Dieter Kamensek

Vollmond

Vollmond, Sternenhimmel, erkennbare Galaxien und die hellen Felder der Sternennebel. Umgebende Faszination eines alten Steinkreises. Bäume, alt, voller Zauber und Magie recken sich in den Himmel empor. Dunkelheit im Blätterdach. Leise Geräusche und lauer Wind um mich herum.
Geheimnisvolles Wispern und flüchtige Schatten. Das weiche, saftige Gras breitet sich unter mir wie eine Decke aus. Die Schatten des silbernen Mondes malen faszinierende Bilder.
Ich spüre – trotz der Dunkelheit, des Alleinseins, trotz der weiten Ferne zu anderen Menschen – keine Furcht. Angelehnt an einem Baum der die Steine zu bewachen scheint, döse ich dahin. meine Augen sind nicht ganz geschlossen- ein kleiner Spalt breit sind sie geöffnet, so dass ich erahnen kann was um mich herum passiert.
Freude und Harmonie, ein Gefühl der Gleichgültigkeit und des Glücks erfüllen mich zur gleichen Zeit.
Nun schließe ich meine Augen – denn ein Duft der schönsten Blumen betört mich und erfüllt mich mit dem Gefühl der inneren Liebe.

Eine Hand berührt meine Schulter – leicht und sanft, lieblich. Ich öffne die Augen und noch immer ist die Nacht durch die silberne Himmelsscheibe in ein Licht der Mystik getaucht. Ich blicke auf die Hand auf meiner Schulter.
Bleich und zart, wunderschön und ebenso silbern wie der Schein des Mondes offenbarte sich mir der Anblick. Mein Blick wandert weiter der Hand, den Arm entlang, der sich graziös und wohlgeformt darstellt. Schließlich sehe ich ein Gesicht von einer scheinbaren Vollkommenheit, mit Augen, die dem tiefen, mystischen Wald gleichen, Lippen die wie volle Blütenblätter in einem lieblichen rot erscheinen, Haare, wie goldene Seide glänzend in der Pracht des Mondes.
Ihr Mund lächelt frei, sorglos, ungezwungen und gibt ihre Zähne, die wunderschönen Perlen gleichen, meinen Blicken preis. Ein Blumenkranz auf ihren Kopf lässt sie wie eine Elfe erscheinen.
Alles an ihr ist zart, voller Grazie und Anmut. Ihren Körper bedeckt nur ein Stück Stoff das einem Spinnengespinst gleicht! Ich sehe ihre Brüste, sie heben und senken sich mit ihrem Atem, sie sind so lieblich zart, ich sehe ihren Bauch, ich sehe ihren Schoß. Sie kennt keine Angst oder Scham. Diese fremde Frau erscheint mir so kindlich unbefangen, frei und losgelöst, so lieblich und süß dass ich nicht umhin kann als sie küssen zu wollen.
Kindlich verspielt entflieht sie und lockt mich – einem Tanze gleich – zum alten Steinkreis. Mein Herz freut sich, wie in meinen weit entfernten Kindertagen, meine Gedanken lösen sich auf wie der Nebel in der Sonne. Ich spiele mit ihr und laufe umher. Ich entkleide mich, um alles Banale loszulassen, mich so frei zu fühlen wie einst als kleines Kind im Sommerregen.
Ich laufe mit ihr, höre ihr wunderschönes, feines Lachen das dem lieblichen Glucksen einer kleinen Quelle gleicht. Ich fange sie ein und berühre mit meinen Lippen die ihren. Als ich ihre Lippen berühre ist mir, als koste ich die Süße des Lebens, der Freiheit, der Harmonie. Sie sieht mich an und ich versinke in ihren Blick, ich spüre ihre Haut die mir als wie feinste Seide erscheint. Ich küsse sie und spüre mein Verlangen nach ihr. Behutsam streichle ich ihren Körper, ihr Haar. Zeitverloren liebkosen wir uns. Meine Zunge erforscht sie, liebkost sie, entdeckt sie. Meine Hände bedecken sie, erkunden ihre Formen, berühren sie. Ihre Hände geben mir Geborgenheit, Lust und Hingabe, ihr Mund bringt mir Freude und ihr Schoß die Erfüllung. Ohne Worte, ohne Hast oder Eile. Sphärenklänge im Rausche der Sinne, Umgebende Natur, Geheimnisvolle Fremde in lauer Nacht. Höchste Erfüllung für Körper und Geist. Mehrmalige Freuden im Taumel der Hingabe. Nichts ist mehr Wichtig, nichts außer ihr kann jemals für mich mehr wichtig sein!

Ich öffne meine Augen. Angelehnt an einem Baum der die Steine zu bewachen scheint, war ich eingeschlafen. Geträumt den Traum der höchsten Erfüllung. Ich versuche mich aufzurichten, da bemerke ich den Blumenkranz in meiner Hand

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 29.06.2021. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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