Volker Walter Robert Buchloh

Einzug der Gäste in Kristiansund

Einzug der Gäste in Kristiansund

Rolf Hermann Buchloh (*1920-+2001)

 

 

Das Routeboot hatte noch nicht ganz an der verschneiten Pier festgemacht, als ein bescheidener junger Mann, er trug die Uniform eines Hauptfeldwebels, behende an Bord sprang und den heißersehnten Gästen die Hand drückte. Als man über die Gangway an Land schritt, spielte die Musik einen Tusch und ein Oberfeldwebel hieß die jungen Leute im Namen des Batteriechefs herzlich willkommen. Einige Rekruten stürzten sich auf die Gepäckstücke an Bord, trugen sie zu einem LKW und übernahmen auch den weiteren Transport. Wie hätte man auch die Rücken der müden Reisenden damit belasten können?

Wenige Schritte waren es nur bis zu der grauen Wehrmachtslimousine, welche die vereinigt Aalesund – Juler – Soldaten in rascher Fahrt den weiten weg zur Batterie trug. An der Hauptachse stand der Oberleutnant, der seine dringenden Arbeiten beiseite gelegt hatte, um uns wenigstens hier begrüßen zu können. Er hatte es sich doch nicht nehmen lassen, uns im Namen aller vorgesetzter Dienststellen zu begrüßen. Leider musste sich der freundliche Herr, eines dringenden Geschäfts wegen, bald zurückziehen; doch sein Fehlen fiel nicht weiter ins Gewicht, denn ein opulentes Mahl erfreute die Ankommenden Es gab nicht etwa billigen Reis oder Kälberzähne, sondern ein richtiges Festessen. Hier nahm der Spieß noch einmal das Wort. Er klopfte an sein Glas und sprach:

"Liebe Freunde, als Mutter der Kompanie werde ich für ihr besonderes Wohl sorgen. Sie werden an nichts Mangel leiden. Unsere gesamte Einrichtung: Schuhmacherei, Schneiderei, Bücherei u.a.m. steht zu ihrer vollen Verfügung. Ihre Musestunden wird die Kantine verschönen, Kino, Theater, Varietee werden sie beglücken und sie können versichert sein, daß sie an erster Stelle noch vor der alten Batterie bedient werden."

Abends verkroch ich mich hungrig und abgezehrt in den harten, unbezogenen Scheißkorb. Daß nicht alles programmäßig verlaufen war, lag sicher nicht an den freundlichen aufnahmebereiten Menschen.

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