Daniela Hoppaus

Noch kein Titel - Leseprobe

Tinas Geschichte

 

In den Gassen der Randzone war es dunkel. Die Sonne war noch nicht untergegangen, aber in die tiefen Häuserschluchten drang kein Licht und die Straßenlaternen waren noch nicht an. Außerdem wären die meisten ohnehin kaputt, zerstört von den verborgenen Bewohnern, denen das graue Zwielicht grade recht kam. Tina drückte sich an den maroden Häusern vorbei, vorsichtig, sich immer über die Schultern schauend. Manchmal blieb sie stehen und presste die Hand auf die linke Schläfe, wo der Chip saß.

Die Schmerzen, die er ihr verursachte, waren stetig vorhanden, eine Mahnung daran, dass sie etwas tat, das als verboten galt. Sie biss die Zähne zusammen, schüttelte den Kopf und schlich weiter. Ihre Kleidung war dunkel. Einfache schwarze Jeans und eine Jacke über einem T-Shirt, ihr kurz geschnittenes Haar war unter einer schwarzen Mütze verborgen, ihre untere Gesichtshälfte hatte sie durch eine Maske verdeckt, die sie gegen den allgegenwärtigen Staub in der Luft schützen sollte.

Auf dem Rücken trug sie einen Rucksack, ebenfalls schwarz, ohne die vorgeschriebenen Reflektorstreifen. Sie setzte nicht auf Sicherheit an diesem Abend. Sie wollte nicht gesehen werden.

 

In einer schmalen Gasse fiel Licht aus einer halb geöffneten Türe. Es stammte von einer einzelnen Glühbirne und  flackerte in unregelmäßigen Abständen.

 

Tina schlich näher und spähte dabei immer wieder über ihre Schulter. Sie musste sichergehen, dass sie nicht verfolgt wurde. Aber es war niemand zu sehen. Hier, in der Randzone, wo die Ärmsten der Armen hausten, war nur selten Polizei unterwegs. Und auch die Wartungsleute und Techniker verirrten sich selten nach hier draußen. Es gab nichts zu holen, nichts zu verdienen, also wurde weder der medizinische noch der technische Status der Bewohner der Randzone regelmäßig überprüft. Die Sendemasten waren deshalb auch immer wieder außer Funktion. Dadurch war nicht nur die Überwachung mangelhaft, sondern auch die Dauerbestrahlung durch implantierte Werbung. Randzonen- Menschen konnten wenig oder gar nicht einkaufen, so war die Bestrahlung mit Kaufimpulsen Nebensache. Tina verspürte immer Erleichterung, wenn sie sich aus dem Bereich der Dauerwerbesendungen davonstehlen konnte, die mit schöner Regelmäßigkeit durch den Chip in ihr Hirn prasselten.
Ihre Welt war in Produzenten und Konsumenten aufgeteilt. Die meisten Menschen waren in irgendeiner Form beides, wobei unter Produzenten auch alle Dienstleistungen fielen. Sofern sie nicht ohnehin von Robotern ausgeführt wurden, was fast alle geringeren Dienstleistungen betraf.


Dass man in den Randzonen relativ unbehelligt leben konnte, war dem Desinteresse der Elite geschuldet. Hin und wieder erinnerte sich der oberste Patriarch an die Parasiten der Gesellschaft, wie sie in den Übertragungen genannt wurden und schickte ein Räumkommando los. Dann wurden alle, die irgendeinen Wert für den Patriarchen und seine Elite hatten, zusammen getrieben und in die Arbeitslager, Genlabore oder Bordelle gebracht. Von denen, die erwischt wurden, wurde keiner je wieder gesehen. Gerüchten zufolge wurden diese Menschen auch als Rohstoff benutzt, wofür genau allerdings, wollte Tina gar nicht so genau wissen,

Sie huschte in die Gasse und schlüpfte durch die Tür. Leise zog sie sie hinter sich zu und blinzelte ein wenig, da ihre Augen sich erst an das Licht gewöhnen mussten.

 

Ein kleines Mädchen von etwa elf Jahren trat aus dem Halbdunkel eines dunklen Raumes der verwahrlosten Wohnung und blickte sie erwartungsvoll an. Sie war schmutzig und in Fetzen gekleidet, ihr langes Haar, dessen Farbe nicht erkennbar war unter dem Schmutz, klebte verkrustet über einem deformierten Kopf, verdeckte nur unzureichend die große Delle in ihrem Schädel. Aber ihre Augen blickten wach und klar zu Tina auf. Tina kannte das Mädchen. Sie war hier geboren worden, in den Randbezirken, und wie alle Neugeborenen hatte sie einen Chip ins Gehirn bekommen. Aber der Chip war fehlerhaft gewesen. Der Ausschuss, den die armen Leute erhielten, funktionierte oft nicht richtig. Und so hatte der Chip dem armen Kind eines Tages die halbe Schädeldecke weggesprengt. Tina lächelte das Mädchen an. „Hallo, Mira. Wie geht es dir denn heute?“

Mira verzog den Mund zu einem schiefen Grinsen und deutete auf Tinas Rucksack. Sprechen konnte sie kaum, da das Sprachzentrum weg gesprengt worden war und so sie gab nur grunzende, halberstickte Laute von sich.

 

Tina nickte und nahm den Rucksack ab, stellte ihn vor Miras Füße. Mira öffnete mit schmutzigen Fingern die Klappe des Rucksacks und wühlte in den Lebensmitteln, die darin waren, bis sie eine Tafel Schokolade gefunden hatte.
Strahlend griff sie danach und wollte davonhuschen, als eine Stimme sie aus dem Zwielicht des Raumes ermahnte. “Aber mit den anderen Kindern teilen, ja?“ Tina sah auf und sah eine alte Frau in ähnlichen Lumpen wie Mira auf sich zuhumpeln, das Haar kurz geschoren und weiß, das Gesicht eingefallen, der lächelnde Mund zahnlos.

„Keine Sorge, ich hab auch weiche Brötchen und etwas Milch dabei“ versicherte Tina, kramte in dem schweren Rucksack und gab der Alten, was sie ihr versprochen hatte.

„Du bist so gut zu uns.“, nuschelte die zahnlose die Alte. „Aber du solltest aufhören, Essen zu stehlen. Sie kontrollieren immer öfter.“

Tina winkte ab. „Das ist Essen aus dem Müll. Ich weiß, dass es verboten ist, aber das sind Lebensmittel, die erst gestern abgelaufen sind und ohnehin vernichtet worden wären.“

Die Alte tätschelte Tinas Arm. „Dein Chip scheint nicht richtig zu funktionieren. Sonst würdest du so etwas nicht sagen. Oder auch nur denken.“ Tina lächelte die Alte an und rieb sich die Schläfe. „So, wie er mir im Kopf brummt, funktioniert er nur zu gut.“
„Und trotzdem bringst du uns zu Essen und stiehlst es aus den Containern. Irgendwann werden sie dich erwischen. Oder der Chip wird dir den Kopf in Stücke reißen. Ich werde dich vermissen, wenn es soweit ist.“ Sie nahm das Brötchen und fummelte es mit von Gicht verkrüppelten Fingern aus der Verpackung. Genüsslich schob sie es sich zwischen die zahnlosen Kiefer und saugte und schmatzte geräuschvoll.  

Inzwischen waren andere Bewohner des verfallenen Hauses gekommen, einer nach de anderen lautlos aus dem dunklen Fluren und Winkeln und scharten sich um Tina und die Alte. Sie waren so leise, dass es beinahe gespenstisch wirkte, als sie die Lebensmittel aus dem Rucksack holten  und sie davon in die Dunkelheit trugen.

Nur der Raum, in dem Tina und die Alte standen, wurde durch die flackernde Glühbirne erhellt und das auch nur schwach. Und die einzigen Geräusche schien das Schmatzen der Alten zu sein. Tina erinnerten sie an zerlumpte Geister und das waren sie irgendwie in den Augen der Gesellschaft auch. Man nahm sie nicht wahr, weil es sie nicht geben durfte. Und sie lebten im Dunkel und sie mieden das Licht.

 

Licht bedeutete Strom und Strom bedeutete, dass hier Menschen lebten und jeder wollte vermeiden, dass die Polizei oder die Räumungskommandos erfuhren, dass hier noch Menschen lebten. Menschen, deren Chips Fehlfunktionen hatten und die durch das System gefallen waren. Und so wurden sie praktisch zu Geistern.
Tina beobachtete die Szene nachdenklich. „Ihr habt doch Leute, die den Chip entfernen können, oder nicht?“ fragte Tina. Die Alte, ihr Name war Maria, soweit Tina sich erinnern konnte, schüttelte den Kopf. „Jeder Versuch hat bisher zum Tod geführt. Wir können den Chip stören, aber er wird immer ein Teil von uns sein. Und selbst wenn wir es könnten. Du könntest nie wieder zurück. Dein Leben in der Stadt wäre vorbei.“ Tina seufzte. Aber meine Kopfschmerzen auch, dachte sie. Aber dann könnte sie auch denen nicht mehr helfen, die auf die Reste der Gesellschaft angewiesen waren.

 

Tinas Kopf brummte immer noch, als sie in den Straßen der Randzone zurück in Richtung Zentrum schlich. Je näher sie in den Bereich der Sendemasten kam, umso lauter wurde das ständige Gebrabbel in ihrem Kopf wieder.
Immerhin hatte sie wieder ein paar armen Seelen geholfen, einen weiteren Tag nicht verhungern zu müssen. Sie hoffte, dass sie nicht die Einzige war, die den Einflüsterungen des Chips widerstand und denen half, die von der Elite als Abschaum bezeichnet wurden. Es waren doch auch Menschen, verdammt. Und was konnten sie dafür, wenn die Elite in ihrer Gier diesen Leuten nicht mal die Reste von ihren Tellern gönnte.

 

Nur die Starken überleben.

Nur, was man verkaufen kann, bringt Gewinn.

Zeit ist Geld.

Mitleid bringt keinen Umsatz.

 

Solche und andere Sätze hämmerte der Chip immer wieder in ihren Kopf, je näher sie in den belebteren Teil der Stadt vordrang. Und wie immer hatte sie das Gefühl von Falschheit. Ein Gefühl in der Magengrube, das ihr sagte, dass es auch noch eine andere Wahrheit gab. Der Übergang in den Sendebereich verursachte ihr Migräne und Übelkeit. So als wehre sich ihr Körper dagegen, die Botschaften wieder ständig zu empfangen. Sie empfand die Ausflüge in die Randzone, so gefährlich sie auch waren, immer als Erleichterung. Wenn das Gebrabbel des Chips zu einem leisen Rauschen wurde und nur einen brummenden Schmerz hinterließ.

Grade, als eine Schmerzwelle wieder ihren Kopf überflutete und sie gepeinigt die Hände an die Schläfe presste, bog ein Wagen um die Ecke der Strasse.

Erst bemerkte sie ihn gar nicht, denn seine Scheinwerfer waren ausgeschalten und das Motorengeräusch nahm sie über den anderen Sinnesreizen, die sie grade überfluteten, nicht wahr.
Doch als er vor ihr stoppte. flammten plötzlich die Scheinwerfer auf und geblendet stand Tina da, unfähig, sich zu bewegen. Ihre Augen tränten und sie blinzelte hektisch. Zwei Gestalten kamen auf sie zu, sie sah verschwommen ihre Umrisse vor dem Scheinwerferlicht. Jäger! Als der Gedanke in ihr Bewusstsein drang, drehte sie sich blitzschnell um und rannte los, blind in die Dunkelheit.
Verzweifelt suchte sie nach einer Nische oder einem Hauseingang, irgendetwas, was Deckung bieten konnte, aber es war zu spät.

 

Die Jäger waren schnell und hatten den Vorteil, nicht halb benommen zu sein. Tina stolperte und jemand griff nach ihr.
Vage nahm sie einen Schatten war, der sie am Arm gepackt hatte, und als sie sich los reißen wollte, traf sie etwas hart auf den Kopf.

Sie fiel, fühlte noch das harte Pflaster der Strasse und Arme, die an ihr zerrten. Dann wurde es dunkel um sie.

 

Brinas Geschichte

 

Brina stand  im Hinterhof der Bar, in der sie arbeitete und rauchte eine Zigarette. Sie lehnte sich halb an den Müllcontainer, denn so wurde sie von der Strasse aus nicht gesehen.

In ihrer Pause wollte sie einen Moment Ruhe haben vor den betrunkenen, lüsternen Kerlen in der Bar, die sie dauernd nach ihr grapschten, wenn sie mit ihrem Tablett vorbei ging. Offensichtlich verwechselten die diese Kneipe mit dem Bordell nebenan, in welchem man sich Roboter kaufen konnte, die einem alle Wünsche erfüllen sollten. Echte Frauen waren inzwischen Mangelware und wer würde sich schon freiwillig dafür hergeben wollen? Die Roboter sahen aus wie Menschen, aber sie fühlten keinen Schmerz und so war es ihnen auch egal, wenn sie behandelt wurden wie Spielzeug, aber Brina war es leid. Diese Tiere, die sich davor oder danach in der Bar einfanden, waren widerlich. Brünstig und wollten alles flachlegen, was sie greifen konnten. Kellnerin oder Sexroboter, das machte für sie kaum einen Unterschied. Immerhin achtete ihr Boss darauf, dass die Kerle sie nicht angriffen, aber er war nicht immer zu Stelle und sah nicht immer, wenn wieder einer von denen seine Hände nicht bei sich lassen konnte oder wollte. Das hatte sie sich anders vorgestellt. Sie hatte gehofft, es wären nicht alle Männer so triebgesteuert wie ihr Vater, der, wenn er betrunken heimkam, ihre Mutter gewaltsam aufs Bett zerrte und Brina ihr Weinen und ihre Schreie bis in den Traum verfolgte. Aber offensichtlich gab es mehr von diesem Abschaum als sie es sich in ihren schlimmsten Alpträumen vorgestellt hatte. Immerhin war ihr Chef halbwegs anständig, wobei sie nicht begreifen konnte, dass er solche Männer in seiner Bar überhaupt duldete. Geschäft ist Geschäft, pflegte er zu sagen. Und wenn du freundlich zu ihnen bist, kriegst du auch mehr Trinkgeld. Brina überlegte, dass sein Chip solche Sprüche in seinen Kopf pflanzte, sie klangen verdächtig ähnlich wie die, die sie hörte. Sei freundlich und höflich. Von einem Mädchen wird das erwartet. Erfülle deine Pflicht und sei bescheiden und folgsam. So in der Art.

 

Brina war zwar erst 16 Jahre alt, aber als sie on zuhause fortgelaufen war, hatte sie einen Hacker gefunden, der ihr Implantat verändert hatte. Sie war nun nicht mehr die minderjährige Ausreißerin, sondern erwachsen und konnte auf ihren eigenen Beinen stehen. Das hatte zwar nicht viel von dem Gebrabbel des Chips verändert, abgesehen davon, dass sie jetzt andere Werbung zu sehen und andere Sprüche zu hören bekam, aber sie konnte so Geld verdienen und sich ein kleines Zimmer mieten. Sie seufzte. Nein, so hatte sie sich das nicht vorgestellt. Sie war ihrem ständig betrunkenen und gewalttätigem Vater zwar entkommen, diesmal. Aber sie hatte ihn nur gegen eine Schar anderer Betrunkener eingetauscht.

An die kalte Wand gelehnt, starrte sie in die Laterne auf der Strasse gegenüber. Eine Weile konnte sie die Nachtluft genießen, obwohl der Geruch von Abfall und die Geräusche des Verkehrs allgegenwärtig waren. Sie schloss kurz die Augen und versuchte, die Stimme des Chips auszublenden, der ihr ständig vorsäuselte, dass Arbeit frei mache. Er tat das immer, wenn sie mit ihrem Job haderte. Der Hacker hatte zwar das Alter verstellen können, aber die Grundfunktionen des Chips hatte er nicht verändert. Zu gefährlich war es, die Sprengladung auszulösen. Sie hatte gesehen, was passierte, wenn der Hacker einen Fehler machte. Ein junger Mann, der wegen eines Diebstahls gesucht worden war, wollte, dass der Hacker seine komplette Identität veränderte, damit er nicht über die Sendemasten aufgespürt werden konnte. Sie war gerade aus ihrer Narkose erwacht und noch etwas benommen gewesen. Der Hacker war gerade an einem anderen Kunden zugange, als sie die Augen aufmachte. Das Bild, wie sein Gehirn von der Decke tropfte, hatte sich tief in Brinas Erinnerung eingebrannt und verfolgte sie in ihrem Träumen, unterbrochen durch die Werbeeinblendungen für Cola.

 

Neben ihr öffnete sich plötzlich eine Tür und ihr Chef, ein grobschlächtiger Kerl mit einer Glatze, schaute heraus. „Hier steckst du! Deine Pause ist vorbei, marsch zurück an die Arbeit.“ Brina trat ihre Zigarette aus und nickte geistesabwesend, dann schlüpfte sie an ihm vorbei in die Dunkelheit. „Am Tisch 4 ist einer, der ein großzügiges Trinkgeld gibt. Geh da doch mal hin“ sagte er und schloss die Tür hinter ihr. Brina schnappte sich ein Tablett und zückte ihr Pad, um Bestellungen aufzunehmen, dann trat sie in den schwach erleuchteten Gästeraum. Die Bar war nicht groß, es gab nur eine kleine Küche mit dem Ausgang auf die Gasse, durch den Brina jetzt hereinkam und einen Raum mit einer Theke und mehreren Tischen in Nischen. Die Theke war leer, alle Gäste hatten sich in ihre Nischen zurückgezogen. Wer hier trank, wollte kein helles Licht. Hier trafen sich alle möglichen zwielichtigen Gestalten, aber nur einmal hatte Brina einen Halb-Mechanischen gesehen. Diese Cyborgs waren sich zu gut für solche Spelunken. Seine kalten Augen hatten sie fixiert und Brina hatte gefürchtet, er könne ihre Gedanken lesen. Man erzählte sich dass diese Cyborgs, die ehemals Menschen gewesen waren, eine ständige Verbindung zum Hauptrechner der Zentrale und somit auch zum obersten Patriarchen hatten und alles  wussten, was in der Stadt vor sich ging. In den Sekunden, in denen seine künstlichen Augen sie scannten, fürchtete Brina, er würde herausfinden, was sie mit ihrem Chip getan hatte und sie den Menschenjägern übergeben, die Kriminelle irgendwo hin brachten, wo sie auf Nimmerwiedersehen verschwanden.
Aber er hatte sich einfach wieder von ihr weggedreht und mit dem Chef gesprochen. Schließlich war der Halb-Mechanic verschwunden und hatte den Chef nervös zurückgelassen. Brina hatte nicht gefragt, was da vor sich gegangen war, denn er hätte ihr keine Antwort gegeben und sie nur angeschnauzt, sie solle sich um ihren eigenen Kram kümmern.
Brinas Blick suchte Tisch Nummer 4. Er stand in einer Nische und ein einzelner Mann saß dort, sein Gesicht im Schatten. Sie atmete tief ein und trat zu ihm. „Was darf ich ihnen bringen?“ Als er das Gesicht hob, um sie anzuschauen, erschrak Brina bis ins Mark. Da saß ihr Vater! Er hatte sie gefunden! „Du kommst jetzt mit nach Hause, du kleines Miststück! grollte er, erhob sich und griff nach ihr. Aber Brina drehte auf dem Absatz um, warf Tablett und Pad fort und lief hinter die Theke, durch die Küche, hinaus auf die Gasse. Sie lief und lief, ohne sich umzuschauen und ohne auf ihre Umgebung zu achten. Sie hörte Reifen quietschen und dann traf sie etwas hart an der Hüfte. Der Schmerz fuhr ihr hinter die Augen und sie fiel benommen zu Boden.

Alles, was sie dann noch mitbekam, war, dass ein paar Leute um sie rum standen und sich unterhielten. Dann wurde sie grob hochgehoben. Denn Aufprall auf der Ladefläche des Transportes spürte sie nicht mehr.

 

 

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 25.07.2021. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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