Sonja Soller

Maja und Adalar....4

Eine märchenhafte Geschichte über eine ungewöhnliche Freundschaft

 

 

Der magische Wald (4)

 

Der Wald, der nahe bei dem Dorf lag, dessen Name man nicht laut aussprechen durfte, war kein gewöhnlicher Wald. Wenn man ihn zum ersten Mal betrat, spürte man eine Ruhe, ja eine gespenstische Ruhe. Es fiel auf, dass keine Geräusche zu hören waren, kein Zwitschen oder Knistern, so als hätte jemand die Natur auf lautlos gestellt. Maja sah Bastian fragend an, er machte eine komische Grimasse und zog die Schultern hoch. Was soviel heißen sollte wie, ich weiß auch nicht. Sie fassten sich an den Händen und gingen mit Vorsicht weiter. „Wie schön der Wald ist“, flüsterte Maja ganz leise, „irgendwie magisch und wunderschön, bestimmt haben sich all die Tiere nur versteckt und wollen erst einmal sehen wer da in ihrem Wald herumspaziert“. Maja zog Bastian mit, „lass uns einfach nach Brombeeren und Walderdbeeren schauen, es wär doch wirklich super, wenn wir zum Nachtisch gezuckerte Beeren naschen könnten“. Bastian grummelte in seinen Bauch. Die Kinder gingen weiter in den Wald hinein, aber auch nicht zu weit. Die Büsche, die Bäume, das Gras, alles schien irgendwie schöner und grüner zu sein als anderswo.

Schließlich entdeckten sie Brombeersträucher und begannen die Früchte in den Korb zu sammeln.

Zwischendurch wanderte die ein oder andere Beere in Maja's Mund. Als sie zu Bastian hinüber sah, konnte sie genau erkennen, dass auch er ordentlich genascht hatte. Als das Körbchen voll war, traten sie den Heimweg an. Die Kinder verließen den Wald und hatten dabei das merkwürdige Gefühl nicht mehr allein zu sein.

Vielleicht waren es die versteckten Tiere, die wie es schien, sich wieder trauten Geräusche zu machen. Ein leises Zwitschern und Knistern begleitete die Kinder beim Verlassen des Waldes.

Der Vater war inzwischen vom Doktor zurückgekehrt, der wohl ganz zufrieden mit dem Gesundheitszustand des Vater's war; die Krankheit hatte sich nicht weiter verschlimmert. Doch sollte der Vater sich weiterhin schonen, könnte aber leichte Arbeiten verrichten und auch sonst den Alltag ganz normal gestalten. Die Mutter und die Kinder waren sehr glücklich diese gute Nachricht zu hören. „ Gleich ist das Mittag fertig, Maja wäscht eben noch die Brombeeren und zuckert sie, so können sie ein wenig ziehen während wir zu Mittag essen“ .

Und“, fiel der Mutter gerade ein, „wir müssen Maja und Bastian an der neuen Schule anmelden, das dürfen wir nicht vergessen“, mit verheißungsvollem Blick sah sie Maja und Bastian dabei an. „Hmhnm“, war alles was die Mutter zu hören bekam. „Dann haben wir ja noch mindestens zwei Tage frei,“ stellte Bastian fest. „Dieser Wald ist ganz anders als jeder andere , ich würde ihn gerne noch weiter auskundschaften, vielleicht kann man dann auch Tiere sehen. Heute schien es, als hätten sich alle versteckt“, fragend sah er Maja an, „ja, ich auch“, Maja sah ihren Bruder strahlend an und nickte dabei zustimmend mit dem Kopf.

Am nächsten Tag gingen die Geschwister mit ganz anderen Erwartungen in den Wald. Das Gefühl der Kinder hatte sie nicht getäuscht, sie wurden tatsächlich beobachtet. Sobald sie den Wald betraten, ließen zumindest zwei Augen sie nicht mehr los.

Sie kannten sich zwar noch immer nicht gut aus, aber sie schauten mit ganz anderem Blick in diesen Wald, der so besonders schien. Maja stupste Bastian an, „hör doch mal“, und richtig, jetzt konnte man das Rauschen der Bäume und die Stimmen der Tiere hören“. „Die Tiere haben keine Angst mehr, genau wie wir“, bestätigte Bastian.

Auch war dieses Gefühl beobachtet zu werden wieder da. „Ist es hier nicht wunderschön, ich könnte glatt den ganzen Tag hier bleiben.“ Maja atmete den Wald tief in sich ein. Eine Hasenfamilie versteckte sich unter einem Busch, ein Igel wühlte mit seiner Knubbelnase das Erdreich nach Würmern auf. Maja war begeistert, sie konnte ihre Freude kaum verbergen. Bastian hielt die Augen auf, um eventuell noch mehr Brombeeren zu sammeln, da entdeckte er einen Baum, von dem man aus bestimmt weit über den Wald hinausblicken konnte. Die Kinder kletterten hinauf und staunten über die Aussicht, die ihnen geboten wurde. Seit sie in dieses Dorf gezogen waren, kamen sie aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. „Sieh nur dort, die Rehe und ein ganz kleines.“ „Das ist ein Kitz“, weiß Bastian seiner Schwester zu erklären, „ja, hier ist alles ganz anders als in unserem alten Zuhause“. Langsam brach die Dämmerung an, sie hatten der Mutter versprochen vor dem Dunkelwerden wieder zu Hause zu sein. So machten sie sich gutgelaunt auf den Heimweg.

Als die Kinder später in ihren Betten lagen, fielen sie erschöpft, aber glücklich in den Schlaf.

 

Fortsetzung demnächst....

 

 

07.09.2021 © Soso /Bild und Text

 

Maja und Bastian

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