Marion Schanné

Schatzebobbes


Schatzebobbes

🐕 Marlene Müller aus Mittelhintertupfingen 🐕

Intrigen, Manipulation und das geheime 1x1 weiblicher Narzissten

 

Hinweis: Die Personen und die Handlung der folgenden Kurzgeschichte sind frei erfunden. Etwaige Ähnlichkeiten mit tatsächlichen Begebenheiten oder lebenden oder verstorbenen Personen wären rein zufällig.



Marlene ruft von der Haustür: “Theo ich fahr´ zum Impfen. Paß´ gut auf meinen Seelenhund Balu auf. Schau´ drauf, dass mein Zweithund Salomon sich nicht auf Balu´s Decke legt.“

Theo verdreht die Augen und streichelt den armen Salomon, der neben ihm auf der Couch liegt.
„Tja mein Lieber, die Marlene hat uns abgeschrieben.“

Balu liegt auf der anderen Seite von Theo. Der kleine Hund seufzt im Schlaf, als wolle er sagen, dass er nichts dafür kann, dass Marlene ihn als Seelenhund auserkoren hat. 

„Hast schon recht, Balu,“ streichelt Theo auch den Seelenhund „Marlene ist reif für die Klapse. Seit die Kinder aus dem Haus sind, spinnt die nur noch. Jetzt hat sie auch noch lebensgroße Denkmale von Euch anfertigen lassen, als wärt ihr tot! Dabei seit ihr doch noch nicht mal fünf Jahre alt.“

Im Kühlschrank steht ein Weizenbier, das letzte für diese Woche. Marlene erlaubt ihm drei Weizen pro Woche. Mehr kauft sie auch nicht ein. Sie hat das Sagen, weil sie es so will. Theo fügt sich ihrem Willen, denn im Laufe der Jahrzehnte nahm sie ihm jegliche Lebensfreude. Seine Liebe ist gestorben. Wie die Orchideen, die Marlene auf der Fensterbank verdorren lässt.

Theo leidet an seinem chronischen Tennisarm und kann deshalb kein Auto mehr fahren. „Salomon, lauf rüber zum Nachbarn, bell´ den Toni wach!“ Mit dieser Aufforderung schickt Theo den gelehrigen Salomon zum Nachbarhaus.

Der clevere Salomon saust los. Er kennt den Weg. Unterm Zaun durch und geradeweg´s zur nächsten Haustür und dort bellen, was die Stimmbänder hergeben. 

Toni hat gesehen, dass Marlene weggefahren ist und wartet schon auf Salomon. Als er den guten Hund bellen hört, steht er schon mit einer Tasche an der Tür. 

„Hallo Salomon, mein Guter, schau´ mal, was ich für dich habe,“ schmunzelt Toni und hält ein Wiener Würstchen hin. Salomon´s Augen leuchten freudig auf und „Happ, happ“ hat er das Würstchen verspeist.

„Komm´ Salomon, gehen´ wir rüber zu deinem Herrchen, der wartet auf uns.“

Die beiden alten Männer spielen Räuber-Schafskopf. Dazu lassen sie sich Toni´s mitgebrachte  Weizen schmecken. 

Für Salomon und Balu holt Toni noch ein paar Wienerle aus seiner Tasche. Ohne Marlene ist die Stimmung so richtig gut, denkt Theo. Dennoch wagt er es nicht, sich seinem Freund anzuvertrauen.

„Eins geht noch“; sagt Theo und holt sein einziges Weizenbier aus dem Kühlschrank. 
Toni mischt grade die Karten, da tönt urplötzlich ein Schrei durch´s Haus: “Der hat mich nicht geimpft!“
Wutschnaubend kommt Marlene in die Wohnküche. 

„Saufen tut ihr auch noch!“ Brüllt Marlene die beiden verdutzen Männer an. „Mich läßt der Doktor eiskalt elend sterben und ihr Säufer tut schafkopfen!“

Toni greift schnell nach seiner Tasche mit den beiden leeren Bierflaschen. Geschwind flüchtet er, damit Marlene nicht entdeckt, dass sie jeder schon ein Weizenbier getrunken haben.

„Marlenchen, ich hab´ doch nur mein einziges Bier mit Toni geteilt. Komm´,  Schatzebobbes, sei wieder gut, ja?“ Theo bettelt um ein bisschen Frieden, er hat doch nichts Schlimmes gemacht, oder?

„Ich bin nicht dein Schatzebobbes! Ich bin Dein Engelchen, in guten wie in schlechten Zeiten! Deine Zeiten sind zu gut! Ab sofort bekommst Du nur noch zwei Weizen pro Woche, damit dir die Lust auf´s Kartendreschen vergeht!“

„Ach, mein Schatzebo... Engelchen, was ist denn nur passiert? Du bist ja ganz außer Dir.!“

„Hol´ mir einen Whiskey, aber einen doppelten! Dieser Bazi! Hat mich nicht geimpft!“

Theo trollt sich. Schnell holt er den hochprozentigen Whiskey, den Marlene sonst nur als Absacker am Abend trinkt. Er schüttelt verständnislos mit dem Kopf, während er die gewünschte Menge einschenkt. 

Die Kirchturmuhr auf der anderen Straßenseite schlägt 10 Uhr, als er sich zu Marlene an den Küchentisch setzt. „So, jetzt erzähl´ mal, was dir schlimmes widerfahren ist.“

Marlene greift gierig nach dem Whiskey und trinkt das Glas mit einem Zug leer. „Noch einen.“ Krächzt sie etwas heiser, weil der Alkohol im Hals brennt.

„Marlenchen, es ist ...“

„NOCH EINEN! Schleich´Dich!“

Theo bleibt nichts anderes übrig, als seiner Frau noch einen doppelten Whiskey zu holen. In Gedanken betet er inständig, dass sie heute nicht gänzlich ausrasten möge.

Es ist grausam für Theo in dem 300 Seelendorf als Ausgestoßener zu leben. Marlene hat durch ihre Eskapaden, Intrigen und Verleumdungen alle Menschen dazu gebracht, das Ehepaar zu meiden.

Wer mag schon Lügner? Zu oft hat die zugereiste Marlene die Menschen im Dorf gegeneinander aufgehetzt. Viel zu oft hat Marlene Lügengeschichten über die braven Dörfler verbreitet. Als sie herumerzählt hat, dass Daniel, der Enkelsohn des Stadtrats, ein Kuckuckskind sei, hat sie den Bogen überspannt. Jeder wusste, dass das eine perfide Lüge ist. Marlene ist neidisch, dass Volker und nicht ihr Theo in den Stadtrat gewählt wurde. Deshalb wollte sie Volker gehörig eins auswischen.

Die Dorfgemeinschaft funktioniert hervorragend, besonders seit Marlene und Theo ausgeschlossen sind. 

„Bitte trink´ langsam.“ Theo stellt den zweiten doppelten Whiskey um kurz nach 10Uhr vor seine Frau.

„Dieser Bazi hat mich nicht geimpft!“

„Wer denn? Warst Du nicht außerhalb im Ärztehaus?“

„Dummkopf. Geimpft wird nur am Wohnort. Ich mußte den Gang nach Canossa machen und bin zu Dr. Markus Schindlbeck. Der hat mich nicht mal angeschaut! Über zwei Stunden haben die mich warten lassen und dann nach Hause geschickt!“

„Nach Canossa? Hast du mit Dr. Schindlbeck auch Streit?“

„Streit, was für eine absurde Idee! Ich habe ihm vorigen Herbst gesagt, dass ich am Virus erkrankt bin. Und was macht der? Der hat mich einfach getestet! Dabei hatte ich ihm doch klipp und klar gesagt, dass ich das Virus habe!“

Marlene ist während der Erinnerung noch immer fassungslos darüber, dass Dr. Schindlbeck ihr nicht geglaubt hat. Als würde sie lügen. Pah, Frechheit! Irgendwann knallt´s! In diesem Moment würde sie ihm alles heimzahlen, das steht ganz oben auf Marlene´s to do Liste.

Theo hört schweigend zu, denn wenn er etwas sagen würde, könnte es sein, dass Marlene durchdreht und das will der leidgeprüfte Ehemann unbedingt vermeiden.

„Stell´ dir vor, ich musste damals von seiner Praxis in der Ebenholzstraße 4 bis zur St. Anna Apotheke in der Hauptstraße laufen, damit dieser Test direkt ausgewertet wurde. Das Ergebnis hat die Matz in der Apotheke mir nicht gesagt! Mir war klar, dass ich positiv bin.“

Zaghaft versucht Theo Marlene´s Hand zu streicheln.

„Ich habe ja so gelitten!“ Marlene kullern die Tränen über´s Gesicht. Schutzsuchend lehnt sie sich an Theo.

„Mein armer Schatzebobbes, du tust mir ja so leid!“ 

„Mein lieber Theo-hase, denk´ dir nur, die haben mir noch viel mehr angetan! Als ich nach der Apotheke wieder in die Praxis kam, konnt´ ich kaum noch schnaufen. Mein Hals hat so weh getan und ich hab´ mindestens 40 Fieber gehabt. Weißt du, was der Doktor dann zu mir gesagt hat? Frau Müller, ihr Test ist negativ. Sie sind nicht am Virus erkrankt!“

Marlene nippt an ihrem Whiskey. Theo schweigt. Er fürchtet sich, denn Marlene´s Stimme vibriert, als wenn sie jeden Moment explodieren könnte.

„Der Arzt hat mich als Lügner hingestellt! Ich muß doch selbst am besten wissen, woran ich erkrankt bin! Und Theo, ich schwöre bei Deinen Kronjuwelen, dass ich an dem Virus erkrankt war!“

„Ich glaube Dir ja, mein kleiner Schatzebobbes, wie ging es denn damals weiter? Du hast schließlich einen dramatischen Verlauf durchleiden müssen!“

„Und dieser Doktor ist schuld an meinem Leid!“ Ein Weinanfall schüttelt den ganzen Körper von Marlene. Leise wimmert sie: „Es war so schrecklich! Ich konnte Dr. Schindlbeck damals überzeugen noch einen Test zu machen und ins Labor in der Kreisstadt zu schicken. Wie´s mir danach ergangen ist, weißt du ja. Du hast erlebt, dass ich einen besonders schweren Verlauf durchleiden musste. Über fünf Wochen habe ich im Wohnzimmer auf der Couch gelegen! Schrecklich war das, so krank und keiner hat mir geglaubt.“

„Och du süsser Schatzebobbes, ich habe dir immer alles geglaubt, ich hab´ dich auch gepflegt...“

„Du schon, aber der Doktor hat mir nicht geglaubt! Erinnerst Du dich, erst einen Monat nach dem Test hat er gesagt, dass der zweite Test nicht ausgewertet worden ist! Dann habe ich noch einen Test auf eigene Rechnung gemacht und da haben die mich wieder angelogen und gesagt, dass der auch wieder negativ sei.“

„Kann man da denn nichts machen? Kann ich etwas für dich tun?“

„Naja, Theo-hasi, wenn du mir in meiner Not wirklich helfen willst.“

„Aber ja, mein geliebter Schatzebobbes, du weißt doch, dass ich alles für dich machen würde. Egal was die anderen sagen, du kannst dir meiner uneingeschränkten Loyalität sicher sein.“

„Ich danke dir so sehr, mein Theo-hasi-Held! Gemeinsam, nur du und ich, wir werden denen schon zeigen wo´s lang geht!“ 

Der einsame Theo, der sonst nur Zurückweisung von Marlene erleben muss, blüht richtig auf. Gemeinsam hat Marlene gesagt, nur sie und er ... und Held hat sie ihn genannt! Oh wie gut sich das anhört! 

„Schatzebobbes, dein Wunsch ist mir Befehl. Soll´ ich den Doktor zur Rede stellen?“

Du Armleuchter, dachte Marlene, du sollst kein Plauderstündchen mit dem Doktor halten, sondern dafür sorgen, dass ich geimpft werde!

„Meinst Du wirklich, du wärst wortgewandt genug, um ihn zu überreden, dass er mich impft?“

„Schatzebobbes, laß´ Deinen Theo mal machen! Wir fahren jetzt in die Schützen-Klause, dort gibt´s gleich Mittagstisch. In der Nachmittagssprechstunde wird der Doktor dich impfen!“

„Versprochen?“
„Versprochen.“

„Oh, Theo! Ich liebe Dich!“

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Wenn Marlene geahnt hätte,
dass ihr Wunsch geimpft zu werden, dazu führen würde, dass sie von 2 Revolver-Kugeln gnadenlos niedergestreckt wird...

Eine 38mm Kugel trifft Marlene in der oberen linken Körperhälfte.
Wird Marlene sterben?

Fortsetzung folgt
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Jaksi Jomok - Marion Schanne®

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 14.07.2021. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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Die Autorin, geboren 1960, wohnt im Dreiländereck Nordrhein-Westfalen/Hessen/Rheinland-Pfalz. Erst spät hat sie ihr Talent zum Dichten entdeckt und ihre Gedanken und Erfahrungen zusammengetragen. So entstand eine Gedichtsammlung, an der die Autorin gerne andere Menschen teilhaben lassen möchte, und daher wurde der vorliegende Band zusammengestellt.

Das Leben ist zu kurz, um es mit Nichtigkeiten zu vergeuden oder um sich über die Schlechtigkeit der Welt allzu viele Gedanken zu machen. Wichtig ist, dass man sich selbst nicht vergiften lässt und so lebt, dass man jederzeit in den Spiegel schauen kann.

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