Lena Kelm

Wareniki

Ich würde meinen türkischen Nachbarn Wareniki anbieten. Wie nah sich unsere Esskulturen doch sind! Vielleicht würden sie dann etwas mehr deutsch sprechen und wir stellten fest, wie ähnlich wir uns in vielen Bereichen des Lebens sind, besonders der Gastfreundschaft.

Als mich eine kurdische Familie besuchte, meinte der Familienvater verblüfft: „Oh, du bist Kurdin!“, als er den reich gedeckten Tisch sah. Bis dahin glaubte er, dass ausschließlich Kurden für ihre Gäste mehrere Gerichte zubereiten. Wir fanden im Laufe der Unterhaltung immer neue Gemeinsamkeiten in unserem Verständnis von Menschenwürde, Respekt vor Älteren, der Hilfsbereitschaft in der Familie und Nachbarschaft. Ihre indo-europäische Sprache weist Gemeinsamkeiten mit der Russischen auf. Danke heißt auf Kurdisch: Spaß, auf Russisch: Spassibo, Ehefrau im Kurdischen: Shen, im Russischen: Shena.

Im Gespräch erfuhr ich mehr über die kurdische Geschichte, und dass sie in der Türkei ihre Sprache nicht offiziell gebrauchen dürfen und sie nicht in der Schule gelehrt wird. Ihre Nationalität ist im Pass als Türkisch eingetragen. In der Sowjetunion wies mein Ausweis mich als Deutsche aus. Ab 1956 durfte ich meine Muttersprache im Schulunterricht lernen und diese später auch unterrichten.

Meine angebotenen Gerichte kamen bei meinen kurdischen Gästen sehr gut an, waren fast identisch mit ihren Nationalgerichten. Sie nannten meine Wareniki Manty.

Wareniki ist ein ukrainischer Begriff. Unter diesem Namen kannte man sie auch in Kasachstan. In Polen heißen sie Piroggen, in Italien Ravioli, in Deutschland Maultaschen.

Rezept

½ GL Mehl für die Arbeitsfläche

2 EL Butter

1 Becher Schmand, Saure Sahne

Bereiten Sie einen Teig wie für Pelmeni. Wareniki werden im Gegensatz zu Pelmeni als Halbmond geformt. Auf den ausgestochenen runden Fladen ein 1,5 TL Füllungen setzen, z.B. Kirschen, Beeren, süßem Quark oder herzhaft mit Sauerkohl, Pilzen, Reis, Frühlingszwiebeln, Stampfkartoffeln, Frischkäse und Kräutern. Den gefüllten Fladen zusammenklappen, am Rand fest mit den Fingern zudrücken. In das gesalzene kochende Wasser geben; kommen sie an die Oberfläche, zwei, drei Minuten kochen lassen – fertig! Mit der Schaumkelle herausnehmen, abtropfen lassen und sofort in eine Servierschüssel mit Butter geben, abdecken. Die Wareniki gut „durchschütteln“ bzw. in Butter schwenken, damit sie nicht zusammenkleben!

Wareniki kommen heiß auf den Tisch und werden ursprünglich mit Schmand serviert. Sie können zu der herzhaften Variante Ihren beliebten Dip nehmen. Wareniki wurden meistens zu Mittag gegessen, aber auch am Abend in der Pfanne angebraten.

 


 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 23.06.2021. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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