Brigitte Waldner

Jetzt ist es traurige Gewissheit


Lädt man in Corona-Lockdown-Zeiten mit absolutem Besuchsverbot und geschlossenen Restaurants, Cafés und Wirtshäusern und einem Meter Schnee im Garten einen fremden Mann oder Freund nach Hause ein, bezahlt man mutmaßlich 500 Euro Strafe. Setzt man sich zu zweit auf eine Parkbank im Schnee, kostet es auch mindestens 500 Euro Strafe.

Im selben Zeitraum verlangt die Statistik Austria, dass man deren Beauftragten, der aus einem fremden Gebiet kommt, welches sehr hohe Fallzahlen hat, und der nicht im selben Haushalt wohnt, zu sich nach Hause zum Essen oder zu Kaffee und Torte einlädt, um ihm Face to Face Fragen für den Mikrozensus gezwungenermaßen zu beantworten. Der Kanzler und Experten sagen, dass man gesetzeswidrige Anweisungen aber nicht befolgen muss. Verweigert man, den Beauftragten zum Essen nach Hause einzuladen, erhält man nach 2 Monaten und 2 Wochen eine Strafe von 50 Euro, ersatzweise 4 Stunden Freiheitsstrafe, obwohl man die Fragen per E-Mail fristgerecht beantwortet hat, im beiderseitigen Einvernehmen und am Kulanzweg mit dem Beauftragten. Es geht scheinbar nur um die Kosten für das verweigerte Essen.

Man hat sich nur geweigert, ihn privat zu verköstigen im eigenen Haus und Restaurants hatten geschlossen! Man kann auch dagegen Einspruch erheben, aber dann hat man ein Verfahren am Hals, das kommt teurer und wer weiß, wo, wann und wie es endet und vor allem, wie es eskaliert?
Eine straffreie Handlung ist in Österreich nicht vorgesehen.

Bleiben Sie bloß daheim, liebe Gäste aus Deutschland, Niederlande, Belgien und so weiter, wenn Sie straffrei bleiben möchten. In Österreich kann man sich nur aussuchen, welches Delikt man begehen muss, ob man lieber eine geringere oder eine höhere Strafe hätte, ob man lieber bezahlen, oder die Strafe absitzen möchte, aber Straffreiheit ist für vorbildliche und anständige Bürgerinnen, die keine Straftaten begehen möchten, prinzipiell nicht vorgesehen. Und ein Verfahren schaukelt alles noch extra auf und ist ein Risiko, das ich niemandem empfehlen würde. Also dann schon lieber unschuldig bezahlen. Das ist jetzt traurige Gewissheit in Covid-19 Zeiten.

Epilog:
Mit der Bezahlung der Strafe und der Beantwortung der Erstbefragung per E-Mail ist die Erstbefragung nicht etwa vom Tisch, sondern jetzt muss man die Einladung nachholen und noch einmal die gleichen Fragen beantworten.  Man könnte dagegen Einspruch erheben, aber der Brief wurde erst nach Ablauf der Frist zugestellt. Die Antworten werden selbstverständlich anonym veröffentlicht, aber in dem Moment, wo man Einspruch erheben könnte, so man es zeitgerecht schaffen würde, muss man die E-Mails als Beweis ausdrucken und beilegen. Sie enthalten die Fragen und die Antworten und dann weiß jeder alles, was man geantwortet hat. Das ist ein Teufelskreis, aus dem man nicht mehr lebend herauskommt.

Wenn ich es mir aussuchen hätte können, wäre ich lieber in einem anderen Land auf die Welt gekommen, wo es mir nicht so schwer gemacht würde, ein anständiger Mensch zu sein. Aber das Urlaubsland kann man sich aussuchen. Ein sooo gefährliches Land würde ich meiden, wenn ich mir einen Urlaub leisten könnte. Wo es ein Straftatbestand ist, jemanden nicht zum Essen einzuladen, da würde ich nicht hinfahren.

© Brigitte Waldner

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