Dieter Kamensek

Schmetterling - Fernöstliches


Ein Schüler und ein Meister saßen im Klostergarten und unterhielten sich. Da gewann ein Falter ihr Interesse.
Der Schüler sah die leuchtenden Farben der Flügel und bewunderte deren Aussehen und Zeichnung.

Farbige Schönheit,
Geheimnisvolles Leben
Makellos und schön.

Anmut, Eleganz
Applaudierende Flügel,
Zärtliches Tanzen.


Darauf meinte der Meister:

Ein Ei von vielen,
Natürliche Auslese,
Dem Feind entkommen.

Leben als Raupe
Unscheinbar und auch schädlich.
Fressend und schmatzend.

Danach Verpuppung
und die innere Einkehr -
dem Ziel sich nähernd.

Nun Wiedergeburt -
als Schmetterling erwachen,
sich selbst entfaltend.

Anmut und Größe,
farbige Schönheit zeigen,
Blumen liebkosen.

Darauf meinte der Schüler. So ist es auch bei uns. Zuerst Schüler der Meister, innere Einkehr und Erkenntnis, danach zum Meister werden. Später folgt die Offenheit und man gibt sich als Meister zu erkennen um eigene Schüler zu lehren.

Der Meister lächelte und sagte:

Trag nichts nach außen,
Buddha lehrt Bescheidenheit,
Innerer Reichtum.

Danach sagte er weiter zum Schüler indem er auf den Schmetterling deutete:

Du siehst nun Farben,
er zeigt Dir seine Schönheit,
doch überlege!

Die Flügel zeigen außen
tarnende Bescheidenheit!

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