Reiner Mayr

Der Richter richtet über einen Dichter

Im Gericht stand also ein Dichter vor einem Richter,
es wird ihm vorgeworfen, er dichtet nur noch Mist,
er soll dazu Stellungnehmen, warum das bei ihm jetzt so ist.

Ach wissen sie Herr Richter, zuerst müssen wir einmal klären,
was ist überhaupt ein Mist. Schauen sie, bei uns im schönen Allgäu,
das grasen noch glückliche Kühe auf saftigen Weiden mit würzigen Kräutern, 
und wenn sie den ganzen Tag wiederkauen kommt halt hinten heraus ein Mist.
bei uns nennt man diesen eine Kuhfladen, weil er ist so wie er ist.

Wenn jetzt ein unbedarfter Wanderer durch die Weide geht und auf dem Kuhfladen steht,
wird ihm ganz warm an den Füßen, er meint zwar zuerst, so ein Mist, aber dann bleibt
er doch länger stehn, so eine gute Fangopackung hat er noch nie gesehn.


Das ist also das natürlichste auf der Welt, der größte Mist ist allerdings,
was sich Justizia manchmal leistet, sie ist öfters auf beiden Augen blind
und was die Richter für Urteile fällen, geht auf keine Kuhhaut mehr und ist eine Sünd!

Wenn man eine arme Rentnerin, die eine Kleinigkeit einsteckt, ein paar Pralinen halt,
dafür drei Monate ins Gefängniss steckt und Milliadäre, die Millionen an Steuern
hinterzogen haben, gegen Kaution freilässt, damit sie sich sonnen können auf Bahamas,
das geht auch auf keine Kuhhaut mehr, aber die haben halt einen Anwalt der was kann halt! 

Die Richter sollten vor jedem Urteil trinken ein Glaserl Wein oder zwein,
sie sollten es so machen wie die Dichter, denen fällt damit fast immer am meisten ein,
die Urteile der Richter würden dann nur noch von Weisheit strotzen und der Mist bleibt wo er ist.

Wer jetzt gedacht hätte, der Richter wäre empört über diese Auslassungen des Dichters,
nein, der hat sich geirrt, im Gegenteil, er sagte, im nächsten Leben werde ich auch ein Dichter,
die Verantwortung auf ein gerechtes Urteil kann ich schieben auf die Richter,
die ganze Wahrheit erkennt man ja nur bei ein paar Gläser Wein wie die Dichter!

Der Richter verkündete dann noch das Urteil im Namen des Volkes:
Der Dichter wird freigesprochen von jeglichem Mist und das man diesen schnell vergisst!

Copyright Reiner Mayr
September 2021

Mann darf natürlich Gendern, viel Spaß.












 

Vorheriger TitelNächster Titel
 

Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Reiner Mayr).
Der Beitrag wurde von Reiner Mayr auf e-Stories.de eingesendet.
Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte.
Veröffentlicht auf e-Stories.de am 15.09.2021. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

Der Autor:

  Reiner Mayr als Lieblingsautor markieren

Bücher unserer Autoren:

cover

Begegnungen - SF Kurzgeschichten von Andree Hoffmeister



Bei den Kurzgeschichten handelt es sich um Episoden zwischen Jägern und Gejagten, aus Erlebnissen zwischen Liebenden, Begegnungen mit dem Tod und dem Unbekannten.

Möchtest Du Dein eigenes Buch hier vorstellen?
Weitere Infos!

Leserkommentare (0)


Deine Meinung:

Deine Meinung ist uns und den Autoren wichtig!
Diese sollte jedoch sachlich sein und nicht die Autoren persönlich beleidigen. Wir behalten uns das Recht vor diese Einträge zu löschen!

Dein Kommentar erscheint öffentlich auf der Homepage - Für private Kommentare sende eine Mail an den Autoren!

Navigation

Vorheriger Titel Nächster Titel

Beschwerde an die Redaktion

Autor: Änderungen kannst Du im Mitgliedsbereich vornehmen!

Mehr aus der Kategorie "Skurriles" (Kurzgeschichten)

Weitere Beiträge von Reiner Mayr

Hat Dir dieser Beitrag gefallen?
Dann schau Dir doch mal diese Vorschläge an:

Diskriminierung? von Reiner Mayr (Skurriles)
Der Liebesbeweis von Rainer Tiemann (Skurriles)
autobiographisch...mein Freund Peter von Rüdiger Nazar (Sonstige)

Diesen Beitrag empfehlen:

Mit eigenem Mail-Programm empfehlen