Irene Rabenbauer

Charlottes Schicksal

„Nein, bitte nicht! Verschon‘ mich bitte. Nur dieses eine Mal!“ Charlotte flehte um Nachsicht, aber alles Bitten und Betteln nutzte nichts. Damian näherte sich ihr unaufhaltsam. Wortlos ließ Charlotte alles über sich ergehen.

Nach wenigen Minuten war alles vorüber. Damian verließ den Raum und Charlotte war wieder allein in dem feuchten, dunklen Raum. Ängstlich verkroch sie sich auf die modrige Matratze, die mitten in dem winzigen Kabuff platziert war. Für die nächsten Monate sollte dies wieder ihr Hauptaufenthaltsort sein.

Damian kehrte zurück zu seinen Kumpels. Ihm war nicht wohl in seiner Haut, hatte er Charlotte doch insgeheim ins Herz geschlossen. Auch er handelte unter Zwang. Es herrschten ähnliche Verhältnisse wie in einer Drückerkolonne. Einer war der Chef, gab unmissverständliche Anweisungen und wurden die nicht befolgt, gab’s Konsequenzen bis hin zum Tod.

„Karlos wurde vom Chef abgeholt.“ Die fünf Worte ließen Damian einen Schauer über den Rücken laufen. Wortlos legte er sich nieder, das Gesicht zur Wand gewandt. Nero sollte seine Tränen nicht sehen. Karlos Schicksal schien besiegelt.

Die Tage verronnen, einer wie der andere. Eingesperrt und eingepfercht, fristeten Damian, Nero, Charlotte und all die anderen, getrennt nach Geschlechtern, unter unwürdigen, barbarischen und lieblosen Verhältnissen ihr Dasein.

Charlottes Niederkunft nahte. Sie entband unter großen Schmerzen, ganz allein auf sich gestellt. Niemand hörte ihr Winseln. In ihren Augen spiegelte sich Angst wider. Sie fühlte, dass sie dem Tod geweiht war.

Ein letzter Atemzug, dann verließen die Lebensgeister Charlottes Leib.  Zu sehr war ihr zierlicher Körper geschwächt von den unzähligen Geburten, sie war völlig ausgelaugt.

Es war ein grauenhaftes Bild: die tote Charlotte und daneben drei lebensunfähige Welpen. Seit ihrer ersten Läufigkeit wurde Charlotte als Gebärmaschine missbraucht. Die Rüden wurden mit Hormonen vollgepumpt und zum Decken gezwungen. Hunde, die ihrer Aufgabe nicht mehr gerecht wurden, wurden skrupellos entsorgt.

Charlottes Schicksal  -> ein Hundeschicksal, welches sich durchaus so oder so ähnlich in einer illegalen Hundefabrik ereignen könnte.

Mittlerweile geben sich Hundehändler auch als seriöse Züchter aus, um höhere Preise für ihre Welpen verlangen zu können.

• STOPPT illegalen HUNDEHANDEL  •

© 2021 Irene Rabenbauer

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 08.07.2021. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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