Sonja Soller

Maja und Adalar....(5)

Eine märchenhafte Geschichte über eine ungewöhnliche Freundschaft

 

Maja und Adalar (5)

 

Oft gingen Maja und Bastian nach den Schulaufgaben in den Wald, sie gingen immer tiefer hinein und entdeckten jedes Mal etwas Neues, Aufregendes. Sie waren sich einig, dieser Wald war etwas ganz Besonderes, er schien wirklich magisch zu sein.

Maja traute sich schon bald auch allein in den Wald. So auch heute. Sie hatte den Eindruck, der Klang der Geräusche war heute anders, irgendwie lebendiger.

Maja ging immer weiter, sie hatte wieder dieses Gefühl, dieses merkwürdige Gefühl beobachtet zu werden, schaute sich dieses Mal aber nicht um, sondern ging einfach weiter, pflückte sich ein paar Walderdbeeren, die sie genüsslich in ihren Mund schob und ging zufrieden mit sich und der Welt tiefer in den Wald hinein. Sie ging geradewegs auf einen Busch zu, der irgendwie anders aussah. Es kam Maja vor, als hätte er Augen. „ Hallo“?, sprach sie den Busch an, „wieso hast du Augen und eine rote Nase, so einen Busch habe ich noch nie gesehen, oder träume ich das bloß“, sagte sie zu sich selber. Maja schloß ihre Augen, um zu sehen ob sie wohl wirklich träumte. Als sie die Augen wieder öffnete, waren die Augen immer noch da. „Wer bist du, warum versteckst du dich, hast du Angst vor mir“?, fragte Maja ganz mutig. Nachdem die Augen aus dem Busch verschwunden waren, schaute sie auf das, was plötzlich vor ihr auftauchte. Etwas Kleines, Buntes sprang vor ihren Füßen herum. Nun wollte Maja es genau wissen, sie kniete sich auf den Waldboden, um sich dieses wundersame Wesen genauer anzusehen. „Ohh“, mehr konnte Maja nicht sagen. Staunend betrachtete sie dieses Wesen. „Hast du auch einen Namen, kannst du mich überhaupt verstehen“?

Dieses seltsame Wesen sah sie mit großen Augen an. „Chrogkräxchs,“ nur ein Krächzen kam aus diesem, was immer es war, heraus. Es war nicht größer als die Hälfte von ihrem Arm. Maja konnte erkennen, dass es kein Tier war, dazu sah es dann doch zu „menschlich“ aus, irgendwie merkwürdig, aber kein Tier. „Natürlich kann ich dich verstehen, wir Olche können sehr schnell lernen“, antwortete dieses Etwas, jetzt ein wenig ärgerlich. „Von Olchen habe ich noch nie etwas gehört“. Maja war ganz fasziniert von dieser Gestalt. „Hast du einen Namen“, wollte sie wissen, „ich bin Maja und wohne erst ganz kurz in dem Dorf“, sie zeigte mit dem Finger in Richtung Waldrand“.

Ich bin Adalar und lebe schon sehr viele Jahre hier im Olchdorf“, diese kleine Gestalt machte so etwas wie eine Verbeugung. Maja fand das so lustig, dass sie laut lachen musste. Adalar sah sie freundlich an. „Wir Olche sind

vorsichtig wenn Menschen in unseren Wald kommen, wir haben mit ihnen schon sehr schlechte Erfahrungen gemacht.

Normalerweise sind wir unsichtbar, aber ich war doch zu neugierig wer da in meinem Wald spazieren geht.“ Maja war ganz stolz, dass Adalar keine Angst vor ihr hatte. „Aaadaaalaaarr,“ Maja ließ den Namen auf ihrer Zunge zergehen, „ich freue mich sehr, dass wir uns begegnet sind, aber nun muss ich nach Hause, die Mutter wartet schon auf mich, habe ihr versprochen rechtzeitig wieder zurück zu sein. Wir können uns ja morgen wieder treffen“. „ Das ist eine gute Idee, habe schon lange mit keinem Menschen mehr gesprochen“, antwortete Adalar. Er schaute ihr noch hinterher und war auch schon unsichtbar. Maja musste sich nun sputen, sonst gab es Schimpfe und das wollte Maja auf keinen Fall riskieren. Sie drehte sich noch einmal um und winkte Adalar zu. Maja war ganz aufgeregt als sie zu Hause ankam, aber noch wollte sie nicht erzählen, wem sie im Wald begegnet war.

Maja ging in die erste Klasse und hatte zwei bis drei Stunden Unterricht am Tag. Normalerweise ist das auszuhalten. Nur heute konnte sie den Schulschluss nicht ab - warten. Wann klingelte endlich die blöde Schulglocke; heute dauerte es irgendwie länger als sonst. Maja rutschte auf ihrem Stuhl hin und her und konnte sich gar nicht richtig konzentrieren. Sie war immer noch ganz aufgeregt von gestern, wo sie ihren neuen Freund Adalar kennengelernt hatte. Mit einem „Olch“ spielen, Maja glaubte immer noch zu träumen, nein, es war kein Traum, und sein Dorf wollte Adalar ihr auch heute zeigen. Sie freute sich schon riesig darauf. „RIIINNNGGGG, Bimmeliiinng, die Schulglocke läutete den Unterrichtsschluss ein !!!! Na, endlich!!! Maja raffte Hefte und Bücher zusammen und war auch schon auf dem Heimweg.

Kaum, dass die Hausaufgaben erledigt waren, wurde das Mittagessen hinunter - geschlungen. Maja wollte aufspringen und zur Tür laufen. „Maajaa“, die Mutter hatte natürlich bemerkt, wie zappelig ihre Tochter war. „Du wirst noch einen Moment warten müssen kleines Fräulein, wir haben noch Nachtisch zu essen und dann kannst du loslaufen“.

Maja konnte es nicht verstehen, warum musste sie ausgerechnet heute Nachtisch essen. Sie grummelte vor sich hin und setzte sich widerwillig zurück auf ihren Stuhl.

 

 

Fortsetzung demnächst....

 

 

08.09.2021 © Soso /Bild und Text

 

Maja entdeckt Adalar

 

 

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