Sonja Soller

Maja und Adalar....(9)

Eine märchenhafte Geschichte über eine ungewöhnliche Freundschaft

 

Familienausflug

 

Am liebsten würde Maja ihrem Bruder von den aufregenden Abenteuern, die sie mit Adalar erlebte, erzählen. Sie hatte Bastian sehr gerne, wusste aber auch, dass er eine Plaudertasche war und nichts für sich behalten konnte.

Auch schon da“, die Mutter sah Maja fragend an. Eigentlich war es Maja's Aufgabe den Abendbrottisch zudecken, kein Wunder also, dass die Mutter nicht begeistert war, als Maja erst jetzt nach Hause kam.

Ja, sei nicht böse, ich habe die Zeit vergessen,

es war einfach zu schön durch den Wald zu streifen“, Maja überlegte einen Moment, „vielleicht können wir ja alle gemeinsam wieder mal in den Wald gehen“? „Schatz“, die Mutter schaute Maja etwas länger an und drückte sie fest, „das ist wirklich eine gute Idee, auch für den Vater wäre es eine schöne Abwechselung. Seit dem letzten Besuch des Doktor's verbringt er die meiste Zeit im Bett. Ich werde mit dem Doktor sprechen, wenn er nichts dagegen hat, dann werden wir alle gemeinsam einen Ausflug machen, mit Picknick, da würde Vater sich sicher auch freuen“. Maja und Bastian strahlten über das ganze Gesicht. Sie hatten schon lange keinen Familienausflug mehr gemacht.

Sie wollten den Vater damit überraschen und behielten die Idee erst einmal für sich.

Am nächsten Wochenende, so hatten die Mutter, Maja und Bastian gedacht, wollten sie gemeinsam einen Ausflug in den magischen Wald machen, denn die Eltern hatten sich wegen der Krankheit des Vaters noch nicht sehr weit vom Haus entfernt. Damit es ein unvergessliches Erlebnis wird, wollte die Mutter noch einiges für ein leckeres Picknick vorbereiten.

Gesagt, getan, begann nun am nächsten Tag ein reges Treiben in der Küche. Maja und Bastian halfen wo sie konnten, damit der Vater nichts von der Überraschung mitbekam. Es wurde gebruzzelt und gebacken. Die Kinder und die Mutter freuten sich schon jetzt auf das Gesicht des Vater's.

 

Endlich war es Samstag, noch sollte alles so normal laufen, wie an jedem Samstg.

Maja und Bastian waren schon ganz aufgeregt, ließen sich aber nichts anmerken. Am frühen Morgen begann die Mutter damit, die Leckereien für den Ausflug einzupacken. Fleischbällchen, Sandwiches, Gürkchen, Obst, Saft, Kuchen und Tee in einer Thermoskanne. Becher, Teller, Besteck, nichts durfte für ein perfektes Picknick vergessen werden.

Jetzt nur noch eine Decke, wo alle Platz drauf hatten. Als alles zusammengepackt war, ging die Mutter zum Vater, um ihm beim Anziehen zu helfen.

Was habt ihr denn mit mir vor“, wunderte sich der Vater. „Heute wollen wir einen Ausflug machen, wir alle zusammen, das haben wir schon lange nicht mehr gemacht“. „Ohhh, das ist ja wirklich eine schöne Überraschung“, nun war auch der Vater aufgeregt und freute sich auf den Familienausflug.

Nach einer Weile war die Familie bereit. Bastian warf sich die Picknickdecke über die Schulter, schnappte sich den gefüllten Korb und trabte langsam in Richtung Tür. Maja und die Mutter nahmen die restlichen Sachen

und natürlich den Vater, der inzwischen auch ausflugsbereit war.

Am Waldrand angekommen, atmete der Vater tief durch, er hatte das Gefühl, so gut ist es ihm schon lange nicht mehr gegangen.

Sie genossen die Wanderung durch den Wald, diese Luft, die Geräusche, alles war einfach nur wunderbar.

Die ganze Familie war rundherum zufrieden „Wenn wir noch ein kleines Stück weitergehen, kommen wir an eine Lichtung, dort können wir sogar Rehe und Hasen beobachten“, meinte Bastian so nebenbei, „müssen dann aber sehr leise sein, damit wir sie nicht erschrecken“.

Nachdem die fröhliche Gesellschaft schon ein gutes Stück Weg hinter sich gebracht hatte, musste der Vater sich kurz ausruhen. Nach der langen Ruhezeit im Bett brauchte er immer mal wieder eine kleine Pause.

Sie setzten sich auf einen großen Baumstumpf, auf dem sie alle Platz fanden.

Die Mutter holte Saft und Tee aus dem Korb und schenkte jedem etwas zu trinken ein. „So, nun können wir weitergehen“. Nach der Erfrischung ging es dem Vater schon etwas besser. Nach einem weiteren, kleinen Fußmarsch, konnte man schon die Lichtung sehen. Die Mutter breitete am Rand der weit einsehbaren Lichtung die Decke aus, sie nahm

die mitgebrachten Leckereien aus dem Korb und legte sie auf die Decke. Es begann ein fröhliches Geschmatze und Geplapper. Maja und Bastian freuten sich, dass sie gemeinsam mit dem Vater diesen Ausflug genießen konnten. „Da, schau“,Bastian deutete auf eine Bewegung am Waldrand, „Rehe“. So nah waren die Eltern Tieren in der freien Natur noch nie gekommen. Hier war eben alles ganz anders.

 

Nachdem alle ausgiebig das Picknick genossen hatten, die Reste eingesammelt und im Korb verstaut waren, wollten sie noch eine kleine gemütliche Wanderung durch den Wald machen, in Richtung nach Hause.

Ganz plötzlich, wie aus dem Nichts fasste der Vater sich an die Brust, stöhnte ganz fürchterlich und sackte in sich zusammen.

Entsetzt ließ die Mutter den Korb fallen und kniete sich neben ihren Mann, „Johannes, was ist mit dir“? Die Mutter schüttelte den Vater, bis er die Augen wieder öffnete. „Was ist passiert“, verwirrt schaute der Vater um sich, „auf einmal war alles schwarz vor meinen Augen und ich habe keine Luft mehr bekommen“. „Geht es dir denn jetzt wieder besser“? Alle sahen besorgt auf den am Boden liegenden Vater . „Ich weiß nicht, es ist alles , wie als wenn ich auf einer Wolke gehe, so, so“, er versuchte Worte zu finden, konnte es aber auch nicht wirklich erklären. „In meiner Brust war es so grausam eng geworden, ich bekam gar keine Luft mehr, lasst uns noch ein wenig hier ausruhen, bestimmt geht es mir dann gleich besser“.

 

Fortsetzung demnächst....

 

12.09.2021 © Soso /Bild und Text

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