Richard von Lenzano

Die Zeit

Die Zeit

…   es geht nicht ohne   …

(Essay)

 

 

Wir haben sie akzeptiert, wir leben mit ihr, sie hat uns mehr oder weniger im Griff und kann uns auch häufig beherrschen – die Zeit.

Kennengelernt haben wir sie in unserer Vergangenheit, erlebt in der Gegenwart und wir erwarten auch die Zukunft mit ihr.

Dabei müssen wir die Regel beachten, dass wir die Zeit der Vergangenheit nicht mehr ändern können, während wir die Zeit der Gegenwart doch teilweise beeinflussen können. Schwierig wird es, die Zeit in der Zukunft verifizieren zu wollen.

 

Wenn ich die Zeit in meinem persönlichen Leben betrachten und beschreiben müsste, würde ich einige Unterteilungen vornehmen wollen.

Es wäre da die Zeit  der Geburt und Kindheit

                                der Jugend

                                der Arbeit und des Berufes

                                der Familie

                                des Alterns

 

Betrachte ich nun diese einzelnen Aspekte stelle ich fest, dass ich am Anfang meines Lebens – im Normalfalle – eine Fülle von Zeit vor mir habe.  Diese nimmt aber naturbedingt im Lauf der Jahre ab. 

Zeit- das ist ein Faktor, mit dem wir lernen müssen, richtig umzugehen, um zu einem erfüllten Leben zu kommen. Wie häufig wünscht man sich in jungen Jahren, schon älter zu sein, um im Berufsleben zu stehen. Wie gut, dass diese Wünsche nie in Erfüllung gehen können, da die Zeit nicht manipulierbar ist.

 

Im vorliegenden Falle könnte sonst im späteren Leben Gedanken aufkommen, dass die Zeit viel zu schnell vergangen sei.

Gedanken sind etwas Schönes, wir benötigen sie und sie sind wichtig für unser Leben, obwohl sie nicht immer erfreulich oder positiv sind.

Auch hier können wir die Zeit wieder ins Boot holen, denn unsere Gedanken sind wandelbar, das heißt, wir können sie verändern - im positiven wie negativen Sinne.

 

Es lässt sich eindeutig beweisen, dass Kinder, Schüler und Erwachsene eine jeweils andere Einstellung zur Zeit haben. Kinder gehen in ihrer spielerhaften Sorglosigkeit recht großzügig mit ihr um, wenn es ihnen gerade gefällt.  

Ist dem mal nicht so, drängen sie, darauf dass dieser Zustand schnell beendet wird. Bewusst sind sie auch noch nicht in der Lage, zu versuchen, die Zeit zu manipulieren, indem sie den momentanen Zustand, welcher für sie schön sein kann, verlängern wollen. 

In der Kinderkrippe spätestens lernen unsere Kinder mit der Zeit umzugehen und mit der Zeit zu leben.

Es ist die Fortsetzung der häuslichen Zeitabläufe, die das Aufstehen, Frühstücken, in den Hort gehen pp. bereits vorgegeben haben. Sie lernen und begreifen, dass Zeit auch etwas mit Disziplin zu tun hat und man sich an gewisse Regeln halten muss, die für alle gleich sind.

Diese Grundvoraussetzungen gelten für das ganz Leben, sie ziehen sich wie ein roter Faden durch jede Biografie. Einmal begriffen, haben Kinder mit der Zeit als solcher, weniger Probleme als wir Erwachsenen.

Bereits in diesem Alter lernen die Kinder aber, dass Zeit nicht immer als gleiche Zeit gewertet wird.

Im Urlaub können ihnen die Tage nicht lang genug sein ebenso beim Schwimmen im Freibad oder dem Meer. Das sind auch Erlebnisse, die sehr oft ein ganzes Leben vorhalten, da sie tief in der Erinnerung abgespeichert wurden.

Wenn aber ein Kind fällt, und sich dabei einen Beinbruch zuzieht, wird erst einmal geweint. Wenn dann der Gips am Fuß die Bewegungsfreiheit einschränkt, kommen schon andere Gedanken auf. Man kann nicht mehr wie die anderen draußen spielen und toben, man ist an den Gips gefesselt. Hier bekommt nun der Zeitbegriff eine wesentlich andere Deutung. Man kann auf einmal nicht mehr selbst über seine Zeit (das Spielen) verfügen. Es findet also ein Lernprozess statt, der besagt man könnte wohl, es geht aber nicht.

 

Durch viele kleine Schritte dieser Art beginnen wir, uns mal direkt oder indirekt mit dem Begriff Zeit auseinanderzusetzen. Einige dieser Prozesse begleitet uns durch unser weiteres Leben, andere kommen dazu und werden im Bewusstsein abgespeichert.

Der Begriff Zeit durchdringt uns unser ganzes leben lang, ja, jeden Tag werden wir damit konfrontiert.

 

Haben wir die Berufswahl abgeschlossen und uns dem anderen Geschlecht genähert, kommt es früher oder später zu Bekanntschaften die häufig zu Eheschließungen führen.   Hier spielt die Zeit auch wieder mit. Es muss geplant und terminiert werden, danach muss alles organisiert werden – man nimmt sich die Zeit, egal ob man sie hat oder nicht.  Hier kann man nun lernen, dass es schwierig ist einen geplanten Termin, sollte er nicht passen, umzuändern oder gar zu streichen.  Da bekommen wir es mit der Zeit zu tun und es muss uns schon etwas gescheites als Ausrede einfallen, um auf eventuell angefallenen Kosten nicht sitzen zu bleiben.

 

Aus eigener Sicht kann ich sagen, dass ich diese Zeit in einem Leben sehr bewusst und zeitnah erlebt habe. Die neu erlebte und genossene Zweisamkeit war ein Geschenk und ich versuchte in dieser Situation die Zeit immer zu dehnen, obwohl dies fest nicht möglich war.  

Wenn, dann musste ich einen anderen Termin verlegen oder streichen.

 

Es kam dann zu wesentlichen Änderungen in meinem Leben, welche zeitlich verändert werden mussten. Früher hatte ich nur für meine Zeit zu planen, nun kamen noch die Zeiten meiner Frau und später die der Familie zum Tragen. Unser Leben unterliegt also einem fortlaufenden und zeitlichen Wandel.

 

Über den Begriff Zeit könnte man stundenlang philosophieren. Man findet immer Verknüpfungen zu allen Lebensbereichen dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um uns Menschen oder die Flora oder Fauna handelt.

Bei der Natur ist es zum Beispiel zeitlich so geordnet, dass die Jahreszeiten       

                 Frühling

Sommer

Herbst und

Winter

immer in derselben Reihenfolge erfolgen. Auch hier lässt sich die Zeit nicht manipulieren.  Allerdings kann die Natur mitunter die Zeit auch variabel erscheinen lassen, indem sie den Winter verkürzt oder den Sommer verlängert. Das wirkt sich aber zeitlich nur in unserer Wahrnehmung und nicht kalendarisch aus.

 

Nach einem erfüllten Leben können viele von uns feststellen, dass sie bisher älter als ihre eigenen Vorfahren geworden sind.  Auch hier ist es ein Zeitfaktor, der uns geschenkt wird. Die Zeit, wenn sie unser Alter bestimmen könnte, würde vermutlich jeden von uns recht alt werden lassen.  Aber, hier pfuscht die Natur der Zeit ins Handwerk. Sie setzt die Grenzen, welche uns gegeben sind, und entscheidet, wann der Hautschalter ausgeschaltet wird. 

 

Wenn es uns dann und wann mal gegeben ist, sorgfältig mit unserer Zeit umzugehen, sollten wir daran denken, vielleicht die Zeit mit unserer eigenen Natur etwas mehr in Einklang zu bringen????? 

 

© 2021 - 08 by RICHARD von LENZANO

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 09.08.2021. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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