Ich sehe einfach nichts..., Ich bin blind."

> „Aber Sie können mich hören. Immerhin hören Sie mich." 

> „Ja..., ich höre Sie..." 

> „Gut, denn ich werde bei Ihnen bleiben, bis Sie wieder sehen können.", 

sagte der ältere Herr zuletzt.

Der Zug befand sich immer noch in Fahrt. 

Stimmen aus der Ferne waren für Tatjana zu hören, als würden andere, sich unterhalten.

Dabei Schritte, als würde jemand durch die Waggons streifen. 

Die Vibrationen wegen des unebenen Gleises konnte Sie spüren. 

In ihrer Nähe machte ein konstantes Zischen Sie aufmerksam. 

Danach fühlte Sie, wie eine Art Jacke, ihren Körper überdeckte. 

> „Ist..., ist..., was?"

fragte Tatjana stotternd, in den Raum.

Doch niemand antwortete ihr, während Sie immer noch in der Dunkelheit existierte, und nichts vor sich sah. 

Sie atmete schnell, und hyperventilierte, aus Angst, der Einsamkeit verfallen zu sein. 

> „B... Bi... Bitte... Bitte... Ich will..., nicht..."

Sie konnte ihren Körper aus eigener Kraft nicht bewegen. Außer mit ihrem Munde, Wörter aussprechen.

Langsam übernahm, die Verzweiflung vor dem Ende. Sie konnte nicht mehr, dem entrinnen. 

Wohin, ohne Bein und Fuß. 

(Das Gefühl der Stille, sinnlich. Ohne jegliche Aussicht.)

Doch plötzlich erklang wieder diese einfühlsame, gewaltig klingende Stimme.

> „Warum weinen Sie?", 

flog die Frage in den Raum, durch den älteren Herrn.

Tatjana zitterte äußerlich am ganzen Körper und verkrampfte reflexartig, als würde Sie etwas stark bedrücken.

Doch all dies löste sich, als die Stimme erklang. Als würden die Sorgen, nach jedem Wort, dieses Mannes, in Vergessenheit geraten. 

> „III... Ich..., habe gedacht... Sie sind weg."

Der alte Mann ertönte leicht mit Gelächter, während sein Mund verschlossen blieb. 

> „Ich habe nur meine Jacke über Sie gelegt, weil Sie ziemlich stark am zittern waren, mein Kind." 

Er griff Tatjanas Hand und drückte ein wenig zu. 

> „Fühlen Sie meine Hand, mein Kind?" Spüren Sie den Druck, dass ich Ihre Hand fest halte?". 

Der alleinige Handschlag. Der darauffolgende Griff, an ihrer Hand selbst, durch diesen Fremden. 

Es wirkte wie eine seelische Stütze. 

> „Ja..., ich fühle es.", 

antwortete Tatjana im leisen, leicht zerbrechlichen Tonfall.

> „Ich werde so lange an Ihrer Hand halten, bis es Ihnen wieder besser geht. Also, sorgen Sie sich nicht, dass ich verschwinde. Denn ich bin hier und halte an ihrem Schmerz fest, damit er sich nicht weiter ausbreitet."

Ein einziger Griff. Jemanden festzuhalten. Ihn nicht aufzugeben.

So wie die Meisten wegschauen, wenn ein Bettler, um einen Taler bittet, wegen der Kälte schnauft, sogar dessen Hund, wegen des Hungers, nächtelang jault. 

Man gibt auf, um einem Hungernden zu helfen. Bittet darum, solch ein Schandfleck, von den Straßen zu werfen. Dorthin, zu dem Müll, wo der Dreck keinen mehr schert. 

Dankend den Leuten, in ihrem Reichtum. Wo man sich für Gott hält. 

Des Teufels Hörner. Wie eine Krone. Auf den Kopf stellt.

(Gewonnen.)


KAPITEL 8 - Elendes Schweigen

 
> „Wie es wohl von oben aussieht, wenn man nach unten blickt. Leuchtet es? Das Licht was mich wach hält? Ich sehe nichts...".

Tatjanas Gedankengänge, befassten sich hinsichtlich ihrer Situation, mit Fragen, die den Sinn des Lebens, in Stellung nahmen. 

Obwohl, Sie nicht wusste, ob es Nacht oder Tag ist. Oder allein nicht ansatzweise nachvollziehen konnte, wie lang der Zug überhaupt schon fuhr. Eine Ewigkeit, die die Unendlichkeit beschreibt. 

Wie Sie selbst aufnahm, schritt eine Person an ihnen vorbei, und machte Halt, um der Situation vertraut zu sein. 

> „Ist Ihre Tochter krank? Kann man was für Sie tun?",

fragte eine ältere Frau, mit einer krächzenden Stimmlage, den älteren Herrn, der fest an Tatjanas Hand hielt. 

Es blieb für einen Moment still. Der ältere Herr antwortete der fremden Frau nicht. Doch darauf sprach die Frau weiter und bot ihre Hilfe an. 

(Um dir die Hand zu reichen. Sich heimtückisch, anzuschleichen.)

> „Eine Decke. Ich denke Sie braucht eine Decke. Denn die Jacke allein hält Sie nicht warm. Es ist kalt und Sie friert". 

Obwohl ein Zeichen eines Passanten der seine Hilfe anbot, hochgelobt, zu sein scheinen Mag. Dies war gesellschaftlich anerkannt, dafür gab man seinen Dank. 

Doch eines war nicht dem treu, normalerweise bestand zu dem keine Scheu. 

Der ältere Herr antwortete der älteren Frau dennoch nicht, obwohl Sie sich erkenntlich machte, sich mit Tatjanas Qualen befasste. 

Als die Frau selbst, plötzlich anfing zu husten, ertönten Geräusche aus ihrer Richtung, als wäre jemand anderes noch bei ihr. 

Nach jedem ächzendem Atemgang, der Reiz, den Luftausstoß verursachte. War ein Kichern zu hören. 

Die Frau hustete, zugleich kicherte es.

Obwohl das Verhalten, verständlicherweise, darauf deutete, dass etwas mit ihr nicht stimmte. Reagierte der ältere Herr dennoch nicht. 

(Zwielicht.)

Er hielt Tatjanas Hand immer noch fest, und Sie selbst merkte, desto länger die ältere Frau in ihrer Nähe blieb. Er seinen Griff langsam festigte. 

Hätte Tatjana darauf reagieren sollen, der Dame eine Antwort zu geben? Sie selbst überlegte anfangs. Verhielt sich aber dem gleich, der Stille, wie der Mann die Situation verarbeitet. 

Die Dame erklärte, sie ziehe ihren Schall aus, und würde es befürworten, diesen unter den Kopf von Tatjana zu legen. Man hörte und spürte, wie sie ihr Kleidungsstück von ihrem Hals entwendete und langsam einen Schritt nach vorne machte. 

Der Handgriff vom älteren Mann festigte sich immer mehr. Als würde sich etwas anbahnen. Etwas Schlechtes, hinter dem Schatten sich zu ihnen wagen. 

Während die Dame sich näherte, ertönte wieder dieses Kichern. Nun aber konstant, nicht dem Hustenreflex entgegen. 

(Im Lachanfall. Den Verstand zermalmen.)

Es war einer Belustigung ähnlich, als würde man sich daran sehnen. Wie ein Wolf, dem verletzen Schaf zu begegnen. Das verletzte Bein, mit seinen Zähnen, an sich zu nehmen. Sich darauf gefasst machen, mit Biss, zu verarzten, denn der Wolf sorgt sich um dessen Gesundheit. Wohl dem, ein Leben ohne Leid, mit viel Segen. Nur ein Biss, und die Qualen sind vorbei. 

Umso näher die Frau kam, desto stärker fühlte sich Tatjana unwohl. Wie es schien, näherte Sie sich direkt zu Tatjana, ohne den älteren Mann anzusprechen, als wäre er nicht existent. 

Ihr Herz allein fing an zu pochen, und schlug, als würde die Wucht, ihren Brustkorb durchbrechen.

Ein Geruch zog durch die Lüfte, als würde eine Mixtur, aus Kot und Schimmel, vor Tatjanas Gesicht, spazieren. 

Tatjana selbst bekam keine Luft mehr, und die Angst vor der Gefahr, versetzte Sie in Starre, sodass Sie nicht mal ein Wort aus sich bekam. 

Darauf ließ der ältere Herr Tatjanas Hand plötzlich los, und das Gefühl der Todesangst, durchdrang ihr Leib. Schnitt ihr Herz in zwei Teile. 

(Sich der Wahrheit zu zeigen.)

> „Ich danke Ihnen, meine Dame für den Schall. Ich würde ihn selbst in meine Hände nehmen. Denn ich muss anmerken, ihr Zustand ist kritisch. Weswegen ich sie nicht bewegen möchte. In der Hoffnung, der Schmerz legt sich.", 

sprach plötzlich der ältere Herr, direkt zu der älteren Frau. 

Wieder bestand eine gewisse Stille. Die Frau antwortete nicht. Dann erklang eine andere Stimme, eines kleinen Kindes. Welches wie es schien, sich hinter der Frau befand, fest an ihrer Seite, ohne einen Mucks bestand. 

> „Oma, ich muss auf die Toilette.", 

merkte das Kind an. 

Nur waren davor für Tatjana selbst, die Schritte eines Kindes nicht zu hören. Man erkannte nur die Schritte von einer Person, bis die Frau selbst sich bemerkbar machte. Aber, dass die gesamte Zeit, ein Kind, sich hinter der Frau versteckte, und keinen Ton von sich gab, war für Tatjana mehr als nur unverständlich. 

(Schweigen und warten. Das Opfer verletzt sich.)

Trotz dessen, dass das Kind die ältere Frau nun selbst ansprach, antwortete die Frau nicht. Nun blieb Sie wie der ältere Mann davor, plötzlich still. 

Wie es schien, und Tatjana selbst, es von den Geräuschen entnahm. Zog sich die ältere Dame den Schall wieder an.

Während die Frau, den Schall, um ihren Hals umherzog. Sprach das Kind die Dame noch mal an, und bat dringend um eine Toilette. Nur dass bei dieser Aussage, etwas anders war. Das Kind sich merkwürdig benahm.

> „Oma, schneller. Ich muss mal, sonst werde ich weinen. Mama wartet auch schon. Du nutzlose alte Schachtel.", 

sagte der kleine Kerl, während er dabei noch kicherte. 

Wie es schien, gab die alte Dame keine Antwort von sich, und zog ohne ein Wort, mit dem kleinen Jungen einfach weiter. 

Tatjana fühlte sich allein, es erklang keine Stimme, sowie fehlte der Händedruck. 

In ihrem körperlich angeschlagenem Zustand, konnte Sie nicht mehr verständlich sprechen, versuchte aber ein Wort von sich zu geben. 

> „B... Bi... Bitte.", 

war das Wort, welches aus ihrem Munde, im Flüsterton, flog. 

In der Einsamkeit steigt die Frust und Depression. Hat sich das Leben, für einen selbst, überhaupt gelohnt? Es knirschte und knackste an ihrem Gewissen. Sie konnte sich dem nicht mehr zu wehr setzen. 

All dem standzuhalten, wieder in ein Loch zu fallen. 

Doch, der ältere Herr, als Fremder, als Einziger, in dieser Position. Wandte sich wieder zu ihr, hielt mit einer Hand, zuerst an ihrer Stirn. 

> „Ich sehe wie Sie sich zusammengezogen haben. Ihr Gesichtsausdruck, die Verzweiflung, an ihrem Leben nagt. Ich bin nicht weg, keine Angst mein Kind. Dein Leid, werde ich mit dir tragen. Bis die Qualen enden, und Lebensfreude, ich, in ihren Augen erkenne",

sprach der ältere Herr, und griff sich wieder Tatjanas Hand. Um ihr zu beweisen, allein, wird Sie nicht bleiben.


KAPITEL 9 - Leere Worte


 

>... (Es ist ein Klopfen zu hören. Als würde jemand gegen eine Tür schlagen.)

>...

>..., Ja... 

>... 

>...

>..., ich frage mal... 

>...

(Wie es wohl ist, die gesamte Zeit, allein zu sein. Nur die Nacht vor sich zu sehen. Die vollkommene Stille wird niemals vergehen. Irgendwie tragisch. Gehört das noch zum Leben?)

Welche Worte Sie nun zu setzen mag. Zu fragen, wie lang die Fahrt noch geht? Auf dass der Fremde, ältere Mann, nicht losließ. Ihre Hand hielt, solch gute Worte sprach, und dazu Vertrauen zeigte. Sich nicht weigerte, zu bleiben. 

Tatjana spannte ihre Lippen an, und versuchte einen verständlichen Satz von sich zu geben.

Sie sprach langsam und etwas leise. Dennoch gelang es ihr, ihn anzusprechen. Ihre Fragen, erkenntlich, anzusetzen.

> „Wieso... Wieso... sind Sie so?", 

fragte Tatjana den älteren Herrn.

> „Wie meinst du das mein Kind?", 

fragte der Herr entgegen.

> „Sie zeigen... (husten), so viel Einfühlsamkeit..., so viel Güte.",

Tatjana atmete etwas schwer, und machte kurze Pausen. Um ihre Worte klar auszusprechen. 

> „Sie müssten das nicht tun... Aber trotzdem... (leichtes husten), sind Sie hier. Warum all das, für eine Fremde? Ohne mich..., wirklich zu kennen."

Der ältere Herr, legte seine andere Hand, auf den Handgriff, zwischen ihm und Tatjana. Als würde er versuchen ihre Hand zu wärmen. Auf einer Art ihr zu zeigen, dass seine Absichten, nicht fremd seien.

> „Wo steckt der Sinn?",

fragte er im angenehmen und ruhigen Tonfall.

> „Welcher... Sinn?"

> „In Ihrer Frage."

> „Warum Sie so sind...? Möchte ich gerne wissen."

> „Würde eine Aussage von mir, wirklich Ihre Frage beantworten? "

> „Ich..., denke schon."

> „Wenn sich jemand um einen sorgt, und vieles dafür tut, dass es einem besser geht. Sollte man fragen warum er dies tut? Oder sollte man eher einfach nur Danke sagen. Den Gegenüber, auf Händen tragen? " 

> „Ich verstehe nicht ganz... Nur würde dies nicht jeder tun, dass was Sie tun."

> „Es ist fremd, einem die Hand zu geben, damit er wieder aufsteht. Aber Neid und Hass wird akzeptiert. Irgendwie, steckt es tief in einem drinnen. Man versteckt es nicht. Es verlässt einen nicht. Man akzeptiert es, so wie es ist, und fragt darüber nicht. Zuneigung und Tugend ist befremdlich, weil es die Wahrheit verdeckt, die hinter einem steckt. Doch das Wesen handelt richtig, aber weiss es selbst nicht. Lieber einfach, anstatt schwer auf der Kippe zu stehen. Denn keiner wünscht sich selbst Leid, des anderen Last. Die einen selbst noch zu Fall bringt. Wo besteht der Sinn darin, wenn man selbst nicht dem treu ist, was gewollt ist. Zu dem man sich fragt, wofür, wenn jeder versagt."

> „Ich kann ihnen..., nicht genau folgen. Entschuldigung...",

kommentierte Tatjana, schwach und gebrechlich.

> „Ich hatte selbst mal eine Tochter. Die es auch nicht verstand."

> „Sie hatten eine Tochter...?", 

fragte Tatjana interessiert, und folgte konzentriert seinen Worten.

> „Ja, ein Mädchen. Die es schwer hatte. Sich selbst damit nicht befasste, was in Zukunft, ihr Leben umfasste."

> „Ist Ihre Tochter gestorben?" 

> „Es war Selbstmord. Sie nahm sich das Leben und bat darum, ihr zu vergeben."

> „Sie ist gestorben...(husten)? Und Sie wissen dass Sie um Vergebung bittet?"

> „Ja... Ihren Fehler...", 

bejahte der ältere Herr, und diese kurze Aussage zog wie ein Echo, durch Tatjanas Ohren.  

> „Woher wissen Sie das?" 

> „Weil ich es in ihren Augen sah. Als Sie versuchte zu springen."

> „Sie ist gesprungen?"

> „Ja..., damit der Zug Sie mitnimmt."

Tatjana fühlte sich selbst angesprochen, und der Schmerz an ihrem Körper, ließ langsam nach. Ihr Schuldbewusstsein, die eigene Tat. Wie Sie ihren eigenen Willen, sich durchzusetzen. Ihr Kind, im Einverständnis, aus sich raus riss. Ihr Leben, wie das Handy, vor dem Krankenhaus. In die Tonne schmiss. 

Während Sie sprachen, merkte man es Tatjana an. Dass ihr Wortlaut, ihre gesamte Aussprache, sich stark besserte. Ihre Sehkraft, zurückgewann. 

Doch bevor Sie ihren klaren Blick erlangte. Stellte Sie noch eine Frage, um den Mann der ihr half und seine Geschichte, ihr erzählte. Bei seiner Antwort, ihm ins Gesicht zu schauen. Wie er darauf reagiert.

> „Wann ist das passiert, mit ihrer Tochter?"

Während der ältere Herr seine Antwort gab. Regenerierte sich ihr Sehvermögen, von Wort zu Wort.

> „Gestern Abend... Alleine im Regen... Sie wusste nicht... Was Sie tat... Dass mehr als nur ein Leben... In einer Nacht... Zerbrach...", 

waren die letzten Worte des alten Mannes. 

Tatjana konnte wieder alles vor sich sehen. Sie spürte eine gewisse Aura in ihrer Nähe. Doch es war niemand da, der vor ihren Augen stand. Der alte Mann verschwand. Vom Erdboden verschluckt. Oder er war nie da. Die Nerven angeschlagen. Gedanken. Als wäre die Realität, in einer Zeitschleife gefangen. 

(Ich komme immer wieder zu spät. Ich kann nicht gehen. Ich schwebe.) 

Als hätte Sie mit einem Geist geredet. 

Sie schaute auf ihre rechte Hand, wo der fremde Mann Sie festhielt. Sie fühlte den Nachdruck, dass jemand an ihrer Hand griff. Ihr war es bewusst und auch klar. Etwas war da, auch wenn Sie es jetzt, nicht vor sich sah. 

(Strahle nicht. Freude nicht in Sicht. Es versteckt sich im Licht. Es leuchtet so grell. Weil außerhalb. Die Bäume brennen.)Iiiuv


KAPITEL 10 - Die mich dahin treiben 


 
An einem sonnigen hell erleuchtenden Tag. Sodas die Sonnenstrahlen durch ihr Kinderzimmer schienen. Mit dreizehn Jahren. Dem Leben. Täglich begeistert. Wo die Last als Definition selbst, nicht mal in der Fantasie eines Kindes, existierte. Jede Hürde, mit der man spielte. Eine Tragödie im Nachhinein in Vergessenheit gerät. Man es selbst nicht bemerkt, wie stark ein Leben, dadurch geprägt. 

Sie wachte am Morgen auf, als ihre Mutter weinend ihr Zimmer betrat. Sich zu ihr ans Bett setzte. Sie dadurch aufwachte. Ohne Verständnis, zu dem Geschehen, was passierte. Wie denn auch, wenn man tief schlief. 

Sie hielt an ihrer Hand ganz doll fest. Küsste die Handfläche. Ihr Kind, das Aussehen einer Prinzessin. 

> „Mama? Warum weinst du?", 

fragte Sie schläfrig, während Mutter schluchzte. Die Tränen auf ihr Bettlaken tropften.

> „Weis... Weißt du..., mein Schatz. Ich wollte nur sehen wie du schläfst. Sehen. Dass du nicht aufwachst und hinfällst. Du gegen etwas prahlst. Der Morgen damit, dir dein Lächeln nimmt. Ich möchte nicht sehen, dass du traurig bist. Mein einziges Kind.", 

sprach ihre Mutter leicht stotternd, mit Tränen in den Augen.  

Im Kindesalter, solch Verhalten ihrer Mutter, war Sie nicht gewohnt. Ihr Vater war kein schlechter Mann, und vor ihr haben sich die beiden nie gestritten. Warum entstand dann diese Reaktion? Tatjana fragte, verstand aber den Inhalt der Antwort noch nicht.

> „Mama... Warum weinst du? Geht es dir gut?"

Ihre Mutter umarmte Sie, und küsste öfter hektisch, auf ihren Kopf.

Sie wusch sich die Tränen weg, fasste an Tatjanas Gesicht. Sie rieb an ihren Backen, und blickte lächelnd, auf ihr Kind. 

> „Egal, was passiert. Egal, was ich sage. Egal, wie oft ich dich nerve. Du darauf wütend bist, und mich anschreist...".

Tatjana konnte keine Aussage, auf irgendeiner Weise nachvollziehen.

> „Mama, warum sagst du das?"

Ihre Mutter schluchzte, und biss ihre Zähne, nach ihrem nächsten tiefen Atemzug zusammen. Als würde Sie versuchen, sich auf dieser Weise, zu entspannen.

Sie blickte während der Frage, nicht in Tatjanas Gesicht. Überlegte. Begriff dabei. Diese Information muss ich ihr mitteilen. Auch, wenn es schmerzt. Sie selbst, meine kleine Tochter, anfängt zu weinen. 

Sie streichelte über Tatjanas blondes Haar. 

Zart und vorsichtig. Als würde Sie das Kronblatt einer Blüte berühren. Mit Gefühl, und ohne viel Druck. Die Sanftheit, wegen ihrer Schönheit. Hoch und aufrecht. Ihre Zerbrechlichkeit. Stets vermeiden. 

(Die Sonne strahlt. Solang die Dunkelheit, sich nicht zeigt.)

> „Du musst verstehen... Tatjana... Im Leben, passieren Dinge. Gute und schlechte." 

Tatjana begriff die Ansprache nicht und fiel ihrer Mutter ins Wort, damit sie ihr zu verstehen gab, wovon sie überhaupt sprach.

> „Mama, ist mit Papa was passiert?" 

> „Nein Tatjana... Isabell... Isabell kommt nicht mehr rüber zum spielen", 

antwortete ihre Mutter, angespannt am ganzen Körper. Gebrochen und voller Trauer.

Tatjana wurde am ersten April geboren. Am selben Tag wie ihre Nachbarin und Kindheitsfreundin Isabell. Sie gingen in dieselbe Schule, verbrachten ihre freie Zeit stets zusammen. Zwei Freundinnen, ihr Zusammenhalt, vergleichbar, wie bei Geschwistern. 

Isabell besaß seit ihrer Geburt eine Herzkrankheit. Die Ärzte hielten an der Diagnose fest, dass sie keine fünf Jahre leben könnte. Doch sie lebte, bis sie mit dreizehn starb. Ein frohes und glückliches Leben, ohne Angst und Zumutbarkeit. Dem Kind, ihre Situation. Wie Steine, vor die Füße zu werfen, dass die Unschuld, sich nicht aus der Verzweiflung ernährt.

Damit umzugehen, solch Geschehnisse, einem Kind zu vermitteln, dass ihre Freundin nicht mehr lebte.

Tatjana verarbeite dies für eine Zeit lang, stillschweigend und allein. Sie redete mit ihren Eltern nicht. Verbarrikadierte sich im Zimmer. Verhielt sich wie ein Maulwurf, versteckt unter der Erde. Einsamkeit, verdrängte den Gedanken. Akzeptanz, veränderte die Welt für Sie.

Für Erwachsene schwer. Wie soll ein Kind damit umgehen? 

Die sensible Art, wie Sie sich sonst verhielt. Neugierig, zielstrebig. An allem interessiert. Schlussendlich. In ein Loch ohne Boden. Alles verfiel.

Ihre Schulnoten verschlechterten sich. Sie verhielt sich nicht mehr zurückhaltend, sondern sprang jedem ins Wort. Hauptsache, man folgte ihrem Ton, in jeglicher Diskussion.

Aussagekraft, egal ob Sinn oder Logik. Öfter hob Sie auch ihre Arme und schlug zu. Die Vernunft verflog. Von allem hatte Sie genug.

Die Kreise, in denen Sie sich aufhielt, in späteren Jahren. Bestärkten ihren aufgebrachten und aggressiven Charakter. 

Rauschmittel waren ihr nicht neu. Neue Freunde bestanden, als gut aussehende Dame, wie eine Schlange im Einkaufsladen.

Man stelle sich die Frage. Hatte Sie all dies, wirklich selbst gewollt? Der Verfall. Die Zuneigung, für Trends und materiellen Eigenschaften. Wichtig, man trug eine teure Tasche. 

Im Kindesalter war all dies nicht erwähnenswert. Nun galt all dies, mehr als lebensecht. 

Wie oft es dazu führte, dass der Konflikt mit sich selbst. Sie sich nicht mehr, als wirklich echt, fühlte. 

Niemand gab ihr zu verstehen, oder schenkte wahres Vertrauen. Man nahm Sie, wie Sie aussah. Vergriff sich. Tat ihr mehrmals auch weh. 

Tatjana verglich sich im erwachsenen Alter, mit einem leblosen Gegenstand. Verbraucht, und eigentlich für nichts Nütze. 

Sie dann noch schwanger wurde. Von einem, der in Wahrheit ein Niemand war. Er sich nicht um Sie scherte. Hoffte Sie verschwindet. Nach dem ersten Mal. In ihr drinnen.

Irgendwie, so seltsam es auch ist. Die wenigen Momente, dem Verfall, zu entrinnen. Die Stütze fehlte. Der Sinn des Lebens. Seiner selbst zu vergeben. Aufzustehen. Der Tatsache entgegenzutreten, dass es schmerzte. Sie sich deswegen versteckte. 

Seit dem Tod ihrer geliebten Freundin und Schwester. Niemand mehr da war. Der ihre Träume und Ziele verstand. Isabell die Eine war, die Tatjanas Gedanken, mit den eigenen, verankerte. 

Dieser fahrende Zug. Die Tat, damit ihr Leben vergeht. Es war zu spät. 

Der Gedanke an Isabell erschien. Als der alte Mann seine Geschichte erzählte. Vom Selbstmord seines Kindes. Seiner Tochter. 

Wobei er auch erwähnte. Er wisse, dass es ihr leidtat. Sie um Vergebung bat. 

Tatjanas Besinnung. Die Rückkehr ihrer Kraft. Nachdem Sie blind und gelähmt, ihr Körper aufwachte. Nun auch mehr in ihrem Verstand, den Weg zurück erlangte. Es wie ein Schwert, durch ihre Brust stach. Die Schuld, wegen all dem. Sie endlich. In sich sah. 

Denn mit der Tat, ihr Kind abzutreiben. Auf dem Gleis danach. Mit dem Zug, vom Wege abzuschweifen.

Sie es erst jetzt, wirklich verstand, dass Sie Jahrzehnte lang. Sich selbst nicht erkannte. Was in all der Zeit, tatsächlich mit ihr geschah. 

(Es ist nie zu spät. Es ist nie zu spät. Sich umzudrehen. Es vor sich zu sehen. Das wahre Leben. Das eigene Kind. In die Arme zu nehmen.)


KAPITEL 11 - Jeder Moment bedeutet 

 
> „Möchtest du, dass ich auf weißen Seiten schreibe oder auf schwarzen Seiten, dein Testament verkünde"?, 

sprach eine unbekannte Person.

Tatjana fühlte sich etwas betrübt. Erst eben erlangte Sie ihre Lebenskraft zurück. Der Mann, der ihr half, verschwand. Erinnerungen aus der Kindheit waren wieder da. Dazu sprach jetzt eine Stimme, die es davor noch nicht gab. Zornig und aufdringlich. Als würden Worte eines Richters, dem Schuldigen, das Ende verkündigen. Für das was er tat. 

Sie stand langsam auf, und schaute über die Sitzplätze, in Fahrtrichtung, sowie entgegen. Es waren ein paar Leute zu sehen. Doch jeder von denen verhielt sich eher bedeckt. In der Dunkelheit geborgen. Von keinem erkannte man die Gesichter. Entweder versperrte ein Hut, oder ein anderes Kleidungsstück, den Gesichtsausdruck. Bei manchen fiel ein Schatten, vor ihren Blick. Es war nicht machbar, jemandes Gesicht zu sehen.

Ihr war es klar und bewusst. Dem Grauen ist Sie noch nicht entkommen. 

Darauf bemerkte Sie vor sich, einen Mantel auf dem Boden liegen. Sie erinnerte sich. Der ältere Herr legte seine Jacke über ihren Körper, weil Sie am Zittern war. Sie war ihm dankbar und lehnte sich nach unten. Um den Mantel in die Hände zu nehmen.

> „Nimm nicht dem Gute, was ihr nicht wollt!", 

sprang die gewaltige, unbekannte Stimme, in den Raum.

Tatjana bekam den Mantel nicht zu fassen.

Es wirkte erschütternd, gleichzeitig bedrückend. Jedes Wort dieser unbekannten Person, brachte den Waggon zum Beben, sowie zogen sich die Schallwellen in Tatjanas Gehör, schmerzhaft. Dem Versuch, ihr Trommelfell zu zerstören.

Tatjana fiel auf ihre Knie. Sie hielt sich ihre Ohren zu, um den Druck des Schalls zu bewältigen. Viele unterschiedliche Aussagen warf das Unbekannte in den Raum. 

> „MEHR ZU HABEN! HEUTE KAUFE ICH DIR SCHMUCK, UND EINEN SCHÖNEN ROCK! GELASSEN MUSS MAN SEIN. LOCKER UND EINFACH! JEDEM DEN EINLASS! ZWISCHEN DEN SCHENKELN ZU GEBEN!".

Sie blickte mit zugehaltenen Ohren um sich herum. Die komplette Umgebung vibrierte. Es fiel ihr schwer, sich richtig zu bewegen. Überhaupt aufzustehen.

> „NICHT ICH BIN DAS PROBLEM! ES SIND DIE, DIE MICH ZUDEM GEMACHT HABEN! DESWEGEN BEFÜRWORTE ICH SCHANDTATEN! AN ALL DIE, DIE MEIN WOHL, NICHT VERTRETEN!".

Die Dinge, die passierten. Die Qualen, die Sie durchmachen musste. Der Schmerz, der niemals vergeht. Hatte es mit ihrer Gesinnung zu tun? Mit der Akzeptanz? Dass das was Geschehen ist, zutraf. Sie endlich, es sich eingestehen musste. Ohne eine Verneinung, mit den Problemen. Die Wahrheit zu nehmen, mit ihr zu leben. Um es auszusprechen. Den schmerzhaften, lauten Aussagen, entgegenzutreten. 

> „ICH VERBLEIBE AN DEINER SEITE! ZUDEM, ICH BIN NICH SO EINE! OB ICH MICH ERNÄHRE DURCH DES MANNES GLIED! ICH LIEBE DIE MUSIK! DIE BEIM VERGNÜGEN MIT DIR! AUCH BEIM NÄCHSTEN! WÄHREND DER NACHT SPIELT!"

Tatjana fokussierte ihre Gedanken, zu einem Geständnis. Um es auszusprechen. Dem endlich entgegenzusetzen. Die Dinge nicht zu verleugnen. Sondern sie zu bereuen. 

> „JA!", 

antwortete Tatjana lautstark.

> „JA! JA!.... JA!......"

In ihren Gedanken sammelte Sie alle Erinnerungen auf. All die Dinge, für die Sie die Schuld trug. Dinge, wo Sie sich ihr Leben lang, selbst schadete. Die Tatsachen verweigerte, sich selbst anzusehen. 

Tränen flossen während Sie die Dinge aussprach, die ihr nach all der Zeit, zur Last fielen. Sie nie die Möglichkeit erhielt, es jemanden zu beichten. Es endlich reichte. 

> „Ich hab mich all dem hingeben! JA!.... Ich hab denen vertraut, die mich wahrlich zersägten! JA!... Ich habe mein einziges Kind! Mein Dasein, aufgegeben und versucht mich umzubringen! Weil ich dumm bin! Nie für mich einstand! Mir selbst zu vergeben! JA!...

... ... ... 

Die schmerzhaften Schallwellen des Unbekannten, lösten sich, und nur die Stille, zeigte sich aus. Der Moment, wo Sie nur sich sah, bestand. Allein und zuversichtlich, es endlich zu beenden. Egal wie hoch die Strafe nun sein mag. Für Tatjana, könnten die Qualen, über allem stehen. Denn die Wahrheit für sich selbst kann Sie sich eingestehen. Egal, ob ihr Leben nun vergeht. 

> „Es tut mir mehr als nur Leid. Ich nehme all den Schmerz auf mich auf. Soll es alles aus mir aussagen. Meine Essenz. Meine verlogene Liebe. Meine Lügen. Mein Betrügen. Bei denen, die ihr Herz mir gaben. Ich verleugne die Dinge nicht. Ich will nichts mehr verneinen! ZU ALL DEM NICHT NEIN SAGEN! NIE MEHR WEGLAUFEN! ES NIE WIEDER ABSTREITEN!"

Sie ließ ihren Gefühlen freien Lauf, und trauerte um sich selbst. Wie oft Sie sich selbst erniedrigte. All die Hürden, selbst errichtete. Sich selbst vernichtete. 

Sie bemerkte selbst nicht mal, dass der Zug nicht mehr fuhr. Er sogar anhielt und die Schiebetüren, sich öffneten. 

Sie atmete erst mal aus. Kroch auf einen der Sitzplätze vor sich, und verschränkte die Arme vor ihrem Gesicht. Die Beine zog Sie hoch, sodass sich ihre Schuhe auf der Sitzfläche befanden. 

Sinnbildlich, wie ein trauriges kleines Mädchen, saß Sie allein in diesem Zug. Behielt den Augenblick für sich. 

Jede verlorene Träne. Ausgepresst, um das Gewissen zu reinigen. Den Dreck und den Schmutz. Der Teil, der nicht mehr „Mein" sein wird. 

(Verzeihen. Es liegt so schwer. Desto schwieriger es in Wahrheit ist. Weißt du am Ende. Wer du in Wahrheit bist.)

Irgendjemand näherte sich Tatjana. Schritte in ihre Richtung. Vom mittigen Gehweg aus. 

Tatjana schaute nicht vor sich. Hörte aber, dass jemand ihr entgegenkam. Dabei summte diese Person. Im Rhythmus. Eine Melodie. 

Dann blieb jemand vor ihr stehen, und betrachtete ihr Verhalten. Kam ihr immer näher. Der Atemhauch war für Tatjana spürbar. 

> „Hey du. Geht es dir gut?", 

fragte die Person, dessen Stimme, einen seidenhaften Klang besaß. Zärtlichkeit und Einfühlsamkeit, aus ihrem Munde. Tatjanas Sinne, berührten. 

Für Tatjana schien es wieder nur Schein zu sein. Sie hervorzulocken. Ein weiterer Versuch ihren Verstand, aus ihrem Körper zu reißen. 

Sie zeigte der Person keine Zuneigung. Auch, wenn die Stimme einem Engelsgesang entsprach. 

Doch schien die Person sich nicht von Tatjana zu entfernen, sondern wartete und bat um eine Gegenreaktion.

> „Warum siehst du so traurig aus? Ist dir etwas schlimmes passiert? " 

Tatjana wollte nur noch Abstand gewinnen. Antwortete direkt und ohne jegliche Aufforderung, um eine Unterhaltung zu führen. 

> „Bitte, lass mich für den Moment allein.", 

sprach Tatjana leicht verzweifelt und abweisend, zu der Person gegenüber.

> „Ich kann es nachvollziehen, wenn jemand seine Zeit allein verbringen möchte. Doch habe ich nur eine kleine Frage an dich.", 

sprach die Person, mit ihrem einzigartigen, harmonischen Tonfall.

> „Gehst du dann. Verschwindest du danach auch, wenn ich dir deine Frage beantworte?" 

> „Ja, denn ich möchte dich keineswegs stören. Dich in Ruhe lassen. Damit du dich mit deinen Sorgen befassen kannst." 

Tatjana öffnete ihre verschränkte Haltung und bat die Person um dessen wichtige Frage, damit diese endlich verschwindet.

Erst starrte Sie bedrückend, sowie angespannt auf das Gesicht, welches sich nicht abschütteln ließ. 

Sie sah diese einfühlsamen Augen vor sich. Das weiße Kleid, einer bezaubernden Fee. Ihren Schulranzen, den Sie auf den Schultern trug, auf dem Sterne und Pferde abgebildet waren. Sowie die gewaltige Schultüte, für den ersten Tag der Einschulung. 

> „Also, ich suche mein Tagebuch. Auf dem Buch befindet sich eine grosse Aufschrift. „Tagebuch von Prinzessin Isabell. Zukünftige Königin vom Sternen-Land." 

Tatjana fiel vor dem kleinen Mädchen, mit weit offen Augen, welches vor ihr stand, auf ihre Knie.

Es war von Anfang an Isabell. Diesen Namen. Die Erinnerungen ihrer Kindheit. Die sich in Sand auflösten. Weil sie nicht mehr existierte. Nie mehr wieder kam, um mit ihr zu spielen. 

Ihre einzige wahre „Schwester". Die man ihr wegnahm. Sie sich nicht mal verabschieden konnte. Sie es aber so sehr wollte.

(Wie eine Erinnerung. Das gesamte Leben formt.)


KAPITEL 12 - Bei dir zu sein 

 
Wie sie einfach aus dem Nichts, vor ihr trat. Sie neugierig ansprach. Um zu wissen, wo ihr Tagebuch liegen könnte. Sie war wie früher, voller Freude und Lebenslust. So sehr verspielt. 

„Unter der Decke haben wir uns versteckt. Uns Gruselgeschichten vorgelesen. Davor eine Taschenlampe vor dem Gesicht gehalten.- "  

„Wie oft meine Mama meckerte. Sowie ihre Mama. Weil wir immer so lange aufblieben. In Malbüchern. Die Landschaften und Ponys. Wie zwei Irre im Wahn. Ausgemalt haben.-"

„Im Kindergarten, uns eine Küche gebaut haben. Aus Sand und verschieden Spielzeugteilen. Auch mit den Jungs gespielt haben. Zu denen waren wir meistens frech.-"

„Als ich mich im Sportunterricht verletzt hatte. Brachte Isabell ins Krankenhaus, ein neues Puppen-Set von Mädchen&Mädchen, für mich mit. Für Barbie hatten wir damals nicht genug Geld. Wofür den auch. Es geht ums Leben.-" 

„An ihrem Geburtstag, sowie meinem. Haben wir mit ihrer Mutter, eine Torte gebacken. Eine Kirschtorte. So wie wie es mochten.-"

„Wir beide träumten von der Zukunft, ziemlich gleich. Hauptsache glücklich zu sein.-"

„Es gab so viele Dinge. So viele, unendlich viele Momente. Man bräuchte Jahre um sie aufzuzählen.-"

„Mit ihr fühlte ich geborgen. Hatte keinerlei Sorgen. Denn sie war da. Eine wahre Schwester. So wie ich für sie immer bereitstand. Ich bin ihr so sehr dankbar, dass sie gelebt hat.-"

„Möge man sich vorstellen, wenn wir beide älter wären. Sie Kinder hätte, sowie ich selbst auch. Zugesehen hätten. Wie unsere Kinder erwachsen werden. Ihr Träume verwirklichen. Sie sich nicht vom falschen Einflüssen, irritieren. Weil wir da wären. Zur Seite stehen. Niemals zulassen würden das jemand geht.-"

„Dieses kleine Mädchen was vor mir steht, obwohl sie in Wahrheit nicht mehr existiert. Sie so viel mir gegeben hat. Ich nicht mehr hingesehen habe. Mir gezeigt hat. Bei einer Verbindung, über dem Leben hinaus. Die Ewigkeit, wirklich bestand.-"

„Sie ist in allerlei Hinsicht so bezaubernd und wunderschön. Weswegen ich meine Augen von ihr nicht wegbewegen kann.-"

„Ich zittere und bin nervös, wenn ich Sie berühre. Sie sich auflöst. Ich Sie nie wieder mir ansehen könnte.-"

„Ich habe Angst, dass sie verschwindet, wenn sie meine Worte irgendwie falsch interpretiert.-"

„Doch, auch wenn dies geschieht. Ich muss es ihr sagen. Das Einzige, was mich mein Leben lang plagt.-"

Tatjana starrte der kleinen Isabell ins Gesicht. Dem unschuldigen Wesen. Als würde man einem Engel ins Gesicht sehen. Auf ihre kleinen Hamsterbacken. Ihr dunkel, funkelndes Haar.

Von der einfühlsamen Betrachtung her. Ihr weißes Kleid. Engelsflügeln gleich. Die ihren Körper umschlossen.

Auch, wenn es nur der Schein sein mag. Die Schönheit, in Flammen aufgehen könnte. 

Eine Illusion, alles zerstört. 

Gab Tatjana ihre Worte ab. Ihr, das eine zusagen. Um danach, nie mehr zu versuchen Sie zu vergessen. Weil Sie, genau dies. Es ihr nie sagen konnte. Sie sich selbst dafür schämte.

Sie lehnte sich mit ihren Armen am Boden ab. Gebückt. Zog ihren Blick nach unten. Als würde sie betteln. Um eines bitten. Ihr zuzuhören. 

Sie schluchzte. Ihre Tränen fielen. Ebenso, wie außerhalb der Regen. 

Somit sprach Sie das eine an. Gab Ihre letzten Worte ab. Das allerwichtigste endlich auszusprechen. Vor der Person. An die Sie jeden Morgen. Nach jeder Nacht. Anfängt zu denken. 

... ... ... 

„Ich wollte nie, dass du gehst...-" 

„Ich wollte nie, dass du weggehst...-"

„Ich konnte nicht weinen, als du gegangen bist...-" 

„Ich konnte nicht fühlen. Fühlen, dass ich dich vermisse...- " 

„Du wurdest mir entrissen. Mir weggenommen...-"

„Deswegen habe ich angefangen sie alle zu hassen. Jeden, einfach jeden...-"

„Weil sie dich von mir nahmen. Ohne mich zu fragen!-"

„Du hast mich nicht mal gefragt, ob du gehen darfst!-"

„Du hast es mir nie gesagt. Niemand hatte es mir gesagt.-"

„Sie nahmen mir damit mein Leben. Dein Leben.-"

„Dein Leben, war für mich wie mein Leben.-"

„Ich habe mich gehasst. Nichts getan zu haben. Dir nicht geholfen zu haben.-"

„Deswegen musste ich dich vergessen. Einfach nur vergessen.-"

... ... ... 

„WEIL ES WEHT TAT, DASS MEINE EINZIGE SCHWESTER STARB!"

Gebrochen und hilflos. Voller Trauer und Verzweiflung. Fiel Sie mit dem Oberkörper auf den Boden und weinte. 

Tatjana konnte Isabell nicht ansehen. Sie konnte ihren Taten nach. Ihrer Verachtung, an ihrer Person selbst. Nicht mal mehr den Namen aussprechen.

Auch wenn Isabell plötzlich nicht mehr vor ihr stehen würde. All dies wieder eine Täuschung wäre. Würde Tatjana nicht mehr aufstehen. 

Lieber sterben. Um sich selbst, nie mehr wieder anzusehen.

Isabell bückte sich runter und legte ihre rechte Hand auf Tatjanas Schulter. 

Sie näherte sich mit ihrem Kopf an Tatjanas linkes Ohr und sprach. 

Ihr Klang, Himmels-gleich, dieser Gesang. Melodisch sowie ikonisch.

„Es tat weh. Zu gehen. Dich nie wiederzusehen.-" 

„Es tat weh. Zu sehen, wie du lebst. Unmöglich damit umzugehen.- "

„Ich sehe dich als erwachsene Frau. Bildhübsch.-"

„Die meinetwegen es nicht konnte. Mit sich selbst zu leben.-"

„Du weinst vor mir, obwohl ich alle Tränen längst vergab.- "

„Damit du nicht siehst, wie die Tränen an mir fallen.-"

„Du deswegen, meinetwegen noch weinst.-"

„Bitte..., ich bitte dich..., weine nicht.-"

„Denn ich will dich nicht traurig sehen.-"

„Meine Schwester. Liebe dein Leben.-"

„Ich werde immer, an deiner Seite bestehen.-"

„Niemals von dir wegtreten.-"

„Bei dir sein. Hier sein.-"

Die Körperstatur von Isabell veränderte sich, innerhalb einer leuchtenden Aura. 

Tatjana bemerkte dies nicht. Sah die Person nicht an, die nun vor ihr stand. Einen Kuss auf ihrem geneigten Kopf, hinterließ. 

„Steh auf Tatjana, ich kann dich nicht weinen sehen", 

sprach eine zärtliche, erwachsene Stimme.

Tatjana zog langsam und vorsichtig, ihren Kopf nach oben. Um vor sich zu schauen. Wer auf einmal mit ihr spricht. Aus dem Nichts. 

Sie sah eine größere, schwarzhaarige Person vor sich. In einem weißen Kleid. Die Körpergröße, ihrer gleich. 

Sie stand langsam auf. Blickte auf Kristall-funkelnde, blaue Augen. 

„Siehst du mich Tatjana. Mein wahres ich vor dir.-"

„Ich bin stets mit dir gealtert, und war nie fern all die Jahre.-"

„Auch wenn du mich nicht sehen konntest.-"

Isabell hob ihren linken Arm, und wusch die Tränen mit ihrer Hand, von Tatjanas Gesicht weg. 

Tatjana schluchzte leicht dabei. Griff an Isabells Hand. Schloss ihre Augen und fühlte die Wärme. Die aus Isabells Körper strahlte.

„Hör also bitte auf zu weinen.-"

„Ich bin da, stets an dir nah.-"

Tatjana sprang darauf mit offenen Armen, auf Isabells Oberkörper. Umklammerte sie. So fest. Keine Chance, dass Sie loslässt. 

Isabell streichelte mit ihrer freien rechten Hand, über Tatjanas blondes Haar und musterte Sie. Wie schön Sie doch ist.

Dabei erwähnte Sie eines der Dinge. Die auf Tatjanas Schultern am schwersten lasteten. Sie etwas ansprach. Somit die Last, von ihren Schultern nahm.

Durch diesen einen Satz. Der in allem und ganzem. Die Fessel der Schuld, vollkommen zerbrach. 

„Deine Tochter.-"

„Wird genau so eine Schönheit, wie du sein. Ihre Mutter.-"

„Der schönste und wunderbarste Mensch.-"

„Dem ich für alles danke. Für die dreizehn, wundervollsten Jahre meines Lebens."

(Bedauere, dass ich mich daran sehne dir den Schmerz zu nehmen. Durch all die Qualen deines Lebens.)



KAPITEL 13 - Mich zu verstehen 


 
An dem Moment angeknüpft. Das letzte Mal auf Wiedersehen zu sagen. Wandelte sich der Augenblick, in die eine Erinnerung um. Wo sie beide nach Hause gingen. Nach der Schule. Während des Weges planten, wie sie ihre Freizeit verbringen.

> „Tatjana kommst du heute rüber? Mein Papa hat einen Pool aufgebaut, während den Gartenarbeiten.", 

sprach Isabell an, während die Sonne so hell schien. Keine Wolke das Licht verdeckte. Der Gehweg funkelte. Als würden sich zwischen den Bodenplatten, kleine Kristalle befinden. 

> „Meine Mama wollte heute Einkaufen fahren. Mich mitnehmen, damit ich neue Kleider anprobiere. Komm du morgen doch vorbei, dann schauen wir. Bring deinen Hund auch mit. Dann hat mein Kater auch jemanden zum spielen.", 

antwortete Tatjana lachend mit einem Augenzwinkern. Leicht geblendet vom hellen Sonnenschein. 

> „Das würde auch passen. Dein Kater ist so gross wie mein Wauchen."

> „Isabell, was hast du überhaupt für ein Bild im Kunstunterricht gemalt? Ich sah dich und deine Eltern. Aber der Ort wo ihr wart, ist mir gar nicht bekannt gewesen. Irgendwo am Strand?" 

> „Tatjana du Dussel. Hast du es vergessen? Du warst auch dadrauf abgebildet. Der eine Tag an unserem zehnten Geburtstag am Strand." 

> „Ah, deswegen war das Bot im Hintergrund abgebildet. Das war bis jetzt mein schönster Geburtstag gewesen."

> „Ja, meiner auch. Deswegen hab ich das Bild auch gemalt. Um den besten Tag festzuhalten, den wir zusammen hatten." 

> „Dafür wirst du bestimmt die Note eins erhalten." 

> „Nicht nur ich. Auch du. Wir sind beide drauf." 

Plötzlich stieß Tatjana mit ihrem Fuß gegen einen Gegenstand, der auf dem Boden vor ihr lag. 

Sie schaute nach unten vor sich. Ein Buch, welches Sie in die Hände nahm. Begutachte. Den vorderen Buchdeckel, dessen Aufschrift, vor ihren Augen hatte.

Darauf stand „Prinzessin Isabell – Zukünftige Königin vom Sternen-Land".

Tatjana bemerkte nicht, dass Isabell weiterging, nicht stehen blieb. 

Sie schaute um sich. Am Ende des hell leuchtenden Gehwegs.

Das Licht am Ende, leuchtete so grell, dass Sie Isabell nicht mehr sah. Sie hinterher rief. Wo diese sei. 

> „Isabell, wo bist du? Ich kann dich nicht sehen. Es leuchtet auf dem Wege entlang so sehr, dass ich einfach nichts mehr erkennen kann.", 

sprach Tatjana an, geblendet durch das Licht.

Obwohl, Sie Isabell nicht sehen konnte. War diese aber zu hören, und sie antwortete ihr. Einfühlsam, die letzten Worte, die sie von sich gab. Tatjana darauf weißte, sich keine Sorgen zu machen. 

> „Ich bin hier vorne. Bei dir. Warte auf dich. Keine Angst. Wenn du wegen dem hellen Sonnenlicht nichts siehst." 

Tatjana zog weiter nach vorne, in den Händen das Buch. Auch wenn Sie nicht klar erkennen konnte, wohin Sie ging. Sie folgte Isabells Stimme. Hoffte, Sie befinde sich noch auf demselben Pfad, auf dem sie beide gingen.

> „Isabell, es ist so unfassbar hell. Warte auf mich. Ich habe dein Tagebuch gefunden. Es lag vor mir auf dem Boden." 

Tatjana schritt weiter der Lichtquelle entgegen. 

Der Leitfaden der Einigkeit. Zusammen stark zu sein. Die letzte Erinnerung, wo sie sich beide sahen. Das Ende, durch die Trennung eintrat. Wobei sie nie wahrlich von ihr ging. Im Schein des Sonnenlichts auf Sie wartete. Auch, wenn sie selbst nicht zu erkennen war. Sie immer, seitdem sie starb. Sie sich an ihrer Seite befand. Ihr dankte, für die dreizehn unvergesslichen Jahre. 

(Das Mädchen, mit dem unvergesslichen Namen.) 

Der grelle Schein löste sich langsam. Tatjana befand sich liegend auf einem Bett. In einem Zimmer. Die Tapete war weiß. In Kombination mit dem grellen Licht. War es für den Anfang für Sie selbst schwer zu erkennen, wo Sie sich genau befindet. 

Ihr Blick war verschwommen. Sie erkannte einen Schlauch an ihrem Arm, der an einem Beutel, an einer Stange, in ihrer Nähe hing.

Am Ende vom Bett lag ein dunkles Kleidungsstück. Was für Sie einem Mantel glich. 

Auf der Fensterseite des Zimmers befand sich ein Stuhl und ein Tisch. 

Es saß eine dunkelangekleidete Gestalt, die eine Art Zeitung in den Händen hielt. Sie faltete die Zeitung zusammen als sie selbst bemerkte das Tatjana ihren Kopf in dessen Richtung bewegte. 

Tatjana wirkte nervös und ängstlich. Wieder an einem unbekannten Ort, angekommen zu sein. 

Sie bewegte ihren ganzen Körper, und griff mit ihrer Hand, an dem Schlauch. Ihr kam nur in den Sinn zu fliehen. Nicht wieder einer psychischen Tücke zu verfallen. 

Doch wie es schien, war diese Gestalt ihr nicht fremd. Die Stimme. Sie erkannte ihn sofort. Der alte Mann. Der ihr als einziger half. Ihr erzählte, dass seine Tochter starb. Sie ihn nicht vergaß. Als er sprach.

> „Mein Kind, du scheinst wach zu sein. Ich hoffe, du bist dem nicht mehr träge. Den Qualen verfallen. Es tut mir Leid." 

Der angegliederte, harmonische Tonfall. Der Güte nahe. Er genau vor ihr steht. Um Verzeihung bittet. In welch Leid Sie man ritt.

> "Sie sind es...  Doch ihr wart plötzlich verschwunden...", 

sprach Tatjana etwas verwirrt und müde.

> „Ich konnte nicht. Obwohl verantwortlich dafür. Um dir zu zeigen. Was Schweigen bedeutet. Als würde man sich selbst häuten. Seine Sinne betäuben. Zu entgehen, der Wahrheit zu entfliehen." 

> „Was... Was... War dies überhaupt...? Alles nur ein Traum? ", 

fragte Tatjana.

Der ältere Herr griff sich den Mantel und zog einen Gegenstand aus der Seitentasche heraus. 

> „Tatjana. Sei die Mutter. So wie deine Mutter. Dem hingeneigt, welch Träumen du und deine Schwester folgten. Ihr zwei, ein Leben teilt. Dem Gefallen, bei Sinnen zu bleiben. Untaten, die dich zu mir brachten. Mir gezeigt haben. Welch Bedeutung es hat, zu bereuen. Die Kraft sich errichtet. Die Sicht auf die Richtung. Der Weg, standhaft zu sein. Zu verstehen, auf welcher Seite man bleibt." 

Er hielt ein Buch in seinen Händen, welches er vorsichtig auf Tatjanas Bauch legte. Mit den Fingern leicht über dem Buchdeckel streifte. Als würde er ein Gefühl für dieses Werk besitzen. Es wertschätzen. Welch Bedeutung es besaß. 

Tatjana ahnte schon, um welches Buch es sich handelte. Nahm dieses Werk in ihre Hand. Legte es auf ihren Brustkorb. Schloss ihre Augen, mit einem Lächeln im Gesicht. 

Ihre Augen tränten leicht. Sie wollte ihm danken.

Als Sie ihre feuchten Augen wieder öffnete, konnte Sie alles klar vor sich erkennen. 

Der ältere Herr war nicht da, sondern jemand anders. Er, vor dem Sie dies nicht erwartete. Sie eher dachte, dass er floh. Der Mann, der Sie schwängerte. Er sich ans Bett setzte. Wo er sah, dass Sie ihre Augen öffnete. Er Sie darum bat, ihm zu verzeihen, dass er nicht da war. Sie soll das Kind nicht abtreiben. 

Er selbst fing darauf an zu weinen. Griff an ihrer Hand. Flehte Sie an, bei ihm zu bleiben. 

Diese Worte, waren die, die es bezeugten, dass er es bereute.

> „... Ich bedauere, dass ich mich daran sehnte..."



 

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